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Nervosität und Mädchenerziehung in Haus und Schule
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Verschiedene schädliche Einflüsse.

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■er aber entschieden die Forderung erheben dürfen, dafs die Einrichtungsolcher Institute den Ansprüchen der Gesundheitslehre zu genügenhabe, besonders in Anbetracht des Umstandes, dafs die Mädchen meist■ein bis zwei Jahre in ihnen zubringen zu einer Zeit, in der rücksicht-lich ihrer körperlichen Entwicklung doppelte Sorge um die Gesundheitam Platze wäre. Die Einrichtung von Pensionaten mit ungenügendenSchlafräumen sollte gänzlich untersagt sein.

Aber nicht allein die Luft, sondern auch die Nahrungsmittel sindfür die Ernährung des Gehirns von Bedeutung. Insbesondere bringengeistige Getränke eine MischungsVeränderung im Blute hervor, welche•dem Nervensystem sehr nachteilig ist. So konnte der Wiener ProfessorNothnagel es als einen Krebsschaden unserer Zeit bezeichnen, dafsman den kleinen Kindern vom zweiten bis dritten Lebensjahre an Wein■oder Bier bei Tische verabreiche 1 ).

Am nachteiligsten wirken geistige Getränke und andere Reizmittel«(scharfe Gewürze u. dergl.) natürlich auf erblich belastete Kinder.Letztere sind in dieser Beziehung an zwei sich scheinbar widersprechendenMerkmalen zu erkennen. Hat sich die Anlage erst soweit entfaltet, dafsder oben erwähnte Zustand erhöhter Reizbarkeit eingetreten ist, so zeigensie gegen den Genufs von Reizmitteln eine entschiedene Abneigung 2 );■sind dagegen die Nerven bereits ermattet, so begehren die Kinderalkoholhaltige Getränke und scharf gewürzte Speisen. Der letztere Fallist natürlich der seltenere.

Die zweite Hauptbedingung zur Erhaltung eines gesunden Nerven-systems und zur Besserung eines bereits erkrankten ist ein richtigesVerhältnis zwischen Ansammlung von Nervenkraft und Verausgabung■derselben; ein richtiger Wechsel zwischen Thätigkeit und Ruhe 3 ).

AVir müssen hier zunächst einer Erschütterung des Nervensystemsgedenken, welche zwar Pelman nicht erwähnt, die aber nach demUrteile anderer namhafter Ärzte im jugendlichen Alter bei häufigerWiederholung nicht ohne nachteilige Folgen bleibt, besonders im Fallesie bei nervös veranlagten Kindern stattfindet 4 ). AVir meinen die

') Pelman a. a. O. S. 33.

2 ) Le Grand du Saulle bei Berger, Die Nervenschwäche, S. 22.

3 ) Krafft-Ebing, Über Nervosität, S. 12.

■t) Fürbringer in Eulenburgs Realencyklopädie. 3. Aufl. XIV, 594. —• Em-minghaus a. a. O. S. 284.