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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Ratich.

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künden: 1) Alles nach Ordnung und Lauf der Natur. 2) Nicht mehr denn einer-lei auf einmal. 3) Eins oft wiederholt. 4) Alles zuerst in der Muttersprache.5 , Alles ohne Zwang (der Lehrmeister kein Zuchtmeister). 6) Nichts (mechanisch)Kuswendig zu lernen (weil das recht Verstandene und oft Wiederholte von selbst sichKupräat). 7) Gleichförmigkeit in allen Dingen (in Lchrart, Regeln, Lehrbüchern).z> Erst ein Ding an ihm selbst, hernach die Weise von dem Ding (die Regel erstU,ö dem Lehrobjecte abzulciten). 9) Alles durch Erfahrung und stückliche Unter-suchung (nichts nach bloßer Auctorität und Gewohnheit). Es hätte Großes erreichterden können, wenn ein so klarer Geist, wie Jungius war, der Durchführung dieseredankm sich gewidmet hätte. R. selbst war schon seines unsteten Wesens halberM geeignet, seiner Sache rechtes Gedeihen zu sichern.

Als er Augsburg verlassen hatte, fand er freundliche Aufnahme in Cassel beiidei» Landgrafen Moriz. Dieser hatte von den ersten Jahren seiner Regierung anumgreifende Reformen des Schulwesens versucht. Nach verschiedenen Experimentenlaubte er es auch mit Ratich versuchen zu können, und dieser begann wirklich imum 1816 an derHofschule" mit griechischem Unterricht seine Thätigkeit. Aberä>cn im Juli gieng er wieder weg, und die Versuche der Räthe,den harten, eigen-imigen, wunderbarlichen Kopf" zur Rückkehr zu bestimmen, erwiesen sich als unwirk-am. Aber der mit feiner Didaktik gemachte Versuch schien gar nicht übel gelungen,eShalb auch der Vorsteher der Hofschulc, Dietrich von Werder, sich dahin aussprach, zwar nicht die Methode im ganzen, aber manche ihrer Grundsätze zu empfehlenm». Die wichtige Schulordnung, welche Landgraf Moriz im I. 1618 erließ (s. Vorm-baum, Evangelische Schulordnungen II, 177 ff.), ist zwar nach den Grundsätzen'turms gearbeitet, zeigt aber doch auch die Einwirkung der neuen Didaktik, nament-ich darin, daß der Unterricht im Deutschen, und zwar der grammatische, zur Grund-age alles sprachlichen Unterrichts gemacht ist. Vgl. Niemeyer, Programm von811, S. 10, 11 u. 14.

Nach wechselndem Aufenthalte in Westfalen und Hanau kam R. 1617 wiederj Frankfurt, wo der Rath auf seinen Wunsch eine Commission zur Prüfung seineridaktik niedersetzte. Als aber das Gutachten ungünstig ausgefallen war, gieng R.ach Basel, wo er bei dem großen Orientalisten Johannes Buxtorff Verständnis füreine Lehrkunst zu finden hoffte. Allein weder dieser noch dessen College, der Pro-cssor des OrZuni ^.risti., Ludwig Lucius, scheinen näher auf seine Absichten ein-egangen zu sein.

Dafür eröffnete sich ihm jetzt wieder in Deutschland ein Wirkungskreis. Schon,1816 hatte ihn Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen, ein Mann von ungewöhnlichenenntnissen, zu sich eingeladen; aber R. war zunächst noch nicht zu haben gewesen,ad schon hatte Ludwig die Sache aufgegeben, als R. plötzlich am 10. April 1618- in Köthen eintraf und sich bereit erklärte, zunächst mit einer deutschen Schule den'»sang zu machen. L>chon in den nächsten Tagen kam zwischen R. und dem Fürsten>» Vertrag zu Stande, nach welchem dieser dem Unternehmen seinen Schutz zusichertend jener sich anheischig machte, diejenigen, welche man ihm zuweisen würde, instachen so zu unterrichten und zu üben, daß sie dann die Jugend in ungleich kürzererat, als nach der alten Methode, und mit viel geringerer Mühe lehren könnten.

So begann nun in Köthen ein reges Treiben, das merkwürdige Aehnlichkeit mitmijmigen hat, welches später unter Basedow in Dessau sich eröffnete. Nachdem R.'in iz Puncten die ihn leitenden Gedanken kund gegeben hatte (Niemeyer, Progr.r» 1812, S. 12 f.), hatte er es als seine nächste Aufgabe anzusehen, Lehrer für dieM Lehrart zu bilden. Diese Sorge übernahm er anfangs allein. Alle mußtend"ch sich verpflichten, bis auf Erlaubnis das ihnen Mitgctheilte niemanden zu offen-em, noch irgendwo darnach zu lehren, übrigens aber dieser Lehrkunst mit allemund aller Treue beizuwohnen und dieselbe zu Gottes Ehren und der liebenuzend Wohlfahrt mit zu befördern und fortzusetzcn. Es handelte sich also darum,"s" Stamm, von Lehrern zu gewinnen, welche, der neuen Methode kundig, sie un-.. wn in vix Schule einführen könnten. Schon im folgenden Jahre wurden drei>yer Männer zur Unterweisung der Collaboranten und Studenten am Hofe ange-Mnien und so der Anfang mit einem Lehrerseminar gemacht; R. behielt nur die