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Physik.
in das Innere des Schülers, denn alle Nachahmung im Ausdruck verliert an Lebendig -keit und Kraft. Der Unterrichtsstoff muß vor dem Beginn des Unterrichts vom LG -verarbeitet und sein geistiges Eigenthum sein.
Heben wir die Hauptpuncte heraus, die in positiver Hinsicht beim Unterricht inder Physik zu beachten sind, so gilt als Hauptgesetz: Der Unterricht sei'«,,s «baulich. Die Anschaulichkeit des Unterrichts wird erreicht theils durch Hinweis«,auf die Vorgänge in der Natur selbst und durch richtige Beobachtung der Ermsiwelche sie bedingen, und der Erscheinungen, welche sie begleiten, theils insbesondmdurch Vorführung von Experimenten. Das Experiment ruft auf absichtliche und kiichliche Weise die Erscheinungen hervor, aus deren Beobachtung die Naturgesetze ab;«-leiten sind. Je nachdem gewiße Körper mit einander in Verbindung gebracht werde«je nachdem den in der Natur sich findenden Kräften Gelegenheit geboten wird, «jeinander und auf Körper einzuwirken, wird die Erscheinung hervorgebracht. Die KWsind stets vorhanden; es gilt deshalb beim Experiment, die Körper, die für ii«Wirkungen empfindlich und empfänglich sind,. in eine richtige Beziehung zu ihnen 'z,setzen. Die Kräfte fassen unter gewitzen Bedingungen an, arbeiten, brauchen zu ik«Arbeit Zeit, bewegen oder verändern die Körper und bringen schließlich ein Res'Mzu Stande, in welchem das Experiment gipfelt. Und faßt man die Bedingungen, mit«denen das Experiment gelang, und die Erfolge, die dabei erreicht wurden, in ei»Satz zusammen, so ergiebt stich das Gesetz.
Gegen die Experimente wird geltend gemacht: sie stören den Unterricht, weil deAufmerksamkeit der Schüler mehr auf den Vorgang des Experiments als auf dieWorte des Lehrers gelenkt werde; sie gelingen nicht immer und so gehe viel Kitdamit verloren ohne irgend einen Erfolg; die Kosten für die Anschaffung der Apparckseien zu groß, namentlich für einclassige Volksschulen, billige Apparate aber tauge« >nichts; die Schüler bleiben schließlich mit ihren Gedanken nur am Experiment Hang,«und werden nicht in die Natur, und deren Erscheinungen eingeführt. Allein es W !sich schon aus dem Wesen des Experiments heraus die Nothwendigkeit desselben dai-legen. Soll der Schüler die Erscheinung verstehen, das Naturgesetz finden und nsti-Haupt etwas lernen, so muß er nicht bloß den schließlichen Erfolg haben, sondern«muß den ganzen Verlauf, den geschichtlichen Gang des Experiments vor Augen Hali»und erfassen können. Nehmen wir eine einfache gläserne Spritze, um die Wirkung tüLuftdrucks zu zeigen, so muß der Schüler sehen, wie die Muskelkraft des Armes dirKolbenstange anfaßt, den Kolben zurückzieht, wie das Wasser infolge des Luftdruckin den luftleeren oder lustverdünnten Raum einströmt. Während des Vorgangs Hitder Lehrer Gelegenheit, auf die Wirkungen der geheimen Naturkraft hinzuweisen iniddiese aus ihrer Verborgenheit heraus und ans Licht zu ziehen. Die Experiment!,welche die Natur selbst hervorbringt, die physikalischen Vorgänge, die bei der geweü-lichen, häuslichen und landwirtschaftlichen Arbeit Vorkommen, bieten dem Kinde znmauch eine Anschauung, aber die physikalischen Erscheinungen, die dabei Vorkommen, sindentweder so großartig (Verdunstung des Wassers auf der Erde), oder sie entstehens«schnell (Blitz), oder sie fliehen bei der Annäherung so zurück (Regenbogen), oder stereignen sich )o unerwartet (Explosionen), daß wir sie nicht fassen, nicht in ihrer Ent-stehung beobachten und nicht genau untersuchen können. Und dann genügt zur Er-klärung eines physikalischen Vorgangs nicht der Hinweis auf einige ähnliche Er-scheinungen, sondern die Erklärung muß den Vorgang neben oder vor sich haben.
Ja wir gehen noch einen Schritt weiter und sagen: das Experiment in der Schrstist nicht bloß deswegen nothwcndig, weil die außerhalb des Zimmers sich zutragend!«Physikalischen Erscheinungen für den Unterricht dem Lehrer und den Schülern mihigenügen und nicht immer dienen können, sondern es ist eben aus dem Grunde nchwendig, um gerade diese Erscheinungen verstehen zu lernen. Das Experiment in d«Schule oder im physikalischen Cabinet ist die Brücke, die den Schüler mit seinen Ge-danken hinausführen und den Unterricht in der Physik mit den Naturerscheinung!»verbinden soll. Das Prisma oder das mit Wasser gefüllte Glas, den Sonnenstrahl!»ausgesetzt,E führen zum Verständnis des Regenbogens, die einfache gläserne Spritze)«Verständnis der Pumpen , der Heronsball zum Verständnis der Feuerspritze u. s.»»„Der Schüler darf freilich seine Gedanken nicht im physikalischen Cabinet haben;'