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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
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Nervosität und Lehrverfahren.

gemäfs bedeutend bessere. Grofse Städte wenden zuweilen nicht un-bedeutende Mittel auf, um ihre Lehrkräfte von Zeit zu Zeit ins Aus-land zu schicken und so auch dem Mangel in der Aussprache undmündlichen Fertigkeit einigermafsen abzuhelfen. In der Regel sind esnur Privatschulen, welche für ein geringes Gehalt Ausländerinnen an-nehmen, die ohne Vorbereitung den Beruf des Lehrens erwählt habenund zwar meist herzlich wenig leisten, aber doch willkommene Dienstethun, wenn es gilt, mit Anzeigen in den Zeitungen und Familienblätternzu prahlen und dem urteilslosen Publikum Sand in die Augen zustreuen. Doch das sei nicht vergessen: Es giebt auch Privatschulen,

welche in ernster Erfassung ihrer Ausgabe auf jenen Humbug verzichten,trotzdem sie den Kampf ums Dasein nicht selten in sehr anstrengenderWeise zu führen haben.

Die unterrichtliche Aufgabe des Lehrers besteht darin, den Stoffjeder geistigen Mahlzeit richtig zu bemessen, zu bearbeiten unddurch die Darbietung desselben, sowie durch anderweitige gleich zu be-rührende Veranstaltungen die Verdauung zu befördern und den Stoffin geistige Kraft umsetzen zu helfen.

Wie bei der körperlichen Ernährung die Mahlzeit in der Regel ambesten bekommt, wenn ein guter Appetit vorhanden ist, so wird auchdie geistige Nahrungsaufnahme am zweckmäfsigsten dadurch eingeleitet,dafs man den geistigen Appetit für den Unterrichtsstoff erregt, wenner nicht ohnehin schon lebhaft genug erscheint 1 ). Nach psychologischenGesetzen geschieht dieses dadurch, dafs man die im Kindesgeiste be-reits vorhandenen Assimilationskräfte, nämlich diejenigen Vorstellungen,welche auf das darzubietende Neue Bezug haben, wachruft, aussondertund so bearbeitet, dafs eine lebhafte Erwartung des Neuen entsteht.Man darf also bei der Darbietung neuen Unterrichtsstoffes nicht mitder Thür ins Haus fallen, das heifst ins Pädagogische übersetzt, nichtgleich mit der Übermittelung des Stoffes beginnen, denn dadurch würdeman nicht nur auf die bedeutsame Hülfe des Interesses, der Spannung,verzichten, sondern es auch versäumen, für die tiefergehende Aufnahmedes neuen Materials die notwendige Bedingung zu schaffen, was darinbesteht, die gerade in Betracht kommenden Vorstellungen aus der

') Auch wenn er schon vorhanden ist, wird eine Steigerung immer zweck-mäfsig sein.