Der Hubertusburger Friede. Nach archivalischen Quellen von Carl Freiherr« von Beaulieu-Marconnay. OnivsrsiM Düssslcivef ^?!8lO/ll5cb»S8 äsmirior Leipzig Verlag von S. Hirzel. 1871 . 2S8 -»4-2^ Vorwort. Die nachfolgende kleine Schrift giebt die genau acten- mäßige Darstellung von Friedensverhandlungen, welche bis jetzt noch nicht die eingehende Betrachtung gefunden haben, die sie verdienen. Der HubertüsjMger Friede bezeichnet den Schluß der ersten Meiundzwanzig'd^rungsjahre des großen Königs, der nach seiner eigenen Äußerung (Oeuvres postlr. tour. 1. p. 123) den Samen, tvelchen Friedrich I. durch Annahme der Königswürde ausgestreut hatte, zur Blüthe und Frucht bringen wollte; mit diesem Frieden beschloß er im wesentlichen seine kriegerische Laufbahn, um während weiterer dreiundzwanzig Jahre sorgend und schaffend die Segnungen des Friedens über sein Land zu verbreiten. So gewinnt dieser Friede die Bedeutung eines Gedenksteines, dessen Material und Form, die nähere Bekanntschaft Wohl verdient. Die königlichen Archive zu Dresden und Berljn haben dem Verfasser reichen Stoff zu dieser Arbeit dargeboten, den er mit strenger Genauigkeit benutzte; aus letzterem jedoch IV Vorwort. nur in so weit, als ihm die Veröffentlichung desselben gestattet wurde. Den Vorständen und Beamten dieser Archive seinen Dank für allzeit freundliche Willfährigkeit hier auszn- sprechen, ist dem Verfasser Bedürfniß. Dresden, im Januar 1871. ' Einleitung. Schon ii» siebenten Jahre bauerte der Krieg, den der König Friedrich II. von Preußen ün Bunde mit England gegen Frank, reich, Rußland, Schweden, Oesterreich und die mit letzterem verbündeten Reichsfürsten führte, und das wecksclvolle Glück hatte die Wagschalc des Erfolgs bald auf dieser, bald auf jener Seite niedergedrückt. Begonnen mit dem Einmarsch der Preußen in Sachsen am 29. August 1756, hatte dieser Krieg bald die meisten deutschen Fluren überzogen, und die Zahl der historisch merkwürdigen Schlachten war in jedem Jahre reichlich vermehrt worden, während zugleich die furchtbarsten Folgen des erbitterten Kampfes nach allen Richtungen bin immer offenbarer wurden. Ganze Ländcrstrecken, die vor dem Kriege zu den blühendsten gezählt werden konnten, waren in Wüsteneien verwandelt; unzählige Dörfer lagen in Aschenhanfen oder waren von den wenigen überlebenden Einwohnern verlassen worden; die Felder blieben brach liegen, weil es an Allem fehlte, um sie zu bebauen, und Elend und Jammer, die treuen Satelliten der Kriegsfnrie, herrschten in dem weitesten Umkreise. Und wie der Einzelne litt, der die Feindschaft der Könige zu büßen hatte, so machte sich auch in den höheren Regionen der Stand der Dinge in einer Weise fühlbar, die nicht länger unberücksichtigt bleiben konnte. Nicht nur die Menschen singen an Beaulieu-Marconnay. Der Hubertsburqer Friede. 1 2 Einleitung. rar zu werden, — auch das Geld und der Credit verringerten sich mit jedem Tage. Im Laufe des Jahres 1762 hatte das seitherige Allianzsystem eine vollständige Zersetzung erfahren. Die Kaiserin Elisabeth von Rußland starb am 5. Januar und mit ihr die bitterste Feindin des Königs von Preußen. Ihr Nachfolger, Peter III., war ein enthusiastischer Bewunderer des Königs, und schloß mit diesem ein Bündniß, in Folge dessen von der bisher gegen Preußen im Felde gestandenen russischen Armee ein Corps von 20,000 Mann zur preußischen Armee stieß. Dieses Berhaltniß dauerte freilich nur kürzeste Zeit; Peter III. verlor nach sechsmonatlicher Regierung Thron und Leben; allein seine Gemahlin und Nachfolgerin, Katharina II., hielt den Frieden aufrecht, und zog nur die Hülfstrnppen zurück. In England hatte wahrend dieser Zeit das Ministerium Pitt den Machinationen des Lord Butc weichen müssen; jedoch dauerte der Krieg mit Frankreich und Spanien fort, und führte zu den glänzendsten Erfolgen in Nordamerika und dem spanischen West- indicn. Allein die Nvrtheile, welche England im Kriege errungen, gab es auf während der bald nachher erneuerten Friedensverhand- lungcn; diese zu beschleunigen, lag im Interesse deö Lord Bitte, um einer neuen mächtigen Koalition im Parlamente ausznwcichen. Zu dem Ende ward der Tractat mit Preußen zerrissen, durch den England sich verbindlich gemacht hatte, keinen Separatfrieden zu schließen; die Subsidicngelder wurden nicht mehr bezahlt, und am 3. November die Friedens-Präliminarien zwischen England einerseits, Frankreich und Spanien andrerseits, zu Fontainebleau unterzeichnet. Der preußische König stand nun seinen Feinden allein gegenüber, ohne Bundesgenossen. Die letzten Monate des Jahres 1762 waren ihm in erfolgreichster Weise günstig gewesen. Nach Osten hin vom russischen Einleitung. 3 Drücke befreit, hatte er seine ganze Kraftentwicklnng nach Süden nnd Westen hin richten tonnen. In der Schlacht von Burkersdorf ward das österreichische Heer unter Daun ans Schlesien getrieben nnd gezwungen, sich in die Grafschaft Glatz znrückzuziehen; die Verbindung desselben mit der Festung Schweidnitz war dadurch aufgehoben, und es konnte nunmehr mit aller Energie zur Belagerung dieser letztem geschritten werden; nach nenn Wochen ergab sich die tapfere Besatzung am 8. October. In Sachsen waren manche kleinere Unternehmungen geglückt; die Gefechte bei Dobeln und bei Waldheim fielen zum Nachtheil der -Oesterrcicher aus. Von wichtigstem Erfolge war der Sieg des Prinzen Heinrich von Preußen bei Freiberg, am 29. October; das durch österreichische Truppen verstärkte Neichsheer unter dein Prinzen von Stollbcrg ward total geschlagen und mußte sich nach der böhmischen Grenze znrückziehen. Die fast gleichzeitige Eroberung Kassels durch den Herzog Ferdinand von Braunschweig (1. November) vervollständigte die günstige Lage der preußischen Macht. Der herannahende Winter veranlaßt«: die Abschließnng eines Waffenstillstands zwischen Oesterreich und Preußen. Für die schlesische Armee ward derselbe zu Neu-Biclau, für die Armee in Sachsen zu Wilsdruff unterzeichnet, beide am 24. November')- Danach bildeten die preußischen Truppen eine Pvstirnngskctte von Schuiiedebcrg über Gottesberg, Langenbielan, Frankenstein bis Patschkan, und besetzten die dahinter belegenen Städte und Dörfer; die österreichische Armee nahm ihre Winterquartiere in einem Theil von Oberschlcsien, in der Grafschaft Glatz und in Böhmen. Der sächsische Kordon, der von den Preußen besetzt ward, zog sich von der Stadt Planen im Voigtlande über Lengenfeld, Schnecberg, Annabcrg, Marienberg, Saida, Frauenstein, Kleiuhartmannsdorf, ') Tcmpelhoff, Geschichte des siebenjährigen Kriegs. Band 6, S. 231, 252. 1 » 4 Einleitung. Neuendorf, Niederschöna, Mohorn, an der Triebsche entlang über LampertSdorf nach Naustadt und an die Elbe bei Scharffenberg; an der Elbe entlang bis Meißen; dann jenseits der Elbe über Okrylla, Jessen, Geißlitz, Kunersdorf, Claußnitz, Königsbrück, Kamen;, Uebigau, Neudörfel, Klein-Bautzen, Wrissenberg, Neichcn- bach, Nadmeritz, Mark-Lissa, Greifcnberg, an der Queis entlang bis an daS Riesengcbirge und die schlesische Grenze. Alle benannten Ortschaften und was hinter ihnen belegen, stand zur Disposition der preußischen Armee; was hingegen vor diesen Oertern nach Böhmeil zu lag, verblieb der kaiserlich-königlichen Armee. In diese Convention waren die Länder der deutschen Neichs- sürsten und das Reichsheer nicht mit eingeschlossen. Dies setzte den König von Preußen in die Lage, einen Thcil der nunmehr verfügbaren Truppen unter Kleist in Franken und Bayern einfallen zu lassen, um dadurch den Abfall verschiedener Neichsfürsten von der Allianz gegen Preußen zu veranlassen. Das Kleist'sche Corps streifte bis an die Thore von Regensburg, brandschatzte Bamberg, Nürnberg, Windsheim, Rothenburg a. d. Tauber und zog sich im December über Koburg, Hildburghausen und Arnstadt nach Erfurt zurück. Die österreichische Armee, durch den Waffenstillstand gebunden, sah diesem Handstreich ruhig zu; die Stände des Reichs mußten somit eine sehr klare Vorstellung von der Loyalität des Wiener Hofes erhalten, der sie nach sechsjähriger Kriegführung für österreichische Interessen hülflos dem mächtigen Feinde überließ, und sie dadurch zwang, die dargebotene Neutralität anzunehmen. ES ist mehr als wahrscheinlich, daß Oesterreich auf diese Weise sich seiner Zusicherung einer völligen Schadlvshaltnng der Reichsstände entledigen wollte. So standen die Sachen, als am 6. November der König von Preußen sein Hauptguartier nach Meißen verlegte. Das Hauptquartier der in Sachsen verbliebenen österreichischen Armee war in Dresden. Dort befand sich auch der Churprinz Einleitung. 5 Friedrich Christian, der älteste Sohn des Churfürsten August III., welcher als König von Polen während des Kriegs in Warschau residirte. Die Regiernngsperiode dieses gcistcsträgen Fürsten und die heillose Wirtschaft seines Günstlings Brühl ist so bekannt, daß hier eine bloße Hinweisung darauf genügt. Dagegen muß ausdrücklich hcrvorgehoben werden, daß Friedrich Christian ein Mann von edelstem Charakter und wohlwollendstem Gemüthe war. Von der Natur stiefmütterlich bedacht, körperlich gebrechlich, gelähmt an den Füßen, hatte er sich von Jugend auf den Wissenschaften und Künsten zugewandt und die Anlagen des Geistes und des Herzens zu schönstem Gleichmaß entwickelt. Seine leider nur allzukurzc Regiernngszeit stellt ihm das würdigste Zeugniß aus. Mit seiner Gemahlin lebte er in glücklicher Ehe. Maria Antonia, älteste Tochter des Churfürsten Carl Albert von Bayern, spätem Kaisers Carl VII., und einer Tochter Kaiser Josephs I., stand ihrem Gemähte strebsam zur Seite, und vereinte eine reiche dichterische Begabung mit einem bcachtungswerthen Organisationstalent, welches sie zu bethätigen vielfache Gelegenheit fand, da während der Regierung ihres Gemahls ihr längere Zeit hindurch die alleinige Disposition und Direction des gesummten Finanzwesens übertragen war. Mit dem König Friedrich II. stand sie nach Beendigung des siebenjährigen Kriegs in langjährigem Briefwechsel >) Maria Antonia Watpurgis, Churfürstin zu Sachsen, geb. kaiserliche Prinzessin in Bayern. Beiträge zu einer Lebensbeschreibung derselben, von vr. Carl von Weber, Ministerialrat!), Director des Hauptstaatsarchivs zu Dresden. 1857. Die allgemeine Neth war in Sachsen zn einer Höhe gestiegen, daß der Fortdauer der obwaltenden Zustände auf jede Art und Weise ein Ende gemacht werden mußte, wenn das Land vor dem vollständigen Ruin bewahrt und in die Möglichkeit versetzt werden sollte, nach und nach von dein Elend sich zn erholen. Die Ileber- zcngung, daß der Friede um jeden Preis verschafft werden müsse, hatte auch an maßgebender Stelle in Warschau Eingang gefunden, und die Schilderungen und Vorstellungen des Chnrprinzen Friedrich Christian mögen nicht wenig dazu beigetragen haben. So war denn der Gchcimerath von Saul von Warschau nach Paris gesandt worden, um bei Gelegenheit der Friedensverhandlnngen zwischen Frankreich und England den Versuch zn machen, ob daran die Eröffnung von ähnlichen Schritten gegenüber von Preußen geknüpft werden könnte. Die Vorstellungen und Anträge dieses Agenten hatten in Paris einen günstigen Boden gefunden, und es war hierauf Herr von Saul direct nach Wien gegangen, um die dortigen Dispositionen kennen zu lernen und die Willfährigkeit der französischen Negierung zur Eingehung des Friedens rühmend zu erwähnen. Als sächsischer Gesandter in Wien fnngirte der wirkliche Geheimerath Cabinctsministcr Graf von Flemming; ihm war der Resident von Pezold attachirt. Die Mittheilnngen Sauls gaben Erste Eröffnungen. 7 die nächste Veranlassung, daß diese beiden Herren ihre früher schon mehrfach angebrachten Klagen über die traurigen Zustände in Sachsen jetzt wiederholt »nd in verstärktem Maße bei dem kaiserlichen Hofe vorstellten, und zwar zunächst bei dem Baron Von Binder, da der Hof- und Staatskanzler Graf von Kaunitz durch längeres Unwohlsein verhindert war, die fremden Gesandten bei sich zu empfangen. Daß der Augenblick gekommen sei, ernsthaft an die Beendigung eines Kriegs zu denken, der die unverhältniß- mäßigsten Forderungen an die Staatskräfte machte, und dabei während der letzten Zeit nur unglückliche Erfolge anfznweisen hatte, war in Wien bereits seit dein Abfall der russischen Allianz erwogen worden. Die Erklärungen des russischen Gesandten über die neue Gestaltung der Politik seines Kaisers und über den mit dem König von Preußen abgeschlossenen Defcnsivtractat waren demzufolge in einer Weise beantwortet worden, welche den Wunsch nach Wiederherstellung des Friedens geradezu anSsprgch und den Abschluß eines Waffenstillstands sowie den Beginn der Negociationen von der Vermittlung der russischen Negierung abhängen ließ. Von letzterer blieb indeß dieser Wink unberücksichtigt y. Dazu kam, daß im Laufe des Sommers 1762 sich nicht übersehen ließ, waö mau von der Pforte zu fürchten oder zu hoffen habe. Durch die Anstrengungen des preußischen Gesandten in Konstantinopel war es bis dahin gediehen, daß in einem am 9. Juni zusammenberufenen großen Divan die Frage zur Erörterung Vvrlag, ob ein Offensiv- bündniß mit dem König von Preußen abgeschlossen werden solle. In Wien hatte man längere Zeit hindurch nur eine Copie desjenigen Schreibens, in welchem der preußische Gesandte auf ein solches Bündniß angetragen; cS war aber nicht möglich gewesen, authentische Nachricht von der Antwort zu erhalten, welche von der Pforte darauf erlassen worden, und man schwebte in der Un- ) Beilage Erste Eröffnungen. gewißheit, ob nicht die Einwendungen, welche in dem erwähnten Divan gegen ein derartiges Bündniß vorgebracht worden, blos dilatorischer Natur gewesen^). Obgleich sich nun später diese Be- sorgniß als unbegründet erwies, so traten dasür durch die Ergebnisse des Feldzugs in Sachsen andere Beweggründe hervor, welche namentlich sür die persönliche Entschließung der Kaiserin-Königin maßgebend gewesen zu sein scheinen. Nachdem der Graf Kaunitz von seinem Unwohlsein so weil hergestellt war, um einer Confercnz beiwohnen zu können, fand diese am 4. November 1762 in Gegenwart des Baron von Binder und der sächsischen Herren: Graf von Flemming, Geheimerrath von Saul und Resident von Pczold statt. Das Ergebnis; derselben erhellt aus nachstehendem, athemversetzendcm Protokolle: „Das Wesentliche des äiseonrs, worinne Se. Excellenz in dem deutlichsten und bündigsten Zusammenhänge alles was dabei in Erwegung kommt, zu erkennen gegeben, besteht darinne: Daß Ihre Majestät der Kayßerin Königin beständig erinnerlich bleibe, durch was vor ein hartes und unverdientes Schicksal Se. Majestät der König von Pohlen aus Dero Erb-Landcn verdrungen worden, und solche nun schon in das siebende Jahr auf das verderblichste behandelt sehen müssen; daß Höchstdieselben seit dem nichts unterlassen, was die Standhafftigkeit eines so treuen Alliirtcn erfordert und nur immer die Befreiung Seiner Lande bewirken zu können erschienen; daß aber leider alle diese Veranstaltungen den gehofften guten Ansschlag so wenig gehabt, daß vielmehr das dasige Unglück durch die Fortdauer noch immer größer werde; daß Sich Jhro Maj. die Kayßerin Königin, und mit Höchstderoselben zugleich er, der Herr Hof- und Staats-Kanzler seines Orths, um so mehr dadurch lebhafftest gerührt fänden, als auch in der Allianz selbst, durch das allzufrühzeitige Absterbcn der Russischen Kayßerin ') Bericht des Grafen Flemming vom 10 . November 1762 . Erste Eröffnungen. 9 lNisndvtli sich eine Aenderung ereignet, welche alle vorherige Hoffnungen mit einmahl verrückt; Daß bis dahin man gegen sich und die gemeinsame gute Sache nicht würde haben verantworten können, wenn man den Krieg nicht fortsetzen und ihn Vvr das einzige Mittel ansehen wollen, um eine endliche hinlängliche Schadlos- haltnng und Sicherheit vor das Künfftige zu erlangen; Daß nachdem aber erstlich der Nachfolger der Kayßerin Llisadsti» ans dem Nussischen Trohn die von Selbiger ans ihn gestammte Berbindlich- keiten so wenig fortzusetzen und zn erfüllen begehrt, daß er vielmehr dergleichen mit dem gemeinsamen Feind eingegangen, die nunmehr in Rußland regierende Kayßerin Sich zwar überhaupt gantz frenndschafftlich, jedoch dabcy so benehme, daß von Ihr eine werkthatige Unterstützung nicht zu erwarten stehe; Daß so sehr sich nun hierdurch die auf hiesigen K. K. Hof zurückgefallene Last vergrößert, selbiger doch bey Eröffnung der jetzigen OumpnAna sich in Schlesien und Sachsen in eine Verfaßnng gesetzt gehabt, daß es blos dem in diesem gantzen Kriege beständig neu ausgebrochenen widrigen Schicksal znznschreibcn sei, daß man während jener, von einer Seite Schweidnitz verlohren, von der andern aber Sachßen von den feindlichen Bedrückungen nicht erlöset werden tonnen; Daß inzwischen Jhrv Maj. die Kayßerin Königin auch noch durch diese Wicderwärtigkeiten so wenig außer Stand scy den Krieg fortznführen, und so lange als der König in Preußen auszuhalten, daß Sie vielmehr schon wirklich zu einer künfftigen OnmpnMs ans alle Fälle verdoppelte nachdrückliche Veranstaltungen machen lasse; Daß da aber freytich klar und unlangbar sey, daß je länger der Krieg daure, die Sächsischen Lande noch immer mehr lcyden, und vollends gantz zn Grunde gehen würden, es blos und hauptsächlich diese Erwegung sey, welche gedachte Lonvörnine bewege, auf Herstellung eines Friedens, wenn er nur einigermaßen anständig und billig sey, sobald und so gut als möglich zu denken; Daß Selbige von dieser Mäßigung und Nachgiebigkeit schon da- 10 Erste Eröffnungen. durch eine überzeugende Probe au Tug gelegt, da Sie in Folge des hier angenommene» beständigen Grund-SatzeS, und dem er, der Herr Graf Von Ivnnnit/, so lange er lebe folgen würde, alles gemein- sebaftlich mit Ihren ^.Uiirte» zu trnetiren, dem Frantzösischen Hofe, bald zu Anfänge der zwischen selbigen und dem Englischen Hofe obschwcbenden Friedens-Unterhandlung anheim gegeben, ob nicht dergleichen auch zwischen dem hiesigen Hofe und dem König in Preußen zu Veranlaßen sehn möchte; Daß Von Seiten Englands auch deshalben ein wirtlicher Anwurff geschehen, die Von letzte» ertheilte Antwort aber abschläglich und so beschaffen gewesen, daß Von selbst daraus in die Augen falle, daß beh dem Verhältnis, so dermahlen zwischen ihm und dem Englischen Hof einen Anfang genommen, er aus Verdruß, daß sieh dieser Von ihm nicht mehr aus die Vorige Arth wolle führen laßen, die von selbigem hertvmmende Friedens-Einleitungen gewiß am aller wenigsten werde stattsinden laßen; Daß bei dieser Bewandniß sofort das Kürtzste scheinen tonnte, Von Seiten des hiesigen K. K. Hofes die hierinne habende Gesinnung selbst unmittelbar an den König in Preußen zu eröffnen; Daß da ihn aber solches zu der Vorbildung, als ob man den Krieg allhier fortznsetzen nicht länger vermöge, verleiten, und folglich nur noch unbiegsamer machen möchte, dermahlen nur noch zwei banäle zu Erneuerung weiterer Versuche übrig blieben, nehmlich die Anträge entweder durch den Russischen oder den Hof zu Warschau gehen zu laßen; Daß da aber bev der weiten Entlegenheit des ersten dies Geschaffte mit der Geschwindigkeit, wie deßen Natur und Beschaffenheit hauptsächlich crsordre, zu betreiben nicht möglich sehn würde, hätten Ihro Mas. die Kahßerin Königin letzter», aus dem in selbigen habenden gäntzlichen Vertrauen, Vorzüglich gewählt, und daß, wie es mithin nun ferner darauf ankomme, die Arth und Weise davon so zu verabreden und einznrichten, daß die Würde und Anständigkeit des hiesigen HofeS auch noch alsdann nicht darunter lchden, Erste Eröffnungen. und der König in Preußen ans die schon berührte falsche Meunnng gcrathen möge, als ob der an ihn geschehende Antrag ans einer hiesigen eigenen Verlegenheit herstamme, und er aus der Ursache die Sayten noch immer höher stimmen dürfe; Also die beste inötlwäs zu sehn scheine, daß der Hof zu Warschau zu mehr gedachtem Anträge eine ausdrückliche Veranlassung gebe, und man sich die dermahlige hiesige Anwesenheit des Herrn Geheimen Raths von 8nul zu Nutze macke, um zur Ursache davon anzngeben, daß er hier, so wie er bereits zu knris gethan, von Seiten Sr. Kön. Mas. von Pohlen die dringendsten Vorstellungen thnn müssen, dem Elende in Sachsen durch einen baldigen annehmlichen Frieden ein Ende zu verschaffen; Daß in der Absicht die Gesandtschaft ein Beo Ile MO ein einreiche, und selbiges nach den Anleitungen, so Se. Exc. der Herr Graf von Ivnunit'/. zugleich mit anfngten, so abfasse, damit man in der hiesigen Antwort aus einem natürlichen Zusammenhänge hinwieder alles was vors erste um über diectunosti- onem nn? eine Gewißheit und Klarheit zu erlangen erforderlich sev, anerklären könne; Daß um nicht eines durch das andere zu behindern und verwerffeil zu machen, man in dem ersten Anträge schlechterdings blos hiebet) stille zn stehen haben, übrigens aber solcher, die Antwort des Königs in Preußen möge ausfallen wie sie wolle, zu einen Probir-Stein, wie selbiger des Friedens halber überhaupt denke, dienen und gut sehn werde, ans dem Falle daß er darauf eiugehc, immer näher zur Sprache zu gelangen, oder außer dem in der Nelnnnng anderer Maßregeln desto mehr sortzn- fahren; Daß beh dergleichen obwaltenden Betrachtungen man hier nicht zweifle, daß Se. Mas. der König von Pohlen Sich diese Abrede gefallen laßen und genehmigen würden, in Folge derselben nach der Rückkunft des Herrn Geh. Raths von 8nn1 nach Warschau die wirklichen Eröffnungen und iusimmtimms an den König in Preußen durch Personen und Wege, die man dort dazu am tauglichsten und schicklichsten finden und erachten werde, zu vollziehen, / 12 Erste Eröffnungen. welchenfalls man annoch folgende Erinnerungen inständigst anempfehle: erstlich, daß diese Unterhandlung möglichst beschleunigt; sodann darinnc schlechterdings nur Schritt vor Schritt gegangen, und sich an die jedesmalige Abrede allein auf das genaueste gehalten; und endlich das Loersturn, als wovon der gute oder schlechte Fortgang der Sachen vornehmlich mit abhangen werde, äußerst und svrgfältigst beobachtet werden möge; Daß da inzwischen dem ohngcachtet es sehn könnte, daß man von Seiten des Hofs zu Warschau einen Anstand oder sich sonst ein Hindcrniß fände, man zugleich zum Voraus feste setztn wolle, alsdann das ob- crwehnte Gcsandtschafftliche kro Nsmorin und die hierauf zu er- theilende Antwort einander in orissinnU zurückznbehändigen, und alles hierunter verabhandelte schlechterdings als nicht geschehen zu betrachten und zu nbolircn. Zum Schluß fügten Se. Exc. der Herr Graf von Ununit/, an, daß da er schon oben crwehnt, daß man hier nichts ohne volle OornmuiUontion mit seinen ^Uiirten thne, er auch diese vorläuffige Abrede nicht nehmen würde, wenn nicht das Kön. Frantzösische Uinistei'ium ans die an selbiges gebrachte Anfrage, was nunmehr da der König in Preußen den Englischen Hof mit seinen Friedens- Einleitungen so gäntzlich abgewiesen, weiter vor Hand zu nehmen sehn möchte, ausdrücklich geäußert, daß ihr Hof sich alle Versuche, die man von hiesiger Seite sonst werde anstellen können und wollen, gefallen laßen würde, und daher bei obiger Abrede nur noch übrig bleibe, erwehnten Hof, von solcher zu seiner Zeit von Seiten des hiesigen sowohl als des Königl. Pohlnischen Hofs vollständige vertrauliche Nachricht mitzutheilen. Wie nun Se. Exc. der Herr Hof- und Staats-Kanzler durch diese sämtlich angeführten Aeußerungen alles was hiebei vor der Hand in eine Betrachtung kommen kann, auf das gründlichste und deutlichste erschöpft; Also ist auch von Sr. Exc. dem Herrn Grafen von lAsniwiuA blos so viel erwiedert worden, daß davon an Erste Eröffnungen. 13 St. Maj. den König Von Pohlen treulichst und ausführlichst Bericht erstattet werden, und der Geheime Rath von 8nul damit sofort nach IVnrselinu abreisen solle, als man hie auf das von Seiten der Gcsandtschafft unverzüglich zu überreichende Uro blemori n die verglichene Antwort zu ertheilcn werde beliebt haben')." Der solchergestalt verabredete ofsicielle Schriftenwechsel fand nunmehr statt. In einem Promcmoria vom 8. November wiederholte der Graf Flemming die Vorstellungen von dem bedrängten und kläglichen Zustande der sächsischen Erblande, bezog sich ans den guten Eingang, den ähnliche Vorstellungen beim königl. französischen Hofe gefunden, und erwähnte, daß eine weitere Fortsetzung des Krieges, welcher Art auch die Erwartungen und Hoffnungen sein möchten, die man davon hege, für Sachsen nur noch mehr Schaden und Verderben mit sich führen werde, so daß man königl. polnischer SeitS sehnlichst zu wünschen Ursache habe, es möchten die hohen alliirtcn Höfe zu alle dem, was zu einem baldigen, annehmlichen, anständigen und billigen Frieden den Weg eröffnen könne, die Hand bieten. In der Antwort vom 9. November betonte der Graf Kaunitz, daß die Kaiserin niemals von einem billigen und anständigen Frieden entfernt gewesen, unter Hinweisung auf verschiedene Aeußerungen, die man seit einiger Zeit sowohl an den französischen und durch diesen an den englischen Hof, wie auch an den verewigten russischen Kaiser Peter III. und an die jetzt regierende Kaiserin habe gelangen lassen; wohingegen die eigentliche Gesinnung des Königs in Preußen, sowohl in Ansehung der Form als der Sache selbst, vollständig unbekannt geblieben sei. Die Kaiserin wolle jedoch, in dircctcr Erwiederung des chursächsischen Promemoria die deutliche Erklärung hiemit erneuern, „daß Ihre Majestät nicht nur zu Stifftnng eines baldigen, billigen und ) Bericht des Grafen Flemming vom 10. November 1762. 14 Erste Eröffnungen. dauerhaften Friedens wahrhafft geneigt sehen, sondern sich auch eine jede anständige Form, folglich die Unterhandlung mit oder ohne iUoäintion gefallen laßen würden, auch zugleich des Königs in Pohlen Majestät eigenem erleuchtesten Gutbesinden anheimstellten, von dieser gegenwärtigen Erklärung den selbst beliebigen Gebrauch zu machen; Aber weitere vertrante Anzeigen wegen der bequemsten Mittel und Wege wüsten Jhro Majestät vor dermalsten nicht an Hand zu geben, da hierunter alles auf die eigentliche König!. Preußische Gesinnung ankvmmen will, solche aber bereits erwehntermaßen dem hiesigen Hofe gantz unbekannt ist." Mit diesen Actenstückcn ausgerüstet, welche ein Gesandtschaftsbericht erläuternd begleitete, reiste der Geheime Nath von Saul sofort nach Warschau ab. Hier wurden die den Frieden in Aussicht stellenden Eröffnungen mit großer Genugthnung entgegengenommen; ein Brief des Königs vom 20. November theilte dem Cburprinzen die bisherigen Verabredungen und die dcrmalige Sachlage mit, und beauftragte Letzter», unverzüglich mit den Ministern darüber zu cvnfcriren, in welcher Weise füglich die Unterhandlung eröffnet werden könne. Da die größte Geheimhaltung erforderlich sei, nni nicht durch vorzeitige Veröffentlichung etwaige Schwierigkeiten ans preußischer Seite hervorznrufen, so dürfe es sich empfehlen, jemanden an den König von Preußen abzusenden unter dem, immerhin auch begründeten Vorwände, von demselben Erleichterungen in der Behandlung des Landes zu erbitten, wobei denn in der Unterhaltung dem Könige die beiden, in Wien ansgetauschten Prv- memoria mitgetheilt werden könnten. Von der Antwort, die selbiger darauf geben werde, hinge dann der weitere Verfolg ab. Diesen Auftrag ausznführen, erscheine der Geheime Nath Freiherr von Fritsch vorzüglich geeignet, nicht nur überhaupt wegen seiner Kenntnisse, sondern auch besonders deshalb, weil der König von Preußen ihn gern habe und es liebe, sich mit ihm zu unterhalten. Sollte gegen alles Erwarten der König jede Unterhandlung mit Erste Eröffnungen. 15 dem Wiener Hofe znrückweisen, so würden die vorliegenden Eröffnungen doch vielleicht dazu dienen, für Sachsen einen Privatvergleich oder eine günstigere Behandlung des Landes zu erziele». In Dresden wußte inan keine schicklichere Art zur Einleitung der Verhandlungen ausfindig zu machen, und der Chnrprinz er- theilte daher dem Geheimen Rath von Fritsch den Auftrag, fiel, nach Meißen zu verfügen, wo damals der König von Preußen sich aufhiclt. Durch ein eigenhändiges Schreiben des Chnrprinzen') ward der Gesandte bei dem König eingeführt, um dasselbe mit allen denjenigen Vorstellungen zu begleiten, welche geeignet erscheinen könnten, den König zu einiger Milderung der zeitherigen und immer zunehmenden Härte gegen Sachsen zu bewegen. Eine ausführliche Instruction vom 28. November wies ihn an, vor allen Dingen ans die Evacnation der Lande hinzuarbeiten, und wenn diese nicht zu hoffen, vorzüglich darauf zu sehen, daß die Gestellung der Recrutcn und die Wegtrcibung des Rindviehes und der Schafe vermieden werde, so wie er auch eine Verminderung der Gcldabgaben und Frnchtlicserungen zu erlangen suchen solle. Ganz besonders habe er sich für die Stadt Leipzig zu verwenden und darauf hinzuweisen, wie viel den preußischen Unterthanen an der Erhaltung dieses Handelsplatzes und sämmtlicher sächsischen Lande, deren Einwohner von jeher mit ihnen in der genauesten Handelsverbindnng gestanden, gelegen sei, und wie wenig es das eigne preußische Interesse befördre, wenn man fortfahre, Sachsen zu verwüsten. Dadurch werde sich vermuthlich die Gelegenheit von selbst machen, vom Frieden ^zn reden; die aufrichtige Neigung der sächsischen Regierung zur Wiederherstellung eines dauerhaften guten Einvernehmens könne durch Vorlegung der beiden Promemoria dargethan werden, anS denen auch die gleichen Intentionen des Wiener Hofes erhellten. Da dieselben jedoch, in deutscher Sprache ) Beilage IN 16 Erste Eröffnungen. und etwas weitläuftig abgefaßt, zu dem Bedenken Veranlassung gegeben, ob sie mit zureichender Geduld dürften angehört oder durchgelcsen werden, so ward der wesentliche Inhalt beider Schriftstücke in eine besondere Instruction ostsusidlo niedergelegt. Man hoffte, daß nach solchen Vorlagen der. König von Preußen nicht weiter an der ernstlichen Bereitwilligkeit zum Frieden zweifeln und eine dergestalt zuverlässige Antwort ertheilen werde, die man an den Wiener Hof gelangen lassen könne; sei jedoch etwas Schriftliches vom König nicht zu erhalte», so möge der Gesandte versuchen, ob ihm der König gestatte, dessen Erklärung zu Papier zu bringen und ihm wieder vorznlesen, damit jede Zweideutigkeit und Ungenauigkeit vermieden werde. Im Fall der Weigerung, den Frieden zu gleicher Zeit mit Sachsen und Oesterreich abznschließen, sei eine etwaige Erwähnung eines Particnlarfriedens mit Sachsen nicht von der Hand zu weisen, sondern unter nochmaliger Ver sichernng diesseitiger Geneigtheit zur Wiederherstellung des guten Einverständnisses nä rsknrenäuni zu nehmen, lieber Alles sei die genaueste Geheimhaltung erforderlich, und werde auch dem englischen und russischen Gesandten vor dm Hand keine Mittheilnng zugchcn, da man zumal von deren Mitwirkung bei des Königs von Preußen Majestät nach den bereits gemachten Erfahrungen wenig Effect sich zu versprechen habe. Am 29. November reiste Fritsch nach Meißen und erhielt sofort Audienz beim Königs. Derselbe nahm das Schreiben des Churprinzen mit einiger Verwunderung entgegen und hörte den Vortrag des Gesandten ziemlich geduldig an, so lange es bei Empfehlungen blieb; als letzterer jedoch mit den Vorstellungen über die Behandlung des Landes hervortrat, schien die Geduld abzunehmen und er ward in seiner besten Rede gestört. Nm sich wieder geduldiges Gehör zu verschaffen, erinnerte Fritsch den König ) Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 1. Dccember 1762. Erste Eröffnungen. 17 daran, daß derselbe ihm zu Anfang des vcrwichencn Jahres selbst gerathen, „die Sachsen sollten bei ihrem Herrn schreien, daß er bald an einem Frieden zu arbeiten Hand anlcge"; dieser Rath sei befolgt worden, und es werde jetzt ans Se. Majestät ankommen, ob Sie dem Vaterlande Ruhe gönnen wollten, da der König von Polen bei den Höfen von Versailles und Wien alles Mögliche durch besondere Gesandte gethan habe. Der König unterbrach hier den Redner mit der Frage: ob er etwa von der Reise des Geheimen Raths von Saul nach Frankreich spräche? Er wolle ihm besser sagen, was dieser daselbst angetragen, und wie er empfangen worden: nichts weniger als die Herstellung der Ruhe in Deutschland und zuletzt eine ziemlich bedenkliche Anwendung der sächsischen, bisher in französischem Solde gestandenen Truppen habe er ge- suchet, aber kein Gehör gefunden. Man nothigc ihn, den König, den Krieg fortznsetzen, und da müsse er Sachsen vornehmlich an- strengcn, es möge so wehe thun wie cs wolle; seine Lande wären auch und noch viel mehr durch die Russen ruinirt worden. Alles, was Fritsch hiergegen sagen konnte, ward mit einigem Unwillen angehört, und es schien daher ersterem der Augenblick gekommen, um dem König vorzustellen, daß sein Gebieter auch bei der Kaiserin-Königin auf Herstellung der Ruhe angetragen und die billigsten Erklärungen in Antwort erhalten habe. Als der König mit Lächeln hieran zu zweifeln schien und Fritsch einer allzugutherzigen Leichtgläubigkeit beschuldigte, zog dieser die beiden Promemoria hervor und suchte daraus die dermalige Lage klar vorznstellen. Beim Erblicken der deutschen Schrift erklärte der König, er sei kein Verehrer dieser weitlänftigcn Schreibart, und verlangte von Fritsch, dieser möge nur das Nvthwendigste lesen, und zwar sehr langsam und deutlich, weil ihm diese Sprache nicht so geläufig sei wie das Französische. Mit diesem Lesen wollte cs jedoch nicht recht gehen, und die Besvrgniß, ganz aus der erforderlichen Fassung zu kommen, veranlaßte Fritsch, die instrnotioii Beaulicu-Marconnay. Der Hubertsburger Friede. 