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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
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Nervosität und Einheit des Unterrichts.

formation und des dreifsigjährigen Krieges tritt Hans. Sachs und derMeistergesang, Paulus Gerhardt und das deutsche Kirchenlied; nebendie Geschichte Friedrichs des Grofsen Gleim, Geliert und insbesondereLessing mit Minna von Barnhelm; neben die Erzählung von der fran-zösischen Revolution Goethe mit Hermann und Dorothea, sowie Schillermit dem entsprechenden Teile seines Glockenliedes.

Die Verbindung des Sprachunterrichtes mit der Unterweisung inGeographie, Naturkunde und Religion liegt nach dem Gesagten aufder Hand.

Profangeschichte und heilige Geschichte bieten so viel Gemein-sames nach Gesinnungsinhalt und nicht selten auch nach äufserer Ge-stalt, dafs hier ebenfalls eine nützliche Fühlung herzustellen ist.

Aber auch Geschichte und Geographie können einander nicht ent-behren, und besonders in Mädchenschulen wird das anfängliche Interessefür das erstere Fach vielfach aus dem letzteren hergeleitet werdenmüssen; sagt doch selbst ein Gelehrter: »Ich mufs für meinen Teil

bekennen, dafs meine tiefere, wirklich innere Anteilnahme erst bei den-jenigen Ländern beginnt, welche zugleich historischer Boden sind 1 ).«

Auf der' andern Seite hängt die Geographie mit der Naturkundezusammen. Wenn z. B. die Geschichte der Entdeckungsreisen zur Be-handlung kommt und gleichzeitig im geographischen Unterrichte dieLänder der neuen Welt betrachtet werden, was ist da natürlicher, alsdafs sich die Naturkunde zu dieser Zeit mit der jenen Gegenden eigen-tümlichen Pflanzen- und Tierwelt beschäftigt?

Wie der Rechenunterricht auch aus den sachunterrichtlichen FächernNahrung und Interesse erhalten kann, hat H. Wen dt in dem schonerwähnten Jahresberichte der Elberfelder höhern Mädchenschule, unclmit besonderer Beziehung auf die Geographie auch Lomberg inmehreren Heften von Dörpfelds Evangelischem Schulblatte an zahlreichenBeispielen dargethan, die gleichzeitig klar machen, welche Förderungdie realistischen Fächer von der Seite des Rechnens erfahren können.Nehmen wir zur Veranschaulichung zunächst ein Beispiel aus der Zoo-logie. Ein Stubenfliegen-Weibchen hat in günstigen Jahren sechs Gene-rationen hinter sich und legt jedesmal 80—120 Eier. Nehmen wirnur 80 an, und bei den ausgeschlüpften Jungen nur die Hälfte

1) Prof. Hirschfeld in Rodenbergs Deutscher Rundschau, Jahrg. IX, Heft 10.