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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Pädagogik des Alten Testaments.

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„,i Ritters Erdkunde, in welch naher Beziehung dieselbe zu der geschichtlichen Be-tminung des Volkes stand; sodann in der Art der Vertheilung des Landes , durchelche nicht bloß die Stämme, sondern auch die Geschlechter an bestimmte Wohnortekbmibcn wurden, so daß das Familienleben die Grundlage der bürgerlichen Gesell-est blieb und auch unter dein Abfall der Richterzeit und der dadurch herbeigeführtenAckerung des nationalen Bandes wenigstens in einzelnen Geschlechtern der GlaubeMd die fromme Sitte der Väter sich eine Stätte bewahrte (Jos. 24, 15. Ruth.I Sam. 1. 2.). In der Richterperiode ist das Volk gleich dem an den ScheidewegMellten Jüngling auf sich selbst verwiesen, um in freier Entwicklung sich in die theo-Mitischw Ordnungen hineiuzuleben und den Besitz des gewonnenen Landes kämpfendJi, behaupten. Da es die Wege wählt, auf die sein natürlicher Hang es hinführt,sc wird es zur Beute seiner Feinde, soll aber, wenn 'seine natürliche Ohnmacht sichherausgestellt hat, immer wieder erfahren, was es an der rettenden Macht seinesMties hat.

I Mit Samuels Wirksamkeit tritt eine neue Wendung der Geschichte Israelsein; welche mächtige geistige Bewegung damals durch das Volk gieng, zeigt der Auf-Mwung, den unter Samuel, das Prophetenthum nahm. Vor ihm tritt es nur spora-disch auf; jetzt aber erscheint auf einmal eine große Zahl von Propheten, die umSamuel geschaart die sogenannten Propheten schulen bilden?') — Sie werden imA. T. außer in Samuels Zeit nur noch in der Geschichte Elias und Elisas erwähnt.sTie Relationen über sie aus beiden Perioden mäßen auseinander gehalten werden.

Im ersten B. Sam. finden wir zuerst 10, 5 —12. eine Schaar von Propheten,die mit Musik von der Höhe Gibeas im Stamm Benjamin herabstcigen und weis-"-gcn. Weiter finden wir 19, 19 ff. eine Versammlung weissagender Propheten, anderen Spitze Samuel steht, bei Rama in „Nevajoth" d. h. Wohnungen. Der letzterefilsdruck scheint auf ein Prophetencönobium hinzuweisen. — Daß bei dem Propheten-rcin in Rama an eine eigentliche Schule zu denken sei, dafür fehlt es in der vor-zenden Erzählung an jedem Haltpuncte. Die prophetische Gabe ließ sich auch durchntcrricht nicht erzeugen; sie ist nicht Product des Studiums und der Reflexion,sondern unmittelbare Wirkung des göttlichen Geistes. Aber auf der andern Seiteschloß die Pflege der Prophetie, die wir als Zweck jenes Vereins zu betrachten haben,auch den Unterricht nicht aus, indem die Prophetie die Bekanntschaft mit dem Gesetzeiiind der heiligen Geschichte durchaus voranssetzt. Sogar literarische Beschäftigungscheint in dem Prophetenvercin zu Rama nicht gefehlt zu haben; mit Recht hat manio den Büchern Samuels Spuren von Aufzeichnungen, die auf Rama zurückweisen,zil entdecken geglaubt.

Durch Samuels Wirksamkeit wurde in Israel der Saure ansgestreut, den wirdavidisch-salomonischen Zeitalter zu einer reichen Geistessaat aufsprossenchm. In David erscheint vor allem das Königthnm, zu dessen bleibendem Trägersafin seinem Hause erkoren wird (2 Sam. Cap. 7), getragen und verklärt von der^rokratischen Idee, wornach die königliche Gewalt nur ein Ausfluß der göttlichenNis 21, 4 ff. 1 Chron. 17, 14. 28, 5. 29, 23.), der König eben darum zugleichRepräsentant des Gottcsvolkes ist, dessen Prädicat der Gottessohnschaft auf ihnMergeht (2 Sam. 7, 14. Ps. 89, 27. 2, 7.). Um die Einigung des KönigthumsWider Gottesherrschaft zur Anschauung zu bringen, wurde der zum Herrschersitz er-Mene Berg Zion auch zum Lutze des Heiligthums geweiht. Jerusalem ist von nunM^^smnct her Theokratie. — David ist aber auch als Mensch durch seine^ugivse Entwicklung eine typische Persönlichkeit. Der Gegensatz von Sünde und§mde, welchen herauszuarbeiten Aufgabe der Pädagogie des Gesetzes war, ist in seinerIll>;m Strenge in sein inneres Leben gefallen, und dessen tiefste Erfahrungen hat erWi unveraänalicken Zeugnis, was des Gesetzes Werk und was der Gnade Frucht

Die Literatur über diese ist verzeichnet bei Xrauiellkslck, cks üs, czuas in V. Isst.Mmsiuorantur, propllstarum soeistatibus. 1881. 8. 2. Vzl. den Art. Prophetenthum'"Herzogs Encyklop. B. XII. 214 ff. und Keil im Comm. zu den BB. Samuels 1864.1« ff.