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Rousseau.
immer entsprechend gekleidet, einfach elegant. Ihre natürlichen Talente hat siewandt, doch ohne besondere Kunstübung. Am sorgfältigsten wurde sie die weiblickenArbeiten gelehrt, namentlich schneidern und nähen; aucki in der Haushaltung hast>sizu arbeiten, aber sie ist reinlich bis zum Extrem, darum liebt sie die Küche nichtnoch weniger den Garten wegen der Gefahr sich zu beschmutzen. Lurns und Parfümbleibt ihr ferne. Loxliis 68t plus gus propre, slls sst pure. Von Natur 'umNaschen geneigt, ist sie mäßig geworden durch Angewöhnung und Tugend; die Mutterhat ihr jene Neigung abgewöhnt durch Strafen und indem sie ihr vorstellte, wie siedamit den Zähnen schade und Gefahr laufe, beleibt zu werden. Empfindlich ist ssiaber schnell wieder bei guter Laune. Auch Ungerechtigkeiten weiß sie zu ertragen, wasja die Frauen lernen müßen. Sophie hat Religion, aber eine vernünftige und ein-fache, wenig Dogmen, noch weniger gottesdienstliche Hebungen, oder vielmehr sie kenntnur die moralischen. In diesem Punct gierigen alle elterlichen Unterweisungen dahinsie an eine respectvolle Unterwerfung zu gewöhnen, indem ihr immer gesagt wurde'„das sind keine Wissensgcgenstände für dein Alter, darinnen wird dich einmal deinMann unterrichten, wanns Zeit ist." Nur das Beispiel der Eltern hat sie religiösgemacht. Sophie liebt die Tugend, und diese Liebe ist bei ihr zur herrschenden Leiden-schaft geworden. Sie liebt die Tugend, weil nichts so schön, weil sie der Ruhm einerFrau ist und diese zum Engel macht, weil Tugend der einzige Weg zum Glück undihrer Eltern größte Freude. Sophie, frühe gereift, kennt die Fehler und die Tugendenbeider Geschlechter, hat eine hohe Idee von der Fraucnwürde und ist sich auch bewußt,den Mann, dessen sie würdig wäre, und nach welchem sie sich in einem verzehrende»Liebesbedürfnisse sehnt, zu erkennen. Von der Welt Art und Sitte hat Sophie wenigan sich, aber sie ist verbindlich, aufmerksam und thut alles mit Anmuth. Ihre Artig-keit stammt aus dem aufrichtigen Bestreben zu gefallen; keine trivialen Complimcickund keine Ziererei, Anstand und Bescheidenheit gegenüber von Aeltcren, unter AltcrS-gleichen eine liebenswürdige Familiarität, aber fades Schönthun ablehnend und un-würdige Zumuthungen mit Hohn oder Kälte zurückwciseud.
>so schildert Rousseau seine Sophie als fünfzehnjähriges Mädchen. Sobaldnun die Eltern bei ihr die ersten Jugenderregungen warnehmen, beeilen sie sich, demWeitergreifen derselben zuvorzukommen, sie stimmen bei der Unterhaltring mit ihr einenzärtlichen und gefühlvollen Ton an, und der Vater hält eine Airrede an sie, worin erihr auseinandersctzt, daß sie jetzt an das Heiraten zu denken habe, sur äu ninrinMäspsuä 1k sort äs In vis, et I'on u'u jumuis trop äs tvmps ponr v psnssr. Dabeihabe sie allein ihre Neigung zu fragen und die Eltern behalten sich nur vor, sie zuberathen und hinsichtlich der äußern Umstände vor Misgrifsen zu bewahren. Sie seiviel zu liebenswürdig, als daß sie nicht jedermann gefallen würde; sie werde gesuchtwerden, möglicherweise auch von solchen, die ihrer nicht werth. Darum, inu lille,s'sst ü In rulson äs Lopliis gus jo von« livrs; jö ns von« livrs point au xen-oliunt äs «Sir eoerir. 'IRnt gus vons ssrs?! äs sanZ'-l'roiä, rsstsir votrs proprejnAS; mais sitüt gns vons uimsrsr, rsnäsri ü votrs mors Is soiu äs vons. -So läßt Rousseau den Vater zu seiner fünfzehnjährigen Tochter sagen; so dürfe maufreilich, meint er, mit gewöhnlich erzogenen Mädchen nicht reden, aber Sophie werdeden festen Vorsatz fassen, sich der Achtung ihrer Eltern würdig zu zeigen; ja geradedie Freiheit, welche mau ihr zugesprochen, müße ihrer Seele neuen Schwung verleihen,und sie nur desto heikler bei ihrer Wahl machen. Freilich die Weltleute begreifennicht, wie stark ein Mensch sei, sobald er aufrichtig tugendhaft sein wolle, darumwerden sie seine Sophie für eine Chimäre halten, während R. versichert, daß er inderen Bild und Leben eine wirkliche Person schildere. Wie weit übrigens diesestugendstarke Wesen es zuletzt gebracht, wird sich zeigen, einstweilen vergegenwärtigenwir uns die starke Beimischung von Eitelkeitspflege in dieser Erziehung zu weiblicherTugend.
Nach jener väterlichen Ansprache wird Sophie einen Winter über in die Stadtzu einer Tante geschickt, welcher der Zweck dieses Aufenthalts anvcrtraut ist. Dortwird sie in Gesellschaften eingeführt, lernt auch junge Männer kennen, findet abernicht, was sie sucht und eilt wiederum der Heimat zu. Allein bald zeigt sich an ihreine Gemüthsveränderung, sie wird zerstreut, ungeduldig, traurig und träumerisch und