Über Unterrichtsstoffe.
49
leicht die sachlichen Schwierigkeiten in einem Grade, welcher der An-eignung des sprachlichen Gewandes in wünschenswert raschem Fort-schritte ohne Überanstrengung nicht günstig ist. Das gilt nicht nur fürdie untern, sondern auch für die obern Stufen, und in dieser Beziehunghaben manche Mädchenschulen einen Fehler abzulegen.
Nach dem Vorbilde der hohem Knabenschulen wählen sie mitVorliebe zur Lektüre und sprachlichen Verarbeitung historischeWerke, welche eben viele sachliche Schwierigkeiten bieten, dadurch demeigentlichen Sprachunterrichte die Zeit beschränken und ihn so zu un-angemessener Eile verleiten, endlich die Aneignung von Kenntnissenaus dem Gebiete der ausländischen Geschichte zur Pflicht machen, auchwenn sie für Mädchen fast wertlos sind. Für Mädchenschulen empfiehltsich vielmehr die Benutzung novellistischer Stoffe, weil diese sachlichleichter, für die Schülerinnen interessanter sind und endlich, was nichtzu unterschätzen ist, in sprachlicher Hinsicht eine reichere Ausbeutegewähren. Damit soll jedoch die Verwertung leichten und auch in an-derer Beziehung zweckmäfsigen Geschichtsstoffes im fremdsprachlichenUnterricht keineswegs gänzlich ausgeschlossen sein.
Soviel zur Würdigung des Pelm an sehen Vorwurfes, dafs die Zög-linge unserer hohem Mädchenschulen zuviel lernen müfsten und dadurchkörperlich und geistig geschädigt würden, ohne als Hausfrauen von denerworbenen Kenntnissen einen ausgiebigen Gebrauch machen zu können.
Ufer, Nervosität und Mädchenerziehung.