Hubertus bürg.
Auf der fruchtbaren Ebene, die sich von Leipzig nach Oschatzerstreckt, ragt weithin sichtbar ein hoher Bergkegcl hervor, mitdichtem Walde gekrönt. Es ist der Colmberg, die einzige Er-höhung in dieser flachen Gegend, ehrwürdig als Sitz der früherenLandtinge und fortwährend das beliebte Wanderziel der Einwohnerrings umher. Die mit ihm im Zusammenhänge stehenden Forstenerstrecken sich weit in die Ilmgegend und berühren nach Südenhin das Dorf Wcrmsdvrf, etwa in der Entfernung von einerStunde. Neben diesem Dorfe liegt das Jagdschloß Hubcrtusburg,vom König August II. in den Jahren 1721 bis 24 erbaut, haupt-sächlich zu dem Zwecke, um dort die ans Frankreich eingcführtenParforce-Jagden zu eultiviren, wozu die weite Mntzschcncr Haidedas günstigste Terrain darbot. In den Jahren 1739 bis 42ward der innere Ausbau und die Einrichtung mit königlicherPracht beendet und die herrliche Kapelle gebaut, so daß nunmehrdieses Schloß zu den schönsten Deutschlands gezählt wurde.
Dies sollte jedoch nur kurze Zeit so dauern. Am 18. Januar1761 rückte das Freibataillon des Obersten Onintns Jcilius(Guichard) in Hnbertusburg ein, und es begann ein Werk derZerstörung, welches von den früheren Herrlichkeiten kaum nocheine Spur übrig ließ. Die sämmtlichen, auf 300,000 Thalergeschätzten Mobilien, die Tapeten und Gemälde, die Thüren,