2 dsminoi 18 Erste Eröffnungen. ostensible hcrvorzuziehen. Die Vorlesung derselben ward mit großem Interesse angehört, jedoch gcrieth der König über die in dem Wiener Promemoria enthaltenen Vorwürfe und Entschuldigungen in heftigen Zorn; der weitere Inhalt beruhigte ihn wieder, allein er konnte sich doch nicht des Verdachts erwehren, daß man blos beabsichtige, den Krieg in die Länge zu ziehen. Solche Beschuldigungen, Zweifel, Bedenken von der einen, Erläuterungen und Bethenerungen von der andern Seite veranlaßten ein Gespräch von mehr als einer Stunde, dessen Inhalt wesentlich in dem vom Könige später selbst aufgesetzten Memoire wiedergcgeben ist. Denn da Fritsch die Besorgniß aussprach, die Schwäche seines Gedächtnisses werde ihn hindern, die aufgegebene Antwort vollständig richtig zu fassen, antwortete ihm der König lächelnd, er merke wohl, was jener von ihm haben wolle, und da er den Versicherungen von der Kaiserin-Königin friedliebenden Gesinnungen einstweilen trauen wolle, so solle ihn auch die Mühe nicht verdrießen, die Feder zu gebrauchen, um so den Churprinzen in den Stand zu setzen, das gute Werk des Friedens möglichst zu befördern.. Da er aber des Hofes zu Wien hergebrachte Weise zu gut kenne, auch bereits das fünfzigste Jahr überschritten, mithin Lehrgeld genug gegeben habe, so müsse ihm etwas Zeit gelassen, werden, um alles zuverlässig und genau anszudrücken, wie er es meine. Hiermit endigte die erste, ziemlich lange Audienz. Während der darauf folgenden Tafel schien der König hauptsächlich die Anwesenden von jeder Spur der stattgehabten Unterredung ableiten zu wollen, und erging sich daher lange Zeit in Betrachtungen über sein Verfahren in Sachsen, wobei er Fritsch in keiner Weise schonte. Am folgenden Tage erhielt Letzterer Befehl, wieder bei Tafel und vorher beim König zu erscheinen. Beim Eintritt in das Zimmer behändigte ihm der König das Antwortschreiben an den Erste Eröffnungen. 19 Churprinzen i) und begleitete dies mit den verbindlichsten Versicherungen der Hochachtung und Freundschaft für den Prinzen und dessen Gemahlin. Sodann gab er ihm das schriftliche Memoire, befahl es taut zu lesen und begleitete diese Vorlesung mit verschiedenen Anmerkungen, welche seinen unabänderlich gefaßten Entschluß bekundeten, den Krieg in Sachsen sv lange fortznsühren, als er noch eines seiner im Jahre 1756 besessenen Lande entbehren müsse; der Territvrialbesitz, wie er in diesem Jahre bestanden, müsse vor allen Dingen wieder hergestellt werden, und Jhro Majestät die Kaiserin-Königin müsse Schlesien verschmerzen und vergessen; dann werde, so lange er lebe, ein Krieg nicht leicht wieder zu befürchten sein. Dabei wiederholte er die Versicherung, daß es ihm lieb sein werde, das erwünschte Friedenswerk durch den Dresdner Hof eingeleitet zu sehen; die weiteren Mittheilungen werde er in Leipzig mit Vergnügen erwarten; er gehe jetzt seinen Cordon zu besetzen und die ernsthaftesten Anstalten zu einer „viA-onrermen OnmpnAne" zn machen, betheure aber hoch, daß ihm nichts lieber in der Welt sein solle, als einen baldigen, billigen und dauerhaften Frieden zu erlangen. Schließlich sprach der König den Wunsch ans, die beiden deutschen Promemoria zu behalten; Fritsch war dazu ausdrücklich ermächtigt worden, und überreichte also seine beiden Abschriften, die der König in einem Couvert versiegelte. Man ging dann zur Tafel, und nach derselben ward Fritsch entlassen. Die Antwort des Königs in dem von ihm eigenhändig con- cipirten Memoire lautete svlgendermaßen: Alonmenr Vritselr n^nnt remis un memoire nn lloi de Grosse, eontennnt Ie8 neK-oointions, ^ne In 6onr äs 8nxe n entnmees n Vienne pour nelreminer I'ouvrnK-e äe In pnix >) Beilage 6. 2 20 Erste Eröffnung«», 61 ltl 6 168 PNltl68 1)6lliss6innt68 : 011 n 6111 llmoil Illi 1 I 0 UU 6 I In 16 P 01186 8iiivniit6: Oll (loit kniio Pi6n1nlil6lii6nt In 16I11N1<1116, »i de P 1 U 886 PNI 16 oniinl ll6 ln I?1NI166, PNI 66llli 0111 A, P 0111 Inil6 PN 8861 PNI 6Ü6 In moil1ol 0 A'I 10 . 0661 äoit 6 NU 861 <168 8011 PY 0 I 18 l 6 Kitil 1168 8111 In 8 il 1661 lt 6 ll6 868 86Iltil116I18 P0111 ln PNIX. 06p6I1lInilt 16 KOI 116 8'ni16t61N POIllt N 668 60I18ill61N- tl0118, 6t p16l61N1lt 16 Il16I1 <16 I'Il11I11N11lt6 Nil ^118t6 8011ptz011 <1116 ln Oom <16 V1611116 pomioit Inii6 lin.iti'6, II 1 I 60 INI 6 : < 11 l'II 68t pll 18 8 il 16616 I 1161 lt Porto <1116 66tt6 Oom In, n tont 66 <1111 P61lt no1l611lil161 11116 pnix il18t«z, lioiioinlllo 6t llmnblo 6Qtl6 168 PNltl68 Il6lIi^61Nllt68. II 116 8'NA'it <1116 Ü6 8 NV 011 66 <1116 In Ooill ll6 Vl 6 N 116 6llt611<1 PNI 16 t6im6 VNA-U6 <1'6<111ltnl>l6, <1111 68t 8N16t n Ilion cl68 ilit6ipi6tntioii8, 6t lloilt on cl6iiiniiloV6llrlll'6 1762 . In Dresden hatte man alle Ursache, mit dieser Antwort vorder Hand Vollständig zufrieden zu sein. Der mehr als kaustische Eingang an die österreichische Adresse war freilich eher geeignet Oel ins Feuer zu gießen, als dasselbe zu löschen; doch blieb immer die Möglichkeit, diese Herzeuscrleichterung, wie der König sic bezeichnet hatte, zu unterdrücken, was um so gerechtfertigter erschien, als sie in der Thal auf einem Mißverständnisse beruhte. Dagegen hatte man die bündige Erklärung des Königs, daß er den Frieden wünsche, war er doch in seiner zornigen Aufwallung bis zu der Behauptung gegangen: er wünsche den Frieden aufrichtiger als der Wiener Hof. So war denn der Grund gelegt, auf welchem sich weiter bauen ließ, und man brauchte nicht mehr an das unter allen Umständen mißliche Auskunftsmittel zu denken, ob fick) etwa, getrennt von Oesterreich, ein besonderer Friede schließen lasse. Abgesehen hievon, waren freilich die Aussichten für die nächste Zukunft nach den Eindrücken, welche Fritsch hcimgebracht hatte, nicht sehr ermuthigend. Man konnte sich in Dresden der Ueber- zengung nicht verschließen, daß, so lange der Krieg mit der Kaiserin fortdaure, weder an eine Räumung des Landes, noch an einen Waffenstillstand, der die Schonung desselben herbeiführe, und eben so wenig an eine Milderung der bisherigen Härte mittelst be- sondern Vergleichs, wie an eine zu erlangende Entschädigung zu denken sei. Und dieser Krieg konnte nur dann beendet, Sachsen 22 Erste Eröffnungen. nur dann aus den Händen des unbarmherzigen Siegers befreit werden, wenn diesem jede Handbreit Landes nach dem Besitzstand des Jahres 1756 znrückgegcben würde. Damit war der Weg scharf bezeichnet, den man sächsischerseits zu gehen hatte. Es galt vor allen Dingen, bei dem Wiener Hose dahin angelegentlichst zu wirken, daß dieser die Wiederherstellung des Besitzstandes vom Jahre 1756 als Basis des Friedensschlusses anerkenne und auf etwaige bessere Bedingungen Verzicht leiste, damit nicht etwa der König von Preußen seinerseits ebenfalls größere Prätensionen mache, von denen er seither nichts habe merken lassen. Diesem gemäß ward der Graf Flcmming instrnirt>), und dabei zugleich das Bedenken hervorgehoben, ob cs rathsam sei, das Memoire nach seinem ganzen Inhalte dem Wiener Hofe mit- zuthcilen. Damit jedoch die Unterlassung nicht etwa Mißtrauen erwecke, möge dasselbe dem Grasen Kaunitz zngestellt werden, und zwar mit dem Ersuchen, im wahren Interesse des für alle Länder so nothwendigen Friedenswerkes über den harten Eingang sich hinwegzusctzen, der ja doch nur auf Mißverständnissen beruhe; in der Hauptsache sei ja alles erlangt, was man habe erwarten dürfen. Kaunitz entsprach diesen Erwartungen vollständig 2). Er nahm mit unverhohlener Befriedigung die Depesche entgegen und meinte, es sei sehr wohlgcthan, daß man sächsischerseits die Antwort des Königs von Preußen in extenso pro stckelitnte (wie sein Ausdruck war) beigelegt habe; man könne in Wien füglich den harten Eingang derselben ignoriren und dadurch allen Discnssivnen aus- weichen, durch welche die Hauptsache selbst schon offen gelitten; dies könne man um so mehr, als die Beschuldigungen des Königs grundfalsch seien und man die unwiderleglichen Gegenbeweise in ') Schreiben des Churprinzen an den Grafen Flemming vom 3. Dec. 1762. 2 ) Bericht des Grafen Flemming vom 8. Dec. 1762. Erste Eröffnungen. 23 Händen habe. Dahingegen erklärte er die Art nnd Weise, wie von Seiten des Königs von Polen und des Chnrprinzen die Angelegenheit in Fluß gebracht und wie seitens des von ihnen in- strnirten Gesandten die vorläufige Verhandlung gesührt worden sei, für so gut und unverbesserlich, daß er im Voraus sich versichert hielt, der Kaiserin-Königin werde Alles „zu eben so gänzlicher Zufriedenheit als neuen Verbindlichkeit gereichen". Es solle daher auch unverzüglich eine vertraute Persönlichkeit ansgewählt und mit den erforderlichen Vollmachten und Instructionen nach Dresden abgefertigt werden; über den Inhalt dieser letztem könne man sich jedoch noch nicht aussprechen. Nachdem noch an demselben Tage die Kaiserin Vortrag über alles dies erhalten nnd ihre Genehmigung crtheilt hatte, kam man überein, daß Flemming ein kurzes Promemoria überreichen solle, und zwar in französischer Sprache, um dem Könige von Preußen auch in dieser Hinsicht entgegenzukommcn, woraus dann eine Gegen-Erklärung erfolgen werde. Da Graf Kaunitz es für zweckdienlich erachtete, daß dem französischen Gesandten von der eingegangencn preußischen Antwort (natürlich ohne exoräinin) sofort Nachricht gegeben werde, so kam in Frage, ob es nicht an der Zeit sein möchte, auch noch den englischen und russischen Hof mit zur Hülfe zu nehmen, um den König von Preußen fügsamer zu machen. Allein da man erwägen mußte, daß dem Letztem bei dem vorliegenden Anträge hauptsächlich zu gefallen scheine, daß man sich an ihn unmittelbar gewendet, nnd er, nachdem England ohne sein Vorwissen Frieden geschlossen, dessen Betheiligung bei den bevorstehenden Verhandlungen als seiner unwürdig erachten könne, so ging man vorderhand davon ab. Der Verabredung gemäß überreichte Graf Flemming am 7. December ein Memoire, in welchem, nach der einfachen Erzählung der vom Dresdner Hof genommenen Maßregeln, die 24 Erste Eröffnungen. Mittheilung der preußischen Antwort mit den Worten cingeleitet ward: 8n Llnjests lAmssisnirs, apr68 avoir kalt remarMor (los souptzons snr In sineeritö äss 86ntiiu6ut8 elo In 6our äs Vioirns pour ln paix, stöolaie: ciu'blllo 68t plu8 8iu66i'6iu6ut portv eine 66tt6 Oonr In u. s. w., worauf dann der weitere Inhalt des Niemoire wörtlich folgt. Diese Antwort lasse aufs deutlichste und genaueste erkennen, daß der Wunsch des Königs von Preußen, die Ruhe in Deutschland baldigst zurückgeführt zu sehen, ebenso aufrichtig sei wie das Verlangen, das sich in Wien dafür ausgesprochen. Man sei daher überzeugt, daß die Kaiserin unver- weilt diejenigen Befehle erlassen werde, die erforderlich seien, um eine so wichtige Unterhandlung in Gang zu bringen, und man erbitte vom kaiserlichen Ministerium eine rasche und günstige Antwort, damit ohne Zeitverlust der Courier nach Dresden znrück- - kehren könne. Das Memoire des Grafen Kaunitz vom 9. December wiederholt die Anerkennung, welche die Kaiserin den seither beliebten Schritten des Dresdner Hofes zollt, und fährt dann fort: „8a, Ülag68t6 P6N86 stone, Hu'il 86roit 8UP6I'stu cl6 cli8vnt6r gjU6ll6 68k 66II6 Ü68 Uartl68 osui 68t plu8 8iu66r6IU6Ilt «U8P0866 au r6tak»Ii886iu6llt el'uu6 Uaix, 86 <^U6 16 IU0^6ll 16 plu8 str6k 6t 16 p1u8 8NI6 pour a666ll6r6I' Ull ouvra§6 au88i 8alutair6, 6'68t st'uutrer au plütot 6U Istü- Erste Eröffnungen. 25 K-ooiatiou mir es mrjst, st LIIs sst ästsrminss mo^sniiniit esln 5 suvo^sr 5 Orsmls, nrr plütot, sous im nutrs irrstsxts, ciuslciu'ull ä'nkliäs, mimi äs sss InstruetiouZ st äs 8S8 ?1sin- xonvoir8 st rmtorms uon 86uIsMsut 5 ^ trnitsr äs In ?nix, mni8 msiiis L soiislurrs. " Dieser Bevollmächtigte, der Hofrath von Collenbach, werde in etwa sechs Tagen abreisen, und der König von Preußen brauche nur diesem Beispiele zu folgen. „Osln 8NM036 il 86 Innnits8t6rn bäsiitot st 8NI18 uns loNA'US MA'oeintion, 8i äs ^nrt st ä'rmtrs on 68t 8iii66i-6iiisiit äi 8 p 08 s ä äomisr Is8 mniir8 L uns ?nix ^ju8ts, lioiiornbls st äurnbls, st 81 1'oii jisut 86 üntsr, äs voir äliii8 ^iSii In llii äs8irn.bls äs8 snlnuiit68 äs In Ousrrs, st In BrnuMilits g-siisrnls, nlii8i eins l'nraltis st In lisims iutslIiAsues 8iuesr6iii6ut st äurnbls- uisut rstnl>1i68 sutrs 1s8 ?nrtis8 ds1IiA6rnüt68/' Dieser fast humoristische Wettstreit über den Vorrang in der Friedensliebe und der Bereitwilligkeit zur Wiederherstellung der Ruhe ist der sicherste Beweis, daß beide Thcile durchdrungen waren von der Ueberzeugung, daß es unmöglich sei, den Krieg fortzu- setzcn. Nach außen hin suchte freilich Jeder einen dahin gehenden Verdacht zu entkräften; nicht ohne Affectativn ward auf beiden Seiten von den umfassenden Veranstaltungen zu einem bevorstehenden Feldzuge gesprochen, und dabei der günstige Zustand der eigenen, sowie die nachtheilige Lage der Gegenpartei auf das angemessenste vergrößert. Während man im preußischen Lager sich des wiedcrerlangten Besitzes Schlesiens rühmte und der günstigen Lage, in die man durch die mit der österreichischen Armee geschlossene Winter-Convention versetzt worden, — schüttelte man in Wien ungläubig den Kopf, und meinte, es dürfe doch mit den dvrtseitigen Kräften zur Fortführung des Krieges nicht so gar- glänzend bestellt sein, da nur der Mangel an solchen den König von Preußen habe veranlassen können, solche unerhörte Aushülfs- mittel zu ergreifen, als der letzte Einfall in die Reichslande sei; 26 Erste Eröffnungen. dagegen könne es keinem Zweifel unterliegen, daß die weitläufigen Staaten der Kaiserin-Königin zur Verstärkung und Recrntirung der Armee über den Bedarf im Stande seien, und man daher mit den eigenen inncrn Kräften den Krieg ungleich länger fortsetzen könne, als dies dem Gegner möglich sein werde. Die Kehrseite dieser ofsiciösen Betrachtungen war jedoch für Heide Theile gewichtiger. In Wien sah man sich Vergehens um nach Mitteln, die unumgänglich nöthigen Gelder zusammenzubringen und die Schwierigkeiten zu besiegen, welche sich der Anschaffung der erforderlichen Magazinvorräthe entgegcnstellten. Die Lage der öffentlichen Angelegenheiten in Europa ließ auch keine Hoffnung auf eine günstigere Gestaltung der Dinge anfkommen. Denn abgesehen von dem passiven Verhalten Rußlands, waren ganz neuerlich, am 3. November, zu Fontainebleau Friedenspräliminarien zwischen Frankreich und Großbritannien unterzeichnet worden, in deren 13. Artikel die paciscirenden Mächte allen fernem Hülfs- leistnngcn bei Fortsetzung des Kriegs in Deutschland entsagten. Diese Bestimmung war weit nachthciliger für Oesterreich als für Preußen, und beendete eine Allianz, auf welche allein der Wiener Hof die Hoffnung einer Wiedereroberung von Schlesien gründen konnte. Gründe von nicht geringerem Gewichte bewogen aber auch den König von Preußen, die ihm entgegengctragenen Friedens- aussichtcn in der Weise zu begrüßen, wie dies aus seinem Memoire erhellt. Der königlich preußische General von Tcmpelhoff^) schildert den damaligen Zustand folgendermaßen: „Der König wünschte den Frieden mit Sehnsucht. Seine Länder waren verwüstet, von junger Mannschaft entblößt, und seine Hülfsmittel so erschöpft, daß er sich gcnöthigt gesehen hätte, zu ganz außerordentlichen und ihm selbst gehässigen Mitteln aller Art seine Zuflucht zu nehmen, >) Geschichte des siebenjiihr. Kriegs, Bd. 6, S. 250. Svfte Evôffmmgcit. 27 nui uid)t tobtlig ju ©ntnbe gcrtdùet 511 ivcrbeu. ©ngtanb itnb granfrad) irarcn int Segriff, beu griebcn abjufcbücfscit, aber ber ©influé bcê engtifdjcn 2 )tùufterê 23ute iihu fo gréé, bafj b et beu nntcrt;aublnngcn an ben $ônig gar uidjt gebad)t wurbe, unb ©nglaub it)u feinent ©dnd’faf allein ufaerltcg. " 3)er fôûnig fetbfl fpridft ftd) über fciue bantaftge Sage fetjr offert aitê 1 ): „De son côté bien des motifs concouraient à lui faire préférer des conditions de paix modestes et modérées à d’autres plus avantageuses. L’armée se trouvoit trop ruinée et trop dégénérée pour qu’on pût s’en promettre des exploits éclatans. Le nombre des bons généraux avoit diminué, — les vieux officiers avoient péri dans un grand nombre d’occasions meurtrières où ils avoient combattu pour la patrie. Les jeunes officiers étoient d’un âge à ne point promettre de grands services. Les troupes dans l’état où elles étoient, ne pouvoient s’attirer la confiance de ceux qui dévoient les commander. A quels secours enfin le Roi pouvoit-il s’attendre en continuant la guerre? Il se trouvoit entièrement isolé et sans alliés. — — — Non content de fouler aux pieds les engagemens et la bonne foi des traités, le Sr. Bute in- triguoit encore à la cour de Pétersbourg et y semoit des germes de méfiance et de soupçons contre le Roi, de sorte que celuici ne pouvant compter sur aucune des puissances de l’Europe, avoit tout lieu d’appréhender de nouvelles brouilleries avec les Russes. “ ') Histoire de la guerre de sept ans, t. II, cap. 17. Pon Dresden dis Mennsdorf. In Warschau war der Bericht über den Ausfall der Sendung des Herrn von Fritsch mit nicht geringerer Befriedigung ausgenommen worden, als in Wien; man machte sich sogar desto größere Hoffnungen von den bei einem Friedensschlüsse zu erzielenden Vortheilen, je geringer die Mittel waren, die zu solchem Erfolge nothwendig. Nicht als ob man sich mit geschlossenen Angen der verzweifelten Lage und gänzlichen Ohnmacht Sachsens gcgenübergestcllt und die allseitige Machtstellung, wie sie aus den Feldzügen der letzten Jahre hervorgegangcn, durchaus verkannt hatte; — darüber war man sich völlig klar; dieser Optimismus stützte sich vielmehr lediglich auf das leider erblich ge- w vrdene fatalisti s ch cVertrauen zu de r werkthätig e n Hülse und Unterstützung des Wiener Hofes. Dieser sich zu versichern, darauf war wesentlich das Bestreben in Warschau gerichtet. Schon am 11. December ward Graf Flemming angewiesen, „sich fortwährend dafür zu verwenden, daß man die Entschädigung des Königs von Pohlen als eines so getreuen und unverschuldet mißhandelten Alliirtcn und seiner bis zum äußersten Umsturz gebrachten Sächsischen Erblande, als eine ooneUtio sine gnn non in serisusen Vortrag bringen möge." Je weniger von dem König von Preußen eine billig mäßige, oder nur irgend hinlängliche Entschädigung des angethanen Unrechts und nnbcschreib- Von Dresden bis Mennsdorf. 29 lichen Verlustes zu hoffen, „desto mehr erwarten Wir, daß der K. K. Hof außer der unanfsckieblichen Rettung des wenigen was in Sachsen noch übrig geblieben und in kurzem vollends der gänzlichen und ganz unwiederbringlichen Verwüstung ausgestellt ist, sich bei dieser Gelegenheit unserer gerechten und zuversichtlichen Erwartung nicht entziehen, und alles nur immer mögliche zu nnserm ZnulaZsinent, Wiederherstellung und andern etwa zu erlangenden Erleichterungen und oonvenanoes versuchen und mit angehcn werde." DaS königliche Handschreiben an den Churprinzen, vom 16. Deccmber, mit der Vollmacht zur weitern Behandlung des angefangenen Werkes, gesteht freilich im Eingänge, daß die der- malige Sachlage nicht so angcthan sei, ans eine auch nur vcr- hältnißmäßige Entschädigung hoffen zu dürfen; doch sind die Erwartungen noch nickt so sehr herabgestimmt. „1l ns s'agnt eione Hue cie taober ci'obtenir es epc'on peut: Im restitutiou cies bommes, artilleries et untres ellets enieves; Oaocinisition ci'Ort'nrtb mo^ennant un eobanAS; Oes pareeiies ein Ooi eis Orusse cians iss Ousaoes; I,a oession ei'nn den nombre eie biliets cie 8tener c^ue ie lloi eie Ornsse a aecinis ä bas prix; Oa eassation eie 1a prölürenee «^u'ii avoit obtenue pour .8es sujets par Ie Vraite eie Orescie; äs meine ciue i'artieis eoueernant i'eebanKe eie 8obiä1o; IIn Vraite äe Oommeroe reeiprociuement avantaAeux aux Otats respeotiks; Im iibre passa^e en tont tems par 1a 8i1esie eu ?c>- ioAme; 1,68 bons oktioes ein Lei cie Ornsse ä empio^er en liussie, en kavenr ein One cie Oouriancie; i,a promesse ci'aicier ei'nn autre eote ä aeoeierer l'etab- iissemeut ein Oriuee Oiemeut cians eies Oveobbs; 30 Vvn Dresden bis Mennsdorf. Hut sein 8sroisut äs8 olffst8 ciui ns eoutsrvisnt pn8 dsuusoup uu lkoi äs ?ru886 et qul pourroisnt ssxsnäunt ms souIuA-er sn eiuslcius kutzon. Vo ^62 81 V()U8 P 0 UV 62 xsutstrs SU trouvsr snoors (l'uutl'68 ü 11 I 0 PO 86 I'. OslibsrsL lü äs88U8 uvso läs8 läinl8trs8 sn oou8ultnnt SU msms t6M8 ls Lnron äs l?rit86li, pui8qu'll psut juKsr 1s misux es hu'il sroit po88ib1s ou non, ä'obtsnir äu Roi äs kl'U88S. imlin sonoius^ ju8qu'ü Nu rutitisution 1s misux qus Vou8 P0UV62. äs VOU 8 snvois ü sst säst uu kisinpouvoir, nvss in tnsuits äs 8ubäsis^usr sts. ste." Noch bevor dieses Schreiben an seine Adresse gelangt war, hatte der Churprinz den Baron Fritsch an den König in dessen jetziges Hauptquartier nach Leipzig abgesandt, um denselben von den aus Wien erhaltenen Nachrichten in Kenntniß zu setzen. Auch diese zweite Sendung ward mit einem Handschreiben des Churprinzen eingeleitet, worin dieser seine Wünsche für die baldige Beendigung der Friedensverhandlungen aussprach und seine Bitte um mildere Behandlung des unglücklichen Landes wiederholte. Fritsch hatte ein kurzes Memoire aufgesetzt, mit dem er die beiden neuesten Wiener Aktenstücke begleitete und worin er die bevorstehende Ankunft des österreichischen Bevollmächtigten in Dresden meldete; mit Beziehung hierauf heißt es am Schluffe: i^s svrm- siA'us n orärs äs äsmnnäsr rs8ps6tu6U86msut ü 8n Nnjs8ts ki'U88isnns: 1. i'snäroit, oü Liis oräonusrn, öeilsr, nu88l disu I 1 oi 86 116 (168116 11611 tklllt 11116 (16 P16t61' 168 111111118 11 tollt 66 11111 POttl'!'!) 1ie1l6I1lil161- 6t N666I6I61' 1111 01IVI'k1A6 1111881 8tl1lltnil'6 P0 111 16 t>i6ii (io 1'Iiiiiiiaiiit6. Am 19. Deeember, Nachmittags, kam Fritsch in Leipzig an und ward sofort beim König vorgelassen >). Derselbe bezeugte anfangs einige Verwunderung, ihn wiederznsehen, und gestand, erhübe den in Meißen gethanen Antrag auf sich beruhen lassen; da es jedoch dem K. K. Hofe ein, ihm gewiß sehr angenehmer Ernst zu sein scheine, so wolle er sich sofort über die fünf Punkte erklären: aä 1 und 2. Ihm wäre jeder Ort recht, den Jhro Majestät die Kaiserin zu wählen belieben möchten; da jedoch gewiß bei seiner Gegenwart viel Zeit gewonnen werde, so wolle er in Leipzig den abgesandten Herrn pon Collenbach erwarten. nct 3 wolle er den Cabinetsminister Grafen von Finckenstein zur Verhandlung bevollmächtigen, da dieser seine Entscheidungen sofort mündlich einzuholen im Stande sei. riet 4 wolle er Pässe für Herrn von Collenbach ausfertigen lassen. Da jedoch das Ab- und Zureiten der kaiserlichen 0oiirii6i8 Aufsehen erregen werde, so sei es besser, daß die glitte von Leipzig bis Dresden durch sächsische Couriere besorgt würden. nit 5. Zur bessern Geheimhaltung werde es erforderlich sein, daß Herr von Collenbach bei Fritsch wohne, wo dann auch die Besprechungen mit Gras Finckenstein stattfinden könnten. Mit dem Inhalte der beiden Wiener Memoire war der König sehr zufrieden; er bezeichnete sie als vollständig genügend und >) Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 21. DecemLer 1762. Z2 Von Dresden bis Mennsdorf. sehr gut abgefußt, und übersah ganz, daß man den Eingang seiner Antwort elndirt hatte. In Betreff des Orts der Cvn- ferenz wiederholte er, daß er alle Deccnz gegen der Kaiserin- Königin Majestät zu beobachten gcsinnet wäre, und sogar bereit sei, einen ^.inlmssncksur nach Wien zu senden. Ebenso kam er mehrere Male auf die Frage zurück: waS denn der kaiserliche Hof unter eciuitndls verstehe? ob man in Dresden nicht wisse oder errathen könne, was dieser Ausdruck besagen wolle? Als Fritsch seine völlige Unwissenheit in dieser Hinsicht bethenertc, fuhr der König mit Lebhaftigkeit auf: wenn ich nicht alle meine Lande wiederbekomme, so ist an nichts zu denken und der Handel wird kurz sein; was dünkct Ihm? rede Er als un- partheiischer unter uns. Fritsch: Wenn nun Ew. Majestät für Glatz ein Eguivalent bekämen, da selbiges der Kaiserin nöthig ist, um Böhmen zu decken, so kämen Sie doch zu Ihrem Endzweck. Der König: Daraus wird nichts, so lange ich lebe; denn ich will meinem Nachfolger nicht die Gefahr Hintersassen, Schlesien zu verlieren, welches allein durch Glatz von dieser Seite gedeckt wird. Auf eine Grafschaft, die 150,000 Thaler tragt, kommt cs mir wahrlich nicht an. Fritsch: Man hält doch dafür, daß Glatz mehr Böhmen als Schlesien deckt, und es mag doch der Kaiserin Majestät höchlich daran gelegen sein, vor allem Ueberfall aus Schlesien nach Böhmen gesichert zu werden. Der König: Das sagen Leute, die das Kriegshandwerk nicht verstehen. Ich will Ihn gleich des Gcgcntheils vor jener Karte überzeugen. Fritsch: Die Mühe würde umsonst sein, da meine Begriffe so weit nicht reichen. Der König: Komme Er nur, mit Seinem ston sons soll Er es begreifen. Von Dresden bis Wermsdvrf. 33 Man ging also zur Karte, und der König demonstrirte, daß ohne Glatz die Hohen gegen Schweidnitz und Silberberg alle gegen ihn, und Schweidnitz allein den Feind aufzuhalten nicht vermögend sei; der Kaiserin könne es aber nicht schaden, denn von Glatz aus sei das Eindringen in Böhmen unmöglich, wenn man die Posten von Poliz und bei dem schönen Hengst recht wahrnehmc. Die Rücksicht auf gegenseitige Sicherheit unterstütze sein Verlangen, und die Kaiserin würde auch kein Bedenken dabei haben, wenn man nicht etwa Projecte für die Zukunft im Sinne habe, denen er aber znvorznkommen wissen werde. Auf Fritschens Bemerkung, er könne ans alles dieses nichts sagen, und müsse die Discusstvn lediglich dem österreichischen Bevollmächtigten überlassen, — erwiederte der König: Nun, so mache Er nur, daß er bald komme, wir wollen in sehr kurzem klar werden. Fritsch: Was machen Ew. Majestät aber mit uns armen Sachsen? Der König: Ich gebe euch euer Land wieder. Fritsch: Ist das genug, wie es jetzt aussieht? Ew. Majestät sollten den letzten Act der Tragödie zu Dero Ruhm billig zu endigen bedacht sein, da mein Hof gewiß künftig der beste und nützlichste Nachbar sein wird. Der König: Rechnet ja nicht darauf, ein Dorf, oder einen Groschen von mir zn bekommen; machet, daß es bald alle wird, ich will dann sorgen, euch eine Convenienz zu verschaffen. Fritsch: Wenn ich diese nur sähe! Unser Zustand ist kläglich genug. Wir müssen also auch einen Bevollmächtigten mit hierher schicken? Der König: Er kommt ja mit; lasse Er sich Vollmacht geben. Fritsch: Nach den Aeußerungen von Ew. Königlichen Majestät, die so betrübt für uns lauten, muß ich mich vor diesem Aufträge hüten; denn um einen so schlechten Frieden zu unterschreiben, liebe ich mein Vaterland zu sehr. Ich denke wie der rnnitre stac^nes Beaulieu-M arcon nay. Der Hnbertsburger Friede. 3 34 Vo» DrcSdc» bis WcrmSdorf. im ^VÄI'6 von Moliöre, der cs vvrzog, seine geliebten Pferde unter der Hand eines Andern als unter seinen eigenen krepiren zu sehen. Den, wenn auch unverdienten Vorwürfen der Nachwelt will ich mich nicht anssetzen, und thne nichts, wenn mir nicht bessere Hoffnung gegeben wird. Der König: Es wird eö gewiß kein Anderer besser machen als Er, denn die Umstände sein nicht anders. Fritsch: Wenn Ew. Königliche Majestät nur für jetzt ein wenig von der Schärfe des Eintreibens, zumal bei den Rekruten (deren eben eine Menge unter dem Fenster vorbeigetriebcn wurden) und von den übrigen Forderungen nachließen, und wenigstens die acht Tage, binnen welcher man doch klar sehen muß, abwarteten, so könnte ich doch etwas hoffen; aber was kann ich mir bei dieser Härte versprechen? Der König: Es wird nicht anders. Geh Er, und schicke Er sich zur Abreise; ich will meine Antwort schreiben, die Pässe bestellen und ihm sein Quartier räumen lassen. Morgen kann Er hier essen, wenn es Ihm nämlich gefällt; da will ich Ihm alles geben. Mit diesem wenig tröstlichen Bescheide ward der Gesandte entlassen. Als er Tags darauf zur Tafel kam, fand er den König zwar ziemlich gnädig, aber etwas finster; bei Tisch sagte ihm der König ohne irgend eine besondere Veranlassung: ich will Ihm nachher eine schöne i-ises zu Seiner Erbauung mitthcilcn. Nach aufgehobener Tafel ging der König in sein Cabinet, holte das Antwortschreiben an den Chnrprinzen und übergab es Fritsch mit dem Anfügen, es sei der Befehl ergangen, die ans dem Merseburger Gestüt weggenommcnen eilf Beschäler dem Churprinzen zurückzugeben. Alsdann setzte er hinzu: Er kann jetzt mit dem Grafen von Finckenstein sich über alles vernehmen, und von ihm die Pässe empfangen; morgen früh reise Er ab und Hot er Seinen Fremden. Ich will ihm auch noch eine schöne piüee ans den Weg Von Dresden bis Wcrmsdorf. 35 zur Unterhaltung mitgeben; daraus könnt ihr lernen, wie man Länder evnouirt; ihr könnt gewiß versichert sein, daß ehe der Frieden geschlossen und ratificirt ist, an keine evueuntion oder die geringste Minderung zu denken ist. Fritsch wollte die empfangene Piece ansehen, allein der König verbot eS ihm; und als jener nochmals um weniger Strenge bei den Exactivnen bat, antwortete er etwas entrüstet: ich mache keine exnotioirs, ich lasse Kontributionen eintreibcn! — und ging in sein Cabinet. Das in so auffallender Weise mitgetheilte Schriftstück erwies sich als eine Korrespondenz der Negierung zu Kleve mit dem königlich französischen Oowwissnirö orclonnnteur, Mr. Fnmeron de la Verliere zu Wesel; hiernach verlangte Letzterer von den Cleve- schen Landen die ganze Summe der am 1. Mai d. I. versprochenen Kontributionen und Lieferungen, ohne den Zeitraum der Evacua- tivn weiter in Betracht zu ziehen; dieselben seien in ihrer Totalität als ein- für allemal für das Jahr bis zum 1. Mai 1763 als verfallen zu betrachten, und wenn die Negierung nicht binnen acht Tagen die December-Liefernng zahle und für die nächsten vier Monate genügende Garantien gewähre, so würde mit militärischer Exemtion vorgegangcn werden. Die Ergebnisse dieser zweiten Sendung ließen keine ferneren Täuschungen über die Stellung Sachsens in den bevorstehenden Friedensverhandlungen auskommen. Die ganze Bitterkeit der Lage trat offen an den Tag. Man hatte den König von Preußen und seine Art und Weise zu genau kennen gelernt, um noch den geringsten Zweifel darüber zu hegen, daß er seine bisher geäußerten Absichten ohne alle Milderung ausführen werde. Jeder Gedanke an eine Jndemnisation mußte anfgegeben werden; einzig und allein von der Beschleunigung der Friedensunterhandlnngen durfte man noch etwas Gutes erwarten, nämlich die Räumung des Landes und die Beseitigung der Kontributionen, welche nach den 3 " 36 Von Dresden kis Mennsdorf. Behauptungen Einzelner dem Lande täglich hunderttausend Thaler kosteten. Darauf hin mußte also vor allen Dingen gearbeitet, jede andere Verhandlung, wie über Handels-, Steuer- und dergleichen Sachen, als zeitraubend angesehen werden. Um aber diesen Hauptzweck zu erreichen, hatte man über kein anderes Gewicht, keine andere Pression zu verfügen, als die von dem kaiserlich-königlichen Hofe vergönnt werden wollte. Konnte man diesen dazu veranlassen, daß er gleich von vorn herein das Anerbieten mache, Glatz zu restitniren, daran aber die Bedingung knüpfe, daß Sachsen sofort geräumt werden müsse und daß auf alle noch nicht bezahlten Kontributionen verzichtet werde, dann, aber auch nur dann durfte man hoffen, einen nicht gar zu schlechten Frieden zu Stande kommen zu sehen. Die gesandtschaftlichen Berichte ans Wien ließen keinen Zweifel darüber, daß man dort seit der ersten Friedensanssicht mit dem Gedanken der Rückgabe von Glatz sich vertrant gemacht habe; auch hatte man dem Gesandten gegenüber die Absicht dnrch- blicken lassen, für eine derartige Rückerstattung von erobertem Lande desto mehr Entschädigung für den sächsischen Hof sich ans- zubedingen. Selbst eine persönliche Aeußerung der Kaiserin gegen einen Freund des Gesandten ließ keine andere Deutung zu, als daß der Nutzen und die Befriedigung Sachsens mit dem ganzen Einflüsse des Wiener Hofes unterstützt werden sollet. Und endlich hatte Graf Kaunitz die Versicherung gegeben, daß sich zwar schon in dem Lauf der Unterhandlungen zu Tage legen sollte, daß kein Vortheil sei, den man nicht dem sächsischen Hofe so viel nur immer möglich zu verschaffen und zu bedingen suchen werde, daß aber sich solches vollends gänzlich durch die Instruction bestätigen solle, welche dem Hofrath von Collenbach mitgegeben sei, >) Bericht des Grafen Flemming vom 15. December 1762. Lon Dresden bis WermSdorf. 37 und welche mit der Zeit abschriftlich zu commuuicireu Vorbehalten bleibe ^). Begreiflicherweise sah man daher in Dresden der Ankunft des kaiserlichen Bevollmächtigten mit gespannter Erwartung entgegen. Er traf am 19. December dort ein, während pritsch in Leipzig war; sein ansehnliches Gefolge ließ die nothwendige Geheimhaltung seines Reisezwecks von vorn herein als zweifelhaft erscheinen. In Wien hatte man zum Bevollmächtigten anfangs den Hvf- rath von Kannegießer auserschen, weil er schon früher zur Ab- schlicßung der Präliminarien des ersten schlesischen Friedens gebraucht worden war und wegen der ihm beiwohnenden Kenntnisse vorzüglich geeignet erschien. Allein eine kaum überstandene Krankheit brach von neuem heftig bei ihm aus, und somit mußte man von ihm absehen. Man wählte nunmehr den Hosrath von Collenbach, dritten Commis in der unter dem Grafen Kaunitz stehenden Hof- und Staatskanzlei. Bon ihm hoffte man in Dresden, daß er nicht wegen jeder Kleinigkeit so übertriebene Schwierigkeiten machen werde, wie der Erstgenannte, welcher selbst bekannte, daß ihn der König von Preußen bei Gelegenheit der oben erwähnten Tractate als einen olliennönr charaktcrisirt habe. Des Herrn von Collenbach aber werde man sich preußisckerseits vielleicht noch als eines ganz umgänglichen Mannes von der Zeit her erinnern, da er dem bei Lebzeiten des verstorbenen Königs als Ambassadeur nach Berlin gesandten Fürsten von Lichtenstein im Jahre 1736 als Secretär beigegcben gewesen und mit dein damaligen Kronprinzen in persönlichem Verkehr gestanden habe 2). Wenn man jedoch in Dresden erwartete, von dem Gesandten offene Mitthcilungen und somit eine klare Anschauung von den >) Bericht des Grafen Flemming dom 18. Dec. 1762. 