Nervosität und Lelirverfahren.
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Aufnahme des Unterrichtsstoffes folgt also das denkende Vergleichen.Auch hier sind als Vergleichsgegenstände neben dem ältern Unterrichts-erwerb die Vorstellungsgebilde, welche aus dem täglichen Leben stammen,heranzuziehen, falls sie der Schüler in der nötigen Klarheit besitzt.So entstehen die Begriffe auf naturgemäfse Weise aus den konkretenVorstellungsgebilden, den Anschauungen, durch gleichmäfsiges Zusammen-wirken von Gedächtnis und Denken.
Doch auch mit der Begriffsbildung kann sich der Unterricht nochnicht zufrieden geben. Es ist nicht genug, dafs der Schüler etwas ge-lernt hat; er rnufs das Gelernte auch an wenden lernen. Dieses An-wenden macht sich nämlich nicht von selbst. Man hat häufig Gelegen-heit, zu bemerken, dafs z. B. Kinder, welche in der Schule ganz tüch-tige Rechner sind, vor einfachen Aufgaben, die ihnen die Eltern aus■den häuslichen Verhältnissen heraus vorlesen, ratlos dastehen. Darausfolgt, dafs der Schüler auch zur Anwendung des Wissens angeleitetwerden mufs. Daher werden neue Objekte (Beispiele) aufgesucht, umden bereits gewonnenen Begriff, die Regel u. s. w. wiederzuerkennen;es werden Aufgaben gestellt, die unter Anwendung der Regel zu lösensind; es werden Fälle aus Geschichte und Leben dargeboten, um be-urteilen zu lassen, ob einer sittlichen Forderung genügt ist oder nicht,und um im letztem Falle angeben zu lassen, wie hätte gehandelt werdensollen; oder es werden die Kinder in gedachte Lebenslagen eingeführt,und es tritt an sie die Forderung heran, anzugeben, wie sie in denselbenhandeln würden. Auch auf dieser Stufe zeigt sich wieder die Verbin-dung des Unterrichts mit dem Leben.
Führen wir jetzt den angegebenen Stufengang des Unterrichtes aneinem Beispiele vor. Wäre im biblischen Geschichtsunterricht die Er-zählung, »wie Josua von seinem Volke Abschied nimmt und stirbt,« zubehandeln, so hätten die Schüler zunächst Gelegenheiten anzugeben, beidenen man Abschied nimmt, und was man dabei äufsert; daran knüpftesich die Darbietung der einzelnen Abschnitte der Erzählung. Weiterwäre der Abschied Josuas zusammenzustellen mit dem Scheiden Mosis,aus beiden Vorgängen das sittlich und religiös Wertvolle herauszuhebenund in einem Dichterworte oder Spruche, wie »Ich und mein Haus, wirwollen dem Herrn dienen«, zu fixieren, und endlich Lebenslagen auf-zusuchen , wo jene Worte dem Herzen des gläubigen Menschen ent-quellen.