Originalität. Originell.
Ovcrberg.
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M -uerst excentrisch kund giebt, so ist noch lange nicht alles Excentrische originell,und viel häufiger kündigt es das Herausfallen aus dem Ccntrum als ein Sichhinein-Mciten in dasselbe an. — Wirklich originellen Männern werden Sonderbarkeitenk^eher verziehen; aber Unsittliches und Gemeines mit den Vorrechten des Genius deckenMolle», heißt Gewissen und Sitte von ihren Ursprüngen lösen und das Band zwischenHcisl und Willen zerreißen.
; Wahre Originalität wird elastisch, d. h. sie stellt zugleich Muster auf, indem sie- Wesentlich Neues hervorbringt. An jenen Meistern gilt es zu lernen. Der JugendsHiderc Vorbilder zu geben, als aus welchen Ursprüngliches hervorscheint, ist Beraubung,s Selbst das Correcte, wenn es sonst nichts weiter ist, reicht nicht zu. Da es beiMem Lernen nicht bloß auf Aneignen, sondern auch zuletzt auf eigenes Quellen an-kommt, so muß der Schüler fleißig dahin geführt werden, wo aus dem Ursprunggeschöpft ist.
Orthodoxie, s. Frömmigkeit.
Orthographie, s. Rechtschreibung.
Ortskunde, s. Geographie, Anschauungsunterricht, Natnrsinn.Ortsschulmspcctor, s. Schulregiment.
Oströmisches llnterrichtswescn, s. Mittelalterliches Schulwesen.Overberg, Bernhard. Literatur: Reinermann, Bernard Overberg inMcm Leben und Wirken dargestellt. Münster 1829. Krabbe, Leben B. O.'s M.1831, 2 . Auflage 1846. Esser, Franz von Fürstenberg, dessen Leben und Wirken,mbst s. Schriften über Erziehung und Unterricht. M. 1842. Overberg undder Gallitzinische Kreis in Herzogs RE. X, 743—755. sH. v. Schubert,lies und Neues, Bd. 3. Kellner, pädagogische Skizzen und Bilder.jEs ist eine unsers Wissens noch nicht gelöste Aufgabe, die Schulreformen ein-ander zu würdigen, welche nach der Aufhebung des Jesuitenordens in den geist-liche» Gebieten Deutschlands unternommen worden sind. Freilich kam es zu solchen Re-'mnen nicht ohne mancherlei Schwankungen; und mit dem Einbrechen der Revolutions-icze kam Stockung in die besten Bestrebungen. Nichtsdestoweniger müßen wir mitMitnahme bei jenen Reformen verweilen, für welche so viele edle Kräfte wirksamwesen sind, an welche so große Hoffnungen sich geknüpft haben. Es war eine Zeit,m welcher das katholische Deutschland durch Förderung einer freieren Wissenschaft und'tuch eine mit Liebe und Umsicht gepflegte Volksbildung eine Annäherung an dieptcstantische Hälfte zu einer weitgehenden Verständigung zwischen beiden und zumiczen für beide aufrichtig zu versuchen schien. Durch die katholischen Universitätenieng eine frische «Strömung; man errichtete Normalschulen und suchte sonst insmcherlci Art Heranbildung tüchtiger Lehrer einzuleiten; man dachte mit Eifer auf Ver-zierung des Unterrichts in den Mittelschulen, die durch Einführung der MutterspracheMd durch ausgedehntere Pflege der Mathematik und der Realien eine andere Gestalthielten; selbst die Priesterseminare blieben nicht unberührt von dem neuen Leben,»bei ist anzuerkennen, daß die geistlichen Fürsten selbst den Reformen persönlicheheilnahme zuwandtcn, und neben ihnen oder an ihrer Statt einsichtsvolle und wohl-siuute Staatsmänner und Kirchenbeamte. Vgl. im allgemeinen von Helfert, dierituduug der österreich. Volksschule durch Maria Theresia 588 f. und Heppe, Ge-schiebes deutschen Volksschulwesens I, 76—103 u. a. In keinem geistlichen Gebieteer dürfte das Schulwesen so besonnene und so nachhaltige Pflege gefunden habenj als im Hochstifte Münster durch den vortrefflichen Franz von Fürst enberg. Und' w der engsten Verbindung mit diesem erscheint nun eben Bernhard Overberg.Derselbe war 1 . Mai 1754 in der zur Pfarrgemeinde Wolflage gehörigen Bauer-1 Höckel im Osnabrückischen von wenig bemittelten, aber in Frömmigkeit genüg-Men Eltern geboren. Seine erste körperliche und geistige Entwicklung war langsam;
dann regte sich um so entschiedener ein höheres Streben, und unter Leitung desWeichen in Wolflage wandte er dem Lateinischen solchen Fleiß zu, daß er, 16 Jahreati, m das Gymnasium der Franziscaner zu Rheine eintreten konnte. Nachdem er>ch hier zuerst geringe Hoffnungen erweckt hatte, überflügelte er bald die meistensm Mitschüler. 1774 begann er zu Münster seine philosophischen und theologischen"wie», und lenkte durch seine Fortschritte, während ihn zugleich eine liebenswürdige