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Lateinische Sprache.
In einigen Monaten kann die Declination (mit Weglassung der Ausnahmen),in einem Schuljahr die regelmäßige Formenlehre gelernt und eingeübt sein, wenndieser Unterrichtsgegenstand, wie es bei einem wichtigen und schwierigen Fache uner-läßlich ist, gleich zu Anfang mit dem erforderlichen Zeitaufwand und Nachdruck betrie-ben wird. Jüngere Anfänger werden eine größere, ältere eine mäßigere Stundenzahlbedürfen. Die L-chüler müssen alsdann die regelmäßige Formenlehre nebst etwa1500 Vocabeln inne haben, in der Anwendung der Formen bei der Uebersetzung kleiner,einfacher Sätze geübt sein, also auch jeden einfachen Satz sicher construircn können.
Der Grundsatz des Fortschreitens in conccntrischen Kreisen bethätigt sich auchdarin, daß die Uebungsbeispiele sich mit der fortschreitenden Kenntnis an Vocabelnund Formen stofflich erweitern und allmählich auch zu zusammenhängenden Stückenwerden, also Naturgeschichtliches, kleine Erzählungen, Fabeln und Aehnliches enthalten.
Auf der nächstfolgenden Stufe gilt es, erstlich die Kenntnis der Formenlehrebei den Schülern zu ergänzen, nicht etwa in der Art, daß alle, auch die seltenerenUnregelmäßigkeiten, auch die Regeln über das Genus der wenig üblichen Wörter nach-geholt werden (wie virus, ImrMZ-o, torkox w.); wohl aber werden noch mancheregelmäßige Verba mit ihren Bedeutungen, nach den Konjugationen und nach derÄhnlichkeit ihrer Flexion geordnet, desgleichen der kleine Rest der eigentlichen unregel-mäßigen, dann die Defcctiva und Impersonalia dazu zu lernen sein. Die neuenVocabeln sind zugleich möglichst in lateinischen und deutschen Ucbungsbcispielen zuverwenden, zu denen sie eben auch den Stoff darbicten und wohl auch im Lehrer dieGedanken wecken. Gelegentlich werden dabei die grammatischen Kategorien, die aller-dings schon bisher großcntheils vorgeführt und Ungeübt sind, also die Wörtergattun-gcn, Numerus und Casus, Positiv, Comparativ und Superlativ, Person, Tempus,Modus den Schülern am concretcn Fall gezeigt und so durch Anschauung verständlichgemacht.
Das andere aber, was nunmehr als Hauptaufgabe an den Lehrer herantritt, istdie allmähliche Einleitung der Schüler in die elementare Syntax. Sie habenschon bisher den einfachen Satz, soweit die beiden Sprachen mit einander übercin-stimmteu, construircn gelernt; sie haben nunmehr auch die Fälle, in welchen dasDeutsche und das Lateinische von einander abweichen, und die leichteren zusammen-gesetzten Sätze kennen zu lernen. In ersterer Beziehung sind zunächst die leichterenCasusregcln in klarer, knapper Fassung zu lernen, wobei die Aufgabe sein wird, das,was dem Anfänger auffallen kann, als gleichwohl regelmäßig nachzuweiscn, indemman ihnen z. B. zeigt, wie die Verba, welche abweichend vom Deutschen den Accu-sativ regieren, anders übersetzt werden können, so daß sie auch im Deutschen transitivsind, also sogui — begleiten, kuZ'sro — meiden, juvara unterstützen, asguars errei-chen re., ebenso beim Dativ porsuackore zusprechen, uukwrs sich verhüllen w. Die schwie-rigeren Casusregeln werden einem späteren Cursus Vorbehalten. Die Regeln werdenaus einfachen, anschaulichen Beispielen abgeleitet und auf diese Mustersätze greift derLehrer im Fall des Bedürfnisses zunächst zurück. Ebenso werden von den zusammen-gesetzten Sätzen zunächst nur die leichteren hereingezogcn, also nur derjenige Thcil derModuslehre, nach welchem das Lateinische mit dem Deutschen übereinstimmt, die ge-wöhnlichsten Relativsätze, die Conjunctioncn, welche den Modus nicht bestimmen;erst mit der zunehmenden Reife kommen dann auch die schwierigeren Regeln dazu,und die Vcrtheilung des syntaktischen Stoffes auf die verschiedenen Stufen muß Gegen-stand sorgsamster Erwägung für die Lehrer sein. Die Grammatiken folgen in ihrerAnordnung gewöhnlich irgend einem System, nicht der Rücksicht auf die zunehmendeSchwierigkeit und die Kraft der Schüler; es ist daher nothwendig, die einzelnen Para-graphen des Lehrbuchs schon im voraus unter die verschiedenen Abteilungen der Schulezu vertheilen. Einige abweichende Formen wie der Accusativ o. ink., das Partie,ubsol. können aus dem besondern Grunde nicht lange verschoben werden, weil sie sehrhäufig Vorkommen, also beim Uebersetzen nicht entbehrt werden können. Dabei kommendann wieder, sofern die Schüler die allgemeine geistige Reife dazu haben, weiteregrammatische Kunstausdrücke zu den bisherigen hinzu, wie Aussagesatz, Heischesatz,directer und indirecter Fragesatz, Folgesatz, Absichtssatz, Bedingungssatz u. s. f. Auchauf dieser Stufe aber ist es unerläßlich, daß der Lehrer, wo die Construction nur