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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
Entstehung
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VIII.

wenn nun auch durch den Lehrplan sowohl, wie durchdie Art und Weise der unterrichtlichen Verarbeitung der Lehr-stoffe, die Lernarbeit des Schülers erleichtert wird, so darfman doch nicht meinen, nun des Guten genug gethan zu haben.

Zunächst ist zu bedenken, dafs auch der leichte und anregendeUnterricht Nervenkraft verbraucht, welche nur durch geistige Ruhe neben■der schon berührten guten Ernährung wieder ersetzt werden kann.Auch hier mufs nach der Ausgabe regelmäfsig eine entsprechende Ein-nahme stattfinden, falls das Kapital nicht erschöpft werden soll.

Sodann hat die gesteigerte Aufmerksamkeit, auf welche wir dochrechnen müssen, auch noch in anderer Hinsicht eine auf die Dauer dasGehirn schädigende Wirkung, indem sie, wie Lori ns er und Virchowzuerst betont haben, Gelegenheit zu verminderter Atmung giebt. Wennwir einem Gegenstände aufmerksam lauschen, so unterbrechen wir gerndie Respiration, und wenn in längerer geistiger Arbeit die Aufmerksam-keit auf einen Gegenstand energisch hin gerichtet wird, so respirierenwir flacher als sonst. Die hier nicht zu erklärende Folge 1 ) davon ist,dafs eine verminderte Entleerung der Venen des Kopfes eintritt, und•da bei geistiger Arbeit zugleich ein gröfserer Blutzuflufs nach dem Ge-hirn stattfindet, so entsteht eine schädliche Blutüberfüllung. Durchschlechte, oft infolge mangelhafter Subsellien veranlafste Körperhaltung,besonders durch das nicht immer zu vermeidende Niederbeugen des

i) Baginsky, Schulhygiene, S. 444 ff.