2) Desgleichen, vom 11. December 1762. Brief des Herrn von Hertzberg an Graf Finckenstein vom ll.Febr. 1763. 38 Bon Dresden bis Mennsdorf. Intentionen des Wiener Hofes zu erhalten, so sollte man schnell und vollständig enttäuscht werden. lieber die Instruction, die il»n ertheilt worden, war durchaus nichts zu erfahren; man mußte sich mit der wiederholt gegebenen Erklärung begnügen, daß darüber sich ansznsprechen erst im Lauf der Unterhandlung selbst die richtige Zeit sein werde. Es wurde ihm dann weiter zu erkennen gegeben, wie man nach so vielen von der Kaiserin-Konigin gegebenen Versicherungen, in deren Händen jetzt ausschließlich Sachsens Interesse beruhe, nichts gewisser sich versprechen dürfe, als daß er bei seinen Anträgen des Indcmnisations- und Evacuationspnnktes besonders eingedenk sein, bei der Unterhandlung darauf beharren und in dem Ultimatum wenigstens die Räumung des Landes, die Verschonung mit allen ferneren Kontributionen und den Verzicht ans die Rückstände zur conditio sin» Mn non machen werde. Ans alles dieses antwortete der Gesandte nur in kurzen und abgebrochenen Worten, daß man hoffentlich daran nicht zweifeln werde, daß gewiß alles, was möglich sei, geschehen solle, daß er aber zur Stellung dergleichen coueUtioncs sine Mn non nicht instrnirt sei, und daß ja des Königs von Polen Majestät Dero Interesse durch einen eigenen Abgeordneten vertreten lassen werde'). Solche vage Versicherungen waren nicht geeignet, den Chnr- prinzen und seine Räthe in der Hoffnung zu bestärken, daß man auf den Beistand des kaiserlichen Hofes rechnen könne. Als unumgänglich nothwendig erschien cs daher vor allem, Herrn von Cvllenbach nicht allein nach Leipzig reisen, vielmehr ihn durch den soeben erst von dort heimgekehrten Geheimen Rath von Fritsch begleiten zu lassen, obgleich für diesen noch keine Vollmacht von Warschau angelangt war. Nun hatte zwar Letzterer bei Erstattung Bericht aus dem Geh. Conseil au den König in Warschau vom 23. Dec. 1762. Von Dresden bis Wermsdorf. 39 seines Berichts über die zweite Verhandlung mit dem König von Preußen dringend gebeten, ihn in Berücksichtigung seiner dreiundsechzig Jahre von der Fortführung dieses Geschäfts zu dispensiren; doch gelang es dem Churprinzcn, den von lebendigster Vaterlandsliebe und von unermüdlichem Diensteifer durchdrungenen Mann, der in diesem Augenblicke kaum zu ersetzen war, zur weitern Fortführung des von ihm begonnenen Werks zu bestimmen. In einer unter Vorsitz des Churprinzen stattfindendeu Cvnferenz ward in seiner Gegenwart das Schreiben des Königs aus Warschau vom 16. December als Grundlage der ihm zu ertheilenden Instruction besprochen und ihm aufgegeben,- unverzüglich in der Begleitung des HofrathS von Collcnbach nach Leipzig abzureisen. Dies war aber nicht so schnell und so leicht zu bewerkstelligen, wie man glaubte: der österreichische Bevollmächtigte erklärte, erhübe die Instruction erhalten, nach Dresden zu reisen, und trage Bedenken, ohne ausdrücklichen Befehl seines Hofes nach Leipzig zu gehen. Die Vorstellungen, daß es gerathen sei, von der Lebhaftigkeit und der Ungeduld, die der König von Preußen zu erkennen gegeben, möglichsten Vvrtheil zu ziehen, — daß dieser mündlich erklärt habe, er sei bereit, einen Ambassadeur nach Wien zu senden, — daß die Abwicklung der Sache selbst weit geschwinder und leichter in der Nähe des Königs von statten gehen werde, — alles dies machte auf den streng geschulten Beamten der Hof- und Staatskanzlei keinen Eindruck. Es bedurfte der persönlichen Vermittlung des Churprinzen und namentlich der Chnrprinzessin Maria Antonia, um Herrn von Collenbach zur Nachgiebigkeit zu bewegen; und erst nachdem der Churprinz es über sich genommen, das Verhalten des Bevollmächtigten seinem Hofe gegenüber zu rechtfertigen *), und nachdem die Chnrprinzessin einen eigenhändigen Brief au die Kaiserin dieserhalb geschrieben, willigte-er darein, >) Schreiben des Chnrprinzen an Graf Flemming vom 21. Dec. 1762. 40 Von Dresden bis Mennsdorf. mit Herrn von Fritsch am 23. December nach Leipzig abzu- rcisen. Dieses Reiseziel sollte aber nicht erreicht werden. Als Fritsch seine, ihm nm eine Stunde voransgegangenen Gefährten Abends in Stauchitz einholte, fand er Herrn von Collenbach in der größten Aufregung 0. Derselbe zog ihn in ein abgelegenes Zimmer und begann ihm auf das ernsthafteste zu Gemüth zu führen, zu welchem, ihren beiderseitigen Höfen nachtheiligen Schritte er die Veranlassung gegeben; die ganze Negociativn, welche lediglich auf die strengste Geheimhaltung gebaut gewesen, könne dadurch vereitelt werden. Schon in Dresden habe er lin- glaubliches über seine Reise hören müssen; aber was ihm jetzt ans der Fahrt hieher begegnet, überschreite doch alles: mit seinen eignen Ohren habe er auf der Meißner Fahre während der Elbelieberfahrt vernommen, daß in Gegenwart vieler preußischer Soldaten einer derselben gesagt: „Da kommen die Wiener, die gehen znm König." Es sei ihm daher unmöglich, nach Leipzig zu gehen. Fritsch redete dem Erregten mit vieler Geduld zu, wobei er denselben freilich nicht mit der Bemerkung verschonte, daß der Wiener Hof von dem ganzen Unglück Sachsens die Schuld trage, und daß seines Königs Standhaftigkeit, zu welcher er durch keinerlei Tractate verpflichtet, wohl mehr Berücksichtigung verdiene, als ihm seither bezeiget worden. Mit Hin- und Wiedcrrede verging der größte Theil der Nacht, und endlich verglich man sich dahin, daß man gemeinschaftlich nach Wermsdorf fuhr, wo Collcn- bach einstweilen blieb, während Fritsch seine Reise nach Leipzig fvrtsetzte. Als er hier am Nachmittage des 24. Decembers anlangte, ward er sogleich bei dem Könige vorgelassen, dem er ein Handschreiben des Churprinzen überreichte und über Collenbachs 0 Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 24. Dec. 1762. Von Dresden bis Wcrmsdorf. 41 Bedenklichkeiten Bericht erstattetes. Er bediente sich dazu eines kurzen Promemoria, welches Letzterer in Wcrmsdorf abgcsaßt. Darin war Bezug darauf genommen, daß die Geheimhaltung der Angelegenheit unmöglich geworden sei und deshalb auf einen dritten Ort außerhalb der beiden Hauptquartiere angetragen werden müsse. Da Wcrmsdorf ungefähr den halben Weg zwischen den Leiden Quartieren ausmache, so erscheine dieser Ort bequemer als Leipzig, wo ohnehin die Messe vor der Thür und das Aufsehen nicht zu vermeiden sei. Würde Sr. Majestät dieser Vorschlag gefallen, so konnte jener Ort durch eine Acte für neutral erklärt werden. Andernfalls müsse der österreichische Bevollmächtigte nähere Weisungen von seinem Hofe erwarten. Der König nahm diese Eröffnungen in gelassenster Weise entgegen und erklärte sich mit allem zufrieden; er gab zu, daß Leipzig kein passender Ort für die Consercnzen sei. Da er jedoch den Cabinetsminister Grafen von Finckenstein nicht entbehren könne, werde er den Geheimen Legationsrath von Hertzberg aus Berlin kommen lassen, der in vier oder fünf Tagen hier sein könne. Die Neutralität für Wcrmsdorf wolle er bewilligen und die für die jetzt vielfach in Bewegung zu setzenden Couriere erforderlichen Pässe ausfertigen lassen. An dem folgenden ersten Weihnachtstage ward Fritsch, da er aus der Kirche kam, zum König gerufen-). Dieser theilte ihm mit, er habe das Verlangen wegen einer in und um WermSdvrf zu publicirendcn Neutralität reiflich, erwogen, und wolle nun weiter mit ihm überlegen, wie dies am besten und schicklichsten geschehen könne, um die Sicherheit und Ruhe der mit den Friedensvcrhand- lungen Beauftragten so viel nur möglich zu garantiren. Die Ausstellung einer eigenen desfallsigen Acte verursache eine vor- Brief von Fritsch an Herrn von Colleubach vom 24. Dcc. 1762. 2) Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 27. Dec. 1762. 42 Von Dresden bis Wermsdorf. eilige Publicität und werde nicht einmal unter allen Umständen helfen: denn Soldaten, die zu Excessen geneigt seien, könnten entweder nicht lesen oder gäben dieses zur Entschuldigung vor. Wollte man aber Patrouillen umhergehen lassen, so möchten die Herren in Wien dies vielleicht gar für eine Art von Bewachung halten. Er finde deshalb kein besseres Mittel, als 1. alle in WermSdvrf stehenden Executions- oder andere Commandos herauszuziehen; 2. Befehle an die Cvmmandanten in Meißen, Tvrgau, Chemnitz und Leipzig als die zunächst gelegenen Orte zu erlassen, daß kein Commandv oder was dergleichen nur sei, den Ort berühre; 3. etwa zehn seiner reitenden Feldjäger an die Aus- und Eingänge von Wermsdorf zu legen, welche alles Störende von dem Flecken abzuweisen, und Ruhe und Sicherheit zu erhalten bei Tag und Nacht bemühet wären. Fritsch fand diese Vorschläge so vollständig genügend und zweckentsprechend, daß er denselben nichts hinzuzusetzen wußte, als der König ihn dazu aufforderte. In dem weiter folgenden längern Gespräch äußerte der König seine besondere Zufriedenheit darüber, daß der Chnrprinz den Auftrag erhalten habe, die ganze Verhandlung ohne alle Rückfragen nach Warschau zu führen, und meinte, daß ihn dieses Benehmen viel Gutes für die Zukunft hoffen lasse. Da Fritsch hieraus Gelegenheit nahm, dem Könige vorzustellen, wie dies eine Gelegenheit sei, durch ein billiges Abkommen die freundnachbarlichen Gesinnungen zu bethätigen und die blutenden Wunden verharschen zu machen, — wiederholte derselbe, daß er alles Mögliche thun wolle, um den Churprinzen zusricdenznstellen, — nur Land und Geld gebe er nicht heraus; für jetzt müsse man aber nur an den Hauptzweck denken und nicht eine Negociation durch die andere hindern; wenn diese zu Stande gekommen sei, werde es mit dem andern sich schon geben. Der König sprach dann in ausführlicher Weise über die innern Verhältnisse Sachsens Von Dresden bis Wermsdorf. 43 und die Mittel ihrer Verbesserung, und zwar mit so vieler Einsicht, daß der sächsische Geheime Rath, wie er selbst schreibt, „seine - Regungen und Wünsche zu unterdrücken große Ursache fand." Von Dresden aus überbrachte noch an demselben Tage ein Courier die Genehmigung alles dessen, was Fritsch gethan hatte, um den neuen Jncidentpunkt unschädlich zu machen, und zugleich die Ermächtigung, die besten bewohnbaren Räume des bei Wermsdorf bclegenen königlichen Jagdschlosses Hubertusbnrg für sich und die andern Herren Bevollmächtigten in Stand setzen zu lassend. Dorthin begab sich Fritsch sofort von Leipzig, um bis zur Ankunft des preußischen Gesandten eine Art Hausstand zu organisiren. In Wien waren mittlerweile düstere Wetterwolken aufgezogen, welche darlegten, daß Herr von Collenbach eine genaue Kenntniß des jenen Sphären eigenthümlichen Barometerstandes besaß. Seinem ersten Berichte, der die Ankunft in Dresden meldete, folgte alsbald ein zweiter, welcher die Mittheilung enthielt, daß der König von Preußen für die zu beginnende Conferenz keinen andern Ort als Leipzig zugestehen wolle, und daran die Frage knüpfte, ob man in Wien sich dieses könne und wolle gefallen lassen-). Der Graf Kaunitz war über diese Zumuthnng empört und sprach sich gegen den sächsischen Gesandten sehr determinirt darüber aus: Nach der ersten Erklärung des Königs, daß ihm der Ort und die Weise der Zusammenkunft gleichgültig sei, habe man die jetzige um so weniger erwartet, als er selbst einsehen müsse, daß es der Würde des Wiener Hofes ganz unanständig sei, blos und allein unter seinen Augen ans eine Unterhandlung sich einzulassen. Daraus lasse sich nur die Vermuthnng ziehen, der König habe es darauf angelegt, daß man, um den Frieden zn erlangen, ihm gleichsam nachlaufen und von ihm die Vorschriften abholen >) Schreiben des Churprinzen an Herrn von Fritsch vom 25. Dec. 1762. 2) Bericht des Grafen Flemming vom 25. Dec. 1762. 44 Von Dresden bis Wermsdvrf. müsse; auf eine solche Art sich zu erniedrigen, sei man aber durchaus nicht gemeint; so gern und aufrichtig man zu allem die Hand biete, was zur Beschleunigung und Beförderung des Friedens dienen könne, und man zu dem Ende auch nicht einmal einen von Preußen besetzten dritten Ort, z. B. Großenhain, ausschlagen wolle, so werde man doch an den Ort, wo der König sich in Person aushalte, den kaiserlichen Bevollmächtigten nun und nimmermehr absenden, und wenn sich auch das ganze Geschäft darüber zerschlagen sollte; es werde sich zeigen, daß der König von Preußen in einem großen Jrrthum befangen sei, wenn er glaube, daß die Umstände dazu zwängen, von ihm Gesetze anznnehmen und den Frieden zu erkaufen*). Der drohende Sturm brach wirklich los, als aus Dresden die nnvermuthete Nachricht cinlief, daß Herr von Cvllenbach, ohne die Antwort auf seine Anfrage abznwarten, mit dem Baron Fritsch nach Leipzig abgerciset sei. „Wenn ich die hiesigen Minister jemahlen betreten und aufgebracht gesehen, war es diesmal," schreibt der sächsische Gesandtes. Es ward denn auch sofort durch einen Courier geantwortet, daß die Würde und Anständigkeit des kaiserlichen Hofes durchaus nicht gestatte, auf den preußischen Vorschlag einzugehen, und daß man äußersten Falles lieber die ganze Unterhandlung sich zerschlagen lassen, als dazu sich bequemen werde; Cvllenbach habe also zu declariren, daß sein Hof seine Reise nach Leipzig desavonire. Graf Flemming suchte die erregten Ge- müthcr zu besänftigen, und hoffte in diesem Bestreben durch den >) Der Wiener Hof hatte im Jahre 1742 kein Bedenken getragen, seinen Frieden mit Preußen in dem königlich preußischen Hauptquartier zu Breslau unterhandeln zu lassen, und im Jahre 1745 nahm man eben so wenig Anstand, zn gleichem Behufs den Wirklichen Geheimen Rath, obersten Kanzler des Königreichs Böhmen, Ritter des goldenen Vließes, Grafen von Harrach, nach Dresden, wo damals das königlich preußische Hauptquartier war, abzuschicken. — Bericht von Fritsch vom 23. Febr. 1763. -) Bericht des Grafen Flemming vom 26. Dec. 1762. Von Dresden bis Wermsdorf. 45 Brief der Churprinzessin an die Kaiserin unterstützt zu werden; es half aber alles nichts. Blau blieb dabei, hervorzuhcbcn, daß diese Entschließung sicher nicht ans leerer Vnnitö und Liebe zur Eti- qnette herrühre; man habe dabei neben der nothwendigen Rücksickt auf die Würde großer Hofe, besonders die Mißbräuche erwogen, die der König von Preußen nach seiner Art zu denken und zu handeln zum größten Nachthcil für den kaiserlichen wie für den polnischen Hof daraus ziehen werde, nur sich in den Augen von ganz Europa als Friedensdictator darzustellen. Daneben ward auch jetzt wieder die Versicherung erneuert, daß die Instructionen des kaiserlichen Bevollmächtigten alles in sich faßten, was man von Seiten des Dresdner Hofes als Wunsch und Verlangen zu erkennen gegeben. Die erregten Wellen glätteten sich jedoch nach und nach wieder, als man erfuhr, daß der kaiserliche Bevollmächtigte noch unterwegs sich eines andern besonnen habe und in Wermsdorf liegen geblieben sei'); so war doch dieser der unangenehmen Noth- wendigkeit überhoben, seine eigenen Schritte zu desavouiren. Und mit nicht viel geringerer Befriedigung ward die Nachricht begrüßt, daß der König von Preußen mit der Wahl dieses Orts sich einverstanden erklärt. Man fand darin eine Rechtfertigung für den kaiserlichen Hof, die Zusammenkunft in Leipzig so schlechterdings verworfen zu haben; „jetzt könne die Unterhandlung mit weit mehr Ordnung und Gelassenheit eröffnet werden, als wenn man bei allzu naher persönlicher Gegenwart des Königs beständig neue Ueberraschungen oder gar Jntimidirnngen, woran er so sehr gewöhnet, zu befürchten gehabt hätte." >) Bericht des Grafen Flemming vom 29. Dec. 1762. Hubertus bürg. Auf der fruchtbaren Ebene, die sich von Leipzig nach Oschatz erstreckt, ragt weithin sichtbar ein hoher Bergkegcl hervor, mit dichtem Walde gekrönt. Es ist der Colmberg, die einzige Erhöhung in dieser flachen Gegend, ehrwürdig als Sitz der früheren Landtinge und fortwährend das beliebte Wanderziel der Einwohner rings umher. Die mit ihm im Zusammenhänge stehenden Forsten erstrecken sich weit in die Ilmgegend und berühren nach Süden hin das Dorf Wcrmsdvrf, etwa in der Entfernung von einer Stunde. Neben diesem Dorfe liegt das Jagdschloß Hubcrtusburg, vom König August II. in den Jahren 1721 bis 24 erbaut, hauptsächlich zu dem Zwecke, um dort die ans Frankreich eingcführten Parforce-Jagden zu eultiviren, wozu die weite Mntzschcncr Haide das günstigste Terrain darbot. In den Jahren 1739 bis 42 ward der innere Ausbau und die Einrichtung mit königlicher Pracht beendet und die herrliche Kapelle gebaut, so daß nunmehr dieses Schloß zu den schönsten Deutschlands gezählt wurde. Dies sollte jedoch nur kurze Zeit so dauern. Am 18. Januar 1761 rückte das Freibataillon des Obersten Onintns Jcilius (Guichard) in Hnbertusburg ein, und es begann ein Werk der Zerstörung, welches von den früheren Herrlichkeiten kaum noch eine Spur übrig ließ. Die sämmtlichen, auf 300,000 Thaler geschätzten Mobilien, die Tapeten und Gemälde, die Thüren, Hubcrtusburg. 47 Fenster und Pargnetböden wurden durch jüdische Handelsleute nach Leipzig und weiter geschafft; die kupferne Schloßbedachnng ward abgerissen; nicht einmal die eisernen Treppengeländer blieben zurück. Was nicht mitgenommen werden konnte, wurde zerstört; dasselbe Schicksal batte der schone Garten; nur die Kapelle blieb verschont. In so traurigem Zustande befand sich der Schauplatz, auf welchem jetzt dureb eine sonderbare Berschlingung der Umstände das ersehnte Friedenswerk zu Stande gebracht werden sollte. Dem sächsischen Bevollmächtigten lag natürlich die Verpflichtung ob, dafür zu sorgen, daß mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglichst gut der neuen Bestimmung entsprochen werde. Das Hauptgebäude bot in dem dermaligen Zustande zur Beherbergung der unerwarteten Besucher keine Gelegenheit. Es schließt sich jedoch an die Morgenseite des Schlosses ein Kreis von Pavillons, welche zur Aufnahme der verschiedenen Dienerschaften u. s. w. benutzt worden waren und die auch jetzt noch bewohnt wurden. Die beiden bcsteiugerichteten Pavillons wurden für die fremden Gesandten bestimmt; der österreichische bezog sofort die Zimmer, welche bis dahin ein Kammerherr von Fenlner innegchabt batte; für den preußischen Bevollmächtigten ließ Fritsch die Wohnung des Jnspectors Goetze einrichten. Er selbst nahm ein paar Zimmer bei dem Bcttmeister für sich in Beschlag, und da diese sehr eng waren, die Konferenzen aber doch bei dem sächsischen Bevollmächtigten gehalten werden mußten, so vermochte Fritsch den Kammerherrn von Schnlenburg, seine zwei großen Zimmer, die derselbe mit eigenem Mobiliar versehen hatte, zu diesem Zwecke einznränmen. Die versprochnermaßen abgeordneten zehn Feldjäger stellten sich zur festgesetzten Zeit ein und begannen ihren Auftrag mit großem Nachdruck anszuführen, so daß man auf die vollkommenste Sicherheit und Ruhe in diesem vor allen Truppenmärschen bewahrten Orte getrost rechnen tonnte. Diese Sicherheit 48 Hubertusburg. ward nach einigen Tagen noch durch eine besondere NcutralitätS- Actc vermehrt Am 29. December traf der als preußischer Bevollmächtigter berufene Geheime Rath von Hertzberg in Hnbertnsburg ein. Die mit dem wichtigen Geschäft betrauten Männer waren nun an dem Orte ihrer Thätigkeit vereinigt. Der sächsische Bevollmächtigte, Thomas Freiherr von Fritsch, war der Sohn eines zu seiner Zeit berühmten Leipziger Buchhändlers. Geboren im Jahre 1700, hatte er Jurisprudenz stndirt und dann viele Reisen in Deutschland, England und Frankreich gemacht, war längere Zeit als Hof- und Justizienrath angestcllt gewesen und vielfältig zu diplomatischen Missionen in Wien und Paris verwendet worden. Vom Kaiser Carl VI. ward er 1730 in den Adelstand, und vom Kaiser Carl VII. in: Jahr 1742 in den Freiherrnstand erhoben; der Letztere berief ihn auch als wirklichen Rcichshvfrath. Nach dem Tode dieses unglücklichen Fürsten ward er vom Kaiser Franz I. im Jahre 1745 znm Reichs-Pfennig- meister im ober- und niedcrsächsischen Kreise ernannt und erhielt zu gleicher Zeit von seinem Landesherr» den Titel eines Geheimen Raths. Er hatte sich zu zwei verschiedenen Dealen ans dem sächsischen Staatsdienst zurückgezogen, weil er sich mit der Verwaltung des Grafen Brühl nicht befreunden konnte. Während der letzten Jahre des siebenjährigen Kriegs hatte er jedoch seine Beziehungen mit Warschau wieder angcknüpft, in einer Reihe von Briefen an den Grafen Brühl ans den wahrhaft verzweiflungsvollen Zustand der sächsischen Lande aufmerksam gemacht und die Mittel und Maßregeln angedeutet, die sofort nach dem Frieden ergriffen werden müßten, um dem völligen Ruin des Landes vor- zubeugcn. In Folge davon war er im April 1762 zum Präsidenten einer Commission ernannt worden, welche nach seinen Vor- 0 Beilage I). Hubcrtusburg. 49 schlagen alles vorznbcreitcn hatte, was nach dem dereinstigen Eintritt des Friedens nothwendig geschehen mußte; sein bei dieser Gelegenheit bewiesener Eifer, seine große Umsicht und die genaueste Kenntniß aller Verhältnisse, sowie die Erinnerung an vielfältige früher geleistete Dienste mag die Augen des Königs oder vielmehr des Grafen Brühl vorzugsweise auf ihn gelenkt haben, als es sich darum handelte, einen bedeutenden Mann zu finden, den man mit einem so wichtigen Aufträge betrauen konnte. Dazu kam, daß der König von Preußen schon früher, wahrscheinlich im Winter 1756 und 57 , den er zum größten Theil in Dresden verlebte, die persönliche Bekanntschaft des Freiherrn von Fritsch gemacht und an dessen Unterhaltung großes Gefallen gefunden hatte. Auch mit dem Grafen von Finckenstein war Fritsch seit jener Zeit bekannt, die er als Reichshofrath in Frankfurt a. M. verlebt hatte, und Ersterer schildert ihn in dem Briefe an Herrn von Hertzberg'), in welchem dieser nach Hnbertnsburg berufen ward, als „im äss lioiumes Iss Mm kLlnirös äs 66 imsps-oi, et 611 11161116 t6I118 1111 imrlmit611161lt 1 l 011116 t 6 I1OIIIIII6 " 2 ). Der preußische Bevollmächtigte, Friedrich Ewald von Hertzberg, geboren 1725 , hatte schon in frühester Jugend durch zwei Abhandlungen ans dem brandenburgischen Staatsrecht die Aufmerksamkeit in solcher Weise ans sich gelenkt, daß er bereits in seinem siebzehnten Jahre zum Legationsrath ernannt worden war. Andere geschichtliche und staatsrechtliche Arbeiten vcranlaßten seine Er- >) Brief des Grafen Finckenstein an Hertzberg vom 24. Dec. 1762. 2) Aus dem spätern Leben des Freiherr» von Fritsch sei hier erwähnt, daß er im Jahre 1763 znm wirklichen Geheimen Rathe^nnd Conferenzminister ernannt ward, in dieser Stellung die größten Verdienste sich erwarb, namentlich durch Wiederherstellung des Credits, Organisation der Stcuerverhältnisse, Einführung neuer Einrichtungen zur Hebung des Handels und der Gewerbe, und daß er im December 1775 starb. S. überhaupt: Archiv für sächsische Geschichte, Bd. 9. S. 251 ff.: Ein sächsischer Staatsmann des 18. Jahrhunderts, Thomas Freiherr von Fritsch. Nach archivalischen Quellen von Carl Freiherr» von Bcaulien-Marconnay. Vea u lieu-Marco n na y. Der Hubertsburger Friede. 4 50 Hnbcrtusl'urg. nonnung zum Mitgllode der Akademie der Wissenschaften, während er in seiner amtlichen Stellung im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten zum Geheimen Legativnsrath vorrückte. Beim Beginn des siebenjährigen Krieges schrieb er das vfsiciclle moiuoiie rnisouue zur Rechtfertigung des Einfalls in Sachsen, und ward dann znm Geheimen Rath und Unterstaatssecrctär ernannt. Jetzt war er nun berufen, denselben Krieg durch einen Friedcnstractat zu beendigen, nachdem er erst im eben abgclanfenen Jahre 1762 die Verhandlungen geführt hatte, welche zum Frieden mit Rußland und Schweden führten l). Sein offener Charakter, seine humane Denkungsart, sein seingebildcter Verstand erwarben ihm die Anerkennung und Freundschaft Aller, mit denen er in nähere Be- rübrung trat und die solche Eigenschaften anzuerkcnncn wußten. Sv erschien er vor Vielen berufen zur Durchführung von Friedens- Verhandlungen, in deren Verlauf er durch weise Mäßigung manchmal die exorbitante Härte seines Königs, die dem wahren Interesse desselben mehr schadete als nützte, zu mildern verstand. Ueber die Antecedentien des österreichischen Bevollmächtigten, Hosraths Heinrich Gabriel von Collenbach, ist nur in Erfahrung zu bringen gewesen, daß er im Jahre 1736 den Fürsten von Lichtenstein als Gcsaudtschastssecrctar auf einer Reise nach Berlin begleitet und dort die Bekanntschaft des damaligen Kronprinzen 0 In seiner spätern Laufbahn ward Hertzberg znm Staatsminister ernannt und betheiligte sich wesentlich bei der ersten Theilung Polens 1772. dem Frieden von Letschen 1779 und der Errichtung des-Fürstenbnudes 1785. Nach dem Tode Friedrichs II. ward er vom König Friedrich Wilhelm II. in den Grafenstand erhoben; nachdem er jedoch 1790 die Rcichenbachcr Convention abgeschlossen hatte, zog er sich verschiedener Mißhelligkeitcn halber aus dem Dienste zurück. Als Staatsmann in vielen Beziehungen seiner Zeit voranS- geeilr und deshalb ganz der Mann für einen König wie Friedrich II., konnte er den Rückschritten unter der Negierung Friedrich Wilhelms II. nicht gleichgültig gegenübertretcn. Bis zu seinem Tode, im Jahre 1795, widmete er sich wesentlich den Geschäften der Akademie der Wissenschaften und der Verbesserung des Schulwesens, namentlich auf dem Laude. Hul'crtuSbiirg. 51 gemacht hatte. Er war ein Günstling deS Grafen Kaunitz, streng geschulter Subalternbeamter, ängstlich, unentschlossen, ineonscquent, strenger Katholik und großer Verehrer der Jesuiten. Er tritt im Laufe der Verhandlungen so häufig vor die Augen, daß hier eine ausführliche Charakteristik dieses eigenthümlichen Diplomaten überflüssig sein dürfte. Die erste Conferenz fand sofort am 30. December statt; sie ward von dem sächsischen Bevollmächtigten mit folgender Ansprache eröffnet: „Die Drangsale, welche dieses Land nun in daö siebente Jahr betroffen, haben der Kaiserin-Königin Majestät ans meines Hofes wiederholte Vorstellungen vermocht, einem baldigen, billigen und dauerhaften Frieden die Hand zu bieten und meines aller- gnädigsten Herrn Königs Majestät zu überlassen, ob Sie bei Sr. königlichen Majestät in Preußen die Sachen also cinzulciten Wege finden könnten, damit dieser heilsame Endzweck baldmöglichst befördert werden möge. Bei der Entfernung Sr. Majestät haben Allerhöchstdieselbcn Dero königlichem Chnrprinzen königliche Hoheit dieserhalb Auftrag gethan, und als diese solche Aenßerung durch mich an Jhrv königliche Majestät in Preußen gelangen lassen, bei Allerhöchstderoselben auch eine so erwünschte Gesinnung gefunden, daß eS endlich zu gegenwärtiger Znsammentretung gediehen. Nnr- gedachte Se. königliche Hoheit haben zum Behufe dieses ganzen negotii von Dero Herrn Vaters Majestät ganz vhnumschränkten Auftrag erhalten, und zu Folge desselben mich zu demselben äels- ssiret. Mir liegt also ob, Gott inbrünstig anzurnfcn, daß er zum Heil und Rettung so vieler unter der Kriegslast seufzenden Länder und Untcrthanen, derselben mit uns vereintes Gebet erhöre und mittelst eines baldigen, billigen und dauerhaften Friedens einen neuen Grund zu einer guten Nachbarschaft in seinem Namen legen lassen wolle')." 0 Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 30. Dec. 176K,' 4 « 52 Hubertusburg, Die Prüfung der verschiedenen Vollmachten veranlaßte zuvörderst das Bedenken, daß in der österreichischen der Titel „Dux suporioris et inkerioinL Lilesine" sich vorfand; doch kam man sehr bald dahin überein, daß, wenn der Frieden geschlossen werden sollte, man den Titel so zu-berichtigen bereit sei, wie er vor dem Kriege tractatenmaßig in Hebung gewesen. Hinsichtlich der von dem Churprinzen von Sachsen ausgestellten Vollmacht war zu bemerken, daß dieselbe zwar für jetzt genüge, jedoch für den Abschluß des Fricdenstractats eine königliche Vollmacht, worin die Subdelcgation des Gesandten ausdrücklich enthalten, nachznliefern sei. Die Vollmacht des preußischen Gesandten war noch nicht cingetroffen und wurde erst später nachgcbracht. Der kaiserliche Bevollmächtigte beantragte sodann, eine Declaration auSznstellen, daß, wenn man nicht zum Schluß käme, alles Verhandelte als nicht geschehen angesehen werden sollte; und da er dies als einen jetzt üblichen Gebrauch durch Vorlegung des Reeneil ckes Rieees ooneernnnt In ne^nointion entre ln Rrnnoe et l'^ng'leterre vom Jahre 1761 nachwies, gaben die andern Bevollmächtigten ihre anfänglich dagegen erhobene Einsprache ans'). Derselbe Gesandte ergriff hierauf das Wort, um seines Hofes wahre und friedfertige Gesinnung darzulegcn; man glaube diese nicht besser beweisen zu können, als indem man sich hier nicht mit Kleinigkeiten aushalte, sondern gleich bei der ersten Session das Acußerste darbieten wolle. Er erbot sich sodann, ein „Rrvoi8", welches er zu diesem Zwecke abgcfaßt, den andern beiden Bevollmächtigten in die Feder zu dictircn, und begann auch damit, als diese hiezu bereit waren; nachdem er jedoch den Eingang und die beiden ersten Punkte dictirt hatte, brach er Plötzlich ab und überreichte dem preußischen Gesandten das Original, demselben die Erwägung überlassend, ob er von dem weitern Inhalte dem ) Beilage ü. HuicrtuSburg. 53 sächsischen Bevollmächtigten Kenntniß geben wolle. Letzterer pro- testirte gegen diese Geheimnißthnerei, da die Verhandlungen gemeinschaftlicher Natur seien; der österreichische Gesandte glaubte aber bei seinem Verfahren beharren zu müssen, da er den Artikel, welcher vornehmlich Sachsen angehe, mitgctheilt habe, und alles Ucbrige sich auf die Verhältnisse zwischen dem Wiener und Berliner Hofe beziehe ft. Die Differenz ward dadurch ausgeglichen, daß der preußische Bevollmächtigte daS ganze Schriftstück vorlas ft. Im Eingänge desselben wird ausgesprochen, daß man von beiden Seiten einen gerechten, ehrenvollen und dauerhaften Frieden begehre, und daß man als Basis eines solchen den Grundsatz advptirc: daß kein Theil einen reellen Verlust durch den Frieden erleiden dürfe. Dazu aber sei erforderlich: 1. daß der Friede zu gleicher Zeit mit dem churfürstlich sächsischen Hofe auf einem billigen und angemessenen Fuße wieder tzergestellt werde; 2. daß man im Friedenstractat gerechte Rücksichten gegen andere NcichSstände nehme, namentlich gegen die fränkischen, den Herzog von Mecklenburg und den Fürsten von Anhalt-Zerbst ft; 3. daß man die Hand reiche zu allen nothwendigcn Vorschlägen, um die allgemeine Nutze in Deutschland in einer, der Würde des Kaisers als Reichsoberhanpt entsprechenden Weise wieder hcrzustellen; 4. daß man über eine allgemeine Amnestie sich verständige; 5. daß alle Vorgänge während des gegenwärtigen Krieges vergessen seien, und deshalb auch der Vertrag zwischen Sr. Majestät von Preußen und dem Pfalzgrafen wegen der Erbfolge des >) Bericht von Fritsch vom 30. Deo. 1762. Bericht von Hertzberg vom 31. Dec. 1762. -) Beilage bV ft Bis hieher ward der ?reois dictirt. 54 Hubertusburg. Hauses Sulzbach iu den Herzvgthümern Jülich uud Berg vollständig wieder erneuert werde; 6. daß im Interesse eines dauerhaften Friedens die Grafschaft Glatz, ihrer Lage wegen, im Besitz des HanseS Oesterreich verbleibe. Dagegen wolle die Kaiserin bis zur Höhe der capitali- sirtcn Einnahmen dieser Grafschaft einen Theil der preußischen Schulden übernehmen. Auch wolle sie alsdann ans den Titel einer souveränen Herzogin von Schlesien verzichten und den unter ihrer Herrschaft befindlichen Theil von Oberschlesien mit Mähren verbinden. Dafür müsse jedoch der König von Preußen auf jeden Titel, der sich auf den Besitz von Glatz bcziebe, Verzicht leisten. 7. Um den Frieden dauerhaft zu gestalten, und zu dem Ende jede Aussicht auf Vergrößerung anSzuschlicßcn, erbiete sich die Kaiserin, den Kaiser dahin zu bestimmen, daß er sein Großherzogthum Toscana als Secundogenitnr errichte und von der Erbfolge im Hanse Oesterreich ausschließe, — vorausgesetzt, daß der König von Preußen sich verpflichte für sich und seine Erben, daß die bestehende Secundogenitnr der Markgrasenthümer Anspach und Bayreuth auch für den Fall des Anssterbens der jetzigen männlichen Linie abgesondert bleibe und nie von dem Chef des Brandenburgischen HanseS besessen werden könne. Die Kaiserin hoffe, daß man in diesem Vorschläge ihren Wunsch erkennen werde, die altbestandene Freundschaft und das gute Einvcrständniß der Häuser Oesterreich und Brandenburg aufrichtig und dauerhaft wieder herzustellen. 8. Zu demselben Endzweck werde es auch nöthig sein, neuen Zerwürfnissen in Betreff der gegenseitigen Handelsverhältnissc zu- Vvrzukommcn, indem man bestimme, daß bis zum Abschluß eines Handelsvertrags jeder Theil es damit halte, wie er cs für gut finde. 9. Da die Kaiserin gewillt sei, die bedeutenden, noch in ihrem Besitz befindlichen Eroberungen umsonst zurückzngcben, glaube man vom König von Preußen dagegen andere Gegenleistungen HubcrLusburg. 55 erwarten zu können. Eine selche sei unter andern die Erneuerung des Versprechens, dem Erzberzog Joseph seine Stimme zur Wadi als König von Rom oder Kaiser geben zu wollen. 10. Und da zwischen den kaiserlichen Majestäten und dem Herzog von Modena die Heirath zwischen der Enkelin dieses Letzteren und einem der jungem Erzherzöge perabredet worden, so werde die Kaiserin cs als eine Gefälligkeit des Königs betrachten, wenn er seine Stimme versprechen wolle für den Fall, da Kaiser und Reick jenem Erzherzog die Anwartschaft ans die Lehnsfolge in den modenesischen Staaten bewilligen müsse. 