Naturjimi.
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srände vergleichend zu beobachten (ein warnendes Beispiel ist die Anschauung desmilschlichen Körpers in Pestalozzi's Buch der Mutter), oder ein Object bis in seineimisten Bestandtheile zerstücken und zerpflücken. Hiemit verleidet man entweder denFindern alle Lust, oder man erzieht „curiöse Liebhaber" und Kleinigkeitskrämer. ErstMuß die Jugend daran gewöhnt werden, die Naturdinge nach Art des Künstlers insilncr Ganzheit auszufassen, ehe inan einzelne mühsam zu entdeckende Kennzeichen anf-luchen laßt. Auch die Schule hat, wenn das Kind zum naturwissenschaftlichen Unter-richte reif ist, dafür zu sorgen, daß jedem zerpflückenden Analysiren ein Versuch zumgewinn eines künstlerischen Gcsammtbildes folge.
Bei allen Ucbungen des Naturfilmes hat der Erzieher zugleich für die sprachlicheEntwicklung des Kindes zu sorgen. Ohne Beihülfe des Wortes ist ja der Menschnicht im Stande, die Sinnescindrücke zu brauchbarem Geisteseigenthum zu machen.Für jede bedeutsame Eigenschaft der Körper, für jedes wichtige Naturereignis solltedas Kind ein bezeichnendes Wort erwerben. Das heißt selbstverständlich nicht: dasFind müße von jedem Käfer den systematischen Namen erfahren, jede Eigenschaft mitdcm Ausdrucke der strengen Terminologie bezeichnen. Es reicht für die Familie voll-kommen aus, wenn das Kind die Naturwesen, welche es näher intercssiren, mit dcmLang und gäben populäreil Namen benennen lernt, ja es schadet sogar nicht, wenn dieNamilie einem Naturdinge, das die Kinder besonders anzieht, einen eigenen HausnamenNder Spitznamen beilegt. Solche Ausdrücke, wie sie dem Kindermunde häufig ent-schlüpfen und durch scherzhafte Uebereinkunft im Familienkreise als Scheidemünzen ge-ZMimen werden, tragen wesentlich bei, die sinnlichen Eindrücke zu befestigen und derin der Wissenschaft gebräuchliche Ausdruck wächst, wenn ihn die Schule mittheilt, nichtMr nicht schwerer, sondern sogar leichter ins Gedächtnis ein, wenn er auf solche wildeCtämmchen gepfropft wird.
Das wesentlichste Organ für den Natursinn ist das Auge, für dessen AusbildungHalb von frühester Jugend an gesorgt werden muß. Das beste Bildungsmittel desAuges ist aber das Zeichnen. Dazu braucht mau die strebsame Jugend gar nicht erstnzuregen, vielmehr hat man die kleinen Titanen eher vor Versuchen in überschweren.Gebieten zu warnen (vgl. d. Art. Zeichnen). Ebenso nützlich wie erfreulich ist es für.iie Kinder, das Zeichnen früh mit dem Modelliren zu verbinden. Man lasse Aepfel,Her, Zuckerhüte und andere Dinge, deren Gestalt der Form der einfachsten stereo-actrischen Körper ähnelt, in feuchtem Thon nachbildeu, was für die Naturanschauungschon deshalb Vortheil bringt, weil dadurch klare Vorstellungen von den Grundgestalten" ewonnen werden, auf die sich die Formen vieler organischen Wesen zurückführen lassen,»dessen können auch Eltern, die des Zeichnens unkundig sind, für die Bildung desormensinns der Kinder Ersprießliches leisten, wenn sie die tausenderlei Gelegenheitenmutzen, welche das tägliche Leben zur Uebung des Auges bietet. Bald kann manRollsteine, wie sie am Flußufer umherliegen, nach ihrer Gestalt in einzelne Häufchenegm, bald die Blätter verschiedener Pflanzen nach ihren Umrissen gruppircn, bald beiiner Ausstellung von Früchten die ähnlichsten in hübsche Gruppey ordnen lassen. DieHalten des Fenstereises und der Schneekrystalle, die Schneckenhäuser, die Bauwerkeder Thiere, die Thierfährten im Schnee, die Umrisse der Baumkronen, die Gestalten. Ur Wolken — alle diese Objecte bieten eine fast unerschöpfliche Reihe für das Studiumder Formen. Gleichzeitig ist auch für die Bildung des Farbensinnes zu sorgen. Jüngereander läßt man bunte Steine und Mctallstücke, Blumenkronen, herbstlichbunte Baum-lätter nach ihrer Färbung ordnen und regt dazu an, die Abstufungen zu erforschenmd zu benennen. Auch hier braucht man nicht ängstlich zu sein, daß die gewähltenramm oft nicht mit den technischen Ausdrücken stimmen. Die kleinen Maler solltenDenn Jlluminiren allmählich mit der Art bekannt gemacht werden, wie durch MischungHM gefällige Farben entstehen. Zur Uebung der reiferen Jugend bieten die Spazier-ange tausendfache Gelegenheit in den Färbungen des Himmels, der Gewässer, der^°br und Felder bei verschiedener Beleuchtung, in den Abstufungen des Grünen°Es Braunen, im Abtönen der Tinten in duftiger Ferne, im Zusammenspielen derHtter ^ ^EEls und der Erde zu verschiedenen Tageszeiten und bei verschiedenem
Die übrigen Sinne verdienen, obgleich sie für den Natursinn von geringerem