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Maria Theresia.
fasser des „allgemein verbesserten Plans in Studiensachen," welcher den sofort folgen-den Reformen im Gebiet des Schulwesens zu Grunde gelegt wurde; sodann Rath ander böhmischen und österreich. Hofcanzlei, endlich w. Staatsrath. — Joseph 0. Son-nenfels, Lehrer der polit. Wissenschaften in Wien, dann Niederösterreich. Regierungs-rath, zuletzt Hofrath bei der böhmisch-österreich. Canzlei.
Dies ungefähr war der Kreis höherer Staatsmänner, in dessen Mittelpunctestehend M. Th. ihre großartige Thätigkeit für die Entwicklung des Schulwesens ent-faltete. Der hauptsächlichste Boden für die Thätigkeit der Kaiserin war das Bolks-sch ulwesen ihrer Staaten. Hier war überall noch ungebrochenes Land. DieJesuiten ließen — abgesehen von der Sorge für die mechanische Einführung der niedernBolksclassen in die äußern gottesdienstlichen Formen — die geistigen Bedürfnisse derMasse ganz außer Acht. Auch der weitherzigere und allseitigere Orden der Pianisten(Stifter: Joseph v. Calasanze zu Rom; der Orden constituirt 1620; Motto: Lassetdie Kindlein zu mir kommen; Ausgabe: „die armen kleinen Knaben von den erstenAnfangsgründen in der Art recht zu lesen, zu schreiben und zu rechnen, wie auchvorzüglich in den ersten Grundsätzen des Glaubens und der Frömmigkeit zu unter-richten") hatte weniges geleistet, theils weil der Staat sich dieser Bestrebungen wenigannahm, theils weil auch hier äußerlich kirchliche Tendenzen vorherrschten. Und alsnun vollends der österreichische Erbfolge- und der siebenjährige Krieg ihre verwüstendenWirkungen äußerten, wurden auch die dürftigen Anfänge des Volksschulwesens namentlichaus dem Lande großentheils vernichtet. Schreiend waren die Bedürfnisse, bis MariaTheresia großartig schaffend und ordnend in diese Verhältnisse eingriff. Der ersteAnstoß dazu kam von außen. Leopold Ernst Firmian, Fürstbischof von Passau, dessengeistliche Gewalt sich auch über einen Theil des österr. Erzherzogthums erstreckte, wares, der 1769 der Kaiserin ein xro msmoriu über „die Nutzbarkeit der Schulen fürden Staat und die heilige Religion" übergab und sie bat, „allermildest zu verfügen,daß die allgemeinen Schulen mittelst allerhöchst landesfürstlicher Anordnungen in guteOrdnung gebracht und nachdrucksam befördert werden möchten." Die geregten Ge-danken zündeten bei einzelnen Mitgliedern des nnt freisinnigen Männern besetzten Staats-raths in inländischen Dingen, namentlich bei Staatsrath v. Gebler. Diesen: hatteungefähr zu gleicher Zeit (Mai 1770) Joseph Meßmer, Schulhalter bei St. Stephanund als solcher Rector der bürgerlichen Schulen in Wien (auch Privatinformator derkaiserlichen Jugend, namentlich im Schönschreiben) unmaßgebliche Gedanken zur Ver-besserung der Wiener deutschen Stadt- und Vorstadtschulen übergeben, worin — untersichtlichem Einfluß der jetzt allgemein bekannt gewordenen Sagan'schen Lehrart (s. d.Art. Felbiger) auf Verbesserung der Lehrart und eine größere Ordnung der Schul-verhältnisse gedrungen und hiefür einmal die Errichtung einer „Normalschule" undsodann die Einsetzung einer eigenen „Commission in Schulsachen" in Anspruch ge-nommen wurde. Diese Vorschläge wurden vom Staatsrath und der Kaiserin ergriffenund sofort jene Commission niedergesetzt, zu deren Mitglied unter andern Meßmerernannt ward, neben welchem der Regierungsrath Hägelin eine hervorragendeStelle einnahm. Die Commission zog Erkundigungen über den Stand des Schul-wesens ein und fand es viel trauriger, als man gedacht hatte. Als man überMaßregeln zur Verbesserung desselben nachdachte, erschien eine Verbesserung derUnterrichtsmethode und der Lehrerbildung als das vor allem Dringendste. Diesersollte die in Wien zu errichtende „Normalschule," welcher die doppelte Aufgabe einerMusterlehranstalt und — in der obern Classeeiner Lehrerbildungsanstalt zufiel,dienen. Sie ward 2. Jan. 1771 im Kurhause bei St. Stephan unter der Leitungdes zum Director berufenen Meßmer mit 4 Lehrern und 4 Classen, nach dem Mustervon Sagan eröffnet. Hand in Hand damit gieng sofort das Bestreben, dem ver-besserten Schulwesen einen immer allgemeineren Eingang in Stadt und Land zuverschaffen. — Bald sollte es sich aber Herausstellen, daß in der Fülle der Bestrebungendie rechte Klarheit, Ordnung und Sicherheit noch fehlte. In das Weitgreifende derdamals auftauchenden Fragen lassen uns die Verhandlungen in der Schulangelegenheit,wie sie namentlich durch die Anträge des Staatsraths Grafen v. Pergen veranlaßtwurden, einen tiefen Blick werfen. Dieser hatte schon 26. Aug. 1770 der Kaiserin.einen Plan zur durchgreifenden Regelung des Schulwesens eingereicht. Er gieng dabei