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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
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Über Unterrichtsstoffe.

nens (im Jahresbericht 'der höhern Mädchenschule zu Elberfeld) über-zeugend ausgeführt hat.

Ganz besonders verlangt das häusliche Leben Berücksichtigung,einmal des Interesses wegen, dann aber auch mit Rücksicht auf dennoch immer nicht ganz grundlosen Vorwurf, dass »das Mädchen spätermit all seinen Kenntnissen in der Mathematik nichts anfangen könne«.In dieser Hinsicht bezeichnet die »Anleitung zur häuslichen Buchführungfür weibliche Schulen und Familien« von Mang (Verlag von E. Sommer-meyer in Baden-Baden) einen bedeutenden Fortschritt. Wenn dieMädchen dies Büchlein auf den oberen Stufen nicht flüchtig, sondernZeile für Zeile durchgearbeitet haben ■— am besten bedient sich des-selben nur der Lehrer, während die Schülerinnen ein Heft führen —so erhalten sie einen Begriff davon, was im Haushalte »rechnen« heifst;sie lernen dann allerdings, was L e i x n e r') noch vermifst, nämlich wieman haushält, wie die verschiedenen Ausgaben und Einnahmen imGleichgewicht zu halten sind.

Hätte der preufsische Verein das Büchlein schon gekannt, als erseinen Lehrplan herausgab, so würde er im Abschnitte über das Rechnender häuslichen Buchführung wohl Erwähnung gethan haben, zumal dievon ihm verlangten einfachsten Fälle der Gewinn- und Verlustberech-nung, der Zins- und Rabattrechnung — die Gesellschaftsrechnung würdenwir streichen — mit der. häuslichen Buchführung leicht und zweck-mäfsig in Verbindung gebracht werden können.

»Die Zöglinge erhalten Unterricht in den Anfangsgründen derMuttersprache und im Schreiben, damit sie in der Rechtschreibung Be-scheid wissen,« lautet eine weitere Stelle des napoleonischen Schreibens.Es wäre aber schlimm, wenn die fast jedes inneren Bildungswertes ent-behrende Rechtschreibung als einziges oder auch nur hauptsächlichstesZiel des muttersprachlichen Unterrichts angesehen würde. Sie soll zwarnicht vernachlässigt werden, aber höher steht doch die Pflege des münd-lichen und schriftlichen Ausdrucks.

Es läfst sich nicht bestreiten, dafs in letzterer Beziehung nicht blofsdie Spitzen der Federhalter, sondern auch die Nervenkräfte der Schüle-rinnen vielfach mifshandelt worden sind, aber es ist nicht zu verkennen,dafs man in unsern Tagen mehr und mehr zur Natur zurückkehrt und

') Leipziger Zeitung vom 22. Oktober 1889.