11. Eine solche Gegenleistung, welche den beiderseitigen Ländern zu gute käme, würde es auch sein, wenn man die freie Schifffahrt ans der Elbe erlangen und darüber eine Vereinbarung treffen könne. 12. Im klebrigen müßten die Breslauer und Dresdner Präliminarien und Friedensschlüsse bei den jetzigen Verhandlungen znm Grunde gelegt werden. Ein möglichst kurzer Zeitraum für Räumung der Länder und Einstellung der Feindseligkeiten sei fcst- znsetzen; und zur Vermeidung aller Weiterungen möge man dahin Übereinkommen, sammkliche Kriegsgefangene und Geißeln ohne Entschädigung gegenseitig herauszugeben. Auf alle Contribntivns- rückstände könne man pon beiden Seiten verzichten. Alle in früheren Verträgen übernommenen Verpflichtungen hinsichtlich der Aufrechthaltnng der katholischen Religion in Schlesien, so wie der Bezahlung aller ans diesem Lande ruhenden Schulden seien zu erneuern. Ebenso würde die gegenseitige Garantie zu erneuern sein, wobei der König von Preußen diejenigen Beschränkungen fallen lassen werde, welche im Dresdner Frieden enthüllen. Sv weit der wesentliche Inhalt des österreichischen FriedenS- prvjects. Die erste Konferenz hatte demnach ein sehr anerkcnnungs- wcrthes Resultat geliefert. Mit einer, den Anschauungen und 56 Hubertusburq. Gewohnheiten damaliger Zeit wenig geläufigen Leichtigkeit hatte man die sonst für so wichtig gehalteilen Fragen der Etiguettc und des Ceremoniclls beseitigt und war sofort an die Hauptsache selbst hinangetreten. Sv wenig freilich die Eröffnungen des Wiener Hofes den berechtigten Erwartungen der sächsischen Negierung entsprechen tonnten, so günstig erschienen sie gegenüber denjenigen Ansichten, die in HertzbergS Instruction Gon der sogleich die Nede sein wird^ nicdergelegt worden waren. Denn eö ging klar daraus hervor, daß Oesterreich bereit sei, den Frieden durch Aufopferung von Schlesien zu erlangen; der Versuch, die Grafschaft Glatz zu behalten, konnte kaum ernstlich gemeint sein, da man in Wien durch Vermittlung des sächsischen Gesandten genau davon unterrichtet war, wie der König von Preußen in dieser Beziehung dachte, und man seitdem auch nicht den entferntesten Grund hatte zu der Annahme, cs werde Letzterer sich bewegen lassen, von dem ein- für allemal bestimmt ausgesprochenen Grnndprincipe abzu- gchen, welches kurz und deutlich verlangte, daß der Besitzstand vom Jahre 1756 wieder hergestcllt werden müsse. Alle übrigen' mit dem abzuschließcnden Frieden eng zusammenhängenden Vorschläge waren mit großer Zurückhaltung entworfen, und was die andern, mit der jetzigen Verhandlung in gar keinem Connex stehenden Forderungen und Anträge betraf, so konnte man in Dresden hoffen, sie durch geeignete Vorstellungen zu beseitigen, während man sich preußischerseits dieselben einstweilen schon um deswillen konnte gefallen lassen, weil sie eine bequeme Handhabe zur Hinausschiebung des Fricdensjchlnsses bis zu demjenigen Termin darbvten, der dem Könige von Preußen für die Dislocirnng seiner Truppen und Magazine passend erschien, ohne ihn zu nöthi- gen, mit dieser geheim gehaltenen Absicht öffentlich hervvrzutrcten, und ohne ihn zu hindern, während dieser ganzen Zeit die occu- pirten sächsischen Landestheile mit rücksichtslosester Strenge zu brandschatzen. Hubertusburg. 57 Unter den oben erwähnten Anträgen, welche mit den vorliegenden Friedcnsvcrhandlungen in keiner nähern Verbindung stehen, befinden sich zwei, welche einen kurzen Rückblick ans frühere Vorgänge erfordern. Es sind dies der Artikel 5 und der Artikel 7, von denen der erstcre die Suceession in den Herzogthümern Jülich und Berg, der letztere die Erbfolge in den Markgrafenthümern Anspach und Bayreuth zur Sprache bringt. In Betreff des elfteren muß man auf die preußisch-französische Allianz vom Jahre 1741 znrückgehen. Als nach der Schlacht bei Mollwitz die englische Vermittlung eine Aussöhnung der beiden kriegführenden deutschen Mächte nicht zu Stande bringen konnte, da Oesterreich auf den von England angenommenen, von Preußen gutgeheißenen Vorschlag nicht einging: dem König von Preußen einen Theil von Schlesien in Form einer uncinlösbaren Hypothek gegen Zahlung einer Geldsumme zu überlassen'), — nahm man französischerscitS die schon früher angcknüpftcn Verhandlungen mit neuer Lebendigkeit auf, um eine Allianz mit Preußen abzuschließen. Lange hatte sich der König gegen die anscheinend günstigen Anträge ablehnend verhalten; jetzt aber erkannte er, daß eine Verständigung zwischen Oesterreich, England, Rußland und Sachsen einen fast europäischen Vertilgnngskampf gegen ihn herbeizuführcn drohe. Unter diesen Umständen ward der Allianztractat zu Brcölan am 5. Juni 1741 abgeschlossen; in demselben garantirtcn sich beide Mächte ihre Besitzungen innerhalb Eurvpa's, und versprachen einander ihre guten Dienste, nöthigenfalls auch Kriegshülfe, wenn sie angegriffen würden, bis dem beleidigten Theile Genugthunng verschafft sei. Einige geheime Artikel des Tractats waren von besonders bemerkenswerthem Inhalte, namentlich der erste, in welchem der König von Preußen sich bereit erklärte, seine Rechte auf die Hcrzvgthümer Jülich und Berg an den jungen Pfalzgrasen von Ranke, preußische Geschichte, Bd. II. S. 267. 58 Hubertusburg. Sulzbach zu cediren, wogegen Sc. allcrchristlichste Majestät dem Könige von Preußen und dessen Erben den Besitz von Nicder- schlesien mit Inbegriff der Stadt Breslau ans immer garantirte. Die Cession der Bergischen Rechte sollte nur dann Gültigkeit haben, wenn der ruhige Besitz von Niederschlesien und von Breslau auch von Seiten Oesterreichs dem Könige von Preußen gewährleistet worden sei. Ohne jedoch den Eintritt dieser letzten Bedingung abzuwartcn, schloß der König unter dem 24. December 1741 in Berlin einen Vertrag mit dem Vormunde des jungen Psalzgrafen von Snlzbach, dem Churfürstcn Carl Philipp, Herzog von Baiern; Letzterer accedirtc darin dem ersten geheimen Artikel des Tractats vom 5. Juni, wogegen der König seine Snceessionsrechte ans Jülich und Berg dem Pfalzhansc von Snlzbach förmlich cedirte. Hinsichtlich des zweiten Punktes wegen der fränkischen Suc- cessivn hatte zwar Kaiser Friedrich III. der Disposition des Chur- sürsten Albert Achilles von Brandenburg wegen des nähern Suc- cessionsrechtö an den brandenburgischen Markgrafenthüniern in Franken die kaiserliche Confirmation el. ä. Augsburg am Montag vor dem heiligen Anffahrtstage rmiro 1473 ertheilt; jedoch war dieselbe einesthcils nicht zu einer Rcichsconstitution erhoben worden, und anberntheils konnte sie nach ihrem Wortlaut nicht dahin ansgelegt werden, als stehe danach dem Kaiser und Reich das Recht zu, nunmehr in Folge dieser Familiendispositivn ex oklreio sich in die Hausangelegenheitcn des Churfürsten von Brandenburg zu mischen. Denn die Worte der Confirmation lauten: „Ehnnng, Ordnung und Satzung, die der genannte Unser Oheim und Churfürst Markgraf Albrecht hinfür bch Seinem Leben oder nach Seinem Tode, den Gott gnädiglich enthalteil wolle, Seine Söhne oder Ihre Männliche Erben des Geschlechts für und für thnn würden rc." und weiter: „Als Sie von Worten zu Worten begriffen und geschrieben stehen, und fürter unter Ihnen begriffen und geschrieben werden mögen rc." Hubcrtusbuvg. 59 Auch ohne ein größeres Gewicht auf diese beiden Anträge zu legen, stellte doch der ganze Inhalt des österreichischen ^röeis klar vor Augen, wie verschieden die Ansichten waren, welche über den einzuschlagenden Weg in Wien und in Dresden herrschten. Die weitern Verhandlungen beider Höfe werden daher anfangs abgesondert zu verfolgen sein. Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. Die Weigerung des Herrn von Cvllenbach, sich nach Leipzig zu begeben, und die dadurch herbeigeführte Aendernng des Ortes, an welchem die Confercnzen stattfinden sollten, hatten, wie schon früher erwähnt worden, den König von Preußen bestimmt, anstatt des Ministers Grafen von Finckenstein, der bei ihm in Leipzig weilte und dessen Gegenwart er nicht entbehren konnte, den Geheimen Legationsrath von Hertzberg aus Berlin kommen zu lassen. Die demselben ertheilte Instruction U kann als ein nicht zu unterschätzendes Dvcument gelten für die Klarheit und den Scharfsinn des Königs, der diese ganzen Unterhandlungen wesentlich selbst eingcleitet und durchgeführt hat. Was er wollte und wollen mußte, um der Früchte seiner langjährigen Kämpfe nicht verlustig zu werden, das findet sich hier in scharfen Umrissen ausgesprochen, und diesem seinem ersten Entwürfe ist er in allen wesentlichen Beziehungen so ausnahmslos treu geblieben, daß man durch alle Verhandlungen hindurch die Grundzüge der Instruction in den ausgcarbeiteten Friedensinstrnmcnten Nachweisen konnte. Selbst den Termin der Räumung Sachsens und damit zugleich die muth- maßliche Dauer der Unterhandlungen hat er im Voraus fixirt, und ist namentlich in dieser Beziehung in ausgezeichnetster Weise ') Beilage v. Schriftenwcchsct zwischen Preußen und Oesterreich. 61 Von Hcrtzberg unterstützt worden, der so vortrefflich zu vperircn wußte, daß die Schuld der Verschleppung einer im Grunde sehr einfachen Sache wesentlich auf Oesterreich und dessen Bevollmächtigten fiel. Die Verfahrungsweise des Letztem war freilich ganz dazu angcthan, dem preußischen Bevollmächtigten seine Aufgabe zu erleichtern, so daß dieser mit großer Bescheidenheit unter dem 23. Januar 1763 berichtet: tont es qns ^s omius, e'sst gus Is 8isur äs Oollsubnsli ns knsss tmiiisr In nsKotintiou trop lonA tsmiis pur sn Isntsnr et siroons^setion sxosssivss. Der Inhalt des österreichischen IR-sois war nun auch vollständig geeignet, hinlänglichen Stoff für Verhandlungen darzubieten ^). Der erste Artikel konnte füglich nur als Einleitung für den Friedensvertrag mit Sachsen angesehen werden, gab indeß dem preußischen Gesandten Gelegenheit, zu erklären, daß sein König unter dem Ausdruck-„1s pisä rsoiprocinsiusirt soiivsunlils et sciuitnbls" nur die einfache Räumung Sachsens und nichts weiter verstehen könne. Hinsichtlich des zweiten Artikels erklärte Hertzberg, daß der König dem Herzog von Mecklenburg, dem Fürsten von Zerbst und den andern darin benannten Reichsständen gar nichts schulde, und daß man eine Erläuterung darüber erwarten müsse, was unter dem vagen Ausdruck ^ustss sg-nräs zu verstehen sei. Diese ward aber eben so wenig gegeben, wie eine bestimmte Antwort auf die weitere Frage nach der eigentlichen Bedeutung des dritten Artikels. Die in dem letztem hervorgehobene Fürsorge für die Würde des Neichsvberhaupts und die Ruhe des Reichs sollte demnach wohl nur dazu dienen, ein Commissionsdecrct an die Reichsversamm- lnng und ein Circularrcscript an die im Reich residirenden kaiserlichen Gesandten erlassen zu können, — während der zweite Artikel ) Bericht von Fritsch vom 2. Januar 1763. Bericht von Hertzberg vom 31. Dec. 1762 62 Schriftlnwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. wohl keinen andern Zweck verfolgte, als nnr den, sich den genannten Neichsständen gegenüber von dem Vorwurfe zu befreien, als habe man ihr Interesse nicht in Obacht genommen, und daneben möglicherweise das Mißvergnügen Rußlands wegen des nahverwandten Hauses Anhalt-Zerbst gegen den König von Preußen zu erregen. Den vierten Artikel, eine allgemeine Amnestie betreffend, nahm Hertzberg einfach nä rsksrenckuw, während er den im fünften Artikel zur Sprache gebrachten Snccessivnsvertrag des Sulz- bachischen Hauses in Jülich und Berg als einen Gegenstand bezeichnte, welcher den vorliegenden Verhandlungen gänzlich fremd sei und.übcrdem mit der Garantie Schlesiens durch Frankreich im engsten Zusammenhänge stehe. Nachdem der sechste Artikel vorgelesen war, in welchem Oesterreich den Besitz der Grafschaft Glatz gegen eine Geldentschädigung in Allspruch nimmt, remvnstrirte Hertzberg mit großer Lebhaftigkeit: das sei ein Artikel, ans dessen Ausführung der Wiener Hof nicht hoffen dürfe; nie werde sein König sich zu einer Abtretung oder Zerstückelung seiner Länder berbeilassen; der Krieg sei nicht so lange und nicht so unglücklich geführt worden, um einen solchen Schluß zu finden; wenn man das im Eingang des kreois aufgestellte Princip hier zur Anwendung bringen wolle, so sei das ein vollständig illusorisches Verfahren; der König befinde sich Weberin der Laune noch in der Nothwendigkeit, Provinzen zu verkaufen; der Besitz der Grafschaft Glatz sei ihm wichtiger für die Sicherung der Grenzen als dem Wiener Hofe, und das Anerbieten, auf den schlesischen Titel verzichten zu wollen, sei ohne allen reellen Nutzen. Hcrtzberg schloß mit der Behauptung, daß er den ganzen Entwurf, wegen dieses Glatzcr Artikels, seinem Könige gar nicht vorlegen könne, da er aufs genaueste davon unterrichtet sei, daß ein solches Verlangen dessen Würde und Anschauungsweise empfindlich verletzen werde. Ans die wiederholten Entgegnungen Collenbachs, Schnftenwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. 63 daß dies doch nur ein erster Entwurf sei, über den sich weiter unterhandeln lasse, stand er zuletzt von seiner Weigerung ab. Der Inhalt des Artikels 7 veranlaßtc die Bemerkung Hertzbergs, daß die Erbfolge in den brandenburgischen Fürstenthümern Anspach und Bayreuth ein dem Wiener Hofe fernliegendcr, durchaus fremder Gegenstand sei; der König werde unmöglich zugeben können, daß man sich in die Angelegenheiten seines Hauses mische, und nberdem liege gar keine Gleichheit der Verhältnisse in dem Anerbieten, eine Seeundvgenitnr des österreichischen HanseS in ToScana zu errichten. Cvllcnbach bestand jedoch ans diesem Artikel viel hartnäckiger, als man hätte erwarten können. Ein noch viel größeres Gewicht legte der österreichische Bevollmächtigte auf den Artikel 8, in welchem auf Abschließnng eines neuen Handelsvertrags gedrungen wurde, bis zu welchem Zeitpunkt jeder Staat Einrichtungen treffen könne, wie es ihm gut dünke. Hertzberg hielt ihm die desfallsigen Bestimmungen des Artikels 8 des Berliner Friedens vom Jahre 1742 und des Artikels 6 des Dresdner Friedens vom Jahre 1745 entgegen"); worauf Collcn- bach behauptete, diese Dispositionen seien durch den Krieg aufgehoben worden; seine Regierung könne die fraglichen Artikel unter keiner Bedingung erneuern, oder diejenige Auslegung derselben anerkennen, welche ihnen von preußischer Seite gegeben werden wollte; dadurch würde man den ganzen Handel der österreichischen Provinzen dem preußischen Interesse preisgeben. Die Artikel 9 und 10, die dereinstige Wahl des Erzherzogs Joseph zum römischen König und die Verheirathung eines jüngern Erzherzogs mit der modenesischen Erbtochter betreffend, nahm Hertzberg nck rsksröiiclnw, bemerkte jedoch znm Artikel 11, daß Unterhandlungen über eine freie Elbschifffahrt den Friedensschluß wesentlich verzögern werden, und daß der König sich schwerlich 4 Beilage II. 64 Schnftcnwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. entschließen dürste, das Stapelrecht der. Stadt Magdeburg zu schädigen. Auch den Artikel 12, welcher wesentlich die unentgeltliche Auslieferung der gegenseitigen Gefangenen beantragt, glaubte der preußische Bevollmächtigte lediglich den höchsten Entschließungen des Königs unterbreiten zu sollen, ohne sich irgend eine Bemerkung darüber zu erlauben. Ein gleiches Verfahren beobachtete er hinsichtlich der übrigen Anträge, sowohl in Betreff der Präliminarien und Friedensschlüsse von Breslau und Dresden, welche den jetzigen Verhandlungen zum Grunde gelegt werden sollten, als auch namentlich über den Punkt der katholischen Religivnsverhält- nisse in Schlesien, auf den der österreichische Gesandte einen ganz besvndcrn Nachdruck legte. Hertzberg ward gleich nach Einsendung deö lblleois am 1. Januar 1763 zum König nach Leipzig berufen und wohnte den Berathungen bei, in denen die Antwort festgestellt wurde. Mit derselben st kehrte er am 4. Januar nach Hubcrtsburg zurück und überreichte sie seinem österreichischen Kollegen in der Sitzung des folgenden Tags. Der Eingang erklärt sich durchaus einverstanden mit dem vom Wiener Hofe aufgestellten Princip: „daß keine der beiden Parteien durch den Frieden einen reellen Verlust erleiden solle", — und fügt als eine natürlich daraus hervorgehcnde Konsequenz hinzu: „daß die vollständige Rückgabe aller Länder, welche beide Mächte vor dem AuSbrnch des jetzigen Krieges besessen, dem Frieden zum Grunde und Ausgangspunkt dienen müsse." Dieses Princip sei jedoch nur in einigen der vorgelegten FriedenS- bedingnngen beobachtet worden. aä 1. Man sei damit einverstanden, daß der Frieden zugleich mit dem churfürstlich sächsischen Hofe in billiger und passender l) Beilage I. Schriftenwechscl zwischen Preußen und Oesterreich. 65 Weise abgeschlossen werde, d. h. man werde dem Könige von Polen alle seine deutschen Länder zurückgeben, sobald dessen Verbündete die preußischen Besitzungen geräumt haben würden. nck 2. Es sei nöthig, zu wissen, was man unter dem Ausdruck nLtes «zA-ni-äs" verstehe. Der König sei mit dem Neickc nicht im Kriege, und die Streitigkeiten mit einigen Rcichsständcn fänden ihr Ende in dem jetzigen Frieden; auch verlange dieser Artikel eine vollständige Ncciprocität hinsichtlich der Bundesgenossen des Königs; er erscheine jedoch überflüssig, und es sei besser, alle den unterhandelnden Parteien befreundete Mächte, Fürsten und Staaten darin aufzunehmen, zu welchem Ende man von Seiten des Königs als solche namhaft mache: die Kaiserin von Rußland/ den König von Großbritannien Chnrfürsten von Hannover, den Landgrafen von Hessen-Kassel und den Herzog von Braunschwcig. ncl 3. Ebenso müsse man wissen, was zu verstehen sei unter den nothwendigen Propositionen, damit die allgemeine Ruhe in Deutschland ans eine der Würde des deutschen Kaisers entsprechende Weise wiederhergestellt werde. Alles, was zu weitläuftigcn Discnssivnen führen könne, müsse vermieden und, wie im Artikel 5 vvrgcschlagen sei, in tiefste Vergessenheit begraben werden; allen etwaigen Mißverständnissen könne man begegnen durch die Bestätigung des Westphälischen Friedens und aller andern Reichsconstitutivncn, so wie nä 4. durch eine allgemeine Amnestie, welche, wie vorgeschlagen, vollständig und aufrichtig zur Ausführung gebracht werden müsse. n«I 5. Der Vorschlag, die Convention zwischen dem König und dem Chnrfürsten der Pfalz hinsichtlich der Herzvgthümcr Jülich und Berg zu erneuern, sei der vorliegenden Unterhandlung zwischen den beiden Höfen vollkommen fremd; diese Convention gründe sich ans die von dem französischen Hofe übernommene Garantie Beaulieu-Marconnay. Der.Hilbertsburger Friede. 5 66 Schriftenwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. Schlesiens nnd der Grafschaft Glatz, und müsse daher einer besonder» Verhandlung zwischen dem König, der französischen Krone nnd dem pfälzischen Hofe überlassen bleiben, eine Sache, über die man sich jedoch leicht verständigen werde. ncl 6. Unter keiner Bedingung könne man auf den Vorschlag eingehcn, die Grafschaft Glatz abzutretcn; das sei dem ersten Principe gegenwärtiger Unterhandlung durchaus entgegen; man halte fest an einer Wiederherstellung in intexi-nm, um so mehr, da der König sich hierzu gegenüber dem König von Polen verbindlich mache. Uebrigens hange cS von der Kaiserin-Königin ab, ob sie den Titel „Herzogin von Schlesien" behalten wolle, oder nicht; dies sei um so mehr gleichgültig, als manche Fürsten gleiche Titel führen, ohne daß dies dem legitimen Besitzer schade, was man unter andern in England sehen könne, wo der Souverän den Titel „König von Frankreich" führe, ohne daß deshalb der König von Frankreich dieses weniger reell sei. ncl 7. Der König sei sehr dankbar für die Mittheilungen, welche die Kaiserin-Königin ihm in diesem Artikel über die Erbfolge im Großhcrzogthnm Toscana einerseits nnd in den Mark- grafenthümern Anspach nnd Bayreuth andrerseits habe znkommcn lassen, nnd er sei überzeugt von der Lauterkeit der dazu bewegenden Motive; doch könne man nicht umbin, hier zu bemerken, daß die Successivirsordnung in jedem Staate ihrer Natur nach eine jener Einrichtungen sei, welche jede Macht sich selbst Vorbehalte, ohne zu dulden, daß andere sich darum bekümmern. In dieser Beziehung Feststellungen für die Zukunft treffen zu wollen, sei unnütz und gefährlich, denn die Regenten könnten den Rechten ihrer Nachfolger nicht präjudicircn, nnd sie würden dadurch ihre Nachkommen häufig in Nachtheile und Verlegenheiten bringen, welche größer seien als die, wclcbe sie zu vermeiden sncbten. Wenn die jüngere Linie aussterbe nnd nur ein einziger Fürst des Hauses übrig bleibe, könne man diesen einzigen legitimen Erben Schriftenwechsel zwischen.Preußen und Oesterreich. 67 doch nicht der Succession berauben. Diese wichtigen Bedenken setzen den König in die Unmöglichkeit, sich mit dem vorgelcgten Plane einverstanden zu erklären; er hoffe, daß man ihn dieser Weigerung wegen keiner Vergrößerungspläne zeihen werde; diese seien ihm völlig fremd; er wolle nur seinen Nachfolgern in Betreff legitimer Successionen die freie Hand wahren und Ihre Majestät die Kaiserin-Königin in keiner Weise hindern, in ihrem königlichen Hause alle diejenigen Maßregeln zu treffen, welche ihr belieben mochten. nä 8. Hinsichtlich der schlesischen Handelsverhältnisse könne der König nicht auf das Recht verzichten, welches er durch die Verträge von Breslau und Dresden erworben; er wolle sich jedoch keine Vortheile auf Kosten der österreichischen Staaten verschaffen und sei durchaus nicht abgeneigt, zu einem für beide Staaten vortheilhaftcn Handelsverträge die Hand zu bieten. Alles, was er verlange, sei, daß man jetzt sogleich, in den Friedenspräliminarien, über einige allgemeine Grundsätze sich verständige, welche einem künftigen Vertrage zur Basis dienen könnten, und er erbiete sich, das Project zu einem solchen Artikel vorzulegen. nä 9. In der Hoffnung, daß es zum Frieden komme, werde der König sehr gern seine Stimme bei der künftigen Wahl eines römischen Königs oder eines Kaisers dem Erzherzog Joseph geben. nck 10. Unter derselben Voraussetzung verspreche der König seine Stimme demjenigen der jüngcrn Erzherzöge, dem dereinst durch Verheirathung mit der Prinzessin von Modena die Anwartschaft ans die Nachfolge in den modcnesischeu Staaten zufalle, — in der Hoffnung, daß eine Gefälligkeit mit einer andern vergolten werde. nck 11. Die vorgeschlagene Uebereinknnft wegen freier Elbschifffahrt könne nur unter Berücksichtigung des Stapelrcchts der Stadt Magdeburg in Ausführung gebracht werden. Diese An- 68 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. gelegenhcit könne jedoch ihrer Natur nach nickt in einem Friedens- Verträge, sondern nur in einem Handelsverträge Aufnahme finden. nä 12. Man sei damit einverstanden, daß sowohl die Präliminarien wie die Verträge von Breslau und Dresden dem neuen Friedensinstrument zu Grunde gelegt werden müßten. Der Zeitpunkt der Räumung und der Einstellung der Feindseligkeiten werde keine Schwierigkeiten Hervorrufen; und obgleich der König die größere Zahl Kriegsgefangener habe, sei er doch einverstanden mit der allgemeinen und unentgeltlichen Nustausckung der Gefangenen und Geißeln, wie solche in diesem Artikel vorgeschlagen sei. Da viele Unterthanen Sr. Majestät in der Nothwcndigkeit sich befunden, Dienste bei den k. k. Truppen zu nebmen, so schlage man vor, dieselben gegen solche österreichische Unterthanen anszn- tanschen, welche dermalen in der preußischen Armee dienen. Auf die rückständigen Kontributionen leiste man Verzicht. Man werde sich ohne Schwierigkeit zur Aufrechthaltung der katholischen Religion in Schlesien verpflichten, wobei jedoch alle Souveränetätsrechte Vorbehalten bleiben, und man sei bereit, alle in den frühem Verträgen übernommenen Verpflichtungen hinsichtlich der Abtragung aller auf diesem Staate hastenden Schulden zu erneuern. In Betreff der Garantien glaube man nicht, daß es Gebrauch sei, selbige in Friedensverträgen zu stipuliren; zu dem Ende würden Allianzverträge geschlossen. Doch sei der König bereit zur Erneuerung derjenigen Garantien, welche im Dresdner Vertrage ausgemacht worden seien; alles klebrige möge einem Allianzvertrage Vorbehalten bleiben, wenn die hohen contrahirenden Parteien es für nothwendig halten sollten, einen solchen abzuschließen. Der Inhalt dieser Antwort konnte den österreichischen Bevollmächtigten nicht überraschen, denn er stimmte in allen wesentlichen Punkten mit den Erklärungen überein, welche der preußische Ge- Schristrnwcchscl zwischen Preuße» »nd Oesterreich. 69 sandte in der ersten Sitzung vvrgebracht hatte. Die Aenßernngen Collenbachs beschränkten sich auch vorerst auf die beiden Artikel, in denen von der Erbfolge in den Markgrafenthümern und vom Handelsvertrag die Rede. In Betreff des ersten Punkts hob er hervor: Das Testament des Cburfürsten Albert Achilles, welches zwei regierende Brandenburger Linien etablirc, sei vom Kaiser Friedrich III. auf einem Reichstage bestätigt worden und habe dadurch den Charakter eines Reichsgesetzcs erhalten, bei dessen Aufrechthaltung alle Reichsstädten interessirt seien. Hierauf ent- gegnctc Hertzbcrg: Daß der Kaiser Friedrich III. das erwähnte Testament vielleicht an dem Orte und bei Gelegenheit eines Reichstags bestätigt habe, daraus gehe noch nicht hervor, daß es ein Reichsgesetz geworden; dazu sei unumgänglich nöthig, daß die Bestätigung und das Testament in einem Reichsabschiede enthalten seien, und das könne nie bewiesen werden. Ueberhaupt werde man besser thnn, von diesem Verlangen abznstehen; der König fühle sich dadurch auf's empfindlichste verletzt, und Jhro Majestät die Kaiserin-Königin würde es doch auch nicht anders als höchst sonderbar finden, wenn der König von Preußen Ihr eine Erbfolgeordnung für Ihr Haus vorschreiben wollte. Hinsichtlich des schlesischen Handels erklärte Collenbach, zur Abschlicßnng eines Handelsvertrags weder instruirt noch vorbereitet zu sein; er werde jedoch darüber die Befehle seines HvfeS ein- bolen. Einstweilen hielt er die Behauptung fest, die Verträge von Breslau und Dresden hätten durch den gegenwärtigen Krieg ihre Gültigkeit verloren; man könne und wolle in Wien nicht mehr diejenigen Vvrtheile zugestehen, welche in jenen Verträgen für den schlesischen Handel stipulirt worden, und es sei nunmehr ein Zustand natürlicher Freiheit eiugetreten. Darauf hin ward ihm von Hertzberg erwiedert, daß die Verweigerung des Status guo der schlesischen Handelsangelegenheit, wie er in den Breslauer Präliminarien ausgemacht worden, auch den Wegfall des Status yuo, 70 Schristenwcchftl zwischen Preußen und Oesterreich. welcher ebendaselbst zu Gunsten der katholischen Religion festgestellt worden war, nach sich ziehe, — was Jener nicht leugnen konnte >). Zu irgend einer Erklärung in Betreff der Restitution von Glatz und Cleve war der österreichische Gesandte nicht zu bewegen, obgleich Hcrtzberg zu wiederholten Malen dahin sich äußerte: „auf diese Erklärung komme alles an; sei diese erfolgt, dann wäre die Negociation in einem Tage aus"?).' Der geistreiche Mann wußte wohl, mit wem er zu thun hatte, und daß seine Pression, die im directen Widerspruch mit seiner Instruction stand, keine andere Folge nach sich ziehen werde, als die, die Verschleppung der Verhandlungen dem Wiener Cabinet aufzn- bürden. Denn der Gesandte war im Grunde nichts weiter als der Vermittler der Korrespondenz mit Wien, und vollständig unfähig, über den Wortlaut seiner Instruction hinanszngehen. Und da nun seit der Einsendung der preußischen Antwort und bis znm Eintreffen der Replik, welche am 17. Januar mitgetheilt ward, sich gar nichts thun ließ, was der Negociation irgend förderlich hätte sein können, so benutzte er die dadurch veranlaßt« Muße, mit großem Nachdruck auf verschiedene Nebenpnnkte zurück- znkomnien, die man nach den Erklärungen in der ersten Konferenz füglich als abgemacht hätte betrachten können. Der erste dieser Punkte betraf die Natur der Verhandlung selbst. Collenbach behauptete, es sei rathsam, auf Präliminarien zn unterhandeln, damit durch andere, in dem Dcfinitiv-Tractat zu erörternde Punkte die Aufhebung der Feindseligkeiten und Con- tributioncn nicht hinausgeschoben werde. Hertzberg trug dagegen ans Beschleunigung der Hauptsache an, da, sobald diese in Nichtigkeit gekommen, die Fassung aller zu dem Desinitiv-Tractat gehörigen Artikel keinen Aufenthalt verursachen würde, — wohingegen ') Bericht Hertzbergs vom 5. Januar 1763. Bericht von Fritsch vom 8. Januar 1763. Schnftcnwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. 71 dnrch abgesonderte Behandlung der Präliminarien und eines Dcfinitiv-Tractats die Sache leicht ins Weite gezogen und grade dadurch bei der Räumung des Landes und Einstellung der Cvn- tribntionen mancherlei Aufenthalt herbeigeführt werden tonnte. Die Erledigung dieser Frage berührte natürlich auch die sächsischen Interessen, da diese dnrch jeden Aufschub eines definitiven Friedensschlusses wesentlich beeinträchtigt wurden. In den Besprechungen über diesen Gegenstand, der mit.großer Beharrlichkeit von Herrn von Collenbacb von Zeit zu Zeit wieder hervorgeholt wurde, bis kurz vor dem Schlüsse der Verhandlungen, hatte der Baron Fritsch mehrfach Gelegenheit, sein Einverständniß mit der preußischen Auffassung anszusprechen, wobei er jedoch sich bereit erklärte, auch ans Präliminarien einzngehe», wenn dadurch die alsbaldige Räumung deS Landes erlangt werden könne. Diese oft nicht zu ergründenden Bedenklichkeiten, welche bei der österreichischen Art zu unterhandeln hervvrtratcn, kamen auch während einer Audienz zur Sprache, welche Fritsch am 2. Februar in Leipzig bei dem König von Preußen hatte. Letzterer äußerte sich dahin, daß er wohl wissen möge, warum sie nur Präliminarien und keinen Definitiv- Tractat schließen wollten? Sie müßten doch etwas dahinter suchen, und könne er kaum glauben, daß cS allein geschehe, nur einem Herrn von Collenbach und einem Hubertnsbnrg die Ebre zu mißgönnen, einen Definitiv-Tractat von ihm daselbst unterschrieben zu sehen. Fritsch antwortete darauf, auch ihm komme die Sache sehr unklar vor, doch würde es ein gutes Lxpsäiöns sein, wenn nach geschlossenen umständlichen Präliminarien durch besondere Declarationen denselben die Kraft eines Definitiv-TractatS beigelegt werde. Dem Könige gefiel diese Idee, und er befahl Fritsch, einen dahin zielenden Antrag zu stellen; sollte jedoch der kaiserlich-königlichen Majestät an einer Solennität sehr viel gelegen sein, so sei er auch bereit, an einen neutralen Ort, wie Dresden oder Erfurt, einen qnalificirten Gesandten abzuschicken, welcher mit 72 Schriftcnwechjcl zwischen Preußen und Oesterreich. einem kaiserlichen Minister „von gleichem Caliber" die wörtlich umgeschriebenen Präliminarien in einen Definitiv-Tractat verwandeln und so die Sache z» baldigem „standhaften" Ende bringen könne. Daß Fritsch von seinem Hofe zur Schließung eines Dcfinitiv-Tractats ermächtigt worden, war dem Könige sehr angenehm, gleichwie auch sein Gesandter in ähnlicher Weise bevollmächtigt seiest Das Vvrgeschlagcne Auskunftsmittel war jedoch schließlich nicht nöthig. Hertzberg hatte bei mehrfachen Gelegenheiten den Antrag auf Abschließung eines Tractats wiederholt, und namentlich in einem Schreiben an Collenbach vom 5. Februar diesem die Wünsche seines Königs nochmals ausführlich dargclegt und dabei den Vorschlag gemacht, daß für den Fall eines über den ll. Februar hinaus verspäteten Eintreffens der dcsfallsigen Wiener Entschließungen man dennoch die Acte unterzeichnen tonne, indem nur alle Stellen, wo der Ausdruck „Präliminarien" oder „Friedensvertrag" Vorkommen müsse, in dlnnoo gelassen werden dürften. Collcnbach hatte dem entsprechend berichtet und erhielt am 13. Februar eine Antwort, aus welcher zu entnehmen, daß man in Wien den Präliminarien den Vorzug gegeben hatte, um keinen Verstoß gegen die Rangordnung derjenigen Alliirten und Souveräne zu begehen, welche in einem besvndern Artikel als garantirende Mächte ausgeführt werden sollten. Die betreffende Stelle lautet: „Man will sich keine Oeoision über den Ifang der Souveräne anmaßen, und wenn mau so viele blxeraplnrien ausfcrtigen wollte, als ^.lteruntien zu beobachten wären, so würde es zu weitläuftig fallen; Jedoch ist kein Bedenken, den Oötinitik-Vrnotnt sogleich zu schließen, wenn man Sich Königlich Preußischer Seits gefallen laßen will, den iVitieul (20 des Friedensvcrtrags) so zu faßen, daß beyde Theile nur überhaupt ihre .VIIiietc in dem Vrnetnt >) Bericht von Fritsch vom 2. Februar 1763. Schviftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. 