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1 (1877) A - Liebe
Entstehung
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Fcllenbcrg.

Fenslou.

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Stände) gegründet, um die zwischen der Schule für die Armen und der für dieReichen bestehende Lücke auszufüllen. Zur Vervollständigung des Ganzen kamnoch eine von Fellenberg in seinen letzten Jahren gegründete und mit besonderer Liebeausgestattete Kleinkinderschule. So wie nun die Armenschule einen Beitrag zurHeranziehung tüchtiger Lehrer gab, so wirkte Fellenberg für diesen Zweck auf be-schleunigendem Wege durch Abhaltung von Normalcursen für Schullehrer, wozu dieSommerzeit benutzt wurde. Solche Curse ließ er schon 1808 mit einer Anzahl vonLehrern aus der ganzen Schweiz abhalten. Allein man fand die Fortsetzung derselbenvon Seiten der Regierung bedenklich, weil dadurch einem Privatmann allzu großer Ein-fluß auf das Volk gestattet werde. Im I. 1833 erneuerten sich diese Curse in Hofwylund zwar auf Anordnung der Regierung. Dies hatte die Folge, daß nun Fellenberg aufseine Kosten ebenfalls Bildungscurse für 100 Volksschullehrcr in Hofwyl in Rivalitätmit den Regierungscursen abhalten ließ und dabei mit fürstlicher Munificenz denSchullehrern Dach und Fach, Kost und Unterricht unentgeltlich gewährte. Die Er-folge der Fellenbergischen Curse sollen die der Staatsanstaltcn übertroffcn haben;übrigens macht Fellenberg's Wirken in der Zeit, nachdem mit der liberalen Partei1831 seine politischen Grundsätze ans Ruder gekommen waren, keineswegs mehr denwohlthuenden Eindruck wie früher, schon überhaupt wegen seiner Theilnahme an demTreiben der politischen Parteien, noch mehr dadurch, daß er, von Natur ein absoluterHerrscher und in der That der absolute Regent von Hofwyl, in politischen Dingendie Rolle des Radicalen spielte. Fellenberg behielt bis zu seiner letzten kurzen Krank-heit, welche 21. Nov. 1844 seinen Tod hcrbeiführte, seine geistige Kraft undrastlose Thätigkeit, sowie seine körperliche Rüstigkeit vollkommen bei. Bis in seineletzten Tage verfolgte er unermüdlich seine Zwecke und entwarf neue Plane, wie erauch immer noch mit starker Stimme seine Befehle crtheilte, gemessen und kräftigeinhcrschritt und aufrecht und fest zu Pferde saß. Er war von mittlerer Größe,kräftig aber etwas hager gebaut. Seine hohe Stirne, seine Adlernase, sein feinerMund gaben ihm ein interessantes Profil. In der Unterhaltung mit ihm fühlte mansich unwillkürlich befangen. Das Deutsche sprach er rein mit stark schweizerischemAccent, gegen Untergeordnete bediente er sich stets des Berner Dialekts. DasFranzösische war ihm schriftlich und mündlich ganz geläufig. Seine Kleidung wardie der Zöglinge der wissenschaftlichen Anstalt, welche auch Wehrli trug, ein mittel-blauer Rock mit gleichfarbiger langer Hose.

Der Schlüssel zu Fellenberg's pädagogischer Thätigkeit liegt in den Ideen undidealen Strebungen der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Fellenberg'sChristenthum war mithin allerdings ein anderes als das unserer Tage. Er theiltedie rationalistischen Anschauungen seiner Zeit, worin übrigens einzelne hervorragende,für den Gang der Erziehung einflußreiche Glieder seiner Familie von ihm abwichen;aber der Geist seiner Erziehung wollte ein christlich religiöser sein. Die Hebungenchristlicher Frömmigkeit waren ihm theuer und wurden ernst und strenge im engernund weiteren Kreise der Familie Hofwyl beobachtet. Es war ihm von höchstem Werth,Männern von entschieden christlicher Gesinnung, mochte ihre Dogmatik anch von dersemigen weit abweichcn, die Seelsorge an seinen Instituten anzuvertrauen. Wenndie Pädagogik unserer Tage den Satz von der Sündhaftigkeit mit dem von derGottesebenbildlichkeit des Menschen in Verbindung setzt und auf dem Grunde einerVerinnerlichung des Menschen und einer aufrichtigen Auseinandersetzung mit Gott inChristo dieVerchristlichung, Versittlichung, Vermenschlichung des Geschlechts" (Fellen-berg'sche Ausdrücke) herbeiführen will, so hat sie sich einen höheren Anspruch auf denNamen einerchristlichen Pädagogik" erworben. Fellenberg aber bleibt sein Ver-dienst, daß er derStifter von Hofwyl" war, wie er sich gerne nannte,daß er in Hofwyl ein pädagogisches Gemeinwesen gründete von einerAusdehnung, einem Ruf und einer Bedeutung, wie die Geschichte keinanderes Beispiel ihm an die Seite stellen kann.

Fönülon (Franyois de Salignac de la Mothe F6n6lon) bleibt für alle Zeitendas Ideal eines Prinzenerziehcrs. Durch umfassende Studien zur Lösung seiner Auf-gabe trefflich vorbereitet, brachte er dazu auch die klare, weitschauende Besonnenheiteines Staatsmanns und die in jeglicher Probe bestehende Liebe eines Vaters. Im