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Bade».
Reiz und Nutzen deS Badens für dasselbe wird noch wesentlich erhöht durch dasSchwimmen, das von jeher bei allen naturkräftigen Völkern in verdientem Ansehengestanden ist.
Das Schwimmen hat einen doppelt stärkenden Einfluß, einmal schon durchdie Einwirkung des kalten Wassers, und dann durch die in demselben mit Lust voll-zogene Uebung. Ganz besonders empfiehlt es sich für die Ausbildung und kräftigeWölbung der jungen Brust, wie es denn auch den Muth in derselben entwickelt undstärkt. — Der Schwimmer macht seinen Leib, der an sich ein Wenig schwerer, mitHülfe der cingeathmeten Luft aber etwas leichter ist als das Wasser, zum Schiss, undseine Kunst ist die des Ruderers, der dasselbe in der ihm beliebigen Richtung undSchnelligkeit von der Stelle bewegt. Was aber diesem lebendigen Schifflein anspccifischer Leichtigkeit dem hölzernen gegenüber abgeht, ersetzt es durch Vielseitigkeitund Beweglichkeit. Bald liegt der Schwimmer wagrecht auf dem Rücken, denHintcrkopf bis über die Ohren im Wasser, Gesicht, Oberfläche der Brust, Kniee undFußspitzen über dem Wasserspiegel, die Oberarme an den beiden Seiten angeschlossen,während die Hände in ganz kurzen, raschen Schlägen nach unten wirken und so dasFahrzeug flott erhalten, daß es sich ohne weitere Mühe vom Strome treiben lastenmag; bald streckt er die Arme nach beiden Seiten gerade aus, läßt den übrigen Leibin die Tiefe versinken, und sich, den Kopf möglichst zurückgebeugt, den Blick nachoben, in dem flüssigen Elemente „hangen". — Oder der Schwimmer will seinemSchifflein eine bestimmte Bewegung geben, so holen die Arme als Ruderstangen mitden Händen, als den eigentlichen Ruderschaufeln, aus und geben dem Wasser ge-meinsame Schläge, die den Leib kopfwärts fortstoßen. Sind diese oberen Ruder müde,so legen sie sich ruhend über die Brust, und die unteren, die Füße, mit den Sohlentaktmäßig gegen das Wasser stoßend, übernehmen den Dienst, und soll das Fahrzeugmit seinem unsichtbaren Steuermann noch schneller vorwärts, so geht es mit Händenund Füßen. Ist es müde oder beliebt es ihm sonst, so wirft es sich auf die Brustherum und aus unten wird oben. — Das Schwimmen auf der Brust ist zwardie schwerere, aber auch die vorzüglichste und werthvollste Schwimmart; wer diesekann, lernt die anderen leicht, und es ist gut, mit dem Lernen derselben den Anfangzu machen. Hände und Füße arbeiten dabei gleichmäßig, die Hände durch Bewegungvon vorne nach hinten in einem Viertelsbogen, die Füße durch Einziehen in denKniegelenken und Ausstößen bis zur Streckung derselben, wobei die Schenkel in denHüften nicht gebogen und die Kniee nicht nach der Brust zu bewegt werden dürfen.Das Ausstrecken der dabei keilförmig nach vornen zusammengestellten und so denWiderstand des Wassers leichter überwindenden Hände und der Rudcrschlag der Füßefällt in Eins zusammen. — Variationen des Brustschwimmens sind:
u. das Schwimmen seitwärts mit Händen und Füßen, rechts und links, wobeidie Hand der Seite, auf die man sich legt, weiter nach vorne hinausgreift als dieandere;
1i. das Schwimmen mit den Füßen allein;
e. mit den Händen allein;
ä. das Schwimmen mit beiden Füßen und einer Hand, während die andere sichüber das Wasser herausstreckt und etwas trägt.
Ebenso ergetzliche als nützliche Schwimmkünste sind:
n. das Wassertreten, bei dem man den Leib durch die Arbeit der Füße inmehr senkrechter Stellung, und Kopf und Hals und wohl einen Theil der Brust überdem Wasser zu halten vermag;
d. das Tauchen. Nimmt man vorher die Brust voll Athem, so ist der Körperleichter als das Wasser, und es gilt, sich unter dasselbe hinunter zu arbeiten und nachBelieben unten zu erhalten, wobei man nach und nach etwas von der eingeathmetenLuft ausstößt; athmet man aber vor dem Untertauchen die in der Lunge befindlicheLuft aus, so sinkt der Leib bequem bis auf den Grund und will wieder herauf-gearbeitet sein, da die in der Lunge aufgenommene Luft und die dadurch bewirkteAusdehnung der Brust- und Bauchhöhle das specifische Mehr- oder Mindergewicht desmenschlichen Leibes bestimmt.