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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Herbart.

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was unhaltbar ist, da inan seines Zweifels und inneren Widerspruchs, ohne imStande zu sein ihn sogleich zu heben, in völliger Besonnenheit sich bewusst seinund sich besinnen kann, wie man das Widerstreitende vereinige. Aus der Unter-scheidung dieser beiden Grundbegriffe leitet nun Herbart die begriffliche Bestimmungder vier Unterrichtsstufen und Lehrweiscn ab. Es sind die Stufen der Klarheit, derAssociation, des Systems und der Methode. UnterKlarheit" versteht Herbartdie Erfassung des einzelnen Gegenstandes als solchen. Diese Stufe wird der Ver-tiefung zugewiesen. Ihre Unterrichtswcise besteht im einfachen Darbieten und Empfan-gen, wobei nach Pestalozzi's Elcmentarlehrweise Vorsprechen und Nachsprechen, letzteresauch im Chor, stattfindcn kann.Association" besteht in dem Fortschritt von einerVertiefung zur andern, im Gegensatz zu derruhenden" Vertiefung der ersten Stufe,sie erscheint als eine Verknüpfung, die durch die Phantasie bestimmt wird, welchejede Mischung kostet und nichts als das Geschmacklose verschmäht." Mangelhaft istdie Association, wenn entwederin dem Erlernten nicht Kraft genug war, um zurPhantasie vorzudringen" oderdas Lernen gar den Umlauf der täglichen Phantasienhemmte." Als Lehrweise für diese Stufe wird das Gespräch bezeichnet, wodurchder Lehrling Gelegenheit bekomme, die zufällige Verbindung der Gedanken zum Theilso, wie cS ihm gerade am leichtesten und bequemsten falle, zu versuchen, zu verändern,zu vervielfältigen, und nach seiner Art sich das Gelernte anzueignen; wobei sichHerbart der Basedow'schen Unterhaltungsmethode zu erinnern scheint. Die dritteStufe ist die des Systems, in welchem jedes Einzelne als Glied des Verhältnissesan seinem rechten Ort gesehen wird. Das System gehört nach Herbart der Besin-nung an und zwar derruhenden"; es istdie reiche Ordnung einer reichen Besin-nung." Wesentliche Bedingung ist Klarheit des Einzelnen. Die Lehrweise dieserStufe ist der zusammenhängende Vortrag. Die vierte Stufh, endlich ist die derMethode. Herbart versteht unter derselben die sachgemäße und wohlgeordnete Selbst-thätigkeit des Schülers in Lösung von Aufgaben und eigener Forschung unter derLeitung und dem Beistände des Lehrers; womit auch die hier erforderliche Lehrweiseschon bezeichnet ist: Aufgaben, deren Vorbereitung, selbständige Arbeiten des Schülers,Verbesserung von Seiten des Lehrers. In dieser Stufe sicht Hcrbart die fort-schreitende Besinnung. Uns will nur scheinen, daß der Gegensatz von Vertiefungund Besinnung nicht so weit auseinander gehalten werden dürfe, wie Herbart esthut. Nicht unpassend bezeichnet Hcrbart jene beiden Elemente als ein Ein- undAusathmen der Seele. Wir glauben, daß dieser doppelte Athemzug und sein Wech-sel nicht erst in der Succcsston jener Stufen, sondern schon innerhalb jeder ein-zelnen Stufe, mit Ueberwiegen hier des einen, dort des anderen Elements, seineGeltung habe.

Was den Gang des Unterrichts betrifft, so hält sich Herbart hier an den an-erkannten Unterschied des Analytischen und des Synthetischen, und indem er diejenigeSynthese,welche die Erfahrung nachahmt" und in welcherder Lehrer selbft un-mittelbar die Zusammenstellung dessen bestimmt, was gelehrt wird", von derjenigenunterscheidet, in welcherabsichtlich ein Ganzes aus zuvor einzeln vorgelegtcn Bestand-theilen zusammengesetzt wird", so entstehen ihm drei Hauptunterrichtsgänge: der bloßdarstellende, der analytische und der eigentlich synthetische. Im dar-stellenden Unterricht ist das Gesetz:so zu beschreiben, daß der Zögling zu sehenglaube." Der freie Vortrag wirkt mehr als Vorlesen oder Lesen lassen; doch sei ersicher und wohl vorbereitet. Er muß anknüpfen an das, was Erfahrung und Um-gang dem Kinde schon an Erkenntnis und Theilnahme gegeben haben. Später wirdman sich von dem unmittelbaren Gesichtskreise des Kindes mehr entfernen müßen;die Darstellung wird dadurch an Helligkeit und Eindringlichkeit verlieren, dagegen anMitteln gewinnen. Der analytische Gang läßt Bestandtheile, sowie Merk-male unterscheiden, er führt auch zur Abstraction und bietet L>toff für Spccu-lation und Geschmack, für jene, indem er bemerken läßt, was nicht getrennt wer-den kann, für diese, was nicht getrennt werden soll. Er beschränkt sich aber nichtauf die Erkenntnis;auch den Umgang kann man zerlegen und in die einzelnenEmpfindungen der Theilnahme, die er bereitet, das Gemüth vertiefen." Man müßces, damit die Gefühle sich läutern und Innigkeit gewinnen. Es sei besonders Sache