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Schriftcnwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich.
Hertzberg ließ cs nicht an allen irgend erdenklichen Vor-stellungen fehlen, um den kaiserlichen Bevollmächtigten von dieserneuen Idee abzubringen; er sagte demselben zuletzt: wenn seineInstructionen es ihm erlaubten, von diesem Artikel Abstand zunehmen, so möge er dieses doch im Interesse der Abkürzung derVerhandlungen so bald als möglich thun, denn er könne sich festversichert halten, daß der König von Preußen sich nie dazu herbei-lassen werde, irgend einen Theil seiner Lande abzutretcn, dieBedingungen möchten so günstig sein wie sie wolltenZ. Collenbachbcharrte jedoch dabei, daß er sich an sein Äsmoiro halten müsse,und kam wiederholt auf die schon mehrfach bestrittene Behauptungzurück, daß der Friede nicht von Dauer sein könne, wenn dieGrafschaft Glatz nicht abgetreten werde; dieselbe sei der Kaiserin-Königin zur Sicherung Böhmens unumgänglich nöthig, währendder König von Preußen eine Menge anderer Festungen habe,welche Schlesien deckten.
Es war dem preußischen Gesandten auffallend, daß Herrvon Collenbach bisher fast nie von Cleve und Geldern gesprochenhatte, daß er aber bei dieser jetzigen Veranlassung mit großemNachdruck ans das Opfer hinwies, welches sein Hof durch Rückgabedieser Provinzen darbringe, wobei er mit Emphase hervorhob, esseien alle Maßregeln getroffen, um diesen Besitz für Oesterreichzu sichern. Es lag demnach die Vermuthung nahe, daß es haupt-sächlich diese letztere Hoffnung war, welche den Wiener Hof aufdie Abtretung von Glatz so hartnäckig bestehen ließ, und daß erdavon abgehen werde, wenn er seine Absichten ans Wesel scheiternsehen würde.
Aber auch in dieser Beziehung nahmen die öffentlichen An-gelegenheiten gerade zu dieser Zeit eine Wendung, welche denpreußischen Interessen durchaus günstig war. Während der letzten
Bericht von Hertzberg vom 17. Januar 1763.