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Halbtagsschulen.
Handarbeit.
2 oder gar 3 selbständige Classen je mit der entsprechenden Stundenzahl zu unter-richten vermag und daß selbst bei einem solchen Lehrer Frische und Lebendigkeit mitder Zeit Nachlassen, und werden auch die Gründe mehr untergeordneter Art nicht un-berücksichtigt gelassen, die größere Freudigkeit der Kinder zum Schulbesuch bei gleicherUnterrichtszeit, die bei weiterer Entfernung nothwcndig werdende Begleitung derjüngeren Kinder durch ältere, der Vortheil, der daraus entsteht, daß alle Kinder zuden angemessensten Tagesstunden ihren Unterricht erhalten, der Gewinn, den diejüngeren Kinder aus dem Zusammenleben mit den älteren ziehen: so muß selbst dann,wenn einem Lehrer mehr oder verschiedenartigere Schüler zugetheilt sind, als es vomrein pädagogischen Standpnnct aus wünschenswerth ist, die Vereinigung der Ab-theilungen der Einrichtung von Halbtagsschulen vorgezogen werden, so lange überhauptder Lehrer noch im Stande ist, die ihm anvertrauten Schüler mit seiner erziehendenund unterrichtenden Thätigkeit zu bewältigen.
Dagegen wird selbst von dieser Seite aus das Halbtagsschnlsystem nicht absolutverworfen, und es ist in der That eine Vertheilnng der Schüler Eines Lehrers inselbständige Classen nicht zu vermeiden, wenn 1) die Zahl der Schüler eine solcheHöhe erreicht, daß der Lehrer die Masse nicht mehr zu übersehen vermag, 2) die Ab-theilungen bei stärkerer Besetzung so unter sich verschieden sind, daß der Lehrernicht alle gehörig beaufsichtigen oder zweckmäßig beschäftigen kann. Dieser Nothstandkann eintreten, wenn wegen Mittellosigkeit der Gemeinde die Anstellung eines weiterenLehrers oder die Einrichtung eines Schullvcals aus Schwierigkeiten stößt, wennMangel an Lehrern herrscht oder den bereits angestellten durch Abtheilnngsnnterrichtein ökonomischer Vortheil verschafft werden soll.
Wann die Schülerzahl diese Höhe erreiche, daß Claffennnterricht nothwendigwird, darüber sind die Ansichten verschieden. Das richtige Maß wird eingehaltenwerden, wenn die Zahl der Schüler, die ein Lehrer gleichzeitig zu unterrichten hat,auf 90 bestimmt und für eine größere Anzahl bis zu 120 Abtheilung in selbständigeClassen gefordert wird, sofern nicht wegen der Verschiedenheit, welche hinsichtlich desAlters und der Kenntnisse stattfindet, schon für eine geringere Schülerzahl Ablheilungs-unterricht zu verlangen ist. Dieser zweite Fall tritt ein, wenn bei ungefähr 60 odermehr Schülern in den Hauptfächern mehr als 3 Abteilungen zu bilden sind, wasin der Regel in den schulen geschehen muß, welche alle 7 oder 8 Jahresclassen ver-einigen. Solcher selbständigen Classen sollten in der Regel nicht mehr als 2 gebildetwerden, weil sonst die Zahl der Schulstunden zu sehr vertheilt oder die Kraft desLehrers zu stark in Anspruch genommen würde. Die Unterrichtszeit hat sich ans 6,beziehungsweise 4 Stunden täglich zu erstrecken. Eine Vereinigung der sonst getrennten,aber nach Kenntnissen und Älter einander näher stehenden Abtheilungen in einzelnenFächern oder ein Zusammensein mehrerer Abtheilungen, von denen die eine unmittelbarunterrichtet wird, die andere sich selbst beschäftigt, in einzelnen Stunden ist, sofern esdie Localität gestattet, nicht ausgeschlossen; doch darf diese Vereinigung nicht zu weitausgedehnt werden, wenn nicht die ganze Einrichtung von Halbtagsschnlen illusorischwerden soll.
Gegen die Classenschulen und für Trennung der Abteilungen bloß in Notfällensprechen sich aus: Curtman, Gräfe, Riecke, ebenso gegen den Abtheilnngsnnterricht imallgemeinen, aber für den successtven Unterricht in Schulen mit Einem Lehrer: Denzel,Palmer, Stirm. selbst Eisenlohr (s. oben) wird vornehmlich durch einen relativenGrund, den ökonomischen Vortheil der Lehrer, für den Abtheilungsuntepricht günstiggestimmt. Wegen der ländlichen Geschäfte findet zur Sommerszeit in verschiedenenLändern Abtheilnngsnnterricht statt.
Handarbeit. Die Handarbeit begreift hier die Beschäftigungen der Jugend,die mit der Hand zu deren Kräftigung und Gewandtheit, wie auch zur Vollbringungder verschiedenen Tätigkeiten im Leben verrichtet werden, sie ist so alt, als es einFamilienleben giebt, in welchem man die Jugend für das Leben erzieht. Der ersteAnstoß zu einer geordneten Handarbeit wird daher in der Regel vom häuslichenLeben gegeben. Sie ist eine mehr oder minder gezwungene, ja sogar organistrte,nicht selten aber wird sie in freier Weise ergriffen und fortgesetzt. Je nach der Ver-