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1 (1877) A - Liebe
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Herbart.

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Erziehung hat die Aufgabe, auf diesem Grunde die Idee von Gott zu erzeugen undzu bilden. Wenn hiermit das Wesen der Religion ganz vorzugsweise in dem Ver-trauen gefunden wird, womit wir uns auf Gott verlassen, in welchem wir das „geistigeAusruhen", wozu „alle der Religion bedürfen", erlangen, so wird doch andererseitsauch die praktische Bedeutung der Religion nicht ganz übersehen. Zwar führt beiden Bessern, nach Herbart, nnr dann die Religion fast einzig das Steuer des Lebens,wenn sie im Denken minder geübt sind; doch werden, nach ihm, auch die Gebildetenihre GemüthSbewegungen nicht nur der Disciplin des praktischen (ästhetischen) sondernauch derjenigen des theoretischen (womit nach dem Zusammenhang die religiöse An-sicht der Realität gemeint ist) unterwerfen (Sämmtl. W. X. S. 110 sAllg. Päd.)).Auch erklärt er für nöthig, daß die moralische Bildung mit der religiösen verbundenwerde, um die Einbildung, als wäre etwas geleistet worden, zu demüthigcn, obwohlandererseits auch wieder die religiöse Bildung der moralischen bedürfe zur Abwehrder sonst nahe liegenden Scheinheiligkcit (Umriß päd. Vorles. §. 19). Noch dürfenwir nicht unerwähnt lassen, daß Herbart in seiner letzten Schrift den Theologen über-läßt, „das Innere des Religionsunterrichtes" zu bestimmen, und von Seiten derPhilosophie bezeugt, „daß kein Wissen im Stande sei, die Zuversicht des religiösenGlaubens zu überflügeln." — Hiemit beantwortet sich nun die Frage, ob die Einheitdcs teleologischen Princips, wie Herbart dieselbe in der sittlichen Bildung findet, auchdie Religion involvire, leicht, und zwar verneinend. Denn es ist gerade jene Seitedes religiösen Lebens, welche von der Praxis abgewandt die innere Ruhe des Ge-misches begründet, so vorzugsweise von Herbart hcrvorgehoben und so entschieden alseiner der Zielpuncte der Erziehung hingestellt worden, daß es, auch in seinem Sinn,unmöglich ist, die religiöse Erziehung nur als ein Hülfsmoment für die sittliche Er-ziehung aufzufassen.

3) Ebenso wenig fügt sich die ästhetische Bildung unter das ausgestellte Princip.Herbart hat sie in seiner Allgem. Pädagogik von Seiten der Unterrichtsmethode ein-gehend behandelt, nachdem er unter den Classen des Interesse auch das ästhetische alsein Interesse der Erkenntnis aufgeführt. Ebenso wird es in dem Umriß pädag. Vorl.neben dem religiösen genannt mit dem Bemerken, daß beide nicht sowohl in einemfortschreitenden Denken als vielmehr in einer ruhenden Contcmplation der Dinge undder Schicksale ihren Ursprung haben. Aber eine nähere Begründung der Aufnahmedes Aesthetischcn in den Bildungskreis finden wir nirgends. Tie Interessen stehennach Herbart nur insofern mit der sittlichen Bildung in Verbindung, als sic demBegehren und Wollen Kraft, Fülle und bei der Harmonie, die unter ihnen bestehenmuß, Wohlordnung und Maß geben. Hiermit aber berühren wir eine von den fünfIdeen Herbarts, die der Vollkommenheit; er bestimmt sie durch die Momenteder Stärke, der inneren Mannigfaltigkeit und der Wohlordnung, in welcher letzterener namentlich dcs Menschen geistige Gesundheit begründet findet. Diese Idee, insofernsie in der Natur des Menschen und bei dem Einzelnen in dessen besonderer Artungeine materiale Grundlage erhält, wäre nicht ungeeignet, theils einen Rahmen für diegelammten Zielpuncte der Erziehung zu bilden, theils insbesondere zur Begründungder ästhetischen Bildung zu dienen, da ihre Verwandtschaft mit der Idee der Schön-heit nicht zu verkennen ist. Auch läßt sich kaum übersehen, daß sie Herbarien vor-schwebte bei seiner Forderung dcs vielseitigen Interesse und daß sie der Einseitigkeitseines Princips ergänzend zur Seite steht. Wenn es aber scheinen möchte, daß siesogar in dem Princip selbst mitgcgcben sei, insofern die innere Freiheit subjcctiv alleIdeen als daS Wollen derselben mitumfasse, so ist dies doch eben nur Schein. Denndiese Freiheit, d. i. die Sittlichkeit, ist nur der Wille in seiner idealen Richtung undEntschlossenheit, keineswegs zugleich das objectiv vollendete Handeln nach den Ideen;wir dürften z. B. denjenigen nicht für unsittlich erklären, welcher aus Mangel anCultur des richtigen Urthcils in Sachen der Schönheit entbehrte. So zeigt sich auchhier das theoretisch Ungenügende des Sittlichkeitsprincips.

IV. Wir wenden uns zu der Erziehung in ihrer Ausführung. Die gcsammtePädagogische Praxis vollzieht sich nach Herbart in drei Hauptfunctionen: Regierung,Unterricht und Zuckt, welche aus dem Gesichtspuncte der successiven Anwendungin dieser Reihenfolge von ihm abgehandelt werden. Uns mag gestattet sein, Regie-