II.
a auch in dieser Beziehung mit dem erwachsenen Geschlechtenicht viel zu machen ist, so will P e 1 m a n die Besserung beider Jugend beginnen. Er sagt: »Der Erziehung fällt die
doppelte Verpflichtung zu, das wieder gut zu machen, was die Geburtverschuldet hat.«
Allein grofses Vertrauen setzt er in die Wirksamkeit seines Weck-rufes nicht. Er weifs recht wohl, dafs schon sehr viel von Ärzten überdie Notwendigkeit einer Verbesserung der Erziehung im allgemeinenund der Schulerziehung im besondern geschrieben worden ist, ohne dafses von Erfolg begleitet gewesen wäre. Wenn er aber den Grund da-für allein in der nervösen Hast unseres Zeitalters erblickt, so erschöpfter die Sache nicht.
So weit die Schule in Betracht kommt, steht einer Verständigung,welche doch die erste Voraussetzung der Besserung ist, auch die Ein-seitigkeit vieler Ärzte und Lehrer im Wege. Die Vernachlässigung derPädagogik an den Universitäten und die einseitige Hervorkehrung desFachstudiums hat es mit sich gebracht, dafs die Lehrer häufig den Blickfast ausschliefslich auf das von ihnen vertretene Fach richten und bestrebtsind, oasselbe in möglichst grofsem Umfange an den Zögling heranzu-bringen. Ob sich letzterer dabei körperlich und geistig wohlbefinde,darnach wird nur zu oft wenig gefragt.
Die Ärzte hingegen denken allzuhäufig nur an die möglichst voll-kommene »hygienische Erziehung« und haben keinen Blick für die Bil-dungsanforderungen unserer Zeit. Aus den Reformschriften, welche von