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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Mittelalterliches Schulwesen.

waren von Schulbildung ausgeschlossen. Doch sollten auch die Knaben des niedereVolks an Sonn- und Festtagen im katholischen Glauben unterwiesen werden.

Für den höheren Unterricht eröffnete Johannes von Salisbury mit seinem Uetz-loxieus einen heftigen Krieg gegen das Verwalten der Dialektik und für die classis-MTraditionen; seine Vorbilder hatten den höchsten Fleiß auf Lesung und Analyse derKlassiker nach fester Methode gewandt, sie auswendig lernen, in Prosa wie in Verse«nachbilden lassen, dabei die Fassungskraft der Schüler berücksichtigt und um ihre »ralische und religiöse Bildung sich bemüht. Und diese Richtung vertritt auch Johannesvon Salisbury. Aber zu einer durchgreifenden Reaction kam es nicht, vielmehr ^behauptete die Scholastik ihr Uebergcwicht und die Humanitätsstudien waren am Ende ^!des dreizehnten Jahrhunderts im Verfall. Auch Vinccnz von Beauvais, der gelehrte jZeitgenosse des heiligen Ludwig ('s c. 1264), hat verkehrte Begriffe über die Behänd:lung der Schriften der Klassiker, obwohl das, was er über Erziehung geschrieben hat,klar und verständig ist, am wichtigsten vielleicht das über die Bildung der weiblichen Jugend

lieber das Lehrverfahren jener Zeit im einzelnen noch Folgendes. Man'lieftgern, nach den ersten Lescübungcn, den Psalter von den Kindern durcharbciten unftauswendig lernen, damit sie fromme Gedanken daraus schöpfen und an der Psalmodie jThcil nehmen könnten; dann kamen die auch sonst viel benutzten moralischen DisticheftCato's an die Reihe, denen wieder Aesops Fabeln sich anschloßen. Für den gmn-matischcn Unterricht diente noch fortwährend Donat und Priscian; von den lateinische»Dichtern las man mit Vorliebe Virgil, Ovid, Lucan und Statius, außerdem die -christlichen Dichter Prosper, Prudentius, Juvcncus; von den Prosaikern standen mVordergründe Cicero und Quintilian, auch wohl Sallust, seltener Livius. Peter re«Blois hatte öfter auch Curtius, Sucton und Tacitus gelesen. Das Griechische wrnoch immer sehr vernachlässigt; auch die größten Scholastiker verstanden den Aristotelesund Plato nicht im Original zu lesen.

Das von Frankreich aus durch die Normannen unterjochte England erlitt i«-folge dieser Unterjochung die schwersten Verluste. Die weitgehende Wegnahme deSKirchcnguts und die Einsetzung normannischer Bischöfe zerrüttete die angelsächsische Na- ^tionalkirche und that der von der Kirche abhängigen Bildung des Volkes, namentlich!der höheren Klassen, den größten Schaden. Ueberdies-bestand für längere Zeit ei« !unausglcichbarcr Gegensatz zwischen den Eroberern, die den neuen Adel des Landes lbildeten und französische Sprache und Bildung beibehicltcn, und den Unterworfene«,die zwar mehr und mehr die reine Sprache ihrer Vorfahren ausartcn ließen und ihreso reich entwickelte nationale Literatur mit der Fülle volksthümlicher Ucberlieferungeivergaßen, aber darum doch nicht das ihren Drängern Gefallende ausnahmen. A»Sinn für höhere Bildung fehlte es indes den Normannen nicht; sie pflegten die ,Kenntnis römischer Klassiker und die Nachahmung derselben iu Prosa und Versen; i« ;der Klosterschule zu Dunstaple führte der Scholasticus Geoffroy geistliche Spiele ans !die ersten, denen wir im nördlichen Europa begegnen. Neben den Schulen, welcheman iu der Normandie besaß, hatte man in England selbst Schulen zu CanterbM,Aork, Oxford, Cambridge u. s. w. Aber die angelsächsische Sprache verschwand nickund mehr aus den Kreisen der Vornehmen und wurde in: Volke durch Einmischungfremder Elemente entstellt. Aber seit den Tagen Johanns ohne Land hob sich d«SVolk wieder kräftiger empor, und das Englische begann sich zu entwickeln. ^

Der größte und selbständigste Denker seines Jahrhunderts war Roger Baco«, !auch für die Pädagogik von hoher Bedeutung. Er strebte in jeder Wissenschaft ft»der Tradition und Auctorität zu klarer Anschauung und voller Sachkenntnis;er wünschte die mit ihren verdorbenen Texten und unrichtigen Ucbersetzungen ine-leitcnden Bücher des Aristoteles allesammt verbrennen zu können und strebte in Sachs«der Kirchcnlehre auf die Basis der heiligen Schrift zurück, die er auch den Laim i»den Grundsprachen zugänglich zu machen wünschte; die elastische Literatur war ihmwohl bekannt; in der Mathematik erkannte er die erste Wissenschaft, bei den Natur-wissenschaften aber drang er ganz besonders auf Beobachtung und Erfahrung, die ih»selbst zu so überraschenden Resultaten geleitet haben und in ihm den Vorläufer dngroßen Entdecker, welche das moderne England gehabt hat, erkennen lassen. Er mistedie Kühnheit seines Strebens in langjähriger Haft büßen; er starb 1294 isi Oxford-