Druckschrift 
1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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GntsMuths.

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nmnt, geführt lind mit den Worten:dies ist Misere Gymnastik", ans einen geräumi-gen, ebenen, halb von Buchen beschatteten, halh freien Platz hingedentct habe, der,für diesen Zweck vortrefflich, doch erst durch GutsMuths das, was er jetzt ist, derwohlauSgestattete Mnsterplatz fürs Turnen werden sollte, versehen mit den gehörigenVorrichtungen zu den mannigfaltigen Hebungen, wie sie mit sorgfältiger Rücksickts-nahme auf die Ausbildung der einzelnen Theile des menschlichen Körpers von ihmerst erfunden, geprüft und endlich in ein vollständiges System gymnastischer Hebungenzusammengestellt werden sollten.Ick erkannte die Bedeutung dieser Hebungen", sagter uns;was ich aus dem uralten Schutte, aus den geschichtlichen Resten des früherenund späteren Altcrthums herausgrnb, was das Nachsinnen und zuweilen der Zufallan die Hand gaben, wurde hier nach und nach zu Tage gefördert zum heiteren Ver-suche. So mehrten sich die Hauptübungen, spalteten sich bald so, bald so in neueGestaltungen und Aufgaben, und traten unter die oft nicht leicht auSuimittelndenRegeln. So entstand nach 7 Jahren in der ersten Ausgabe meiner Gymnastik (1793)die erste neue Bearbeitung eines sehr vergessenen und nur noch in geschichtlichen An-deutungen vorhandenen Gegenstandes." Eine 2. Ausl, der Gymn. erschien 1804,eine 3. neu ciugeführt von F. W. Klumpp in Stuttgart 1847, nach des VerfassersTode. Mit diesem seinem Haupt- und Meisterwerk, zu welchem den Nachfolgernwenig wesentlickes hinzuzufügen übrig blieb, rief GntsMuths eine pädagogische Dis-ciplin ins Dasein, die bei einer vollständigen, den ganzen Menschen ins Auge fassen-den Erziehung eben so nothwendig erscheint, als sie auf fast unbegreiflicke Weise langevernachlässigt worden war. Jener erste Turnplatz, mit dem GntsMuths in Schnepfen-tbal den Anfang machte, ist das Vorbild für unzählige andere geworden. GntsMuthsGymnastik hat eine ganze Literatur von Tnrnsckriften zur Nachfolge gehabt, und mitRecht sagt Spieß: Wenn man Jahn den Vater der deutschen Turnkunst nennt, sosollte man billigcrweise auch den Groß- und Erzvater derselben. GntsMuths, nichtvergessen. Das Buch wurde ins Französische, Englische und Dänische übersetzt.

Von einer speciellcren Seite, als Vorschule der rein kriegerischen Hebungen, anf-gefaßt, behandelte GntsMuths später die Gymnastik in einem Werke:Turnbnch fürdie Söhne des Vaterlandes, den Fürsten und dem Volke des deutschen Bundes ge-widmet." Franks, a. M. 1817. Dieses Werk erscheint als der Nachhall einer schonim Verbleichen begriffenen schöneren Zeit. Für das nach Abwcrfung des französischenJoches zum Gefühle wiederhergestellter Freiheit erwachte deutsche Volk soll tas durchalle Staaten des Vaterlandes ganmäßig organisirte Turnen das Mittet werden, einekräftige, kampftüchtige Jugend zu ziehen, die mit kriegerischem Mnthe und patriotischemSinne das errungene Gut gegen jeden auswärtigen Feind zu vertheidigen im Standesei. Allein die Turnplätze galten jetzt für Demagogenherde: das Turnbuch fand nureine laue Aufnahme; ein kleineres Werk,Katechismus der Turnkunst", folgte imJahre 1818.

Auf einem günstigeren Gebiete und ganz in seiner pädagogischen Sphäre findenwir den gemüthlichcn Jugendfreund in einer seiner frühesten Schriften:Spiele zurllebung und Erholung des Körpers und Geistes für die Jugend, bearbeitet vonGutsMuths" 1796. Die Spiele erschienen bei Lebzeiten des Verfassers in 3 Aufl.;dazu kam nach seinem Tode eine 4-, neneingeführt von Klumpp. Stuttgart, 1845.Bei der erweiterten praktischen Bedeutung, welche die Spiele durch GntsMuths be-kommen. fallen sie ganz mit unter den Gesichtspunet der Gymnastik und dienen dem-selben Zwecke.

Außer der Gymnastik waren Geographie und Technologie die Hauptfächer, indenen GutSMuths unterrichtete, beides Gegenstände, die seinem praktischen L>innedurchaus entsprachen und von ihm als Lehrer und Schriftsteller mit glücklichem Er-folge gefördert wurden. Seinen Unterricht wußte er durch Gründlichkeit der 'Methodeund durch versinnlichende Anschauung vorgezeigter Gegenstände u. dgl. nützlich undangenehm zu machen, und manche L-chüter giengen aus demselben hervor, in derenNamen ein ehrenvolles Zeugnis für den Lehrer liegt. Das dauernde Freundschafts-verhältnis mit dem ältesten derselben, Karl Ritter in Berlin, darf als ein Glanzpunctin GutsMuths Leben nicht unerwähnt bleiben. Durch seinHandbuch der Geographie",Leipzig 1810, 2. Aufl. 182526, hat er zu einer gründlichen naturgemäßen Methode