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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
Seite
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eingeführt werden, bei der zweiten Art ist dies nicht notwendig. Damit jener ZWerreicht werde, lasse man in der Physikstunde die leichteren Experimente auch durchSeminaristen ausführen; gebe mau ihnen einzelne Stücke der hiezu dienenden Apparat,in ihre Hand, mitunter auch auf ihr Arbeitszimmer, damit sie sich in freien Simd,»üben können; gestatte man ihnen, daß sie sich im physikalischen Cabinet unter Beiseindes Lehrers einarbeiten. Der Lehrer der Physik gebe mit Worten und durch sei«eigenes Beispiel so viel als möglich Anleitung, wie Experimente auszuführen MAuch darüber sollen Seminarzöglinge, belehrt werden, wie man einfache Physikalisch,Werkzeuge selbst berstellen kann. Wie viel läßt sich z. B. mit einer einfachen Glas-röhre anfangen! Sie kann als Stcchheber benützt werden, dieselbe Röhre wird vomLehrer gebogen und dient als Saugheber, sie wird noch mehr gebogen und dient alscommunicirende Röhre. Oder man nimmt ein hölzernes Federrohr ohne Deckel, vir-sieht dasselbe unten mit einem Stift, damit es sich leicht darauf drehen kann, boftunten auf der Seite 3 oder 4 Löcher hinein und steckt in diese Löcher ebensoviele nacheiner Seite gebogene Glasröhrchen, die man mit Siegellack befestigt, und man hat dasSegner'sche Wasserrad. Auf diese Weise wird es dem Lehrer möglich, ohne großKosten in den Besitz von physikalischen Instrumenten zu gelangen. Es giebt freilichApparate, welche der Lehrer nicht Herstellen kann, sondern die er Herstellen lassen Mvon Mechanikern beziehen muß. Es ist nothweudig, daß selbst die einclassige Volks-schule im Besitz eines physikalischen Apparats ist. Die Schulgesetze in den einzelmdeutschen Staaten schreiben deshalb nicht nur vor, daß die Volksschule sich mit PWkzu befassen habe, sondern sie verlangen auch, daß - der Unterricht an der Hand eiMApparats ertheilt werden solle, ja einige Staaten, wie auch Württemberg, habend!,Einführung eines bestimmt bezeichnten Apparats befohlen. Es wird weiter unten beiden Hülfsmitteln davon die Rede sein. Ist der Lehrer einmal im Besitz eines physi-kalischen Apparats, und wäre es auch nur ein kleiner, so muß er darauf bedacht sei«,denselben von Jahr zu Jahr zu vermehren. In den höheren Schulen geht diese A-mehrvng leichter, weil die Mittel zur Anschaffung reichlicher vorhanden sind als!«der Volksschule. Die angeschafften Apparate müßen auch in einem ordentlichen Stmdgehalten werden. Dazu gehört zweierlei: ein verschlossener Aufbewahrungsort, d»isie nicht durch Staub und Beschädigung leidest, und eine von Zeit zu Zeit wiedir-kehrende Reinigung.

Zur Anschauung beim Unterricht in der Physik dienen auch Zeichnungen od»Abbildungen, die entweder vom Lehrer an die Wandtafel gezeichnet werden, odadie auf besonders hiezu bestimmten Tafeln stehen, welche aufgehängt werden köinm.oder die sich in den Lehrbüchern finden, welche die Schüler (Präparanden und Semi-naristen) in Händen haben. Zeichnungen sind nothweudig, weil sich nicht für oll,Capitel der Physik die nöthigen Apparate in den Schulen finden. Auch giebt es solch,Apparate, welche den im Gebrauch befindlichen ähnlich sind und welche durch Zeich-nungen im Vergleich mit den andern angeführt und benützt werden können. A,Zeichnungen in den Lehrbüchern dienen dazu, daß der Schüler oder Zögling durchan das Experiment sich erinnern lassen kann und daß es ihm möglich Pseine,» Privatstudium in den Stoff noch besser einzuarbeitcn. Endlich s«Bilder oder Zeichnungen nothweudig, um gewiße Erscheinungen, die selbst durch Apsi-2luge nicht sichtbar sind, anschaulich zu >nuch°n, wie z. B. der Weg, dm b,Lichtstrahlen bei der Brechung nehmen.

lieber den Gebrauch von Bildern beim Unterricht in der Naturlehre gilt Folgend,»:Das Experiment darf durch Bilder oder Zeichnungen nicht verdrängt werden. De«wir haben oben gesehen, daß die Schüler beim Experiment deshalb an Anschimmjgewinnen, weil sie nicht allein das Resultat, sondern auch den Verlauf des Expmmeisbeobachten können. Ein Bild stellt den Vorgang nur in einem Moment dar, und di,dabei verkommenden Körper oder Maschinenteile verharren in steter Ruhe. Man v,i-gleiche den Eindruck, den ein ungeschautes und vom Lehrer erklärtes Bild ans d>,Schüler macht, mit dem Eindruck, den ein gelungenes Experiment hervorbringt. DiSExperiment ist lebendig, das Bild eines physikalischen Vorgangs ist todt.

Die Zeichnungen, welche der Lehrer an der Wandtafel ausführt, haben vor l,"durch Steindruck oder Holzschnitt hergestellten den Vorzug, daß man sie nach und