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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
Entstehung
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IX.

bgleich wir in den vorhergehenden Abschnitten schon mehr-fach angedeutet haben, dafs heftige Gefühlsregungen unterI Umständen für das Nervensystem von schädlichem Einflüssesein können, so müssen wir doch auf diesen Punkt noch besonders zusprechen kommen, wobei wir zunächst wiederholen, dafs die psychischeGrundlage des Gefühlslebens im Vorstellungskreise zu suchen ist, unddafs daher die sorgfältige Pflege des letzteren der zweckmäfsigen Ge-staltung des ersteren mittelbar zu gute kommen mufs.

Zum Besondern übergehend erwähnen wir hauptsächlich dasEhrgefühl. Die Ehre ist ein hohes sittliches Gut, und eine Erzie-hung, welche das Gefühl ihres Wertes nicht erzeugen oder es verküm-mern lassen wollte, trüge einen schweren Fehler an sich; aber es isthier grofse Vorsicht geboten, damit das an sich edele Gefühl nicht inEhrgeiz oder — ein bei Mädchen noch häufigerer Fall— in Eitel-keit übergeht. Ehrgeiz und Eitelkeit sind sittliche Mängel, und schonaus diesem Grunde ist ihrer Entstehung entgegen zu wirken. Bei demgewöhnlichen Umfange ihrer Ansprüche kann es ferner nicht fehlen, dafsniederdrückende Affekte eintreten, welche von ärztlicher Seite als Ur-sachen der Neuerzeugung oder wenigstens der Entfaltung von Nerven-leiden angesehen werden 1 ).

Bei erblich belasteten Mädchen kann es schon von übeler Wirkungsein, wenn sie trotz bescheidener Vermögensverhältnisse eine Schule

') Arndt in Eulenburgs Realencyklopädie XIV, 296.

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