73 einschließen, und sich dabey Vorbehalten, nachher» alle in einer besondern iLots zu nennen, welche eben die Krafft haben sollte, als wenn sic von Wort zu Wort dem Drnetnt cinvcrleibet wäre. Zn diesem Ende folgt auch die Vollmacht zu dem Dslinitik-Dinottit hicbcy" Preußischcrseits war hiegegen natürlich nicht das geringste Bedenken vorhanden, und so ward denn diese Haupt- und Staatsaction glücklich zu Ende gebracht, nicht ohne wesentlich dazu beigetragen zu haben, daß der Vertrag erst am 15. Februar unterzeichnet werden konnte, während er dem sonstigen Verlaufe der Verhandlungen nach schon am 8. oder 11. hätte abgeschlossen werden können. Ein zweiter Nebenpunkt, dem von Seiten des österreichischen Unterhändlers ganz unerwartet die Wichtigkeit einer Lebensfrage beigelegt wurde, trat an den Tag bei der Mitthcilnng eines von Ersterem entworfenen Prvjects hinsichtlich der dem Vertrage vorauszuschickenden Einleitung, bei welcher Veranlassung auch die Originale der Vollmachten ansgewechsclt werden sollten. Schon bei der Hinausgabe der Abschriften, welche in der ersten Conferenz statt- gesunden, hatte Hertzberg Anstoß daran genommen, daß darin der Titel: Lupöi'ioris et Inkerioris Lilesins Onx gebraucht worden; jetzt kam in der Sitzung vom 11. Januar noch dazu, daß man österreichischer- seits für den Vertrag selbst das Alternat nicht zugestehcn wollte, sondern den beständigen Vorrang in beiden Exemplaren des zu errichtenden Tractats verlangte. Es kam darüber zu einem ziemlich ernsthaften Wortwechsel zwischen den beiden Gesandten 2); Collenbach erklärte, daß er befehligt sei, auf beiden Punkten unabänderlich zu bestehen. Hertzberg glaubte bei seiner Weigerung beharren zu müssen, erklärte jedoch, daß er die Antecedentien des Dresdner >) Bericht von Hertzberg vom 13. Februar 1763. 2 ) Bericht von Fritsch vom 11. Januar 1763. 74 Schriftcnwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. Friedens als Norm anerkennen wolle und darüber sofort die nvthigen Nachforschungen anstellen werde, — daß demnach diese reine Fvrmfrage einstweilen ansgesctzt und mit der Nedaction eines andern Artikels svrtgcfahrcn werden möge. Ohnerachtct dieses durchaus angemessenen Borschlags war dennoch der Stein des Anstoßes nicht ans dem Wege zu räumen: Collenbach beharrtc unabänderlich und zuletzt nicht ohne Heftigkeit darauf, er sei von seinem Hofe angewiesen, sich ans nichts einzulassen und nicht eher weiter zu proccdireu, bis besonders der Titel unverkürzt anerkannt worden sei. Unter diesen Umständen mußte zur Vermeidung aller Weiterungen die Konferenz aufgehoben werden. Die so verursachte Verzögerung sollte jedoch keine dauernde sein. Schon selbigen Tages trafen die von Hertzberg bestellten Acten über den Dresdner- Frieden ein, und da aus ihnen hervorging, daß damals ans das Alternat verzichtet worden, auch der anstößige Titel in der Nati- ficationSnrknnde der Kaiserin-Königin vollständig enthalten war, so glaubte Hertzberg im Eiuverstäudniß mit dem Grafen Fincken- stein seine Einsprache fallen lassen zu sollen. Der Letztere schreibt darüber unter dein 15. Januar: idlous nurious luunvuiso g-ruee cl«Z8 lors ü vouloir olnouusr sur eet urtiole, ot ,jos- session rrvnnt ees ckeruiers tronbles; nn elineun sern retnlili en un inot cknns In pnisidle possession et stonissanee cke tons les Vitres, ckiAnites, Liens et Droits «pueleonlinos ckont il Bericht von Fritsch vom 8. Januar 1763. 76 Schristenwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. nurn sts privs psnännt sstts äernisrs ^usrrs ou Iss prs- seäsnt68. lüt il 86im librs aussi ü toii8 ssux, psiä vouäront vsnärs leuis Lisii8 8itus8 änii8 Iss Dtnt8 äs I'nns st äs IRntrs äss äsux läautss Rnitis8 0oiitrnstnut68, 011 trurmkersr Isur äowioils g.illsui'8, äs ponvoir 1s knirs psnäniit I's8pass äs 2 aus 8-an8 pnvsr nuoiill8 I1roit8." Es kam endlich ein Vergleich dahin zu Stande, daß man preußischer Seils den ersten Satz annahm, dabei aber ausdrücklich erklärte, daß diese Bestimmung ans den Vcrräther Warkotsch keine Anwendung findet; den zweiten Satz von „un slinsun 8srw rstnkäi" bis „ostts äsrnisrs Zmsrrs ou 1s8 prsssäsnts^ ließ Collenbach fallen, und der dritte Satz mit der Bestimmung der Anszugsfreiheit ward ans die Grafschaft Glatz beschränkt und in einen besondern Artikel (Art. 10 des Friedensvertrags) verwiesen. Am 17. Januar überreichte Collenbach die österreichische Replik 2) ans die preußische Entgegnung. Es ist hiebei zu bemerken : 1. daß im 1. Artikel ein Anlauf genommen wird, als hänge der Frieden von denjenigen Bedingungen ab, welche Sachsen vom Könige von Preußen erlangen könne; die lebhaften Verhandlungen, die während der letzten Wochen zwischen Dresden und Wien stattgefunden, und die ziemlich unverblümten Beschwerden, welche man von Seiten des sächsischen Hofes erhoben hatte, mögen diesen Einfluß ausgeübt haben. 2. Der 2., 3. und 4. Artikel werden mit einer nichtssagenden Phrase beseitigt. 3. Der 5. Artikel über den sulzbachischen Succesfionsvcrtrag wird nur schwach betont, jedoch unter das Hanptprincip gestellt und so gewissermaßen als sich von selbst verstehend charakterisirt. 0 Bericht von Hertzberg vom 11. Februar 1763. 2) Beilage X. Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. 77 4. Die Zurückbehaltung der Grafschaft Glatz wird festgehalten, dagegen aber als eine Entschädigung der noch unter österreichischer Herrschaft befindliche Th eil des F ü rstent h nins Neiße a n geboten. 5. Der 7. Artikel mit den Präpositionen über die Erbfolge in den Markgrafenthümern wird in sehr schöne Redensarten ein- gekleidct, zwischen deren Zeilen man liest, daß diesem Punkte keine weitere Folge gegeben werden dürfte. 6. Sehr bestimmt wird jede Anerkennung eines Ltntus yuo in den Handelssachen abgewiesen, dagegen Bereitwilligkeit zur später» Abschließung eines Handelsvertrags erklärt. 7. Für die Bewilligung der preußischen Churstimme hinsichtlich der Wahl des Erzherzogs Joseph und des dcrcinstigen Gemahls der modenesischcn Erbtochter wird der Dank ausgesprochen. 8. Den im 11. Artikel enthaltenen Antrag in Bezug auf die Elbschifffahrt läßt man fallen. 9. Die Zugrundelegung des Breslauer und Dresdner Friedens wird angenommen, und ebenso der gegenseitige Verzicht auf die Rückstände der Contribntionen. Die Anfrechthaltnng der katholischen Religion in Schlesien wird auffallend kurz berührt. Die Anerkennung der schlesischen Schulden, die Bestimmung des Zeitpunkts für das Anfhören der Feindseligkeiten, die Auswechselung der Gefangenen und der in den eigenen Dienst getretenen fremden Unterthanen, bilden, nebst einer Ausdehnung der Garantie auf Ungarn, den Schluß des Uemoirs. Nachdem Collenbach diese Denkschrift vorgelescn, fügte er noch mündlich hinzu, daß allerdings wahrscheinlich die Einkünfte aus der Grafschaft Glatz bedeutender sein würden als diejenigen aus dem als Tanschobject'dargcbvtenen Theile des Fürstenthums Neiße; diesen 11 eberschuß aber erbiete man sich durch Uebernahme einer perhältnißmäßigen Quote der schlesischen Schulden anszugleiche nl 78 Schriftcnwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. Hertzberg ließ cs nicht an allen irgend erdenklichen Vorstellungen fehlen, um den kaiserlichen Bevollmächtigten von dieser neuen Idee abzubringen; er sagte demselben zuletzt: wenn seine Instructionen es ihm erlaubten, von diesem Artikel Abstand zu nehmen, so möge er dieses doch im Interesse der Abkürzung der Verhandlungen so bald als möglich thun, denn er könne sich fest versichert halten, daß der König von Preußen sich nie dazu herbeilassen werde, irgend einen Theil seiner Lande abzutretcn, die Bedingungen möchten so günstig sein wie sie wolltenZ. Collenbach bcharrte jedoch dabei, daß er sich an sein Äsmoiro halten müsse, und kam wiederholt auf die schon mehrfach bestrittene Behauptung zurück, daß der Friede nicht von Dauer sein könne, wenn die Grafschaft Glatz nicht abgetreten werde; dieselbe sei der Kaiserin- Königin zur Sicherung Böhmens unumgänglich nöthig, während der König von Preußen eine Menge anderer Festungen habe, welche Schlesien deckten. Es war dem preußischen Gesandten auffallend, daß Herr von Collenbach bisher fast nie von Cleve und Geldern gesprochen hatte, daß er aber bei dieser jetzigen Veranlassung mit großem Nachdruck ans das Opfer hinwies, welches sein Hof durch Rückgabe dieser Provinzen darbringe, wobei er mit Emphase hervorhob, es seien alle Maßregeln getroffen, um diesen Besitz für Oesterreich zu sichern. Es lag demnach die Vermuthung nahe, daß es hauptsächlich diese letztere Hoffnung war, welche den Wiener Hof auf die Abtretung von Glatz so hartnäckig bestehen ließ, und daß er davon abgehen werde, wenn er seine Absichten ans Wesel scheitern sehen würde. Aber auch in dieser Beziehung nahmen die öffentlichen Angelegenheiten gerade zu dieser Zeit eine Wendung, welche den preußischen Interessen durchaus günstig war. Während der letzten Bericht von Hertzberg vom 17. Januar 1763. Schriftenwcchsel zwischen Preußen und Oesterreich. 7!> Monate hatte das mehr als kühle Verhältnis; zur englischen Regierung fortgedauert; die Politik des Lord Bntc konnte keine andere Wirkung haben. Jetzt aber erschien Plötzlich und ganz unerwartet eine Depesche, welche im Namen Frankreichs und Englands dem Könige die Rückgabe seiner wcstphälischen Provinzen anbvt, unter der einzigen Bedingung der Neutralität dieser und der nieder- rheinischen Provinzen, gegenüber einer gleichen Neutralität der österreichischen Niederlande, welche man der Kaiserin-Königin an- bicten werde, alles dies unter der gemeinschaftlichen Garantie der beiden Könige von Frankreich und England Der Bericht des preußischen Gesandten in London, Herrn von Knyphansen, meldete zugleich, daß man beschlossen habe, die genannten Provinzen bis znm Eintreffen der Antwort des Königs von Preußen im Besitz der französischen Truppen zu lassen, und daß der französische Gesandte, Duc de Nivernois, mit der größten Verehrung vom Könige gesprochen und ihm gesagt habe, daß dieses Anerbieten ohne Vorwissen des Wiener Hofes geschehe, und dazu beitragen werde, den König von den günstigen Dispositionen des Versailler Hofes zu überzeugen. Preußischer Seits fand man natürlich diese Vorschläge so übereinstimmend mit den eigenen Interessen, daß die erforderliche Vollmacht zur Abschließnug einer Convention sofort nach London abgesandt wurde. Dieser wichtige Jncidenzfall konnte nur dazu beitragen, die Hoffnung auf eine baldige Nachgiebigkeit der österreichischen Regierung in der Glatzer Frage zu bestärken, und deshalb um so nachdrücklicher auf die Rückgabe der Grafschaft zu bestehen. Wie geringen Erfolg alle bisherigen Präpositionen des Wiener Hofes in dieser Beziehung gehabt hatten, konnte Herr von Cvllenbach ') Schreiben des Königs aii Hertzberg vom 26. Januar 1763. Schreiben des Grafen Finckenstein an denselben vom 30. Dccember 1762 und vom 26. Januar 1763. 80 Schriftcnwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. aus der preußischen Duplik') entnehmen, welche ihm in der Conferenzsitzung des 24. Januar vorgelesen und eingehändigt wurde. Die ersten vier Punkte boten keine Schwierigkeiten, da hierüber ein Einverstandniß anznnehmen war. Im 5. Artikel erklärt sich Preußen bereit, die Convention wegen Jülich und Berg zu erneuern, sobald man über die Glatzer Frage einverstanden sei, doch natürlich unter denselben Bedingungen, welche bei der ersten Abschließung stattgefunden. Diese, etwas überraschende Nachgiebigkeit veranlaßte den sächsischen Bevollmächtigten, seine bereits gegen die erste österreichische Auffassung dieser Angelegenheit eingelegte Verwahrung nochmals ausdrücklich zu wiederholen. In dem 6. Artikel ergeht sich die Denkschrift in ausführlichster Weise über die Nothwendigkeit, welche der Besitz von Glatz für die Sicherheit Schlesiens habe, und provocirt dabei auf das Urtheil des Feld marsch al l s Dann, daß Glatz für Preußen ein defensiver, für Oesterreich dagegen ein offensiver Platz sei. Aus diesen Gründen besteht der König auf's bestimmteste auf die Rückgabe der Grafschaft und fügt die neue Forderung hinzu, daß Stadt und Festung Glatz in dem Zustande, in welchem sie sich befinden, und mit der Artillerie, die bei der Eroberung dort vorgefunden, ansgcliefert werden müssen. Collenbach begnügte sich mit der Bemerkung, er müsse die Befehle seines Hofes erwarten. Ebenso passiv verhielt er sich bei dem 7. Punkt, der jedes Arrangement über die Succesfion in den Markgrafenthümern Anspach und Bayreuth entschieden znrückweist. Dagegen geriet!) er ganz unerwartet in große Hitze, als der 8. Artikel die Grundzüge eines neuen Handelsvertrags darlegte und über die gegenseitige Ein- und Ausfuhr Schlesiens und der österreichischen >) Beilage li,. Schriftcnwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. 81 Provinzen ausführliche statistische Nachrichten gab *). Hcrtzberg führte mit großer Gelassenheit ans, wie das ganze Verhältnis; auf dem Fuße einer gleichmäßigen Billigkeit einzurichten sei, wobei Oesterreich nach den vorliegenden statistischen Notizen nur gewinnen könne, da die Handelsbalance ihm vvrtheilhaft sei, — allein seine Vorstellungen waren nicht hinreichend, um eine ruhige Discusstvn herbcizuführen: Collenbach blieb bei seiner Vehemenz, erklärte, daß er durchaus gegen Alles, was in diesem Artikel vorgebracht worden, Verwahrung cinlcge, und daß cs mit den gegenseitigen Handelsbeziehungen vorläufig auf den status liburtatis naturalis kommen müsse. Hcrtzberg deducirte hierauf mit gleichbleibender Ruhe: es seien in dem Breslauer Frieden wegen Schlesiens zwei Punkte ans den statu;;; eins gesetzt worden und in dem Dresdner Frieden darinnen gelassen, nämlich der status der katholischen Religion und der status der Handelsbeziehungen. Der König wolle den erstem Punkt unverändert lassen, und wenn man gegenseitig bei letztem; davon abgehen wolle, zu einen; billig mäßigen Einverständnis; die Hand bieten; wolle man aber den letzter;; ohne irgend einen andern Vergleich einfach auf den stntus uaturalis bringen, so müsse nicht minder in Ansehung der Rcligivnsvcrhältnisse der Status ). Bei dem 9. und 10. Punkt beantragte Collenbach, daß wegen der Kaiscrwahl und der modenesischen Expectanz Separatartikel angefertigt werden möchten, womit Hertzberg sich einverstanden erklärte. Da der 11. Punkt ausgefallen war, hatte man nur noch über den 12. zu verhandeln, der im Allgemeinen die österreichischen Propositionen billigte, jedoch hinsichtlich des Verzichtes auf die Contributionsrückstände erklärte, daß darunter die Wechsel nicht einbegriffen seien, die für aufcrlegte Kontributionen ausgestellt 0 Bericht von Hertzberg vom 25. Januar 1763. Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. 83 worden, weil dieselben schon als eine Art Bezahlung zu betrachten. Gegen diese Interpretation protestirte Cvllenbach, doch bestand Hertzberg darauf, indem er noch hinznfügte, daß damit auch die von Nürnberg und Erfurt und andern reichsständischen oder reichsstädtischen Orten ausgestellten Wechselbriefe gemeint seien. Dieser Jncidentpunkt ward im weitern Verlaufe der Verhandlungen in einer Weise zu Ende geführt, die einen nicht geringen Vortheil für die preußischen Finanzen gewährte. Sobald die erwähnte Protestation des österreichischen Bevollmächtigten zur Kenntniß des Königs kam, etwa am 25. Januar, ließ dieser ein genaues Verzeichniß sämmtlicher vorhandenen Wechsel, außer den sächsischen, aufstcllcn, und von denselben so viele als davon angebracht werden konnten, an Privatpersonen namentlich nach Holland hin verkaufen. Schon am 3. Februar konnte er daher an Hcrtzberg schreiben: tont knit so osni nr'n sts possidle pour prsrnkrs äs llonus8 M68U068 zinr rappoit ü In 8ursts äs8 lstti'68 äs oll NN »'6 äs lllursinllsrx, ä'Lrknrtll, st eis Ivnlän; ninsi cins Nn isnon- ointioll nux Isttrss äs sllnnAS äs8 8ujet8 ^utriollisns st els8 Iütnt8 cls l'Linpirs, lloi8 cis In 8nxs, pourrn ociir8i8tsi'." Hertzbcrg zog nun die in der preußischen Duplik enthaltene Interpretation zurück, und acceptirte deir österreichischen Antrag auf gegenseitige Annullirnng resp. Herausgabe der Wechsel. Collcnbach mochte inzwischen von diesem Verfahren irgend eine Nachricht erhalten haben, oder von der Gesammtgröße der in österreichischen Händen befindlichen Wechsel unterrichtet worden sein, — genug, er schien es zu bereuen, sich gegen den Vorschlag der Duplik ausgesprochen zu haben; er erklärte daher am 8. Februar: sein Vorschlag habe nur den Zweck gehabt, das sächsische Interesse zu wahren; da man aber hierauf nicht eingehcn wolle, so sei es billig, daß man gegenseitig mit gleichen Summen tausche, und zu dem Ende Verzeichnisse der Wechsel mittheile. In der Folge beharrte er jedoch nicht auf dieser Behauptung, und so kam es denn 6 ' 84 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich. schließlich zur gegenseitigen Auslieferung der Wechsel, wobei fick ergab, daß in der kaiserlichen Reichsoperationskasse dreizehn Wechsel aus preußischen Landen vorhanden waren, welche die Summe von 843,516 Thlr. 20 ggr. reprasentirten, während man preußischer- seits nur noch sechs bambergische Wechsel zur Summe von 575,266 Thlr. 9 ggr. in Händen hatte, welche dagegen ausgewechselt wurden. Nachdem nun der Schriftenwechscl zwischen den contrahirenden Mächten, und zwar gleichzeitig auch zwischen Preußen und Sachsen, bis zur Dnplik gediehen war, ward die Abrede genommen, nur noch mündlich in den Konferenzen zu verhandeln, um so über einen Artikel nach dem andern sich vereinigen zu können. Sehen wir nun, wie weit bis zu diesem Zeitpunkt (26. Januar) die Verhandlungen zwischen Preußen und Sachsen gediehen waren. Schristenwcchsel zwischen Preußen und Sachsen. Der Wunsch des Geheimen Raths van Fritsch, nach der Einführung des österreichischen Bevollmächtigten in die zur Unterhandlung bestimmten Localitätcn von der Fortführung des Geschäfts dispcnsirt zu werden, hatte aus überwiegenden Gründen von dem Chnrprinzen nicht berücksichtigt werden können, und der ergraute Staatsmann hatte sich dieser Entscheidung gefügt. Indem er seine Bereitwilligkeit zur Uebernahme dieser schwierigen Aufgabe aussprach, hatte er jedoch daran die Bitte geknüpft, einen Beamten bcigcscllt zu erhalten, mit dem er alle erforderlich scheinenden Schritte und Maßregeln besprechen könne und der ihm eine wesentliche Hülfe bei allen verkommenden Geschäften gewähre. Als solcher war von ihm der Hofrath Gutschmid in Vorschlag gebracht worden, der früher als Professor der Staatswissenschast in Leipzig sich als hervorragende Capacität bewährt hatte und der später nach seiner Versetzung in das Ministerium bei den Vorarbeiten für den in Aussicht genommenen Augsburger Kongreß im Jahre 1761 gebraucht worden war. Da die Entschließung auf diese, zuerst mündlich angebrachte Bitte nicht so rasch erfolgte, als dies von Fritsch erwartet sein mochte, erneuerte er sie am Schlüsse eines Berichts vom 27. December 1762 mit folgenden Worten: „Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich mich um die hohe Wissenschaft des Oeröinomöls Zeit Lebens nicht bekümmert, auch 86 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen. keine von derselben handelnde Bücher kenne, zur Hand habe, noch zn erlangen weiß. Der Herr von Collenbach und der ihm zu- gegebcne Herr von Lederer sind von dergleichen recht umschanzet, wie ich beh der Erörterung der verlangten UeutrnlitLts-^ets mehr als hinlänglich erfahren. Trost und Nath von ihnen zu erwarten, würde wohl nicht rathsam, noch auch hinlänglich sehn, meine Zeit auch nicht zureichen, wenn ich alle Aufmerksamkeit auf Besorgung des Hauptgeschäfts wenden soll. Ich muß derohalben mein untcr- thänigstes und inständigstes Suchen wiederholen, mir den Hvfrath Gutschmid, sobald nur immer möglich, zuzugeben, damit er mir durch seine beh Gelegenheit des iutsuäirten Augsburger oonA-rssscs geschöpfte mir bekannte große Einsicht und Fähigkeit, auch beh der Arbeit mit der Feder zu Statten komme. Es ist mir schlechterdings unmöglich, beh meinem Alter alles, wie ich wünsche, allein zu besorgen, und die Fehler zu vermeiden, welche mir beh dem größten Eifer zu Schulden kommen könnten." Dein alten Herrn ward dieser Wunsch nunmehr sofort gewährt, und ein Rescript des Churprinzen vom 29. December nvrmirte die Stellung des neuen Adjuncten in folgender Weise: „Meine Absicht hiebet) gehet dahin, daß er zwar nicht ordentlicher Weise als zweiter Bevollmächtigter sich Z-sriren, auch weder die zu erstattenden Berichte, noch den künftigen Trnetnt selbst unterzeichnen, jedoch dem Herrn Geheimen Rath sowohl mit eoirsiliis als sonst werkthätig U88i8t6nz leisten, auch wenn es in diese Wege zu richten, so oft nöthig denen Loukörenren beywohnen und demselben darinnen uotullän uotiren Helsen; wo mir in pre88nuten Fällen mündlich rumort abzustatten, sich der Reisen anhero unterziehen, und wenn des Herrn Geheimen Raths Gegenwart zu Leipzig nöthig sehn dürfte, und das Ermessen davon lediglich Ihnen überlassen bleibt, desselben Stelle einsweilen beh seiner Abwesenheit zu Hubertusburg vertreten möge." Schriftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen. 87 Der Hofrath Gutschmid trat erst nach der Eröffnung der Konferenzen seinen neuen Posten an, immer noch früh genug, um gleich an den erstell dadurch hervorgernfenen bedeutenden Arbeiten sich bethciligen zu können. Die Enttäuschung der sächsischen Bevollmächtigten nach der Mittheilung der so sorgfältig verheimlichten österreichischen Propositionen war sehr groß. Während man sicher darauf gerechnet hatte, daß Oesterreich als wesentliche Vorbedingung des Friedens die sofortige Räumung Sachsens und die damit zusammenhängende Beendigung der furchtbaren Kriegserpressungen verlangen werde, um sich so doch einigermaßen dankbar zu bezeigen gegen seinen treuen Bundesgenossen und Leidensgefährten, und um so den vielen schönen Versicherungen, die in Wien gemacht worden, eine entsprechende Folge zu geben, — mußte man jetzt erfahren, daß alles, was man von jener Seite für Sachsen thun zu müssen glaubte, sich darauf beschränkte, die gleichzeitige Abschlicßung des Friedens zu verlangen, daneben aber sich erbot (sud 9), die noch im Besitze habenden Eroberungen Krntuitöinönt und blos gegen Bedingung eigener Cvnvenienzen zurückzugeben, da sie doch auch als Mittel zur Erreichung günstiger Bedingungen für Sachsen hätten dienen können. Die Einmischung verschiedener anderer Gegenstände, die dem vorliegenden Friedensgeschäfte im Grunde ganz fremd waren, wie die Successton des Sulzbachischen Hauses in Jülich und Berg (sub 5), die Succession in den Markgrafenthümern Anspach und Bayreuth (8ub 7), die Abschlicßung eines Handelsvertrags (sub 8) und die Verhandlungen über die freie Schifffahrt auf der Elbe (snd 11), waren nicht dazu geeignet, das Vertrauen der sächsischen Negierung auf einen reellen Beistand von jener Seite her zu er- kräftigen. Das persönliche Verhalten des Herrn von Collenbach trug auch nicht dazu bei, den Übeln Eindruck zu vermindern. Bereits vor Eröffnung der Cvnserenz hatte er vertraulich bei Herrn von 88 Schristcnwcchsel zwischen Preußen und Sachsen. .... , i Hertzberg angefragt, ob nian denn von vorn herein den sächsischen Bevollmächtigten zu den Berathnngen znlasscn wolle? Hertzbergs Antwort ging dahin, daß dies durchaus passend sein werde, besonders weil die ganze Unterhandlung durch den sächsischen Hof eingelcitet worden seiest Nachdem er dann in der Konferenz die beiden ersten Punkte des Uröeis dictirt hatte, weigerte er sich, wie oben erzählt worden, von dem weitern Inhalte desselben dem sächsischen Gesandten Kenntnis; zu geben, und gcrieth dadurch von vorn herein mit dem Letztem in eine Differenz, welche wieder durch Hertzbergs taktvolle Vermittlung gehoben ward. Ncber die Bedeutung des in Artikel 1 gebrauchten Ausdrucks: „sur nu pioä >-66ixrocrr Bon (£oIIen= bac!; bie iut 5tnl;ange berfetbeu entfyaltcnen gorberungen uuteïftüjjte; «£>cr£berg [anbtc fie bent fôôuigc mit ber ©emerfung: „L’un et l’autre ont fortement insisté pour que la cessation des contributions soit fixée au 1 er janvier 1763, en faisant valoir que le pays de Cleve en profiterait ou en souffrirait par la réciprocité *).“ 3)cr übnig antmortete jeboc!) lutter bem 6. 2samtar: „ Quant au mémoire du Baron de Fritsch, qu’il a remis au Sieur de Collenbach et dont vous m’avez envoyé copie, Je vous dirai, que c’est une demande du tout inacceptable, et contraire à tout ce qui est de coutûme en pareille occasion, que de vouloir prétendre, à ce que la cessation de toutes les prestations de guerre en Saxe y soit fixée au premier de Janvier de l’année présente. Aussi ma résolution est fermement prise, de ne m’y prêter autrement, que tout au plus du jour que les ratifications des préliminaires des Cours respectives auront été échangées. Vous insinuerez pour cela convenablement au susdit Baron de Fritsch, que sa Cour pourrait s’estimer heureuse, de ce qu’on lui rendoit la Saxe à de si bonnes conditions, et que sa demande en question était d’autant plus hors de toute règle, qu’il était constaté, que les Autrichiens, malgré qu’on traitoit de paix, continuoient à lever des contributions dans la Comté de Glatz, et que les Français, non obstant les préliminaires de paix ratifiés, exigoient des contributions énormes de mes provinces de Cleve. “ Leipsic, 6 janvier 1763. Fédéric. 3ln bemfelben ïage l;attc gritfd) fciiten Sutnmrf eûtes grtebenSbertragS bem pratfHfc!)en Setmllmâcfdigteu in ber ©t^mtg ') 8erid)t ÇerljÉergê üom 6. Scmuar 1763. Schrlftenwcchsel zwischen Preußen und Sachsen. 91 überreicht'); die Forderungen seines Königs nnd Herrn in dem Handschreiben vom 16. December 1762 2 ) hatte er so gewissenhaft dabei beobachtet, wie ihm diese" nach seiner Kenntnis; der augenblicklichen Lage und der Gesinnung des Königs von Preußen nur irgend erreichbar geschienen hatten. Daß er sich in letzterer Hinsicht wesentlich getäuscht hatte und in den gewöhnlichen Fehler lebhafter Naturen verfallen war, welche das heiß Ersehnte auch für leicht erreichbar halten, sollte er nur zu bald erfahren. Der Artikel 1 enthält die gewöhnlichen Versicherungen von Wiederherstellung der völligen Freundschaft mit Hinznfügung einer allgemeinen Amnestie. Im Artikel 2 ist der Punkt wegen Einstellung der Feindseligkeiten und Contribntionen sehr vollständig enthalten; dabei zugleich wieder der 1. Januar als tsriniuus n csnc> in Vorschlag gebracht, und schließlich die Cassation und Rückgabe der an preußische llnterthanen aus Veranlassung der Kriegsfordcrungen ausgestellten Verschreibungen verlangt. Art. 3 bezieht sich auf die 'Räumung Sachsens und bezeichnet eine Frist von 10 Tagen nach der Ratification, binnen welcher dieselbe ausgeführt sein könnte. Art. 4 bedingt die Rückgabe aller Kriegsgefangenen, Effecten und Schriften, in dem Umfange, welchen man erwarten zu können glaubte. Auch der Geißeln nnd Schuldner ist gedacht, weil Mitglieder verschiedener Kreisstände als solche in preußischen Festungen detinirt wurden. Art. 5 spricht die Erwartung aus, es werde für den Verlust der sechsjährigen Steuern und übrigen Einnahmen eine Entschädigung gewährt werden 3). >) Beilage N. 2 ) Siehe oben S. 29. 3 ) Man muß Herrn von Fritsch die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er in seinem Berichte vom 2. Januar die Zwecklosigkeit dieser Bedingung vor- 02 Schriftenwcchsel zwischen Preuße» und Sachsen. Im Art. 6 werden die Entschädigungsversprechen in Erinnerung gebracht, welche der Stadt Leipzig und der sächsischen Ritterschaft früher ausgestellt wurden. Art. 7 bringt die Handelsvcrhältnisse beider Staaten zur Sprache, jedvch nur ganz im allgemeinen, da die Discusfivn über einzelne Punkte zu wcitlänftig und die bloße Verweisung ans künftige Unterhandlungen ohne Nutzen sein werde. Im Art. 8 wird ein Arrangement wegen der wichtigen Steuerschulden in Vorschlag gebracht, wie man nach der Natur der Sache und einigen vom König von Preußen früher gegen Fritsch gcthancn Acußerungen dasselbe am füglichsten zu erlangen hoffen konnte. Art. 9 umfaßt die Garantien der beiderseitigen Alliirten. Nach der Ueberreichnng und Vorlesung dieses Entwurfs beschränkte sich der österreichische Bevollmächtigte darauf, ganz im allgemeinen zu erklären: .daß er von seinem Hofe befehligt sei, die chursächsischen Anträge zu unterstützen und darauf zu beharren, daß der Frieden mit diesem Hofe und dem seinigen zu gleicher Zeit geschlossen werde. Hertzberg nahm den Entwurf einfach ack rskereiräum, erbat sich jedoch sofort die betreffenden Beweisstücke, ans welche sich die Forderung des Art. 6 stützte, worauf ihm von Fritsch die Abschriften der in den Jahren 1756 und 1757 ergangenen Correspondenzen und Resolutionen mitgetheilt wurden, laut welcher der König die Schadlosstellung wegen der als Darlchn und äou Kimtuit bezahlten Summen versprochen hatte ft. Der erste Eindruck, den dieser Entwurf auf den König machte, war ein sehr ungünstiger. Gleich nach der ersten Einsicht, bereits am 7. Januar, schreibt er darüber an Hertzberg: „-— lJnnnt hersagt. So vollkommen gerecht und billig die Entschädigungsforderung sei, so positiv habe gleichwohl der König von Preußen erklärt, daß er dazu weder Land noch Geld hergebe. Auch von Oesterreich sei in dieser Beziehung gar nichts zu erwarten. >) Beilage 0. Scfjuftcmucrfjfct jimfcÇcn ^rcujicn unt Siidjfcn. 93 à l’évacuation de la Saxe par mes Trouppes, Je ne saurais les en retirer, quand même J’aurois envie de le faire, avant la fin du mois de Mars qui vient, vû qu’il n’y a point à présent de Magazins arrangés pour leur subsistance, ni dans la Marcke, ni en Poméranie et jusqu’aux frontières de la Prusse; Que nous avons eu d’ailleurs une mauvaise récolté l’année dernière, et que ne sachant jusqu’à présent, si notre paix prendra consistance ou non, Je ne puis faire aucun arrangement pour faire faire des transports dans mes susdites provinces, ni d’y arranger, ce qui est absolument indispensable à ce sujet. Sur ce qui regarde l’article 4, il faudra bien que les Saxons y mentionnés, restent comme ils sont actuellement, vû qu’on n’en a pas, pour nous les donner en échange. Vous insinuerez d’ailleurs au Baron de Fritsch dans vos conversations privées, que les conditions que sa Cour prétendoit, étoient moulées sur une forme, comme si ma situation étoit extrêmement mauvoise; ce qui, grâce à Dieu! n’étoit cependant point du tout, qu’ainsi Je ne me laisserais point donner des lois dures par sa Cour, et qu’il ne falloit pas qu’elle prétendit de moi des choses impossibles et contraires à toute usance, relativement à l’évacuation de la Saxe, et à la cessation des contributions, que Je continuerai à tirer, tout comme Je me suis exprimé la dessus, et ne ferai au reste point de préjudice à leur faveur, aux droits et privilèges de mes villes, dont celles-ci jouissent actuellement. “ à Leipsic (©içjcnfyâubigcS ijloftfcttpt.) ce 7 janvier. Il faut une bonne foy détromper les Saxsons de leur prétentions chimériques, et quand à l’article du Commerce, j’atans quelquun de Breslau pour le faire minuter sous mes yeux. Federic. 94 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen. In Dresden war man während dieser Zeit auch nicht nn- thätig geblieben. Die dem Geheimen Rath von Fritsch mitgetheilten Acten- stücke über die Art und Weise, wie in den cleveschcn Landen die Contributionen und Lieferungen von dem oorniuissnirs orckounn- tsnr Fumeron zu Wesel eingetrieben wurden, hatten sofort den Chnrprinzen veranlaßt, den Grafen Flcmming in Wien mit sehr bestimmten Jnstrnetionen zu versehenEr sollte dem französischen Gesandten daselbst die dringendsten Vorstellungen machen, daß man durch Ausstellung solcher Grundsätze vielleicht einen Vorthcil von einigen hunderttausend Livres für die französischen Kassen sich verschaffe, dadurch aber zugleich den sächsischen Landen für viele Millionen Thaler Schaden verursache; es dürfe daher erwartet werden, daß man wenigstens von jetzt an alles verhüte, wodurch weiterer Nachtbeil für Sachsen entstehen könne, daß man die Maßregeln, welche in Cleve zur Ausführung gebracht werden sollten, zurücknehme, und daß hievon dem preußischen Hofe Mittheilung gegeben werde unter der ausdrücklichen Erklärung, daß dies in Folge sächsischer Vermittlung geschehe. Das Auftreten des Herrn von Collenbach in Dresden, sein undurchdringliches Schweigen über die ihm erthcilte Instruction, insoweit sie die von Sachsen in Anspruch genommene Assistenz des kaiserlichen Hofes betraf, sein stetes Zurückkommen auf die Versicherung, wie sein Hof alles nur Mögliche im sächsischen Interesse gewiß thun würde: — alles dies war unverzüglich dem Grafen Flemming mitgetheilt worden, mit dem Aufträge, dem Grafen Kaunitz die wiederholt gegebenen Versicherungen ins Gedächtniß zurückznrufen und dabei die sichere Erwartung ansznsprcchen, daß Herr von Collenbach die gemessenste Anweisung erhalten werde, die sächsischen Entschädigungsansprüche nicht allein unter seinen >) Schreiben des Churprinzen an Graf Flemming vom 22. Dec. 1762. Schriftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen. 95 Anträgen namentlich zu erwähnen, sondern auch während der Unterhandlung darauf zu insistiren und sie zur oonäitio sino hun non zu machen. Mit welchen Empfindungen demnach die Berichte über die Eröffnung der Conferenzen und über den Inhalt der österreichischen Friedensvorschläge in Dresden ausgenommen wurden, läßt sich leicht denken. Gleich nach Eingang derselben ward dem Grafen Flemming davon Mittheilung gegeben und ihm eröffnet^): daß der erste Artikel des kröeis ganz unzulänglich für das sächsische Interesse gefaßt sei, und die Versicherungen, welche man noch jüngsthin in Wien ertheilet, dadurch keineswegs in Erfüllung gegangen; daß der Art. 5 den feierlichen Beleihungen so vieler römischer Kaiser sowohl, als auch den verbindenden Versprechungen und Reversen des Hauses Oesterreich zuwiderlanfe; daß der Art. 11 auf nichts minderes abziele, als mit Vernachtheiligung des Leipziger Handels ein unmittelbares oowinoroiurn zwischen Böhmen und den branden- bnrgischcn Landen auf dem durch Sachsen fließenden Elbstrom cinzurichten. Graf Flemming berichtete unter dem 8. Januar, daß in Betreff der cleveschcn Angelegenheit der französische Botschafter ihm die Erläuterung gegeben: jene Verfügung des Mr. de Fnmeron sei zu einer Zeit erlassen worden, wo diesem die Gesinnung seines Hofes noch nicht bekannt gewesen; es sei zu vermnthen, daß diese Ordre in der Folge widerrufen worden sei, denn der königlich preußische Gesandte in London, Herr von Knyphansen, habe seine in derselben Angelegenheit vorgebrachte Klage wieder zurückgenommen. Sodann zur Hauptsache übergehend, spricht der Gesandte sein äußerstes Befremden über die erhaltenen Nachrichten aus und >) Schreiben des Chnrprinzen an Graf Flemming vom 2. Januar 1763. 