Nervosität und Lehrverfahren.
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liastigen und darum flüchtigen Auffrischen, welches wohl jedem Lesernach der damit verbundenen Anstrengung sowohl, als auch nach seinemgeringen Erfolge bekannt ist. Es gliedert sich zwangslos ein in denruhigen und sichern Fortschritt des Unterrichts, und statt, wie vielfachbisher, als eine Last zu erscheinen, vollzieht es sich in interessanter,den ganzen Unterricht belebender Weise. Werden so alle Momentedes Unterrichts, welche zur Wiederholung auffordern, ausgiebig benutzt,■so wird die herkömmliche willkürliche Wiederholung, wenn auch nichtganz beseitigt, so doch auf ein sehr geringes Mafs eingeschränkt unddie dadurch gewonnene Zeit zu gründlicher Unterweisung benutzt wer-den können.
Selbstverständlich bleibt dieses stufenmäfsige Vorwärtsschreiten imUnterrichtsstoffe nicht auf die heilige Geschichte beschränkt; es voll-zieht sich gleichfalls auf dem Gebiete der Profangeschichte , min-destens der deutschen. Da die älteren Verhältnisse im allgemeinen auchdie einfachem sind, so findet der alte Grundsatz: »Vom Leichteren
zum Schwereren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten« auf dieseWeise eine durchaus angemessene Berücksichtigung; der Schüler steigtvon den verhältnismäfsig einfachen Verhältnissen der Vergangenheitallmählich aufwärts zur verwickelten Gegenwart.
Sollte es der pädagogischen Arbeit der Zukunft gelingen, auch fürden Unterricht in den nichthistorischen Fächern einen der geschicht-lichen Entwickelung entsprechenden Gang zu finden, welcher zugleichdie notwendige unterrichtliche Verbindung der einzelnen Disziplinen zu-läfst, so wäre für die Erhaltung der Nervenkraft Grofses erreicht. DerUnterricht bestünde alsdann in einer, wenn auch abgekürzten, Nach-ahmung des Entwickelungsganges, welchen die gesamte Kultur im Laufeder Zeit genommen hat, und wie diese Entwickelung im ganzen undgrofsen der allmählichen Entwickelung des menschlichen Gehirns imLaufe der Jahrhunderte gemäfs gewesen ist, so würde ihre Nachahmungim Unterrichte auch der allmählichen Entwickelung des Gehirns jedesEinzelnen (welches die Gesamtentwickelung in abgekürzter Weise wieder-holt) im allgemeinen gemäfs sein.
Mit diesem Gedanken haben wir bereits ein Gebiet beschritten,welches in der pädagogischen Litteratur der Gegenwart vielfach, jedochohne endgültige Klärung, behandelt worden ist. Es kann an dieserStelle nicht unsere Aufgabe sein, den zum Teil sehr schwierigen Über-
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