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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Ockonomische Arbeiten.

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tbciluehmen, so tritt doch mit der Entwicklung der männlichen und weiblichen Indivi-dualität eine Sonderung ein, indem die Knaben mehr die Berufsarbeit des Hausvatersunfasscn, während die Mädchen den Geschäften sich zuwenden, welche der Hausmutter

^^Die häuslichen Sitten, Bedürfnisse und Arbeiten haben nicht mehr die alte Ein-fachheit und vielhundertjährige Stabilität in den verschiedenen Ständen. Wie dieStandesunterschiede angefangen haben sich zu verschmelzen, so uivellirt sich auch dieLebensweise. Ueberall in den mittleren und unteren Ständen zeigt sich die Neigung,über die unentbehrlichsten Bedürfnisse hinaus zu gehen. Diesem Zug der Zeit gegen-über vervielfältigen und verfeinern sich die häuslichen Geschäfte, und die Aufgabe,das mchwachsende Geschlecht dazu heranzubilden, ist eine weniger fest umgrenzte, eineumfassendere. .

Wie mannigfaltig aber die Lutten und Beschäftigungen sich gestalten mögen, dieKinder sind zunächst an die Lebensweise ihrer Eltern gewiesen, vorzugsweise an dieMutter. Hier haben wir die naturgemäße Ordnung, daß die Anleitung der Kinderzu häuslichen Arbeiten und ihre Erziehung zur Arbeitsamkeit in und von der Familiegeschieht, während die intellectuelle Bildung derselben ihren: größeren Theile nach denöffentlichen Schulen und Anstalten zukommt. Es ist daher die Obliegenheit der Haus-mutter, zu allen in ihren Beruf fallenden Arbeiten ihre Kinder heranzuziehcn, dasVerständnis derselben in ihnen zu wecken, durch einleitende Hebung ihnen zum Geschickfür weitere und schwerere Geschäfte zu verhelfen und sie an Arbeitsamkeit zu gewöhnen.Die Kinder mäßen es lernen, wie sie theilhaben au allen Gütern und Freuden desHauses, so auch zum Fortgange des Hauswesens mit kleineren und größeren Dienst-leistungen beizutragen, und dies als theure Pflicht gegen ihre Eltern anzusehen. Indiesem Zusammenhalten und Zusammenwirken werden den Familien Segnungen undGenüsse bereitet, die auch für die geistige und sittliche Entwicklung der Kinder vonsunbcrcchenbarem Werthe sind.

! Wie sieht es nun aber in der Wirklichkeit mit der Erziehung der Jugend zuf häuslichen Arbeiten aus? Dieselbe fehlt fast ganz in den dissoluten Haushaltungen-der verarmten Leute, in welchen der Müßiggang für eines der höchsten Güter desMens gilt und man selbst in Nothzeiten statt zur Arbeit und Entbehrung seine Zu-flucht zum Bettel und Diebstahl nimmt. Wo so jede geordnete Thätigkeit im Haus-wesen, ja aller Sinn dafür fehlt, wo vom Herzen des Familienlebens aus der Hangzur Sünde genährt und die Kinder frühe zu ihren Werkzeugen gemacht werden, dakann keine Rede sein von Anleitung derselben zu häuslicher Beschäftigung. Hier helfenauch die örtlichen Industrieschulen nicht. Denn sie werden von Kindern aus solchenHaushaltungen nicht oder doch nicht regelmäßig besucht und wirken auch im letztemFalle wenig, da ihrem Unterricht die Eltern statt Unterstützung Widerstand leisten.Erfahrung ist es, daß Kinder aus solchen Familien es gewöhnlich zu keiner Pünct-lichkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit in den Arbeiten bringen. Sie sind das Kreuzder Lehrerinnen und werden öfter auch nicht mit Liebe und Geduld behandelt. DieFolge ist, daß sie später zu Dienstboten und Hausfrauen nicht taugen, ihren Lauf inSünden fortsetzen, für die kommende Generation die gleichen Früchte bringen und imElend endigen.

An diese bejammernswerthen Leute reiht sich eine andere Elaste an, die weitehrenwerther ist, aber den Zweck der Erziehung zu den häuslichen Arbeiten kaum besserWicht, die Fabrikarbeiter, die Kleinbauern und Kleingewerbendcn. Hier muß dieHarismutter mit ihrer Kraft urrd Zeit sich dem Manne anschließen, und oft genug fürchn einircten, oder auch, während der Familienvater in der Wcrkstätte arbeitet, dieFeldgeschäste, das Vieh u. dgl. besorgen. So wird sie ihrem natürlichen Wirkuugs-tmfe inmitten der Familie und der Erziehung der Kinder mehr oder weniger entzogen.<o>c und mit ihr die Kinder, sobald ihre Kräfte zureicheu, werden zur Arbeit für denaugenblicklichen Verdienst verwendet. Das Familienleben wird hier iir die Werkstätte,ocii Fabriksaal verlegt urrd Mutter und Kinder werden Räder am Gewerbsgetriebe.stswnd zwar gearbeitet, oft mit Ueberbietung der Kräfte, aber zum geringsten TheilevUerlei Dirrgen, die den Kindern zur Vorbereitung auf ihren späteren häus-lchm Beruf dienen müßten. Was die Aufgabe der Hausmutter wäre, geschieht nicht