96 Schriftenwechsel zwischen Preußen und wachsen. rcferirt, daß er, ohne Instruction eine formelle Erklärung zn verlangen, cs für angezeigt gehalten habe, zuvörderst für seine Person die mündliche Beantwortung einiger bestimmten Fragen sich zu erbitten. Letztere habe er folgendermaßen fvrmnlirt: 1. Woher es komme, daß Herr von Collenbach, als man ihn vor seiner Abreise von Dresden sondiret, ob er das Anverlangcn einer Entschädigung für Sachsen zu einer eonäitio sins hun non zu machen, instrnirt sei? das Gegentheil deutlich zn verstehen gegeben ? 2. Warum er mit den gethanen Propositioneil nicht nur zu Dresden, sondern sogar noch zu Hubertusbnrg gegen den Baron von Fritsch dergestalt znrückgchaltcn, daß selbiger das kreeis nicht ans seinen, sondern ans des preußischen Bevollmächtigten Händen empfangen? 3. Warum in dem Art. 1 das, was das Interesse des Chur- hanses Sachsen betrifft, so kurz und unzulänglich gefaßt sei, und warum man sich dabei des Wortes reoiprociusinsnt bedienet, da doch einzig und allein von sächsischer Seite alle Billigkeit in Anspruch genommen werden könne. 4. Warum man im Art. 5 auf die neue Bestätigung eines zwischen dem Berlinischen und dem chnrpfälzischen Hofe wegen Jülich und Berg geschlossenen Tractats dringe, der wider die so klar erwiesenen gerechten Ansprüche des Hauses Sachsen augenscheinlich streite? 5. Warum man ohne alle vorherige Abrede die Eröffnung der Elbfahrt, wovon für die sächsischen Handelsinteressen so unendlich viel abhange, ans die Bahn gebracht, und dadurch dem Könige von Preußen selbst Anlaß gebe, seine ohnehin schon in Ansehung derselben gemachten ungerechten und ungegründcten Ansprüche nur noch desto heftiger zu betreiben? 6. Warum man in dem Art. 42 so schlechthin gesetzet, daß der Dresdner Friede zur Basis der neuen Pacification dienen Schriftenwcchscl zwischen Preußen und Sachsen. 97 solle, ohne bei der Gelegenheit zn berühren, dnß nach den von sächsischer Seite sorgfältigst geschehenen Erinnerungen selbiger in Rücksicht auf den chnrsächsischen Hof in verschiedenen Punkten, und besonders wegen des darin den preußischen Nnterthanen, welche Stenerscheine in Händen haben würden, vorbehaltenen Vorzugs einige nvthwendige Modisicativncn erfordere? Diese Fragen, die nicht an den Grafen Kaunitz direct, sondern allem Anscheine nach an dessen Vertranten, den Baron Binder, gerichtet waren, riefen anfangs eine etwas lebhafte Debatte hervor, welche sich zn der Klage gipfelte, daß man in Wien auch mit den 'besten und unschuldigsten Intentionen, die mail wegen Sachsen hege, am Ende keinen Dank erhalte, da auf letzterer Seite die Sachen nicht ans dem richtigen Gesichtspunkte betrachtet würden. Doch ließ man sich endlich zu folgenden bestimmten Erwiederungen herbei: nll 1. Der Hofrath von Collenbach gestehe in seinen Berichten, daß er über die vielerlei Fragen und Zuredungen, die an ihn seit seiner Ankunft in Dresden geschehen, beinahe confus werde, und man müsse sich daher nicht an das, was er mündlich geäußert, sondern lediglich und allein an dasjenige halten, was das von ihm heransgegebene kröeig besage. nel 2 und 3. Daß der Hofrath von Cvllenbach von diesem letztem keine vorläufige Mitthcilung gegeben, sei aus der guten Absicht geschehen, damit der König von Preußen von dessen Beschaffenheit nicht das mindeste voraus merken und um so mehr sich gleichsam frappirt finden solle, wenn er darin mit eincmmal Prvpositionen antreffc, die er so nachgiebig sich zum voraus gewiß nicht werde vorgestellt haben. Indem man daher hoffe, daß er dadurch in sich zn gehen und zu einer großem Nachgiebigkeit bewogen werden solle, sei man der Meinung, daß man sich von Seiten Sachsens vielmehr könne lieb sein lassen, daß man in dem ?röcn8 sich begnügt, nur überhaupt eineil billigen und convenabeln Frieden für Sachsen als eine nonckitio siuo ) Ncscript des Chnrprinzcn an Fritsch vom 18. Januar 1763. -) Ausführlich sind diese Verhandlungen dargestcllt in der Biographie des Freiherr» von Fritsch: Archiv für sachs. Geschichte, Bd. 9. S 320 ff. 110 Schristcnwechsel zwischen Preußen und Sachsen. Über einen nenen Handelsvertrag stattfinden, und zugleich, ohne das Resultat derselben zu erwarten, jetzt gleich, und zwar vom 1. September an, alle neuen Zölle und Verbote, die seit 1753 von beiden Seiten ergangen, ohne alle Ausnahme suspendirt werden sollten. Am 18. September erfolgte eine Note des preußischen Gesandten, worin statt des 1. September der 10. Octvber vor- geschlagen wurde als derjenige Termin, von welchem an die Aufhebung aller Verbote u. s. w. in Sachsen zn geschehen hätte, woraus dann die gleiche preußische Verordnung am 12. Octvber erscheinen solle. Eine Verbalnote des Ministeriums in Dresden vom 19. September acceptirte diese Vorschläge, und es erging dann eine entsprechende Verordnung vom 24. September 1755. Hierauf erließ die preußische Domainenkammer in Magdeburg eine Bekanntmachung vom 5. Octvber, worin von dieser sächsischen Verordnung Kenntniß gegeben und ausgesprochen wird, daß zwar alle diejenigen Verbote, welche gegen die sächsische Handlung vor der diesjährigen Leipziger Ostermesse ergangen, aufgehoben seien, daß jedoch der Transit- und Grenzzvll hievon ausgenommen sei, wie es auch hinsichtlich aller frühem Verbote bei deren Bestehen sein Bewenden behalte. Ein beigesügtes Register bezeichnet als gänzlich verbotene Maaren n. a.: alle sächsischen Tücher, alle Landwolle, alle Glaswaaren, alle Messing- und Kupferwaaren, alle Sammete und Velpe, alle Messer und Scheeren, alle Barchente, alle weiße und gestreifte Leinwand und alle gedruckte Zitze, Kattune und baumwollenen Tücher. Alle Gvldschmiedarbeiten werden mit 35 Prvcent, alle Tressen mit 70 Prvcent, alle seidenen und halbseidenen Maaren mit 18 Procent besteuert. Hiergegen erging unter dem 10. November 1755 eine Ministcrialnvte an den preußischen Gesandten von Maltzahn, worin ausführlich das Ungenügende dieser Verfügung und der gänzliche Mangel der Parität in den beiderseitigen Anordnungen nachgewiesen wird. Schnftcmvcchscl zwischen Preußen und Sachsen. 111 Eine Antwort hierauf scheint nicht erfolgt zu sein; man überließ die RegNlirnng der Konferenz zu Halle, allein diese ward durch den trnnsA'rsssus innoxins durch Sachsen im August 1756 ihrem Ende zugesührt, ohne ein Resultat gehabt zu haben. Diese thatsächlichen Verhältnisse machten es der sächsischen Regierung unmöglich, einen stntus gsuo in Handelssachen vor Beginn des Krieges anznerkennen. Der Aufenthalt des Hofraths Gutschmid in Leipzig erwies sich als eine sehr nützliche Maßregel. Derselbe hatte vom 19. bis 21. Januar mehrere Besprechungen, theils mit Herrn von Hertzberg allein, theils mit diesem und dem Grasen von Fincken- stein gemeinschaftlich. Die einzelnen Artikel der letzten Replik wurden genau dnrchgegangen und es trat dabei klar an den Tag, daß der Einfluß der preußischen Staatsmänner in allen Fragen, welche ans finanzielle Verhältnisse sich, bezogen, vollständig para- lyfirt war durch Spekulanten, welche in der nächsten Umgebung des Königs eine mächtige Unterstützung sich zu verschaffen gewußt hatten. Hertzberg bezeichnte als solche die Kanflente Gvßler und Leveaup ans Magdeburg und Gvtzkvwsky aus Berlin, welche die von den Kreisen, Städten und Privatpersonen zur Bezahlung der Kontributionen ausgestellten Wechsel an sich gebracht hatten und nicht nur unmittelbar bei dem König ihr Interesse eifrig betrieben, sondern auch darin von dem Geheimen Cabinetsrath von Eichel dergestalt unterstützt wurden, daß Andere mit Vorstellungen dagegen etwas auszurichten nicht vermochten'). Ein Erlaß ans diesen Ansprüchen ward von Hcrtzberg wiederholt als vollständig unerreichbar geschildert; er stellte es sogar als möglich dar, daß der Ausdruck im 4. Artikel: „los ötnA-68 6t los rrutros porsonnss «pii out öto nrrot668 n l'ooonmou elo In prösoiito Auerro" nicht vollständig nach seinem Inhalte in Ausführung gebracht werden ) Bericht des Frcihcrrn von Fritsch vom 22. Januar 1703. 112 Schiiftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen. dürste, indem der Kaufmann Goßler, der von dem Geheimen Cabinetsrath von Eichel unterstützt werde, bei dem Könige darauf dringe, daß die in Magdeburg im Wechsclarrcst sitzendeil thüringischen Stände darunter nicht begriffen, sondern vielmehr ausdrücklich ausgenommen werden mochten. Dagegen ward andrerseits doch so viel erreicht, daß die Zusicherungen erthcilt wurden: der Termin der Cessation aller Feindseligkeiten solle ans den Tag der Unterzeichnung des Friedens oder der Präliminarien festgesetzt werden; die Evacnativn solle so rasch als möglich geschehen, und sollten dabei die Truppen ihre Verpflegung ans den Magazinen erhalten; der Commerzialpnnkt solle zu bcsvndern Verhandlungen ausgesetzt werden; wegen der Steuerschulden wolle man es bei der ersten Erklärung bewenden lassen, doch müsse man ans der Erörterung der folgenden Fragen bestehen: wie viel Procent Interesse zukünftig gezahlt werden sollten? in wie viel Jahren man ans Bezahlung des Kapitals rechnen könne? und welche Sicherheit und Bürgschaft den zu treffenden Einrichtungen in Ansehung der Fonds und der Verwaltung verschafft werden würden? In Verbindung mit diesen Zusicherungen eröffnete Hcrtzberg dem Hvfrath Gutschmid noch weiter, daß man preußischerseits auch die endliche Abschließung deS Schidlo'schen Austanschvertrags verlange, sodann die Fortdauer des Kartells vom Jahre 1741 in Gemäßheit des Dresdner Friedens, und endlich eine ausdrückliche Verbindlichkeitscrklärnng, daß in Zukunft den preußischen Unter- thanen prompte Justiz administrirt werden solle. Gutschmid war in der Lage, hierauf sofort erwiebern zu können, daß die Beendigung des Austausches von Schidlo und Fürstenberg nur durch den Umstand gehindert worden sei, daß man preußischerseits kein Tauschobjcct dargebvten habe; daß die Erneuerung des Kartells vom Jahre 1741 eine völlig neue Forderung sei, da jenes Kartell zur Zeit des Dresdner Friedens (1745) Scbriftenwcchsel zwischen Preußen und Lachsen. 113 mir nock zwei Jahre zu dauern gehabt; und daß mau eben so wenig den Gedanken hege, den preußischen Untertbanen die prompte Justiz zn Verweigern, so wenig man besorge, es könne den sächsischen Einwohnern dieselbe in Preußen verweigert werden. Die hier neu anstanchende Frage wegen Beendigung des sogenannten Schidlo'seben AnStanschgescbästs beruht ans einer Bestimmung des Dresdner Friedeno Vom Iabr 1745. Im Artikel 7 desselben ward festgesetzt: der König Von Polen Ebnrfürst von Sachsen tritt an den König von Preußen die Stadt Fürstenberg nebst dem Zoll und das Dorf Scbidlo mit den beide» Usern der Oder ab, gegen ein Aegnivalent an Land und Leuten, welches ans einigen in der Lausitz enelavirten Theilen Schlesiens zn nehmen ist. In Gemäßheit dieser Bestimmung ward im November 174«, eine gemeinschaftliche Evmmission niedergesetzt, welche diesen Austausch bewerkstelligen sollte; dieselbe erreichte aber ihren Zweck nicht, da man sich über die zu Grunde zn legenden Prineipien nicht vereinigen konnte; sächsischerseits bebarrte man auf der Bestimmung, das Aegnivalent in Land und Leuten zn erhalten, während man preußischerseitS sich nicht entschließen »lochte, einige ziemlich bevölkerte LandeStheile abzutreten, hauptsächlich aus dem Grunde, weil man dadurch eine bestimmte Anzahl Nckrnten verlor. Nack Aufhebung der Evmmission ward daun zwischen den Ministerien der beiden Länder direet verhandelt und schließlich von Sachsen der Vorschlag gemacht, man möge die Stadt Fürstenberg von de» Tanschvbjeeten ansschließen und den Zoll ans Scbidlo übertragen, wodurch die Entschädigungssumme sich viel geringer stellte. PreußischerseitS verlangte inan jedoch außerdem noch die Abtretung des gesammten Odernfers, über Fürstenberg und Schidlo hinaus, und da man sich hiezu in Sachsen nicht bereitwillig finden ließ, so wurden die Unterhandlungen abgebrochen und eS war seitdem von dieser Angelegenheit nicht mehr die Rede gewesen. Beaulieu-Marconnay. Der .Hubertsburger Friede. st 114 Schnflenwcchsci zwischen Preußen und Sachse». Herr von Hertz borg kam am 23. Januar nach Hubenusbnrg zurück und brachte in der Sitzung des folgenden TageS die preußische Dnplik^ zur Kenntniß der gegentbeiligen Bevollmächtigten. Im Art. l wird wiederholt jede Bewilligung einer Entschädigung als unmöglich hingestellt und die Erwartung ausgesprochen, daß man sächsischerseits daraus nicht wieder znrück- tommen werde. Im Art. 2 wird zugegeben, daß alle Feindseligkeiten und Kriegsleistungen mit dem Tage der Unterschrift des FriedenS- vertragS oder der Präliminarien aufhören und die bis dahin noch rückständigen Kontributionen u. s. w. nicht eingesordert werden sollen. Alle ausgestellten Wechsel, schriftlichen ZahlnngSversprechen und dergleichen müßten jedoch bezahlt werden. Art. 3. Sobald die Präliminarien unterzeichnet seien, werde der König sofort alle Regimenter aus Westphalen, Preußen, Schlesien und Magdeburg abmarschircn lassen. Da jedoch in der Mark und in Pommern keine Magazine vorhanden, könnten die dorthin bestimmten Regimenter erst dann abmarschiren, wenn die Flußfahrt zum Transport der Magazine wieder frei sei. Immcr- bin hoffe man, im Laufe von drei Wochen ganz Lachsen geräumt zu haben ; sollte es durcb unvorhergesehene Hindernisse einige Tage länger dauern, so sei das unerheblich. Vom Tage der Uuter- zeichnnng an würden die Truppen ans den Magazinen verpflegt werden. Die Hospitale könnten ebenfalls erst nach Eröffnung der Schifffahrt transportirt werden. Für den Marsch der Truppen müsse Sackscn den Vorspann stellen, und es verstehe sich von selbst, daß auch die österreichischen Truppen zu derselben Ieit die sächsischen Gebiete räumen müßte», welche sie bis jetzt innegehabr. Art. 4. Die Mannschaft, welche freiwillig in den Dienst des Königs getreten sei, könne man nicht znrückgeben; ebenso ') Beilage li. Schriftciiwcchsel zwischen Preußen und Sachsen. kl5 wenig die sächsische Artillerie, die nicht mehr existire; was sich jedoch von letzterer noch vorfinde »nd mit dem sächsischen Wappen bezeichnet sei, solle herausgegeben werden. Im Art. 5 wird die Ueberraschnng ausgesprochen, daß das Verlangen einer Entschädigung wiederholt worden sei, nach alle dem, was der König darüder bei jeder Gelegenheit, nnd namentlich in der letzten Antwort geänßert. Der Grnnd, den man ans dem Depot Sachsens geltend machen wolle, sei ohne Gewicht, da der König von Polen die Partei der Feinde des Königs ergriffen und seine Truppen gegen ihn ins Feld gestellt bade. Der König wolle jedoch gern die Versicherung erneuern, daß er eifrig bemüht sein werde, dem König von Polen oder seinem Hanse einen Vor- rdcil zu 's " , sobald es nicht aus Kosten des Königs von Preußen geschebe, »nd sei es Jache des Königs von Polen, dergleichen in Vorschlag zu bringen. Art. 6. Der König tonne in eine Streitigkeit zwischen der Stadt Leipzig nnd den lansitzcr Ständen nicht eintreten; er habe sich nicht verpflichtet, die genannte Stabt zu entschädigen, und alle angernfenen Gründe könnten nicht mehr Geltung haben, da die zwischen den beiden Königen anSgebrocbenen Streitigkeiten die Iaällage vollständig verändert bätten. Art. 7. Der König sei einverstanden, daß sofort nach Abschluß des Friedens eine neue Commission ernannt werde, um die gegenseitigen Handelsbeziehungen nach billigen »nd beiderseitig nützlichen Principien zu regeln. Art. 8. Man erneuere die Erklärung der vvrbergegangenen Antwort in Betreff der Steuerschulden, wünsche jedoch noch einige weitere Aufklärungen zu erhalten über die Einrichtungen, die man in Lachsen treffen wolle, »in den preußischen llnterthanen die Zablnng der Eapitalc »nd Zinsen zu sichern. Art. 9. Ueber die vvrgeschlagenen Garantien könne man keinen besonder» Artikel in dem Friedensvertrage machen; dieselben 8 116 Tchriftenwechsel zwischen Preußen und Lachsen. müsse man später zu erlangen suchen. Uebrigens müsse der Friede so fest und dauerhaft sein, als wenn ganz Europa ihn garantirt habe. Art. 10. Da der im Dresdner Frieden stipnlirte Austausch von Fürstenberg und Schidlo noch nicht ansgesührt sei, so verlange man jetzt die definitive Regelung dieser Sache. Art. 11. Man wünsche, daß in einem besondern Artikel den beiderseitigen Untcrtbanen gute und prompte Justiz in Processen zugesichert und der Aus- und Einwanderung derselben aus einem Staate in den andern kein Hinderniß in den Weg gelegt werde. An die Vorlesnng dieser Replik knüpfte fick eine lebhafte Diseussion Der sächsische Bevollmächtigte hob zum Art. 2 hervor, wie unbillig es sei, wenn diejenigen Verschreibungen und Wechsel, welche seit Eröffnung der Friedensverhandlungen über Leistungen für das ganze Jahr 1763 hätten ausgestellt werden müssen, trotz des nunmehr im Anfänge desselben Jahres eintretenden Friedens dennoch völlig bezahlt werden sollten. Hertzberg konnte dagegen nur einwenden, daß in diesem Punkte nichts ans- znrichten sei, weil der König Von den dabei interessirten Privatpersonen und denen, die ihre Partei nähmen, beständig angegangen werde. Zum Art. l> nrgirte der Baron Fritsch die Ungewißheit, welche ans dem Zusätze hinsichtlich des Evaenationstermins: si eile tiniunit «inslcsutzs ,jou>-8 äe plus hervorgehe, — verlangte die Zusicherung, daß überhaupt vom Tage der Unterzeichnung an die Truppen dem Lande keine weiter» Kosten verursachen dürsten, und beantragte, daß zur Regulirung der Räumung des Landes ein Officier erwählt werde, dessen etwaige Erinnerungen zu berücksichtigen seien. > Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 24. Januar r763. Schristcnwechscl zwischen Preußen »nd Sachsen. 117 lieber den Vorbehalt im Art. 4 wegen der zurückzubehalteudcn sächsischen Unterthanen konnte sich Fritsch nicht beruhigen und erhob dagegen die lebhaftesten Einwendungen, worauf Hertzberg entgcgnete, das, die iui Dresdner Frieden Art. 4 befindlichen Wortei „oxeopto ooux g»i out pris sorvioo äuus kos tioupes <1o ü. öl. Io lioi de ?i-u8800 llntertbauen abtrete, jedvck batten fick die Rekruten aus den enelavirten Landestheilen stets ans das sächsische Gebiet geflüchtet; inan beendige durch diesen Tausch alle die mannigfachen Grenzstreitigkeiten, und es werde leicht sein, den Oderzoll viel einträglicher zu macken, da derselbe seitber von den Sachsen nur sebr nachlässig gebandbabt worden sei. — Dieser ganze Jncidentpnnkt kann hier mit der Bemerkung beseitigt werden, daß zwar dieses Tauschprojvct in der zuletzt besprochenen Weise in den Art. VIII des FriedenStraetats ausgenommen wurde, daß jedoch auch dieses Mal die AuSsübrung desselben ans Schwierigkeiten stieß und vollständig unerfüllt blieb. Der Jnbalt des 1l. Artikels veranlaßte Fritsch zu der Bemerkung, daß es vor der Welt ein Uebelstand sein werde, in Tractatcn sich einander etwas zu verspreche», was sich von selbst verstehe und eine Folge einer jeden guten und gerechten Regierung sei; er hob dabei bcrvor, wie sehr manche preußische Unterthanen während des Kriegs mit Selbstverschaffung der vermeintlicken Justiz über die Schranken des Rechts und der Billigkeit hinanSgegangen. Hertzberg schien das Treffende dieser Bemerkungen selbst zu fühlen und äußerte, daß er dem Anträge durch wörtliche Hervorbebung der Reciproeität alles Harte und Verletzende zu nehmen bemüht gewesen, — daß jedoch von der Sacke selbst nickt abznkommen sein werde, weil der König von einer Menge Leute angegangen und belästigt werde, die beständig die Besorgniß anssprächen, daß ihnen künftig in Sacksen keine Justiz widerfabren werde. Fritsch SchnftenwechsN zwischen Preußen und Luchsen. II!) cntgegnete hierauf, daß es zuletzt doch immer schicklicher sein werde, ein paar allgemeine Worte dem Artikel I oder einem passenden andern anzuhängen. Dies ist denn auch später geschehen, und es kan» dieser Gegenstand mit der Hinweisung ans den zweiten Absatz des Artikels VI des Friedensvertrags verlassen werden. Bor Beendigung dieser Sitzung vom 24. Januar ward, wie bereits oben erwähnt, die Abrede genommen, nunmehr nicht weiter schriftlich zu verfahren, sondern nur mündlich in den Konferenzen zu verhandeln. Am Schlüsse des Berichts, worin die sächsischen Bevollmächtigten dem Chnrprinzen von diesen Verhandlungen Rechenschaft ablegcn, machen sie ihrem bedrängten Herzen Luft durch eine Schilderung des Verhaltens ihres österreichischen Kollegen. „Ueber- hanpt können Ew. Königl. Hoheit wir in treuester Devotion nicht Verhalten, daß die XeZ'otintion besonders durch die Zurückhaltung und das zweideutige Betragen des Oestcrreichischen UIöuipotsntlniro, welcher bei den besten Zusicherungen dennoch einige reelle Vertraulichkeit und wahre ooräinlite nicht äußert, immer weitaussehender und gefährlicher wird. Der König Von Preußen siedet wob! ein, daß ihm Glatz am knde nickt entstehen werde, und man ihm durch die Verzögerung der XeKntiation K. K. Seils die erwünschteste Gelegenheit verschaffe, hiesige Lande vollkommen zu entkräften, dagegen aber seine Vrmoe zu crgäntzen und z» ernähren, auch noch überdies durch weggeschleppte Menschen, Vieh und Vorräthe die Herstellung seiner Lande zu befördern. Durch eine glimpfliche Schreibart und Behandlung der ^sKotintion suchet er seinem Verfahren einen guten Anstrich zu geben, und spabrt sich auch auf den Fall eine gute Verthcidigung und kntschuldignng, wenn ihn etwa bei Eintretung der reckten Oirerrrtionszeit die Umstände anlocken sollten, die XgAotiation abznbrecken und sich durch die Waffen noch bessere Bedingungen zu verschaffen, als er anjetzo anznnebmen bereit gewesen. Man kann aus dem Zeitherigen leicht Schriftcrrwechsel zwischen Preußen und Lachsen. 12« schließen, daß es bei dem K. K. I'Iöniziotsntinire »och vieles Hi»- u»d Herschreiben erfordern dürfte, ehe ma» über Dinge einig werde» wird, welche ei» mit erforderlicher lustruotivu versehener geschickter uöKoointenr ohne Rücksprache hatte abtbnn könne». — Wenn überdies, wie sehr zu hesorgen, ernannter K. K. Ifteui- potentiiure auch bei Abfaßung der Artikel nicht das gcringeste auf sich nehmen, sondern Alles von Wien erwarten will oder muß, so dürfte auch nach erfolgtem Einverständniß in der Hauptsache noch viele Zeit verstreichen, ehe man mit denen Worten und Punkten des 'IrnotntL zu Ltandc kommt. Es ist überdies zu besorgen, daß man selbst K. K. Leits ans den Fall, da man entweder wider Vermnthen die Xstzotintiou abznbrechen oder den Verzug zu entschuldigen gut finden sollte, noch immer denke, die Lache dergestalt einzurichten, damit man mit Wahrscheinlichkeit sagen könne, man habe ans Lachsen gewartet, und sei dieses mit seinen zuerst zn berichtigenden Friedens-Bedingungen zurückgeblieben. Immittelst werden die Umstände hiesiger Lande täglich schlimmer und bedrängter, und die zn Erlangung einigen Nachlasses bei denen heurigen Ansinnnngen gebrauchten Gründe, welche vielleicht noch einigen Eindruck und Nutzen gehabt haben würden, wenn in den ersten Wochen des Jahres abgeschlossen worden, wie wohl hätte geschehen können, verliereil vollends alle Kraft. Hiez» kommt, daß bei dergestaltigcm Verzug und Aufenthalt, wie die Erfahrung bereits gelehrt hat, theils der König von Preußen selbst Zeit gewinnt, ans mehrere nnangenehme Anträge und Zusätze bei denen Friedens-Bedingungen zu fallen, theils eine Menge privat-Personen sich die Gelegenheit zu Nutze machen, ihren i>rivnt-Absichten ein Genüge zu leisten." Schlußverhandlnngen. Nach Beendigung des Lchriftenwechsels zwischen den cvntra- birenden Mächten blieben im Wesentlichen folgende Fragen einer schlüssigen Uebcreintnnft Vorbehalten: Zwischen Oesterreich und Preußen: 1. Die Zurückgabe der Grafschaft Glatz; 2. die Handelsbeziehungen zwischen Schlesien und den österreichischen Ländern; 3. die Verhältnisse der katholischen Religion in Schlesien. Zwischen Sachsen und Preußen: 1. Die Bezahlung der Wechselbriefe und Obligationen; 2. die vollständige Herausgabe der weggenommenen Leute und Artillerie; 3. das ans die Natur eines Depot gegründete Gntschädignngs- gesuch im Allgemeinen. Mit den Verhandlungen über diese Punkte ward vom österreichischen Bevollmächtigten die Zeit vom 25. Januar bis znm l5. Februar verbracht, und es konnte auch nur durch die äußersten Anstrengungen von Seiten der sächsischen Bevollmächtigten, so wie durch das wiederholte Andringen des Ghurprinzen beim Wiener Hofe vermieden werden, daß nicht noch mehr Zeit der unnützesten Bedenklichkeit geopfert wurde. Und es hätten selbst diese Mittel nicht genügt, das Friedenswerf in der Mitte des Februars zu 122 Stande zu dringen, wenn man sich nicht sächsischerseitS dazu entschlossen hätte, die Hoffnung ans eine wirksame und thatsächliÄ'e Unterstützung Oesterreichs fahren zu lassen und sich mit den Bedingungen zu begnügen, welche von Preußen zu erreichen waren. Es ist eine eigentbümliche, charakteristische Erscheinung dieser Friedenoverbandlungen, namentlich in ihrem jetzigen Stadium, daß nicht etwa die vereinten Anstrengungen Oesterreichs und Sachsens die Erlangung des Friedens zu beschleunigen bestrebt waren, sondern daß Sachsen und Preußen gewissermaßen gemeinschaftliche Sache machen mußten, um daS Friedenswerk seinen! Ende zuznfübren. Nachdem einmal der Borschlag, Frieden zu schließen, gemacht und angenommen worden war, kam es vor allen Dingen daraus an, zu wisse», ob Oesterreich die Grafschaft Glatz behalten oder heransgeben wolle. Nun hatte der König von Preußen von Anfang an erklärt, daß er nur ans Grund der Wiederherstellung des Besitzstandes von 1756 unterhandeln werde; ohne Rückgabe von Glatz war demnach nicht an Frieden zu denken. Das Wiener Eabinet war scharfsichtig genug, um ermessen zu können, daß diese Erklärung des Königs ernsthaft gemeint sei und daß er davon nicht ablassen werde. Wenn also der Wiener Hof ans Friedens- »nterhandlungen einging, so muß der Entschluß gleich anfangs gefaßt worden sein, dieses Opfer zu bringen; seiner wahren Würde und seinen Verpflichtungen gegenüber Sachsen hätte es mehr entsprochen, von vorn herein seine wirklichen Entschließungen ansrichtig kund zu geben, die Ausführnng derselben aber von festen Bedingungen zu Gunsten Sachsens abhängig zu machen. Letzteres hatte während des ganzen langen Krieges eine so unbeschränkte Ergebenheit gegen das Hans Oesterreich bewährt und im Interesse des letzteren so unsäglich gelitten, daß es zur Forderung vollster Rücksichtsnahme berechtigt erscheint. Hier war nun die Gelegenheit gegeben, für Erlangung eines vortbeilbasteren, oder richtiger Zcblttpvevbandiunqen. 12:; gesagt, weniger nackil,eiligen Friedens einzntrete». Die Zahlung der auf drittehalh Millinnen Lhaler siet, belaufenden Wechsel hatte vermieden werden können; der Verzicht auf die rückständigen Eon tribntionen hatte bei rascher Abschließung deS Friedens einen größer» Erfolg gehabt, und die harten und grausamen Bedrückungen der besetzten Landestbeile während der sechswöchigen Friedensverhandlungen hätten nicht stattgesnnden. Bei sv bestimmt ausgesprochenen, ans den Verhältnissen und der politischen ltage ganz natürlich hervvrgehenden Bedingungen erscheint die Annahme begründet, daß trotz der entgegenstehenden preußischen Instruction dennoch der Einfluß der billig »nd versöhnlich denkenden Staatsmänner Finckenstein und Hertzberg den König von einer unbegründeten und immerhin gehässigen Verschleppung der Unterhandlungen znrückgehalten haben würde. Statt dessen begnügte man sich in Wien mit Versprechungen »nd leeren Declamationen und erklärte, den Frieden nicht eher abschließcn zn wollen, ehe nicht Sachsen Frieden gemacht, gleichsam als ob dies den König von Preußen bestimmen könnte, billigere Bedingungen anzubietcn. Die Erfolglosigkeit dieser Politik war durch den Schristenwecksel, welcher fast vier Wochen in Anspruch genommen, klar genug hervorgerreten; nur in Wien verschloß man sich hartnäckig dieser Einsicht und blieb aus dem von Anfang an betretene» Wege. In einer Privatnnterhaltnng am 25. Januar gab Herr von Eollenbach dem Baron Fritsch die Mittheilung, er befinde sich nach einem soeben erhaltenen Befehl seines Hofes in der Nvthwendigkeit, eine deutliche Erklärnng darüber z» verlangen: „ob er völlig instrnirt und im Stande sei, mit dem Könige von Preußen abzuschließen?" Sein Hof sehe vollkommen ein, daß jeder Lag für Sachsen kostbar und der Verlust unersetzlich sei, und da er aus Rücksicht für Sachsen die FriedenS- Unterhandlungen angetreten, wolle er auch den Vorwurf nicht haben, daß dnrck ihn die Sacke einen Tag aufgehalten sei. 124 Schlußverhandlungcn. Fritsch wies in seiner Antwort ans den bisherigen Gang der Verhandlungen hin, »nd daß ilnn, Eollenbach, daraus bekannt sein werde, daß nur noch wegen Herausgabe der Soldaten und der Artillerie, und wegen des Entschädigungsgesnchs die endliche Entschließung des Dresdner Hofes zu erwarten sei; dock liege die Gegenfrage nabe, „ob denn auch er, wenn Sachsen abznschließen im Stande sei, seinerseits dasselbe zu thun bereit und im Stande wäre?" Ohne mit einer deutlichen Antwort heranszngeben, gab Herr von Eollenbach zu verstehen, daß die Umstände im Reiche immer schlechter würden, und obwohl seinem Hose durch den Ab fall der Reichsstände kein großer Nachtheil znwachse, so werde dennoch die Sache unangenehm und verdrießlich. Man habe sich nicht entbrechen können, durch ein Eommissionsdecret die Reichsstände ihrer vorher übernommenen Verbindlichkeiten in gewisser Maße zu entlassen, und er sei instruirt und beordert, wenn nur erst Sachsen mit seinem Frieden zur Richtigkeit gekom- m en, alsda n n all e s M ögli ch e zu vcrsu ch e n u n d n a ch - zugcben, um auch seinerseits zum endlichen Abschluß zu gelangen. Aller im Verlauf der Unterredung genommeneil Wendungen nneracbtet, war es nicht möglich, eine offenherzige und vertrauliche Erklärung darüber zu erlangen, ob eventuell die Rückgabe von Glatz bewilligt werden würde. Hierbei blieb cs auch in der Conserenz desselbigen Tages; Eollenbach gab in derselben nur die Erklärung, daß er nicht eher abschließen könne, bis man mit Sachsen zur Richtigkeit gekommen G Eine unmittelbare Folge davon war, daß in der am 26. Januar stattfindcnden Conserenz der preußische Gesandte gar nicht erschien und sein Ausbleiben damit entschuldigte, er habe die Zusammenkunft für unnöthig gefunden, weil nunmehr Alles auf die sächsischen Entschließungen ankomme, die er erwarten wolle. u Bericht des Baron von Fritsch vom 25. Januar 1763. Lchlußverliuiirlungen. 125, Auch un diesem Tuge wiederholte Herr von Eollenbach seine früheren Auslassungen, und begleitete sie mit München Aenßerungen der Unruhe und Verlegenheit, oh nicht der König von Preußen, hei der immer schlechter werdenden Gestalt der Lucken, Gelegenheit nehmen werde, die lInterhundl n n g e n n n v e r m u thet u h z n - brecken oder uns Bedingungen zu verfullen, die noch beschwerlicher sein könnten uls die, welche gegenwärtig zu erlangen seien''. Solchem Behüben gegenüber glunbte muu in Dresden die Schuld vorerst mehr dem kuiserlichcn Gesundten in Hubertusburg, uls dem leitenden Gedunken in Wien zusckieben zu sollen. Dem Grusen Flemming wurden unter dem 27. Iunnur die letzte» Berichte der sächsischen Bevollmächtigten mitgetbeilt und ihm anf- gegeben, die dringendsten Vorstellungen anznbringen, „du der k. k. Bevollmächtigte dubei, wie mun sich diesseits mit Preußen vergleichen oder von selbigem mißbundeln lussen wolle, bloS einen ^nsä'uner ubgeben, keineswegs aber gebetener- und zugesicherter- mußen hiesiges Int6ie88e mit dem 1utero886 seines Hofes verbinden und seinem illtiinnto uls ocinclitio sine gnn non an- hängen will, dubei vielmehr blos durunf treibet, duß mun nur mit Preußen ubsckließen möge, obngeucktet er leicht sich vorstellen kunn, wus mun uns solche Weise und ohne einige habende «oliäo Unterstützung vor (!«,nioKiaäiren zu wollen Ueelnriret, bis mun hiesigen Orts mit Preußen übereingekommen sein würde, und daß er um Ende noch duz» den Abschluß von seiner Seite ins Ungewisse stellet, wird des Königs, meines Herrn Vaters Majestät '> Bericht von Drusch vom 26. Januar 1763. 126 Schlußvevhcuidlmigcn. im mindeste» nicht geholfen, wohl nher dnrch Verzögerung der Lache geschadet n." Als diese Mitthcilnng unter möglichster Beibehaltung der gebrauchten Worte von dem sächsischen Bevollmächtigten dem Herrn von Cottenbach eröffnet wurde, holte dieser zu seiner persönlichen Rechtfertigung seine letzte ans Wien erhaltene Depesche hervor und tbcilte daraus Nachstehendes mit: „sein Hof Verlange, daß, od ihm wohl nicht unbekannt, welchergestalt die Umstände die Beschleunigung des Friedens erforderten, er auch dergestalt in- iUrnirt sei, daß man keinen Tag an dessen Verzug Schuld sein wolle, dennoch von ihm der Cbrc und Würde seines Hofes gemäß, daraus bestanden werden solle, daß zuvörderst mit Sachsen annehmliche Nichtigkeit getroffen werden müsse, ehe er mit seinem ultimuto heransgehe, inmaßen außerdem mit Grund zu besorgen, daß, wenn der König von Prenßen durch sotbaneS Ultimatum, wie weit er seinen Zweck bei Oesterreich erreichen werde, im Voraus sähe, und solches annehmlich fände, er sodann Lachsen desto weniger nachgehen, vielmehr durch äußerste im Lande vorzukehrendc Härte es zwingen würde, alles einzugehen, was er verlange, und den Abschluß des Friedens mit Oesterreich nach dem ihm solchergestalt znm voraus bekannt gewordenen lUtimuto zu betreiben." Herr von Cottenbach fügte weiter hinzu: „er könne nicht sagen, daß er zur Abtretung von Glatz befehliget, wohl aber, daß er znm völligen Abschluß dergestalt iuatruiret sei, daß, wenn nur erst »ach der in dem Urcmm sestgestellten und der Natur der Sache gemäßen Ordnung zwischen Preußen und Sachsen die Friedensbedingungen rvAuliret worden, er sogleich zu Stande kvmmcn könne. Die Lachen würden immer schlechter; im Reiche gehe die ganze Verbindung auseinander; cs würde daraus ankommen, ob nicht in Wesel und Geldern der König von Preußen mit Besetzung il BeselNsschreibcii des Ehurpriiuc» vom 27. ganuar >70ti. Schlußvcihaiidlunzcn. 