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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
Entstehung
Seite
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Über Unterrichtsstoffe.

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die Mädchen nur über Dinge schreiben läfst, von denen sie auf Grundanderweitigen Unterrichts oder der Erfahrung etwas wissen können.Mädchenschulen, wie sie Leixner kennt, in denen die Zöglinge Kantund Fichte nach ihren Hauptwerken charakterisieren müssen,. in denensich dreizehnjährige Mädchen an der Hausaufgabe versuchen, warumKlärchen und Gretchen die Lieblingsgestalten der deutschen Frauenweltsind, dürften gegenwärtig zu den Seltenheiten gehören. Wenn die sichim Flufs befindende Bewegung von: den Behörden nachhaltig gefördertwird, wie es in Preufsen wenigstens den Anschein hat,, so kann dieZeit nicht mehr ferne sein, in denen die unmöglichen Themata nurin Witzblättern und Lustspielen ihr'Dasein .führen..

Pelman ist auch auf den Unterricht in derLitteratur nicht sonderlichzu sprechen 1 ), und man mufs ihm zugestehen, dafs man hier des Gutenoft zuviel gethan hat; andrerseits ist aber hervorzuheben, dafs die Auf-gabe der gebildeten Frau nicht darin besteht, als Magd im Hause zudienen, immer nur zu kochen, zu backen, zu'putzen, zu .flicken, somdern dafs sie auch einen edlen Geist in der Familie pflegen soll.Dazu bedarf sie einer »ausreichenden geistigen Bildung«, zu welcherauch einige Bekanntschaft mit dem Schönen gehört.

»Man soll den Zöglingen etwas Geographie und Geschichte bei*bringen.« Auch in diesem Ausspruche merken wir nichts von demStempel eines gewaltigen Geistes; vielmehr läfst er den gröbsten Ver-kehrtheiten Raum; man könnte die Mädchen sogar über »Romulus undRemus und andere gewifs sehr wertvolle Unklarheiten, unterrichten 2 )«.

Was den Geschichtsunterricht in den Mädchenschulen anlangt, soist es leider wahr, dafs er gegenwärtig den Geist noch mit einer Mengeunnützem Ballast an Thatsachen, Jahreszahlen und Namen beschwert.Freilich soll das Mädchen mit den Grofsthaten besonders des eigenenVolkes nicht unbekannt bleiben; man soll es nicht vergeblich nach denbedeutendsten Kriegern und Staatsmännern, nach den allerwichtigstenJahreszahlen fragen; viel notwendiger aber und auch leichter und ' an-sprechender ist die Kenntnis kulturgeschichtlicher Dinge, welche vonBiedermann 3 ) so energisch auch für die Knabenschule verlangt

’) Pelman a. a. O. S. 29.

2 ) Pelman a. a. O. S. 25.

3) Biedermann, Der Geschichtsunterricht auf Schulen. Wiesbaden 1885. —Ders., Deutsche Volks- und Kulturgeschichte. Ebenda 1885.