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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Natursinn.

manches bedenkliche. Denn durch die Fülle fremdartiger Erscheinungen, unter dein, Iviele furchterregend sind, wird das Kind leicht cingefchüchtert und meist abgcspW, Iund verwirrt; durch das Anschauen der in unnatürliche Verhältnisse gebannten Wi» Iwerden überdies leicht verschrobene Vorstellungen erweckt, und endlich wird durch die Istarke,i Reize jener Schauanstalten das Interesse für die unscheinbaren Vorkommnisseder Heimat nicht selten abgestumpft. Die Eltern mögen daher vorzubcugc» snck'indaß der Besuch solcher Anstalten nicht blasircnd wirke. In jeder Art zu empjelkist dagegen das Hinausführen der Kinder in die freie Natur, in Feld und Wald ichin Bauerngchöfte. Ties erfordert, wenn es zur Uebung des Natursinnes beitra»soll, nicht sowohl mannigfache Kenntnisse, als die Haupttugenden jedes Erziehtliebevolle Geduld und kindlichen Sinn. Man muß den kleinen Schaulustigen Z«,gönnen, man darf ihrer staunenden Ausrufe und seltsamen Fragen nicht müde werdm,sie dürfen nicht eher auf noch Unbemerktes hingewicseu werden,^ bis sie ihre cig«Beobachtungsgabe erschöpft haben. Zur Entschädigung für die Sorgen und' NW,,,die der Pädagog auf soliden Gängen auf sich zu nehmen hat, bietet sich ihm ein reicknLohn in dem holden Zauber, welchen die kindliche Freude an der Natur auf den Er-wachsenen ausübt. Reiferen Kindern, namentlich Knaben, muß man auch die sichFreude gönnen, auf eigene Faust Entdeckungsreisen in Feld und Wald zu untmiehi«,Zur Controle über die Verwendung solcher Stunden hat der Heimgekehrte über s»Anschauungen Bericht zu erstatten. Am besten wird das zerstreute Wesen, zu welch»daS Umherschwcifen verführt, dadurch verhütet, daß der Knabe für seinen Ausflug»bestimmtes Gebiet der Natur zur besoudcrn Aufgabe angewiesen erhält, daß ikz. B. ausgctragcn wird, über den Zustand gcwißer Felder oder Waldbäume Auskmji'zu geben.

Im Vergleich mit solchen Gelegenheiten sind Bilder und Bücher nur ein ar»seliger Nothbehelf, ja in vielen Fällen wirken sie eher schädlich als nützlich. Wie elliegen den Kindern in Bildern und Spielzeugen grellbemalte Misgestalten vor, vieviele Lesebücher schädigen durch abenteuerliche Prunkgcmälde aus fremden Landen eiadurch mauierirten Aufputz der heimischen Natur den schlichten Natursinn! Aber M,bei strengster Wahl ersetzt die Kunde aus zweiter Hand nicht die selbstgewonncne Ar-!schauung. Das rechte Bildungsbuch für den Natursinn ist und bleibt die wirklich! ^Natur. Welches besondere Gebiet der Natur vorzugsweise zur Uebuugsschule zu wähl» isei, das hängt theils von der Beschaffenheit der Heimat, theils von der näheren Bi-kanntschaft der Eltern mit einem Beete jenes unendlich reichen Feldes ab. Auch is-landschartliche Gepräge der Heimat ist mitbestimmend für die Art, wie der Natnrsimzuerst erregt wird; und die besondere Art, wie die Natur ihre ersten Eindrücke «sden Sinn macht, ist nicht ohne Bedeutsamkeit für das ganze Leben. Die Erziel»;muß solche gegebene Verhältnisse dankbar hinnehmcn und verständig benutzen, dakiaber sorgsam wachen, daß das Kind nicht zu frühe Specialist werde, vielmehr ck!Gebiete der Natur als der Theiluahme gleich würdig erkennen lerne. Die rechte Kiichdes Erziehers hat sich hier darin zu bewähren, bei Berücksichtigung der individuellenAnlagen und Bildungsstufen den Lehrapparat, wie ihn die Heimat bietet, geschickt;«verwenden und besonders die günstigen Gelegenheiten, wie sie ein nicht ganz in lnvier Pfähle gebanntes Familienleben in jeder Gegend bietet, auszunutzen.

Nur muß man früh darauf bedacht fein, daß das Kind vom gelegentlichen, milklosen Gewaren der Objecte zum aufmerksamen, forschenden Beobachten übergesiAwerde, und daß es die empfangenen Eindrücke klar und fest bewahre. Die Freud,welche im Auffindcn verborgener Eigenschaften und im glücklichen Hervorrufen frühem'Eindrücke liegt, regt geweckte Kinder gewöhnlich zu solchem Fortschritte an. D«mächtigsten Antrieb zum bewußten eingehenden Beobachten der Natur gicbt aber da-Vorbild der Erzieher. Allein so sehr man darauf zu sehen hat, daß die flüchtige Aiufassung zur gründlichen Beobachtung erhöht werde, so sehr hat man sich vor ped»tischcm Drillen und vor ängstlicher Aufspürung von Spitzfindigkeiten zu hüten. Gochwiderräth, der Jugend die künstlichen Verstärkuugsmittcl des Sehens zum Gebrauchzu geben. Darin liegt eine wohl zu beherzigende Lehre. Noch häufiger als in die!«Puncte wird von Erziehern, welche den Natursinn durch Anschauungsunterricht zu bildenstreben, dadurch gefehlt, daß sie der Jugend zumuthen, lange Reihen ähnlicher GM-