127 dieser Plätze, welche Frankreich ovnouiien müßte, denen Oestcr- reichischen Drouppeu zuvvrkvmmen dürfte; wenn der König von Prenßen die XkAotintion abbrechen sollte, so würde Sachsen in der größten Gcsahr sein, nnd es würde vielleicht schwer fallen, später die jetzt zu erlangende» Bedingungen zu erhalten. Er habe gebvfft, daß in ein paar Lagen der Abschluß erfolgt sein werde; nunmebr sehe er sich aber in der Berlcgenheit nnd Nothwendigkeit, seinem Hofe melden zu müssen, daß der Sächsische Hof, welcher gleichwohl die Sache am meisten prossirt nnd sich über ihn wegen der Verzögerung beschweret, an dem Aufenthalt Ursach nnd mit dem kUtimnto nicht gefaßt sei')." Die dringendsten Vorstellungen des sächsischen (gesandten über diesen moclu« prooeüeucki konnten eine Aeuderung oder Modi- sication nicht hervorbringen; Collcnbach verlangte die Herausgabe des sächsischen Ultimatums, damit er an dessen Bewilligung sein Ultimatum binden und verknüpfen könne; er verlangte dasselbe schriftlich, damit er sich dadurch rechtfertigen könne, nach der ihm von seinem Hofe vorgcschriebcnen Ordnung weder den Frieden verzögert noch Sachsen zurückgelassen zu haben. Ein solches Ultimatum abzugebeu, war mau sächsischerseits weder in diesem Augenblicke, noch überhaupt im Stande, da es unter allen Umständen blvs darauf ankam, den Frieden so rasch als möglich zu schließen, und es einzig von der größer» oder geringeren Geneigtheit Preußens abhing, die sächsischen Anliegen zu gewähren, ohne daß man von letzterer Seite über irgend eine Pression verfügen konnte. Es erschien daher dem sächsischen Bevollmächtigten geeignet, in einer Note dem Befehle des Chnr- prinzcu entsprechend nochmals aus die Erwartungen binznweisen, die man in Dresden von der Mitwirkung des Wiener Hofes hegen zn dürfen glaubte. Dieselbe lautet: > Bericht von Fritsch vm» 27. Januar >7tM. 128 „Nachdem mir von meinem Hofe die ausdrückliche Orärs zngekvmmen, dem Herrn K. K. Ulöuipotentiuiro von Collenbach zu erkennen zu geben, daß, wenn er von seinem Hofe Befehl habe, diesseitiges Interesse werkthätig zu unterstützen, und wenn er wegen der bUnuI-Entschließungen seines Hofes in Ansehung Glatz instrnirt sey, man niä't umhin könne, ihn zu ersuchen, damit ohne weitern Anstand heranszngehen, und dabei diesseitige Befriedigung als oouclitio sine cvr non Golienbad; fyabe feincu SJorfcblag nom gefirigen Sage mieberbolt, «munie jebod) nod> einett befuiitibcn 23efd)cib bon 2Bicn 1 ). Relier Süorfcblag l;attc jebod) iu^otfdicu beu Sonig etniger- ma yen in $atnifd> gcbrad)t. ®r fdjrcibt bariiber an «g>er^bera lutter bent 31. Samtar: „-que le Sieur de Collenbacli est revenu à la charge auprès de Vous, pour demander de reclief la démolition de la forteresse de Glatz, Je nie rapporte à ce que Je vous ai déjà déclaré à ce sujet par ma lettre d’hier, et Vous le confirme encore, que Vous insisterez invariablement là dessus, que Glatz me soit rendu dans le même état où il s’est trouvé et sans aucune démolition. Vous ferez observer adroitement et d’une façon convenable au dit Sieur de Collenbach, dans Vos entretiens à ce sujet avec lui, que la proposition de démolir cette place étoit autant que demander à quelqu’un à qui on voudrait rendre une maison, • la condition qu’il n’y auroit jamais une porte pour la fermer, et que d’ailleurs la dite demande ne quadroit pas trop bien avec le désir de vouloir faire une paix stable, dont la Cour de Vienne avoit donné toutes les assurances, mais qu’une pareille demande, telle que celle de la démolition d’une place purement défensive à la Silésie, pourroit donner des soupçons, comme si l’on cachoit déjà des vues, qu’on pourroit deviner à peu près vers où ils visoient. “ Gollenbaibs übcvgrojîc îlcngftltcbfcit mar bieêntal Dolljïanbig nnbcgrünbct geroefen, bénit fdjon aut fotgcubcn ïage, iit ber (gitjung beê 31. 3anuar, tbeifte cr mit, bafs er nnnutebr bie 3?e* jblntion erf>aften babe, ©fat} mit ben gjejlnngéni'erfen nnb ber Slrtitlcrie ab$ntrcten, jebod) ituter ben 23e= ') cbtunbgroa 1 x 3 igftev Sériait bon ga-itfdj bom 30 - Sanuar 1763. 140 Schlußverhandlungcn. dingungen: 1. daß Sachsen befriedigt sein müsse; 2. daß bis zur Schließung eines Handelsvertrags einem jeden der contrahirenden Tbeile in seinem Lande die Einrichtung nach Belieben zu treffen frei bleiben solle. Dies sei die Hauptsache, und daneben müsse er noch einige weitere Bedingungen hinznfügen; es müßten nämlich nicht nur die Wechsel der Reichsstädte, sondern auch die der sächsischen Unterthanen gegen Rückgabe der preußischen Wechsel wegfallen'). Dieser ganz neuen Bedingung stellte Hertzberg sofort den Einwand entgegen, es sei dies eine oxooptio äs jure toitii; die sächsischen Wechsel seien bisher stets separirt behandelt worden, und ihre Bezahlung sei eine ooriclitio sine cjun non des Friedens mit Sachsen. Der sächsische Bevollmächtigte enthielt sich der Thcilnahme an dieser Discnssion. Er mußte sich des Vorschlags erinnern, den ihm Herr von Cvllenbach vor kurzem erst gemacht, und der nichts anderes bezweckte, als daß dieser nämliche Antrag von Sachsen gestellt werden möge, damit hieraus eine Verschleppung der Unterhandlungen entstehe, deren Schuld dann natürlich dem Dresdner Hofe aufgcbürdet werden tonnte. Es erschien zu auffallend, daß früher nie eine Erwähnung davon geschehen, daß man in Oesterreich Wechselbriefe von königlich preußischen Ortschaften besitze, so wie auch jetzt noch mit der Angabe der Zahl und des Betrages derselben znrückgehalten wurde. Unter diesen Umständen verlor dieser anscheinend zum Vortheil Sachsens gcthane Schritt jeden Werth, da der Aufschub von einer Woche einen Schaden verursachte, der den Betrag jener Wechsel bedeutend übersteigen konntet. In Dresden erhielt man die 'Rachricht von diesen neuesten Ergebnissen der Conscrenz an demselben Tage, an welchem ein 0 Bericht von Hertzberg vom 31. Januar 1703. 2) Bericht von Fritsch vom 3l. Januar 1703. Schlußoerhondtmigen. 141 Bericht des Grafen Flemming aus Wien einlief, der wieder von einigen „cvrdialen" Eröffnungen des Grafen Kaunitz Mittheilnng gab'). Es waren jedoch nur wieder dieselben Variationen der alten bekannten Melodie: „ daß man Krieg oder Frieden lediglich in die Hände des Königs-Chursürsten gebe, und keine nur mögliche Art von Unterstützung und Mitwirkung sparen wolle, um für denselben solche billige Bedingungen zu erlangen, wie sie nur zu erhalten wären. Ren war dagegen das Anerbieten, daß man auch bereit sei, die in den glatzischcn und cleveschen Landen seit dem 1. Januar 1763 erhobenen Kontributionen znrückzugeben, wenn der König von Preußen das rooiprooum in Ansehung der chursächsischen Lande eingehen wolle. Das klang zwar sehr erfreulich, war aber doch auch nichts weiter als eine Redensart. Herr von Collenbach wußte seinerseits ganz genau, daß man ans diesen Gedanken einzugehen sich geweigert hatte, und gestand dies später dem Hosrath Gutschmid^. In Dresden aber war man mit der Gcschäftsbehandlung des Königs von Preußen und seiner Kenntnis; aller einzelnen Verhältnisse aus häufiger Erfahrung zu sehr bekannt, als daß man aus solche Aussichten irgend einen Werth hätte legen mögen. Herr von Fritsck versuchte zwar bei einer passenden Gelegenheit auch hierauf wieder zurückznkommen, mußte sich jedoch dabei beruhigen, daß ihm erklärt wurde: der König lasse sich auf eine solche Rechnung nicht ein, zumal da es zu spät sei, sowohl in den niederrheinischen als glatzischen Landen etwas Beträchtliches zu erheben; allenfalls lasse er es darauf ankommen 3). Die erwähnte Mittheilnng des Grafen Flemming wurde demnach einfach bei Seite gelegt. Bald darauf erschienen aber zwei >) Bericht des Grafen Flemming vom 25. Januar 1763. -) Bericht des Hofrath Gutschmid vom 4. Februar 1763. Bericht von Fritsch ans Leipzig vom 7. Februar 1763. 142 Schlußverhandlungcn. Depeschen desselben, die man nicht so unberücksichtigt lassen konnte. Der Gesandte hatte, den erhaltenen Aufträgen gemäß, dem Grafen Kaunitz vorgetragen, was zwischen den beiderseitigen Bevollmächtigten zu Hubertusburg in jüngster Zeit vvrgefallen; er mußte dabei die Wahrnehmung machen, daß die Berichte des Herrn voll Collcnbach ihm znvorgekommen waren und das lebhafteste Mißvergnügen über das Benehmen des sächsischen Bevollmächtigten veranlaßt hatten. Der Gras Kaunitz sprach seinen Unwillen sehr heftig und sehr umständlich aus: „Nachdem Jhro Majestät die Kaiserin-Königin mündlich und schriftlich sowohl an Se. Königl. Majestät wie an Se. Königl. Hoheit den Chnrprinzen ans das ausdrücklichste versichern und selbst in die an Preußen hinausgegebene Declaration einslicßen lassen, daß von dem vorher mit Sachsen auf anständige Bedingungen zu schließenden Frieden alles weitere abhangen solle, habe man nicht vermuthen dürfen, daß der Baron Fritsch in der am 27. Januar ausgefcrtigten Note annoch einen Zweifel, ob Herr von Cvllenbach auch in Folge obiger Ber- sichcrnngen und Erklärungen wirklich instrnirt sei, auf eine Art zu erkennen gegeben, als ob man es mit einem Hofe, der wider Treu und Glauben anders rede und anders handle, zu thun habe; Jhro K. K. Majestät habe nicht leicht etwas empfindlicher fallen können, als dieser unverdiente Argwohn und das daraus hergeleitete Anverlangen, daß der Hofrath von Collenbach sofort mit seinem Ultimatum hcrausgehen solle. Dieses Ansinnen sei ebenso unbillig wie unzweckmäßig, — weil man erstlich in Folge der zum Grunde gesetzten Regel, daß Alles mit gleichem Schritte gehen solle, das Wiener Ultimatum nicht eher mit Fug verlangen könne, als bis man das sächsische zugleich zu eröffnen im Stande sei, — sodann aber, weil die vorzeitige Erklärung des Wiener Ultimatums grade das Gegentheil von dem bewirken werde, was man in Dresden davon erwarte, indem sich augenscheinlich absehen lasse, daß der König von Preußen, sobald er wisse, wozu man in Wien Lchlußverhandlurigeii. 143 sich äußersten Falls zu bequemen entschlossen sei, dann mit Sachsen vollends ganz willkührlich verfahren und die Unterhandlungen noch so lange als möglich hinausziehen werde, um die sächsische» Lande noch um so viel länger anssaugen zu können. Mau sei überzeugt, daß, wenn man dem Wiener Hofe durch Zurückhaltung seines Ultimatums gleichsam noch ein Heft in Händen lassen wollen, man von dem König von Preußen ungleich mehr erlangt haben würde, als wenn er dasselbe zum voraus erfahren hätte; man würde wenigstens den Erlaß der in Sachsen erpreßten und noch nicht bezahlten Wechsel und Obligationen durchgesetzt haben, und es wäre zugleich der eigene Verlust vermieden worden, weil der König von Preußen auch noch einige aus österreichischen und andern freundschaftlichen Landen erpreßte Wechsel in Händen habe; nunmehr aber, da man von Seite» des Chursächsischen Hofes aus Ungeduld und Mißtrauen zngefahren und sich znr Bezahlung der dortigen verstanden, sei zu besorgen, baß ein gleiches in Ansehung der andern begehrt werden würde. So sehr man daher gewünscht, daß man sich mit der Erklärung des Hofraths von Collenbach befriedigt hätte, um denselben nicht noch schüchterner zu machen, als er eS bereits durch das, was ihm früher begegnet, geworden sei, — so sehr bedanre man, daß nicht über dieses offenbare Mißverständnis; eine genaue Erläuterung in Wien veranlaßt und bis dahin die schlüssige Erklärung des Ultimatums zurückgehalten worden sei. Da solches aber nun nicht mehr zu ändern, habe man zum Beweise, daß mau mit nichts Verfänglichem umgegangeu, dem Hofrath von Cvllenbach den Befehl gegeben, das Wiener Ultimatum hinanszugebe»; wenn aber die Folgen davon so aus- schlagen sollten, wie eben angeführt, wolle man in Wien die Schuld davon nicht übernehmen, und müsse übcrdem gestehen, daß aus dem Mißtrauen, welches sich bei Gelegenheit der vorliegenden Friedensverhandlungen gegen den Wiener Hof offenbare, für die Zukunft gar nicht solche Schlüsse von eordialem und engem Ein- 144 Schlußverhandlungen. verständniß sich ziehen ließen, als man in Wien ;n unterhalten bereit sciU." Der Graf Flemming bethenert, seinerseits eS nicht an Gegenvorstellungen haben fehlen zu lassen, indem er besonder» Nachdruck darauf gelegt, daß alle etwaigen Opfer, welche man in Wien zum Bvrtkeil Sachsens zu bringen gemeint sei, doch nur dann den beabsichtigten Nutzen herbeiführen könnten, wenn man dafür eine Gegenleistung beharrlich fvrdre, was aber im vorliegenden Falle nicht geschehen sei. Alles, was er durch seine Vorstellungen erreichte, war die Erklärung: so empfindlich auch der Argwohn sei, der nicht nur bei dieser Gelegenheit, sondern bei vielen andern, sowohl mündlich als in Schriften, wider den Wiener Hof zu erkennen gegeben worden, so solle dies doch auf die Sache selbst keinen Einfluß haben, sondern es werde sich in der Folge noch werkthatig zeigen, daß man ein vollkommenes Vertrauen verdiene. Der vorsichtige und von der Wiener Atmosphäre wohl mebr als dienlich eingenommene Gesandte schließt seinen Bericht mit der Warnung, das Nebel nicht noch ärger zu machen, da der Wille gut und unverfälscht sei; man habe doch den Beistand und die Unterstützung des Wiener Hofes in der Folge sehr nöthig. Eine zweite Depesche vom 9. Februar wiederholt die obenerwähnten Entschuldigungen und Versicherungen, und unterscheidet sich von der vorhergehenden nur dadurch, daß die Beschwerden des Wiener Hofes nicht, wie vorher, gegen das Dresdner Cabinet, sondern gegen den sächsischen Bevollmächtigten in HubertuSburg gerichtet sind; dieser habe allzusehr in den Hvfrath von Collenbach gedrungen, mit seinen Propositionen nicht länger zurückzuhalten, und dann habe er sein Ultimatum an Preußen hinausgegeben aller Gegenvorstellungen des Herrn von Collenbach ungeachtet; dadurch allein sei die Lage wesentlich verschlimmert, und man Bericht des Grafen Flemmina vom 6. Februar 1763. Lchiupverluiiidlungen. 145 beklage, nunmehr keine weiteren Cvmpensarionsmitrel in Händen zn haben. Wenn man in Wien darauf rechnete, durch diese Verwürfe den Churprinzcn einzuschüchtern oder ibn von der Vorzüglichkeit und Richtigkeit der dort eingeschlagenen Verhandlungsart zu überzeugen, so hatte man sich vollständig getäuscht. Dieser klar denkende und hell blickende Fürst ließ sich nicht durch feine diplomatische Wendungen von dem Ziele abbringen, welches ihm durch seine treue Liebe für das Sachsenland vorgezeichnet nun. Es erging sofort unter dem 12. Februar ein Besehlsschreiben an den Grasen Flemming, welches hier seinem ganzen Inhalte nach einen Platz verdient: „Obwohl weitere Ux^licutiones über den Inhalt derjenigen Acußernngen des Wiener Ministern, so aus der Uclntion vom 6. d. M. zn ersehen gewesen, gegenwärtig, da das Friedensgeschäst ans dem Abschluß stehet, von keinem reellen Nutzen seyn, noch den wirklich geschehenen Schaden abwcnden mögen; So finde jedoch vor nöthig, dem Herrn CabinetS-Minister zu Ablehnung des Vorwurfs von Ungeduld und Mistrauen, den Mir das Wiener Ministerium machet, das Behnfige an die Hand zn geben. Ich übergehe mit Stillschweigen, daß wohl überhaupt nicht leicht größere Proben von Geduld und Standhaftigkeit abgelegt worden, als solches diesseits nunmehr ins siebente Jahr bev so manchen empfindlichen Unglücksfällen und dabey zwar allemahl in Worten gemachten, in der Thai jedoch eben so oft fehlgeschlagenen guten Hoffnungen geschehen ist. Insbesondre aber ist zu bemerken, daß auch bey gegenwärtiger Friedens-Unterhandlung man länger als 5 Wochen mit aller Geduld zugesehen, was der wider diesseitigen guten Anrath von dem von Eöllenbach nach seinen Instructionen eingeschlagcne moäus trnctuncki für Würknng haben werde. Man hat ernanntem K. K. Bevollmächtigten diesseitige elesickeria in Kenere und in specie vvrgeleget, und ihn befraget, Beaulieu-M arcon nay. Der Subertsburger Friede. 10 146 Schlußvcrhandlungcli. ob er eines oder das andere davon reellemont zu unterstützen und geltend zn machen gemevnel sey. Die Frucht davon ist keine andere gewesen, als daß er zwar zu Unterstützung derer hiesigen Fordrungcn befehliget zu scyn versichert, solches auch jezuweilen bev denen Lonkbrenren in Aöirsralen Denninis mit Worten befolget, am Ende aber allemal gegen diesseitigen Bevollmächtigten, wenn er sich näher erklären sollen, ein mehreres nicht geäußert, als daß er hauptsächlich dazu instruirt sey, nicht ehender zn schließen, als bis man diesseits zufrieden gestellt sehn würde. Der König von Preußen, dem zuverläßig die Beendigung des Kriegs weit gleichgültiger ist, als man zu Wien glaubet, hat sich inmittelst den Verzug der Istsxoliatioir zu Nutze gemacht, um hiesige ihm durch die Winter-Lonvention überlassene» Laude vollends auszusaugen und zu verheeren, und Millionen aus denen- selben zu ziehen, die erspart hätten werden können, wenn man gleich Anfangs den K. K. Bevollmächtigten hätte nach Leipzig reisen und rouckeinent zu Werke gehen lassen wollen. Daß man zu Wien dergleichen Verlust weit gelassener ansehen könne, als wenn er die eigenen Lande beträfe, davon hat man freilich während dieses Krieges mehr als eine Probe gehabt. Doch würde man demvhngeachtet auch hiesigen Orts noch länger mit der Erklärung wegen Bezahlung derer ausgestellten Verschreibungen an sich gehalten haben, wenn nicht eines Theils Preußischer Seits nebst der grausamsten und unmenschlichsten Behandlung derer Unter- thanen, solche Maßregnln zur Eintreibung derer verschriebenen oder sonst rückständigen Summen vorgekehrct, und an mehreren Orten ins Werk gerichtet worden wären, bey welchen die gänzliche Verwüstung hiesiger Lande ohnvermeidlich war: andern Theils der von Collenbach selbst zu'eben der Zeit, wo ihm die Verlegenheit, worin man dadurch diesseits sich versetzt sähe, nicht ohnbekannt sevn konnte, mit größtem Eifer und sogar in Gegenwart des Preußischen Bevollmächtigten aus die Beschleunigung des Ab- Schlllßvci'hmidlungen. 147 schlusses unter dem Anhang, daß man sonst diesseits alle ans längerer Fortdauer des Kriegs entspringen könnenden Folgen sich znznschreiben und zu verantworten haben würde, gedrungen hätte. So wenig man daher bcy so bewandten Umständen sich übereilet hat, wenn man endlich dem Preußischen Begehren gezwungen nachgegeben, um nur der Noth, welcher das Land sonst hätte erliegen müssen, und aus welcher dasselbe aller bisher versicherte Beystand nicht gerettet haben würde, ein Ende zu machen, und solchergestalt aus zwei Nebeln das kleinste zu wählen: eben so wenig ist eS aus einem Mistraucn gegen die von dem K. K. Hofe ertheilten Bersicheruugen geschehen, wenn man bey dem von Eollcnbach so öfters und zuletzt schriftlich an Besördrung des diesseitigen Int6i-6886 durch Hinausgebung seines lältiiunti erinnert hat. Daß der König von Preußen pro nltimuto Glaz verlange, ist dem K. K. Hofe schon vor Abschickung des von Collenbach aus diesseitigen Nachrichten bekannt gewesen; so wie hinwiederum gedachter 8ouvorüll aus nur erwähnter gleichwohl erfolgten Abschickung, daß er hierunter seinen Zweck erreichen würde, lcichtlich schließen könne», wenn es ihm nicht vorhin schon aus der Lage der allgemeinen Angelegenheiten bekannt gewesen. Sollte demnach diesseitiges Intoro 880 werkthätig befördert werden, so war der einige Weg dazu, daß man mit der lAnnI-Erklärung dieserwegcn ohne so langen Aufschub, und ohne dem Gcgentheil Zeit zur endlichen Berwüstnng hiesiger Laude zu lassen, hervorging und zu gleicher Zeit vor Sachsen dagegen einige Vorthcile auszubedingen suchte. Man hat nicht anders vermnthen können, als daß dieses die Intention bey denen gegebenen guten Versicherungen gewesen, da man wohl unmöglich zu Wien voranssetzcn mögen, von einem Feinde, wie der König von Preußen, etwas zu erhalten, ohne ihm dagegen ein Int6i-688s zu zeigen. Ich will auch noch viel ehender, als daß Ich in der Aufrichtigkeit derer Gesinnungen der K. K. Majestät ein Mistrauen io- 146 Schluvverhandlmigen. setzen sollte, von dem von Cvllenbach vermuthen, daß er hierunter dem Sinn seiner lustruetionen nicht nachgekommen; zumahlen allerdings befremdlich ist, baß zu eben der Zeit, da er den Freiherrn von Fritsch ersuchet, seines außerordentlichen und wenig Oorclinlitnöt anzeigenden Verhaltens halber keinen Bericht anherv zu erstatten, er in seinen Berichten nach Wien sich über denselben beschweret hat. Jndeß wenn man ihm, wie aus den gegen den Herrn Cabinets-Minister beschehenen Aeußernngen fast nicht anders abzunehmen, wirklich vom Hofe aus anbefvhlen hat, mit seinem blltimnto so lange zurückzuhalten, so ist aus der Erfahrung nunmehr klar, baß man des Endzwecks, das Heft der lslsA-otintioir in Händen zu behalten, gänzlich verfehlet und sich nicht den mindesten Nutzen verschafft, des Königs Meines Herrn Vaters Majestät aber und Dero Landen noch vor verschiedenen Millionen geschadet hat. Diesseitigem Bevollmächtigten würde dabey übel angestanden baden, von sothanem Illtinaato sich etwas in Voraus gegen den Preußischen merken zu lassen, da man ihm, und Mir selbst beständig das größte Geheimniß davon gemacht hat: und der Vorwurf der lir- ckiserstioir, dem er sich alsdann ausgesetzt haben würde, wäre gegründeter gewesen, als jetzo der von Ungeduld und MiStrauen ist. Vor das Künftige wünsche Ich billig, daß der gute und unverfälschte Wille des HvfeS zu Wien, von dem der Herr Cabinets- Minister überzeugende Merkmale wahrzunehmen Mich versichert, sieb in denen zu berichtigenden Abrechnungs- und Lommöioinl- auch mehr andern Geschäften werkthätiger zu Tage legen möge, als solches in nur benannten Geschäften vor dem Kriege, in fast allen puM^nen und LandeS-Angelegenheiten während des Krieges, und in Ansehung der vor Meines Herrn Bruders des Prinzen Olöinsntis Liebden zu verschaffenden geistlichen Ltublisi-ömsirts nur noch neulich geschehen ist." Man sieht, daß der Churprinz Friedrich Christian vollkommen klar darüber war, was von dem „Danke vom Haus Oesterreich" Schlußverhandluiigeii. 149 zu halten. Daß man dies früher nicht begriff, daß man es auch später wieder nicht hat begreifen wollen, dafür hat Sachsen schwer büßen müssen. Inzwischen wurden die Verhandlungen in Hubcrtnsbnrg in der hergebrachten umständlichen Weise fortgeführt. Da die Mit- theilnngen ans Dresden über die beispiellos harte Beitreibung der Kontributionen sich täglich mehrten und selbst in dem durch die Nentralitätsacte geschützten Wermsdorf eine Executivnsordre ein- gelanfen war, welche mit Plünderung drohte, so erneuerte der sächsische Bevollmächtigte seine Bestrebungen, einen frühem Termin der Beendigung aller Feindseligkeiten herbeizuführen. Er beantragte deSbalbU, daß der Tag der österreichischen Erklärung über die Rückgabe pon Glatz als Endtermin festgesetzt werden möge, da ja damit wesentlich der Zweck Preußens erreicht sei, und bis zu der Unterschrift des Tractats noch manche Tage über dessen Redaction perstreichen könnten. Dies hatte jedoch vorderhand keinen weitern Erfolg, als daß der König von Preußen seine größte Unzufriedenheit über die nach Wermsdorf gelangte Execntionsordre anssprach und die Zurücknahme derselben sofort anbefahl?). Herr von Fritsch hielt es demnach für dienlich, noch einmal nacb Leipzig zu reisen, um zu persnchen, was er persönlich von dem Könige zu erlangen vermöge. Er begab sich am 1. Februar dorthin, und am 4. Februar folgte ihm Herr von Hertzberg in Gemäßheit besonderer Berufung. Beide kehrten am 7. Februar nach Hubcrtnsbnrg zurück. In den hier stattfindenden Conferenzen vertrat der Hofrath Gntschmid das sächsische Interesse während der Abwesenheit des Baron Fritsch. Bon dem österreichischen Bevollmächtigten ward am 1. Februar ein Vertragsentwurf vorgelegt, welcher sich im Allgemeinen an die seither vereinbarten Punkte anschloß, jedoch daneben noch einzelne Bericht von Hertzberg vom 27. Januar 1763. -l Brief des Königs an Hertzberg vom 31. Januar 1763. 150 Sclilufiverl'andlungen. Festsetzungen enthielt, mit welchen man sich preußischerseits nicht obne weiteres einverstanden erklären wollte, was die Aufstellung eines Contre-Projects zur Folge hatte. Ein besonderer Artikel war darauf gerichtet, daß nach Rückgabe der westphälischen Lande und der Grafschaft Glatz es bei demjenigen verbleiben solle, was K. K. Seits daselbst in l^olitiois nt Lcelesinstieis geschehen^. Herr von Hcrtzberg verlangte zuvörderst eine genaue und specisicirte Mittheilung solcher Einrichtungen. Bei einer spätem Beranlassnng beantragte Herr von Collenbach folgenden Artikel: „Bvutos ool- latious du Lenölloos, ?r6li6ud68 6t OiKuitös Iüo6l68ia8tioiU68 kait68 in tnrno 0liv6N8i ^undaut 66tt6 §n6ir6 i>nr 8. öl. I'IlNP6I'Ntri66 R6in6 ci6 1Iou^ri6 6t (16 L 0 I 16 IU 6 ou 6N 80 N nonr 8610nt 60nllrui668 pur 8. N. 1'l N88i6NN6, 6t NN uliaeun 86IN niaillt6nu dan8 16 droit 6t i) 088688 ion oü il 86 trouv6 ä 66t 6§ard ä 1a 8i^natur6 d68 pr686nt8 ^.rti6l68. 8a U. krn88i6uu6 oonstriuora 6AÄl6M6ut 6t 1ai886ra gouir äan8 168 ?a^8 6t V11168, tiui I^ui 86ront I'68titu68 6N V6rtn de l'/Vrtiele Iii'666(l6nt, UN oliaouu 8a vie lluraut ckau8 I'oiuploi ou la L'1iarK6 6ivÜ6 6t <1au8 la gOUI88aN66 d68 AÄA68, 6iuoluni6ut8 6t 1lONN6Ur8, k^ui lui ont 6t6 oonk6r68 1>6lldaut 66tt6 AU6II6; 6t L1l6 1ai886ra 8u1)8I8t6r 6t 80rtir 80N ploiu 6t eutier 6Ük6t, tout 66 < 1 U 6 168 Bribuuaux d68 dit8 ?a^8 ont kalt 6t döorote Fondant 66tt6 AU6II6 relativunEnt ä 1'adiniui8tration de ia gU8tl66 Der König entschied Über diesen Antrag in folgender Weise: „Votre rapport du 8 de 66 inoi8 m'avant 1n8truit d68 de- wand68 c^u6 16 8^ du Lollenliaeli 68t vunu vou8 kairu ä l'oe- 6a8ion du la oornnruuication piue vou8 lui avur kalt du eontro- progut du 'oraltu d6 paix, du vous dirai c^uu Huaut ä l'artiulu ') Bericht von Gutschmid vom 1. Februar 1763. -) Bericht Hertzbergs vom 8. Februar 1763. Schtußoerb.indlunge». 1,v1 ä68 Lsnv6o68 66ol68iki8tiHU68 kuit8 in turus 0Iiv6U8i psuäaut ostts Ausrrs pur In Rsius luHtsratrios, V0U8 lui pa 886 i 62 est artiols ^our esux Hui su 80 »t uetusllsiusut su po88688iou Mi- 1a usiuiuutiou äs ostts priuso886, äs 8orts Hus äs Is8 ^ 60U86ivsrui. ölm8 pour es hm 8iät äuu8 ost urtisls, islntivsiusnt ü ssux Hui out sts 6 uipls )62 pur lu Oour äs Visuus äuu8 168 sl>urK68 oivil68, äau8 168 ?U)8 6t V1II68 Hui rsutrerout SU vsrtu äs lu puix 80 U 8 mu Oominatisu, vou8 rssu 8 srs 2 ud- solurusnt ost m'tiels, trop fort st trop äs ooussHusnes pour HUS äs PM886 I'upprouvsr, SU w'x prstsr SU uuouns kutzou, surtout PM8HU6 668 KSN8 lü ms 80llt iu60llUU8, st HU6 äs US vsux poiut IU6 vfiuiKsr äs 8ujst8 iu6upudl68 psut-strs ü lsm-8 Linp1o^8, 86lou uotrs kutzou äs kuirs uäwiui8trsr 168 ufi'uirs8 1)." Bei den weitern Verhandlungen über diesen Punkt ließ zwar Collenbach den beanstandeten zweiten Absatz seines Antrags fallen, verlangte jedoch die Bestätigung einiger Landdrosten, welche von der Kaiserin in Cleve ernannt seien. Hertzberg befürchtete, daß ein Widerstand seinerseits gegen diese unwichtige Bestiinmnng den österreichischen Bevollmächtigten veranlassen könne, noch einige Tage länger mit seiner Unterschrift zu zögern, „pour pouvoir ä'uutuut inisux rumiusr 8vu Uruits ^ und daß derselbe dann vielleicht gar in Bezug auf viel wichtigere Artikel anderen Sinnes würde ; er zog es daher vor, hierin nachzugeben, ließ sich jedoch durch einen besonder» Brief die Versicherung ansstellen, daß es sich nur um zwei oder drei Landdrosteien handle. So ist denn biernach der Art. 11 des Friedenstraetats definitiv geregelt worden. >) Brief des Königs an Hertzberg vom 9. Februar 1763. 2) Bericht Hertzbergs vom 16. Februar 1763. Lchlußvcrbandlungcn. 152 In dem österreichischen Vertragsentwurf tauchte auch der Antrag wieder auf, daß die Convention von 1741 zwischen Preußen und Clmrpfalz in Bezug auf die Erbfolge in Jülich und Berg erneuert werden möge; in der preußischen Duplik batte man fick 8nb 5 allerdings dazu bereit erklärt, sobald man über die Glatzer ssrage einverstanden sei. Die sächsischen Verwahrungen gegen die Einmengung dieses, den FriedcnSverbandlungcn ganz fremden und die sää'sischen Ansprüche bcnachtbeiligendcn Antrags batten demnach bei dem österreichischen Verbündeten nichts gefruchtet. Im Verfolg der Verbandlungcn suchte man nun sächfischerseits wenigstens darauf zu dringen, daß die Erwähnung jener Convention nur in allgemeinen Ausdrücken geschehen möge, und in dieser Bestrebung batte man sich der preußischen Unterstützung zu erfreuen; doch blieb auch dies erfolglos, da man österreichischcrscits beharrlich daraus drang, die ausdrückliche Erneuerung unter denselben Bedingungen wie früher zu stipnliren. Das Wiener Cabinet war allerdings in gewisser Hinsicht gegenüber von Churpfalz verpflichtet durch die sud cknto Wien den 30. October 1757 geschlossene Convention, welche damals vor dem chursächsischen Hofe geheim gehalten wurde; doch ging das Erstere jetzt über seine Verpflichtungen hinaus, da der Art. 1 der letztgedachten Convention die kaiserliche reicks-oberstrichterliche Erkenntniß und Verfügung vorbebielt, und Art. 2 die Gewährleistung aus den gegenwärtigen Besitz beschränkte, welche beide Bestimmungen in dem Vertrage zwischen Preußen und der Pfalz nicht enthalten waren. Sv erhielt denn Sachsen einen neuen Beweis von der eigenthümlichcn Art der werktbätigen Unterstützung Oesterreichs. Der Bevollmächtigte ließ es auch jetzt an den erforderlichen Einwendungen und Protesten nicht mangeln 0, und da dies, wie erwähnt, nichts half, überreichte er bei Gelegenbeit der Auswechselung der Ratificativns- ) Bericht von Gutschmid vom 1. Februar 1763. Schlußverhaiidluligcii. 153 urkunden eine förmliche schriftliche Protestnote') an seine beiden College» 2 ). Bon Seiten deS österreichischen Gesandten wurde anfangs die Entgegennahme verweigert und nach längerer Dis- cnssion nur unter der Erklärung bewilligt, daß er die Note an seinen Hof einschicken wolle ; der preußische Gesandte wollte, nachdem er die Note gelesen, dieselbe zurückgeben, und da sich Herr von Fritsch hiezu nicht bereitwillig finden ließ, übersandte er demselben am folgenden Tage eine Re-Protestation 3). Nach dieser papiernen Febdc ist denn von der ganzen Angelegenbeit nicht weiter die Rede gewesen. Den größten Werth legte das Wiener Gabuner ans die Wiedergewinnung der DiSpvsitionssreiheit in de» Handelsangelcgenbeiten; wir haben bei den verschiedensten Anlässen gesehen, wie der Bevollmächtigte mit zäher Bebarrlichkeit immer wieder auf diesen Punkt zurückkam und die Bestimmungen des Art. 3 des Berliner Friedens so wie die des Art. 6 des Dresdner Friedens nicht ferner gelten lassen wollte. Die commissarischcn Verhandlungen, welche im Berliner Frieden in Aussicht gestellt worden waren, hatten seinerzeit stattgefnndeu, und es war prenßischerseits der Minister von Fürst mit den Verhandlungen in Wien beauftragt gewesen. Sie führten jedoch zu keinem Resultate, da die Principien, von denen die beiden Regierungen ausgingeil, zu verschieden waren. Preußen wollte im Grunde den Handelsvertrag nur für Schlesien und die Grafschaft Glatz abschließen, während man österreichischerseitS in die Ausschließung aller andern preußischen Gcbietsthcilc nicht einwilligen wollte; die österreichischen Niederlande sollten eben so gut darin mitbegriffen werden, wie die an selbige grenzenden preußischen Besitzungen, Eleve, Geldern, Ostfriesland, MeurS, Mark, Tecklen- Beilage tl. 2) Bericht von Fritsch vom 1. Mär; 1703. desgleichen, vom 5. Mär; 1763. 154 Schlußverhandlungen. bürg und Lingen. Auch fruchtete es nichts, daß sich Preußen bereit erklärte, die Wirkungen des neuen Handelsvertrags auf sämmtliche ältere Provinzen auszudehnen; da die genannten rheinischen Gebietstbeile ausgeschlossen blieben, verharrte man in Wien ans dem einmal gestellten Verlangen. Schon während des jetzigen Krieges hatte man in Berlin das Augenmerk darauf gerichtet, diese Handelsverhältnisse in dem später abzuschließenden Friedensvertrage endlich definitiv zu ordnen und wo möglich einen Handelsvertrag zu gleicher Zeit zu schließen. Man fand ähnliche Praeedentien in den Handelsverträgen von Utrecht im Jahre 1713, von Passarowitz im Jahre 1718 zwischen dem Kaiser und der Türkei, und von Wien im Jahre 1725 zwischen dem Kaiser und Spaniens. Alsdann müsse in dem neuen Friedensvertrage ausdrücklich ausgesprochen werden, daß die betreffenden Artikel der Berliner und Dresdner Vertrage hinwegfallen, und es sei in einem besonder,! Artikel ans den zu gleicher Zeit abgeschlossenen Handelsvertrag Bezug zu nehmen. Sollte jedoch letzterer nicht zu erlangen sein, so müßten doch jedenfalls in dem Fricdeusvertrage einige allgemeine Principien aufgestellt werden, z. B. daß man sich gegenseitig diejenigen Freiheiten und Bvrtheile Zusage, welche die andern befreundeten und am meisten begünstigten Nationen in den beiderseitigen Ländern genössen, und es sei ebenso festzustellen, baß sich dies auf alle Länder der preußischen Krone mit Ausnahme der genannten rheinischen Besitzungen, und auf alle österreichischen Gebietstheile mit Ausnahme der Niederlande und der italienischen Provinzen beziehe. Die Bemühungen des Königs von'Preußen waren denn auch wesentlich darauf gerichtet, solche allgenzeine Grundsätze für die gegenseitigen Handelsverhältnisse zur Anerkennung zu bringen. Die preußische Duplik sud Nr. 8 legt davon ein glänzendes und >) Memoire des Ministers von Fürst vom Jahre 1758. Ächlußvevl'andlungen. 