Nervosität und Lehrverfahren.
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Verdunkelung lebhaft ins Bewufstsein zurückzurufen. Es handelt sichalso bei der Vorarbeit um die Zerlegung des Gedankenkreises in zweiVorstellungsgruppen, von denen nur die eine für die Aufnahme desStoffes von Bedeutung ist.
Zu den Aneignungsvorstellungen gehören nicht allein diejenigengeistigen Gebilde, welche bereits früher durch den Unterricht ver-mittelt worden sind, sondern es gehört dazu auch das geistige Material,,welches aus der Erfahrung des Kindes stammt. Letzteres wirdhäufig viel zu wenig verwertet, obschon bei seiner Benutzung sichmancher Geist willig dem neuen Stoffe öffnet, der sich ihm sonstverschliefst. Aber noch aus einem andern Grunde ist es notwendig,dafs man behufs Anknüpfung neuen Unterrichtsmaterials ins volleMenschenleben hineingreift: die Einheitlichkeit des Gedankenkreises
würde leiden, wenn man den tagtäglichen Ertrag der Erfahrung nichtsorgsam mit demjenigen des Unterrichtes verbinden wollte.
Ist die Vorbereitung in der richtigen Weise und in dem nö-tigen Umfange vor sich gegangen , ist ein geistiger Appetit erregt wor-den, stehen die alten Vorstellungen gleichsam auf dem Sprunge, umdie neu eintretenden zu ergreifen, zu überwältigen und dem geistigenOrganismus dienstbar zu machen, — erst dann kann die Darbietungdes Neuen von gutem Erfolge sein. Seine Verschmelzung mit demältern Bestände vollzieht sich ohne bedeutende geistige Anstrengung,nimmt also auch das Gehirn nicht übermäfsig in Anspruch; ja, dieLeichtigkeit der Aneignung erzeugt ein Lustgefühl, welches auch aufden physischen Träger seelischer Thätigkeit nur günstig wirken kann.
Mit der Aufnahme des Unterrichtsstoffes ist jedoch der Unter-richtsprozefs noch nicht zu Ende; es handelt sich jetzt darum, ihndenkend zu verarbeiten, im Dienste der Begriffsbildung zu verwerten.Um hier den richtigen Weg zu finden, müssen wir uns erinnern, dafsBegriffe nur aus der Vergleichung ähnlicher konkreter Gegenstände her-vorgehen. Wollen wir dem Schüler beispielsweise den Begriff Lippen-blütler vermitteln, so müssen wir sein Augenmerk darauf richten, dafsdie Pflanzen jener Familie manche Merkmale gemein haben: vier-kantigen Stengel, abwechselnd gegenständige Laubblätter, blattwinkel-ständigen Blütenstand, verwachsenen Kelch, verwachsene Blumenkroneu. s. w. Werden diese gemeinsamen Merkmale im Geiste fixiert undzusammengefafst, so ist der Begriff der Lippenblütler fertig. Auf die