Erholung.
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Grenzen bleibt, so läfst sich nicht viel dagegen einwenden. Leideraber sehen wir diese Bedingungen in der Gegenwart fast nirgendserfüllt.
Wir weisen nicht nur darauf hin, dafs viele Mädchen ungehindertenZutritt zur Bücherei des Hauses haben und somit leicht in Gefahrkommen, über Lesestoff zu geraten, welcher dem allzufrühen Erwachendes Geschlechtslebens förderlich ist, sondern wir denken ganz besondersauch an den neuerdings so mächtig angeschwollenen Strom der Back-fisch-Litteratur einer Clementine Helm, einer Clara Cron , undwie die lange Reihe der Jugendschriftstellerinnen ähnlichen Schlagesweiter heifsen mag. Bücher dieser Art gehen geradezu darauf aus,dem schon von Natur etwas mehr, als notwendig, auf das Nichtige undEitele gerichteten Sinne der jungen Mädchen zu schmeicheln und siein eine Welt des Scheines zu versetzen, aus der sie unter bittern Ent-täuschungen früher oder später notwendig herausgerissen werden. ImNovemberhefte 1889 des »Pädagogiums« hat L. Goehring diese Lit-teratur einer stellenweise recht derben, aber nicht unverdienten Kritikunterworfen, aus welcher wir die bezeichnendsten Stellen mitteilen wollen :
»Das Grundübel der Backfischlitteratur besteht in einer einseitigenAnschauung von Art und Grenzen des Stoffgebietes. Die Ver-fasserinnen glauben, wer für junge Mädchen schreibe, müsse notwen-digerweise über junge Mädchen schreiben, und das interessantesteObjekt für einen Backfisch sei eben der Backfisch selber. Aber wasläfst sich über einen Backfisch viel schreiben? Was ist er, was weifser, was hat er erlebt, welche Stellung nimmt er in der Gesellschaftein ? Wenn er aus dem Flügelkleide in die lange Robe schlüpft, müssenseine ungelenken Manieren geschmeidigt werden: das hat ClementineHelm in unübertrefflicher Weise in ihren Romanen zum Vorwurfe be-nutzt« ....
Ein Schritt weiter, und wir sitzen wieder mitten in der Un-natur. Die jungen Damen gründen Kränzchen, sie empfangen undgeben Gesellschaften, und zuletzt steigt der Bräutigam herauf, wie beiden Schiefsbuden der Jahrmärkte beim leisesten Antippen der Scheibeder Hanswurst. Die weibliche Natur ist an sich nicht zur Zeichnungweiblicher Linien geschaffen; sie schafft Handlungen mit ziemlich flacherEntwickelungskurve, schürzt und löst den Knoten durch keine allzuneuen Mittel und respektiert im ganzen eine hübsch oberflächliche