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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
Entstehung
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VI.

eben dem Vielen tadelt Pelm an auch das Vielerlei desUnterrichtes in unsern Mädchenschulen, ohne jedoch angeben«&M zu können, was denn eigentlich über Bord geworfen werdensoll, abgesehen natürlich von den Fremdsprachen. Die Verlegenheiten)in dieser kleinen Welt der Schule ist fast so stark wie in der grofsen,wo man sich vor der Nervosität kaum oder gar nicht zu schützenvermag.

Etwa seit der ersten französischen Revolution ist das gesamteöffentliche Leben ein viel mannigfaltigeres, reichhaltigeres und beweg-teres geworden, als es vordem war. Das Gebiet des geistigen, fach-wissenschaftlichen, gewerblichen, politischen und socialen Lebens hateinen fast unübersehbaren Umfang angenommen, indem es gleichsamnachholt, was frühere Jahrhunderte in ihrer beschaulichen Ruhe ver-säumt haben. Durch das, man kann sagen, plötzliche Auftreten dieserZustände wurden an das menschliche Gehirn hohe und mannigfaltigeAnforderungen gestellt, denen es nicht gewachsen war, weil seine Ent-wickelung nicht gleichen Schritt gehalten hatte mit dem Emporgangder äufsern Lebensverhältnisse. Es steht zwar zu erwarten, dafs ausdem gegenwärtig so heftig entbrannten Kampfe ums Dasein mit der Zeit«in widerstandsfähigeres Geschlecht hervorgehen wird"); wie tröstlich

') Krafft-Ebing, Über Nervosität, S. 8.