155 beredtes Zengniß ab. Der Widerstand Oesterreichs war jedoch nickt zn erschüttern. Als endlich am 31. Jannar die Bewilligung der Rückgabe von Glatz ausgesprochen ward, geschah dies nur unter der ausdrücklichen Bedingung, daß die österreichischen Forderungen hinsichtlich der Handelsverhältnisse angenommen würden: die preußischen Borschläge könnten vielleicht ganz richtig sein, jedoch verlange ihre Anwendung noch sehr weitläufige Erwägungen; schon früher hätten dieselben zur Grundlage von Berhandlungen gedient, welche ohne Resultat geblieben, und daher müsse man sich jetzt mit allgemeinen Ausdrücken begnügen, um so mehr, als man die aufrichtige Absicht habe, sofort nach Abschluß des Friedens einen Handelsvertrag zu entwerfen, welchen man dem Könige vorlegen wolle'). Man verlangte zu dem Ende die wörtliche Wiederholung des Art. 6 des Dresdner Friedensvertrags, mit Hinzu- sügung des Satzes: „LIIvs so propossnt ü eonvvnii' sur 66t odgvt, uu6 6linoiiii6 ck'LIk68 nnniiK6in cinn8 868 1ütnt8 86lou 8N volouto tont 66 hui n ckn ing>i>ort UN 60111166066. ^ Der österreichische Bevollmächtigte war selbst nicht wenig überrascht, als in der Konferenz des 2. Februar Herr von Hertzberg mit der Erklärung hervvrtrat: da dieser Artikel zur oonäitio 8ni6 Mn, non des Friedens gemacht worden sei, so wolle der König zur Bezeugung seiner aufrichtigen Neigung zum Frieden denselben annehmen und zugeben, daß eS mit den Handelsverhältnifsen in lidortntom nntnrnlom komme und der sonstige 8tntu8 Mo für gänzlich aufgehoben angeseben werdet. Bericht von Hertzberg vom 8t. Januar 1763. 2 ) Bericht von Gutschmid vom 2. Februar 1763. 156 Lchluswerltzintlungen. Diese Nachgiebigkeit des Königs in einer für die preußischen Interessen so wichtigen Sache erscheint allerdings ausfallend, namentlich wenn man sich erinnert, daß seine Absicht im stillen dabin ging, die Verhandlungen durch den Monat Februar hinzn- ziehen, wozu dieser Punkt hinlängliche Veranlassung dargebvten haben würde. Die Gründe, welche den König bewogen haben mögen, entziehen sich unserer Kenntniß; doch liegt die Vermuthnng nahe, daß derselbe ans diese Weise freiere Hand in den schlesischen Religionsverhältnisscn zu erlangen hoffen mochte. Denn mit der oben erwähnten Erklärung des preußischen Bepvllmächtigten über die Handelsverbältnisse Perband derselbe sofort die Vorlegung eines Artikels, worin der König erklärte, daß er zwar die katholische Religion in Schlesien aufrecht erhalten, aber an keinen strrtnm guo gebunden sein wolle, vielmehr die völligen Rechte der Souve- ränetät ohne alle Einschränkungen sich bedinge. Der österreichische Vertragsentwurf lautete folgendermaßen: „8. öl. Ie 1 toi «Io krusse onu86rv6rn In IIsIiAnou Ontliolicpro on tzilösie «Inn8 I'ötnt oü ollo otoit ou «lovoit vtre eir vertu cles IReliiuiunires sie Ilreslnu et «In Drnite «le ?nix sie Lerliu." Dem gegenüber braätte nun Hertzberg das Gcgenproject: „nI)itNU8 äs 60 ?n^8 «IniI8 168 P08- 8688I0U8 6 t 6 . —- 8 NU 8 äoroAor toutö Ioi 8 n In libörtö eutiöi'6 (Ie 60 U 86 i 6 N 66 Ü6 In Ilolitzüou ?rot68tnut6 6U 8ilö8io, 3dUupueY('ûnblimgcii. 157 et aux Droits de Souverain, de sorte pourtant que S. M. le Roi de Prusse ne se servira des Droits du souverain au préjudice du status quo de la Religion Catholique en Silésie. “ Mille disputes se sont élevées sur la vraie interprétation du status quo stipulé dans cet article; aussi bien que de ce qui doit être entendu sous le nom de Religion, surtout si les temporels du Clergé Catholique y doit être compris. Même le Droit de Souverain que le Roi s’est réservé a été interprêté différemment. Je proposerais deux moïens pour rendre au Roi les mains plus libres à l’égard des Catholiques. Dans la guerre présente il n’a, comme il me semble, à ménager aucune Puissance Catholique. Les sujets Catholiques en Silésie ne méritent nonplus aucun ménagement. J’en excepte peu. Tous les autres n’aimeront jamais sincèrement un maître, qui ne professe pas leur Religion. Je 11e vois donc rien, qui doive faire balancer le Roi de mettre sans perte de temps en Silésie tout ce qui regarde la Religion Catholique sur le pié où il souhaite que cela restât. A la conclusion de la paix on n’auroit qu’à stipuler dans ce cas : „S. M. le Roi de Prusse conservera la Religion Catholique en Silésie in statu quo, c’est à dire : dans l’état où elle se trouve avec tout ce qui y a rapport aujourd’hui jour de la signature du présent Traité.“ Si cette proposition n’alloit point être goûtée, ou que le Roi n’eut pas le tems de mettre encore avant la paix tout sur le pié comme il le souhaite, on pourrait, changer cet article de la manière suivante: 158 SchlußvcrhandLurigcii. ^Huoiciuo 8. öl. Ie R. äs ?r. ns soit nnounemeut iirtoutioriiiös de woloster Is libre sxoreieo de In He- ÜKion ftntliolicjuö en Lilesie, Llle se i-eserve rieu rnoius ä oet o^nid Iss Droits du 8ouveraiu snns uueuue exoeption ou liwitutiou." Die katholischen Verhältnisse in Schlesien hatten seit der Einverleibung dieser Provinz der preußischen Regierung mancherlei Sorgen gemacht. Die neu gezogene Landesgrenze ließ einen Thcil der Diöccse des Bischofs von Breslau ans österreichischem Gebiete, während die Grafschaft Glatz zum Bisthum Prag gehörte. Schon im Jahre 1748 war der Versuch gemacht worden, diese letztere dem Bisthum Breslau zu incvrpvriren und dagegen die auswärtigen Bestandtheile des letzteren zum Bisthum Olmntz abzu- trcten. Damals ward diese Angelegenheit nicht zum Schluß gebracht und daher im Jahr 1754 aufs neue angeregt, als es sich um die Separation der Jesuiten in der Grafschaft Glatz und die Anordnung eines besondcrn Provinzials von diesem Orden in Schlesien handelte. Der damalige Bischof von Schafgotsch widersetzte sich jedoch lebhaft, angeblich wegen finanzieller Einbußen, welche der Bischof von Breslau erleiden müsse, indem die Einnahmen aus der Grafschaft Glatz keine genügende Entschädigung für die Rcvenücn darböteu, welche aus den österreichischen Par- cellen des Bisthums gezogen würden und auf einige zwanzigtausend Gulden zu schätzen seien. Eine kurze Denkschrift, welche dem preußischen Bevollmächtigten in Hubertusburg bei den Verhandlungen über diesen Punkt Vorgelegen hat, äußert sich über die bestehenden Zustände in sehr anschaulicher Weise. „Es wird Niemand absprechen," sagt sie, daß das intorosse lisAiuin in Absicht des Status rtz'tpudlioas dem Bischöflichen privat-Nutzen billig vorznziehen sei. Da der Römisch Katholische Olerus in Schlesien nebst denen übrigen Religions-Verwandten einen halben Theil derer Schlesischen Landes- SchlußverhandLuiigen. 150 Einwohner ansmacht, letztere aber von der Geistlichkeit nach ihren Absichten geleitet werden, so ist es nothwcndig, daß das Geistliche Oberhaupt, der Bischof, lediglich von einem 8ouveiÄn stspenckire und seine stevotion und Ergebenheit unter zweien zu theilen nicht nötbig habe, wozu er sonst entweder ans der Folge der 8udjsotiou oder aus der Betrachtung seines Nutzens Gelegenheit nehmen kann. Wenn es ferner nach dem Bekenntniß einiger der Landes- Verrälherei halber rrrrstirten Katholischen Geistlichen ein zulässiges und durch unzählbare untreue Handlungen in der Ausübung bestätigtes priueixstuin aller Katholischen Geistlichkeit und Religions- Verwandten ist, ihre Wünsche für die Erlangung eines katholischen Regenten mehr als für die Oonstzrvntiou eines Evangelischen Landesherrn zu vereinigen, so folgt nnwidersprechlich: daß, wenn Se. Majestät und der Wiener Hof in Krieg verwickelt sind, der Beiden snbjeeirte Bischof mit der sämtlichen Llerise^ und allen katholische» Einwohnern nach vorgcdachten Grundsätzen mehr dem Wiener Hof als Sr. Majestät nckäieirt sind; cs haben sich auch diejenigen Gegenden Schlesiens, welche fast aus lauter catholischen Einwobnern bestehen, mehr bemühet die 8 uki 8 i 8 t 6 r >2 der feindlichen MouM6n als für Sr. Majestät Annüen zu befördern. — Wenn der Charakter eines Bischofs daS Laster der Undankbarkeit besitzt, so ist er im Stande, einen sichern Verräther, nickt nnr wäbrcnd dcS Krieges, sondern auch bey denen prnei>rumtorien abzugeben. Tenn da der Bischof der vorzüglichste Stand Schlesiens ist, und folglich solchen Zutritt hat, welcher Andern vcrwebrt ist, so müssen ihm gewisse vr>68 weit eher als andern bekannt werden. Und weil ferner ein Bischof in beiden Theilen Schlesiens in OiöeeknU- Angelcgenheiten mit seinen Bisthums-Beamten in beständiger (Konnexion bleibet, bald in diesem, bald in jenem Antheil Hof bält, oor>'68ponckil't, so hat er unverdächtige Gelegenheiten zu jn8innationen bey dem Wiener Hof »nd ist derselbe ^rivilexirtcr Kundschafter. Ter Bischof von Schafgvtsch batte zu Weidenau 160 Lchiußverhandluilgeii. und Johannisberg im Österreichischen einen Landeshauptmann in der Person des Freiherrn von 8 t. Durch diesen Canal unter dem Vorwand der nöthigen 6 oinmuuientioii in Bißthumö Diensten, beförderte derselbe seine OorrvsiroiiäöriL nach Wien ungestört. Ja, eS ist dieser von St. vor der Entweichung des Bischofs mit einer starken Geldrlmösss nach Wien Vvrausgegangen, wozu der Bischof theils aus denen Oasseu piorum coriiorum, theils aus seinen hiesigen revöiruss die Gelder kounürct. Während der Abwesenheit desselben hat er durch Entziehung vieler Onsssn- Gelder diesseitigen AnthcilS sich in die näiniuistrntion des tsm- porels vom Bißthum invlirt, die Onsseu-Bediente und Beamte zur Untreue und Entweichung verleitet und lauter solche widrige Handlungen bewiesen. Wenn ein Breslauer Bischof kein ns/Uun in seiner viöess im Oestcrreichischen Schlesien hat, ist es nickt möglich, sich so sicher und leicht in die Angelegenheiten des Biß- thnms diesseitigen Antheils zu nreliren. — Auch mitten im Frieden giebt es unzählige Fälle, welche nachtheilig sind: Alle Verfügungen in Angelegenheiten des stntus Oniriöralis, oseouo- iniosi militnris und der UinnnxL Sr. Majestät sind durch den Bischof jenseits in seiner dortigen ^ossession und seinen Bedienten ooinmuuicmble. — Auch die Verfassungen des Bißthums geben zu (lollisiouen beider Höfe bey jeder 86er ^ônig fdmcb baniber febr eutrüftet au ^cr^berg * 2 ): „I1 faut que vous vous expliquiez avec le Plénipotentiaire Autrichien, savoir que comme nous sommes en négociation avec les généraux des Trouppes de l'Empire sur l’échange à régler par rapport aux prisonniers de guerre réciproques, et que ceux ci se sont opiniâtrés jusqu’à présent à ne pas vouloir se prêter autrement à cet échangé, que tête contre tête et charge contre charge, au lieu que Je prétends que cet échangé doit etre general et sans reserve. Vous direz ainsi au S r de Collenbach, que comme Je savai, que ces entraves venoient d’origine de sa Cour, il voudra bien y écrire, pour qu’elle donne ses ordres au general commandant ces Trouppes, le Prince de Stolberg, afin de ne plus se roidir contre ce que Je desire avec raison sur cet objet.“ Xkfor 3u-'ifd)cnfall fleigertc bic cbnebiu fdfon übctgroBc ülengftlid)fcit beâ <£krrn cou Scllcnbad) nod) uni ciu betrarfjttic^eë ; ') ÿcridg ton .Çevptcvg nom 13. Çebntar 1763. 2 ) sBïief beo Jtonigê an .perpberg »eni 12. gebruav 1763. 11 164 Schlußverhcmdlungen. er behauptete demnach, es gehe aus dem früheren Schristenwechsel hervor, daß man in der Sache selbst einig sei, — die Art, wie die Auswechslung der Unterthanen erfolgen solle, sei Angelegenheit der damit beauftragten Personen, — ihm für seinen Theil sei es nicht gestattet, darüber irgend etwas sestznstellen. - Er verwarf hartnäckig die Annahme des Artikels in der oben erwähnten Fassung, und stellte einen andern entgegen, der nur die Worte der letzten Wiener Depesche enthielt'). Da dieser Punkt von untergeordneter Wichtigkeit der einzige war, der die schlüssige Unterzeichnung des Friedenstractats auf- schob, und Hertzbcrg verschiedene Gründe hatte, die Beendigung der Unterhandlungen herbeiznführen, so zog er den Seeretär des österreichischen Bevollmächtigten, Herrn von Lederer, zu der Redaction dieses streitigen Artikels 8 hinzu und vereinigte sich mit diesem über die Fassung desselben. Doch Horen wir über den Erfolg dieser Maßregel die eigene Darstellung Hertzbergs, die er in einer eigenhändigen Niederschrift den Acten beilegte: „Ua veille et In uuit avant ia 8iKiiature, ParrauA-eal tont In Praitö ^.utrielnen et eu iiartieulier I'artiele 8 avee le öeeietaire Uederer, Llr. sie OuIIeniiaell n'aMnt tait «zu'^ assister pendant uue Iieure. Oet artiele 8 tat äresse i>ar le bleeretaire I-ederer ineine. Uormzue les Rraites etoieut mi8 au net et tiu'U 8'aAÜ88oit de mAiier, blr. de OvUeustaelt 86 repeutit de l'artiele 8 erozaut eiu'U avoit uutrepa886 868 ordr68, par Ie8guol8, 8au8 Ini repondre 8ur ina z>ioi>ositiou du noinbrs 6Aai, ou I'avoit renvo^e ä 868 n>enustre8 pre- eed6ll8. bin eoiEMenoe U ine propcma d'oiuettre 1s u>ot ton 8 1ö8 8ujst8 et oeux c^ui avvient ete nl)li^68 de piendre 86ivioe, et d'ajouter cju'on keroit ds8 reell ereil 68 nee688aii68 pour oela. de lui reku8ai tout ') Bericht von Hertzberg vom 14. Februar 1763. S cf) (U §l' C rit .111 1 (tut <}C11. 1()5 cela, en lui disant: que S. M. vouloit excepter les déserteurs, qu’il ne s’étoit agi dans toute la négociation que des sujets qui avoient été obligés de prendre service, qu’il seroit impossible de se rendre tous les sujets et de faire faire pour cet effet par les officiers de part et d’autre des recherches auprès des Régimens, que personne ne souffriroit cela, que par là toute la stipulation deviendroit illusoire, ce qui ne pourroit pas être l’intention de sa Cour, que j’avois proposé la restitution au nombre égal, comme le seul expédient praticable, que lui proposoit des recherches à faire, qu’ainsi nous étions d’accord sur la question au? mais que la méthode de l’exécution étoit renvoyée à une convention ultérieure, qu’ainsi il ne s’étoit préjudicié en rien, que j’étois persuadé que sa Cour approuveroit plutôt mon article que le sien, ipie je ne pouvois pas permettre d’insérer dans cet article les expressions de ses mémoires précédens, qu’alors il faudrait que j’y misse aussi celles des miens, et qu’à la fin il n’en résulterait qu’un galimatias inintelligible. — Mr. de Collen- bach passa ainsi plusieures heures dans la plus grande inquiétude et agitation, allant tantôt de la conférence chez le Conseiller Gutschmidt, tantôt revenant. Il me proposa d’accepter une déclaration de lui, dans quel sens il entendoit cet article. Je lui dis: qu’alors je serais obligé de lui faire une déclaration à mon tour, dans quel sens je l’entendois moi, ce qui rendrait tout cet article inutile. Il me dit une autre fois: qu’il se relâcherait plutôt sur d’autres points. Je le pris au mot en lui disant: que je lui abandonnois cet article, s’il vouloit m’abandonner ceux du commerce et de la religion, ce qu'il ne voulut pourtant pas. Je le menaçois de reprendre l’article de la religion et de rompre plutôt que de laisser changer cet article, sachant bien qu’il n’osoit pas rompre pour un pareil objet. Enfin ayant demandé au 166 Schlußverhandlungen. Keerötnirö Tedersr, es pju'il tsroit ü. sn plavv, et celui lui roponänut, re- senteront, eu tnnt gu'il n'en resnltern nneun iirejneliee i>our les elroits et interets cle 8es z» eines bltnts et 8ngsts.^ Da Bericht von Fritsch vom 2. Februar 1762. Schlußvcrhmidlungcn. 1,!8 jcdock dieser letzte Anhang die vorhergehende Zusage vollständig entkräftete, fand der Churprinz Bedenken, einen so nichtssagenden Artikel zu genehmigen, und zog cs vor, denselben ganz fallen zu lassen Nach allem diesem sollte man vermnthen, daß die in Hubertus- bnrg am 8. Februar fortgesetzten Unterhandlungen ein rasches Ende gefunden hätten. Dem war jedoch nicht so, vielmehr entspann sich über den 4. Artikel, die Herausgabe der Kriegsgefangenen betreffend, ein so lebhafter Streit, daß es schien, als könne das ganze FriedcnSwerk noch in der eilsten Stunde scheitern. Der sächsische Entwurf dieses Artikels kantete folgendermaßen: -8. öl. Ie Uoi äe Urn886 renvevrn 8NN8 ennoon et 8Nii8 »neun äelni tnns 168 8ujet8 äe 8. )l. Ie Uoi äe Uolo^ne Uleoteuv sie 8nxe, knit8 ^ri8onnier8 äe gurorre ou sntr68 en einelcine kntzon eine ee 8«ik nn 86i'vioe on änii8 Is8 Utnt8 eie 8. öl. Ie Uoi äe ?ru886, en n'sxeeptnnt «ine eeux eiui ^ vouäront v68ter eie don Kwe, dien enteneiu eine edneun ä'eux pnie i>re- nkndleinent Ie8 äette8 N8 re8tev änn8 80 N servioe st änn8 868 Utnt8, dien entenän ete." Gegen diese Fassung widersetzte sich Herr von Fritsch mit der ganzen ibm eigenen Lebhaftigkeit. Er behauptete, daß hiernach dem König von Preußen die Befngniß zugestanden sei, alle Kriegsgefangenen zu behalten, die nicht Ofsiciere und nicht in seine Dienste getreten seien; einer solche» Abnormität zuzustimmen, könne ihm nickt angesonnen werden; er habe die bestimmteste Instruction, ') Protokoll des Geheimen Conseil vom 14. Februar 1763. Lchlupvcrhandluiiqcn. 169 eher den Krieg sortdauern zu lassen, als eine Bedingung zn unterschreiben, nach welcher der König von Polen seine Unterthancn ausdrücklich anfgcbe'). Hertzberg war im Grunde völlig mit ihm einverstanden und gab sich die größte Mütze, seinen König datzin zn bestimmen, den sächsischen Entwurf anzunetzmen. Er berichtete an denselben unter dem 8. Februar: „iblorm sommss n pon iwön ckmoeorck, innis )1r. cko tzUtseli supplie eneors Votro ölngostö cks no lins restrsinckro In reelckitiorr ckos prisonnisrs cks Kuerrs nnx ottiviers 8nxoi>8, eonnris II intorpröto 66t nrtiole Ü6 irotro Kontro-Drogot. II ckit < 1 U 6 Io lioi 8ou Älnitro 86 toroit un 6 N 8 Ü6 0 UN 8 oi 6 N 66 6t rimjnoroit ^Intot 16 tont 1 > 0 nr 16 tont, c^N6 (1'0IN6ttr6 (Inll8 UN Dl'nito 86l6I»N6l In 8tiplllntinll Ü6 In rock- ckition Ü6 868 8n^6t8 Illi 80 lllli 6 r 8 Ü6 ANi6>r6, lacinollo ll'nvoit 6N60I6 ,jninni8 otö r6t'u866 cknn8 NN6NN 9'rnitö <16 pnix, «IN 6 lui 1^rit8elr 86 oroiroit 6Knl6ll>6llt (I 68 l> 0 ll 0 i 6 ck'^ P!6t6r 80 N n>in>8tör6, (jN6 I'6X6ention ck61>6uckoit 06116irclnnt t«ll>,jour8 (16 Votro )1ng68t6, 6t cin6 In 0 IÄN 86 : ei ui vouckrollt PN 8 r68t6>-, Illl Ini88(>it 168 mnill8 N886X Iidr68 n 66t 6ANrck. ^ Der König antwortete jedoch sofort am !1. Februar: „Hunllt n 1'nrrie>6 ck6 irotro Oontro-iirojot tonolinnt 168 j>ri8ouui6r8 ck6 KN6II6 6nxvll8, ckont 16 Ilnrvll cl6 Erit86tz V6N8 n jinrlo, il tnut «1U6 66t nrtiolo I68t6 illvarindl6M6llt toi ein'il 86 trouv6 ÜNN8 In 001Ü6 (j»6 V0N8 lll'en NV6X 6N V0V6. Hcrtzberg gab seinem Collegen von dem mißlungenen Bcr mittlungsversuch in einem Billet vom 10 . Februar Mittheilung, an dessen Schluß er die berutzigende Aeußcruug machte: „il mo 86 ll> 1 >l 6 t 0 llg 0 nr 8 sjU6 Io t 6 IIll 6 ^^<168 nutr 68 8 Ng 6 t 8 cko 8 n ölng68tö tz' 0 l 0 N 0 l 86 glli ll6 V 6 lll 6 llt PN 8 068 t 6 r N 80 ll 86 rVI 66 6t (INII 8 868 bltnt8"" P 6 llt NU 88 I 6t>'6 6llt6ll(ungeii. gritfd) antnuu'tcte tbut fofovt an bcnt uâmlidicn ïaqe: „II est impossible que Sa Majesté le Roi de Prusse n’ait pris un équivoque sur les prisonniers de guerre. Il n’est question que d’ajouter les soldats qui sont encore prisonniers de guerre. Il seroit inouis de sacrifier des Gens qui se trouvent dans les forteresses de Magdebourg, Stettin etc. et qui ont refusé constamment de prendre service. Le Roi pense avec trop d’humanité, pour ne me pas juger indigne de l’honneur de ses bonnes grâces, (pie j’estime audessus de tout, si j’étois capable d’abandonner »ce petit nombre de mes compatriotes. Je vous conjure de rendre compte de eecy au Roi, qui interesse tant sa propre gloire, que je ne veux laisser voir à personne votre billet.“ <§>cïijbcr\j cntfpvad) btejcn Gru'artunqeu l'ollftanbuq unî> mau jtetff beutUd), bail ilmt btc îlnjctKiuuuçt bes .ftôuûjs in biefer s )tiu (pdcqeidjcit tmltfommen unccrftcuiblicb ift. Sein 33erid)t bout 10. gebruar entrait golgcuboâ : „ Votre Majesté daigne voir par la lettre du Baron de Fritsch ce qu’il m’a écrit au sujet des prisonniers de guerre Saxons. Il prétend qu’il y a un mésentendu dans cette affaire. Il ne redemande pas les sujets Saxons qui sont au service de V. M., mais seulement ceux qui depuis le commencement de la guerre ont été prisonniers à Magdebourg, Stettin, et le sont encore, qui n’ont jamais voulu prendre service et dont à ce qu’il croit, il ne reste plus 200. Votre Majesté m’a aussi dit en dernier lieu à Leipzig, qu’Elle feroit relâcher les Grenadiers de la garde Saxonne prisonniers à Magdebourg, s’il y en avoit encore. Le Baron de Fritsc-h supplie donc instamment V. M. d’agréer l’article qui se trouve à la suite de sa lettre, sur lequel il avoit les mains tellement liées, qu’il ne pouvoit pas procéder outre, quelque regret qu'il eut d’allonger les malheurs de sa patrie. Je crois de mon devoir de dire à ■Sdjfupua'I’rtnblungcn. 171 V. M. : que la signature ne sera non seulement arrêtée par ce petit objet, mais que même toute la négociation pourra se rompre, parceque la Cour de Saxe se fait un point d’honneur et de conscience de ne pas stipuler l’abandon de ses sujets prisonniers de guerre." IDicfer SBanumq ungcadftet imrbarrto ber .ftflnig auf feiueut 2Bitleu ; fciue îlntmort boni 11. ftebruar tantôt : „Pour ce qui regarde l’article touchant l’extradition des Saxons, vous dire/, naturellement au Baron de Fritsch, qu’il ne doit point m’obliger à signer des choses, que je ne saurais pas observer, et que je n’exécuterai jamais, non ostant qu’on voudrait les faire glisser dans le Traité. Que je leur aban- donnerois de sauver les apparences dans des choses sans conséquence, mais quant à ce qui regarde des choses réelles, ils ne doivent point imprudemment me forcer à promettre quelque chose, (pie Je ne puis ni 11 e voudrais pas exécuter, et qu’ils feront donc mieux de 11 e pas y insister; vu qu’autre- ment Je ne saurais envisager cela, que comme des innovations ou comme des chevilles, qu’on voudrait employer pour donner lieu ensuite à recommencer de plus belle les disputes et les chicanes. 11 î'icfc p'ïuiip' îlufmalhnui, in ciner 'Nuçjelegeuheit, hic matyr* lid) niefot beboutenb qcnitçi unir, uni hic SBagfdiale bes ©leidmiutlis uad) irqeub eincr <2 ci te l)in mcfcntlidi pi bcfdimcrcn, iriirbe bout -gierrit non .jperjjbcrg, nnb uns mit ilrat, ftctd uucrf(drlid) geblicbcu fétu, menu ber ©raf ftiucfcnftetn ilpn nidit bas ilîâtbfel qeloft batte. 'hu biefeu batte •£)crj}bcw( qlcid) bettn ïhnpnn ber Streit* fraip' qcfdmcben nnb feiuen ÿciftanb erbeteu: „Rien ne m’embarrasse plus, que le changement que le Baron de Fritsch demande pour l’article qui regarde la reddition des sujets Saxons, parceque je crains que le Roi rejettera mon second projet sans l’examiner. Il me paroit, que ce projet est en- 172 Sdilujii'cvljanthmjjcn. fièrement conforme aux intentions et au but de S. M. et si V. Excellence le trouve aussi, je la supplie de faire tout ce qui lui sera possible pour le faire passer ■).“ Uub $mci ïa$o fpoiter bc^lcitctc er ben offtcicllen ÎBcridR mteber mit fclgcnbem '-L ! rit'atfd)rei['eu : „V. Excellence verra par mon rapport d’aujourd’hui ce que je suis obligé d’écrire d’ultérieur touchant la reddition des prisonniers. Mr. de Fritsch est sûr et tout décidé, que la négociation sera rompue, si le Roi ne se relâche pas à cet égard et tout le tort en retombera sur nous, d’autant plus qu’on nous permet expressément de garder ceux qui voudront rester au service du Roi ~). “ (Sraf gtmfcnftctu mar imllftâubtfl cium-ftanbcn mit .^crl^l'cnj, uub berfucOte in btcfcm Siuuo, auf bon .Çfouig cinjun'ivfcu; allein bas Itinjlud:' molltc, bajj bies in einem iOîomeut (jcfdml), mo ber .ifbnivj auf feiner cmpftnbltdiftcn Stellc •Ocvleljt uub babitvd) auÿcrft t]eveijt mar. „J’aurois souhaité pour tout au monde que vous eussiez envoyé avant hier cet article tel que vous l’avez envoyé aujourd’hui ; je suis persuadé que la chose aurait passé alors sans la moindre difficulté; — mais le malheur a voulu, entre nous soit dit, que quattre à cinq hommes des gardes ont déserté cette nuit, ce qui a tellement indisposé S. M. qui soubçonne les Saxons d’en être les recelleurs, que sa résolution sur votre rapport s’en est ressenti. Tâchez au nom de Dieu de faire en sorte qu’on n’en vienne pas à un éclat pour une si grande bagatelle; je suis persuadé, il y a du mésentendu dans tout cela, que le Roi a cru qu’on vou- loit l’obliger par ce changement à rendre indistinctement tous les sujets Saxons qui ont pris service chez nous 3 )." ’) 23vief $er(}bergê an gnncîenftein Dont 8. gebruar 1763. 2 ) ©eêgteidjeit, Boni 10. gebruar 1763. P SBrief tes. (Svafen giucfenftein rin .'per^berg Bom il. Jebuiar 1763. ■Sdjlu^ücvlnintlun^cn. 17.'3 T'uni) bicfcn erftcit 9Jïi6evfi'li} liejj fief) (ÿraf gimîcnftciu jcbod) ntd'.t at'fcî'rccfcu ; Mc 2açic ter 0ad>e «jebien il,nn fc crujF baft, ba§ cr nod) am îlbenb bcffelbcu Taa;c8 cineit preitcu ikt- fud' limite, iiber beffou çjfütftidjercn îluêflauci cv fofort an £ierlk bon] |~d)vtcb: „Le souper du Roi m’a fourni l’occasion de parler à S. M. — Je me suis contenté d’observer, qu’il me sembloit, que Mr. de Fritscli ne demandoit que ce que le Roi ctoit intentionné d’accorder à la Saxe, savoir la restitution de 180 ou 200 hommes qui étoient effectivement prisonniers de guerre, et que j’avois lieu de croire, que si S. M. vouloit leur accorder le commencement de l’article où il est dit qu’elle renverrait les Généraux, Officiers et Soldats qui sont encore prisonniers de guerre, ils en seraient contents. Le Roi m’a paru goûter cette idée, et m’a dit que s’il n’y avoit que cela, et qu’on laissât tout le reste de l’article tel qu’il avoit été rédigé ici, il en seroit content O- 11 s Jlad)bcm ber crfte 3oru iiber bie iîïuôreiÿer Penaud)t mar, ercjvtff ber fîîfiniij ejeru bie ©eleejcnbeit, bad worlieçjenbc Qlîtjjpcr* ftanbuiB aud$uo|leid)cn, uub férieb am 12. ftcbrnar bieferl;alb an .pertd'erii : „Vous direz au surplus au Baron de Fritsch, que J'avois résolu de rendre la paix faite et constatée, tous les prisonniers de guerre Saxons, Officiers et Soldats, qui se trouvent à Magdebourg ou à Spandau ; mais que Je pré- teiulois par contre, qu’on ne me fit plus aucune chicane sur tout le reste, et qu’on mit surtout inc-essament ordre sévère, à ce qu’aucun Sujet Saxon n’osat débaucher à la désertion quelcun de mes Trouppes, de quelque façon, ou sous quelque prétexte que ce soit; à moins de quoi Je ferois fort le revêche de mon coté.“ ’) Skief »on gmtfcitflein an Jpevyberg wom U. gebvueir 1763. 174 Schlußvcrhaiidlmigcli. Damit war denn nun auch hier der letzte Ltein des Anstoßes aus dem Wege geräumt, und der Friedensvertrag zwischen Preußen und Zachsen') konnte an demselben Tage mit dem österreichischen unterzeichnet werden. Wir erfahren aus einem Briefe des Grafen Finckenstein an Herrn von Hertzberg vom 13. Februar, daß der König ausdrücklich verlangte, daß die Unterschrift am Morgen vorgenvmme» werde: ^a siZuature, seien le oornpte cku koi ckoit etre kalte le 15 an uratin, e'est ee eine 8. öl. vient cke ine ckire, ajontant en sonriant, gn'il ne kallait pas siZner un Tratte Is soir, mais eine eela ckevoit 86 karre ä jenn eonrme les seruients." > Beilage >V. Russische BerimttlimMersilche. Während der Zeit, da der König von Prenßcn sein Hauptquartier in Leipzig nusgeschlagen hatte, hielt sich daselbst der Fürst Rcpnin als russischer Gesandter aus. Demselben tonnte cs unmöglich ganz verborgen bleiben, daß etwas im Werk sei, welches aus eine Veränderung des damaligen politischen Zustandes hin- zielc; die mehrtägige Anwesenheit des Geheimenraths von Fritsch, dessen wiederholte Konferenzen mit dem Könige, die plötzliche Ankunft des GeheimenrathS von Hertzberg, der ebenso unerwartet schnell wieder verschwand als er gekommen, — alles das mußte in Leipzig bemerkt werden, und an den verschiedensten Auslegungen und Kommentaren feblte es sicher nicht. Der König, welcher seit dem Regierungsantritt der Kaiserin Katharina II. stets aufS sorgfältigste bemüht gewesen war, alles zu vermeiden, was nur im geringsten den Anschein einer Vernachlässigung des russischen Hofes gewinnen konnte, hielt es daher für erforderlich und nützlich, das Gehcimniß der Friedensuntcrhandlnngen nach dieser Seite hin anfzugeben. Der Graf Finckenstcin erhielt am 1. Januar 1763 den Auftrag, dem Fürsten Repnin in allgemeinen Zügen von dem dermaligcn Stande der Dinge Mittheilnng zu machen. Letzterer nahm diese Eröffnungen mit unverhohlener Gcnngthunng entgegen und kam schon am folgenden Tage zu dem preußischen Minister, um diesem anznzeigen, daß sein Bericht an die Kaiserin bereits ä76 Russisch- Bermtttlunqsversuche. abgefaßt sei; dieser neue Beweis des freundschaftlichen Vertrauens von Seiten des Königs werde von seiner hohen Herrin sehr hoch ausgenommen werden; dock bitte er um Erlaubniß, dem Minister einen Gedanken zu unterbreiten, der ihm über diesen Gegenstand gekommen und den er anssprechen wolle, nicht als Gesandter, sondern als ein eifriger Diener, der zugleich dem Könige aufrichtig und treu ergeben sei, und nichts lebhafter wünsche, als daß es ihm gelingen möge, die Einigkeit, welche zwischen den beiden Höfen bestehe, durch die engsteil Bande in unlöslicher Weise zu verknüpfen. Der König habe ein sicheres Mittel in Händen, um sich die Kaiserin ans immer zu verbinden: wenn Derselbe in dem Briese, den er an die Kaiserin zu richten willens sei, dieselbe einlade, an den Friedensvcrhandlungen theilznnebmen, sei es als Bundesgenossin, sei es als Vermittlerin, so werde selbige sieb dadurch auf's höchste geschmeichelt fühlen; das sei eine von jenen Aufmerksamkeiten, welche tief empfunden und nimmer vergessen würden; wenn eine derartige Einladung vom König ansgehe, bevor man in Petersburg von Wien ans über die Unterhandlungen in Kenntniß gesetzt werde, so würde sie einen doppelten Werrh haben; der gegenwärtige Moment sei ein solcher, der sich nie wiederfinde, wenn man ihn außer Acht lasse; er hoffe, der König werde ihm seine Freimüthigkeit nicht übel deuten, er habe keinerlei Auftrag von seinem Hofe, könne einen solchen auch nickt erhalten haben, glaube jedoch dem Könige, der ihn mit so vieler Güte überhäuft, eS schuldig zu sein, ihm einen Gedanken von so unberechenbarer Wichtigkeit nicht zu verschweigen; ein enges Bündniß zwischen dem Könige »nd der Kaiserin von Rußland sei das wahre und einzige Mittel, einen festen und dauerhaften Frieden zu Stande zu bringen; der Wiener Hof werde sein Ziel nicht ans den Augen verlieren und nach abgeschlossenem Frieden den ersten besten Zeitpunkt von Eifersucht oder Mißverständniß benutzen, um die jetzt gescheiterten Absichten wieder zu verfolgen ; wenn jedoch die Kaiserin Russische Vermittlungsversuche. 177 den Verhandlungen beitrete, werde sie aus Dankbarkeit das Interesse des Königs zu ihrem eigenen machen und gern die Garantie des Friedens übernehmen, worin nach seiner Ueberzengnng das einzige Mittel liege, demselben Sicherheit und Dauer zu verleihen. Graf Finckenstein gab dem eifrigen Diplomaten zu bedenken, daß der König bereits sehr viel gethan habe, und mehr, als man von dem aufrichtigsten Freunde erwarten könne, denn der Wiener Hof habe das absoluteste Geheimniß verlangt; er zweifle jedoch nicht, daß derselbe die gegenwärtigen Eröffnungen mit dem vollen Interesse ausnehmen werde, welches sie verdienten, da sie demselben einen neuen Beweis von den Gesinnungen gäben, welche der Fürst während der ganzen Dauer seines jetzigen Amtes dargelegt. Letzterer erneuerte sein Anliegen, indem er den Grafen bat, er möge dem König über diese Unterhaltung Bericht erstatten, und legte überhaupt einen solchen Nachdruck auf die ganze Angelegenheit, daß Graf Finckenstein leicht einsah, wie sehr der Wunsch, als Friedensvermittlcrin aufzntreten, der Kaiserin am Herzen lag, und baß diejenige Macht, welche derselben diesen Vorschlag zuerst cntgegentrage, unfehlbar ihre volle Gunst erwerben würde, während sie dagegen empfindlich verletzt sein werbe, wenn man sie bei dieser Veranlassung übergehe U. Wie richtig diese Auffassung war, sollte Graf Finckenstein schon nach einigen Tagen erfahren und dabei zugleich die Bemerkung machen, daß von Seiten Rußlands schon früher ein ähnlicher Schritt in Wien versucht worden. Denn über Kopenhagen erfuhr er, baß der Wiener Hof das directe Anerbieten einer Vermittlung, welches von der Kaiserin von Rußland ausgegangen, aus höfliche Art abgelehnt habe; die Antwort drücke die Genug- thuung aus, welche das Anerbieten hervorgerufen, zugleich aber auch die Besvrgniß, daß die große Entfernung Rußlands sich als >) Bericht des Grafen Finckenstein an den König vom 2. Januar 1763. Bcaulieu-Marconnay. Der HudertSburger Friede. 12 178 Russische VcrmitllmiqSvcrsuchc. hinderlich erweisen werde bei einer Vermittlung zwischen zwei Mächten, deren Grenzen sich berührten und die den Krieg im Herzen ihrer Staaten führten'). Ter König war nicht im mindesten gewillt, die angebvtene Lermittlnng anznnehmcn, da der Verlaus der Unterhandlungen von vorn herein sich ganz nach seinem Wunsch gestaltete; jedoch lsiitete er sich wohl, den Vorschlag, auch in der Weise, wie er geschehen, ohne weiteres von der Hand zu weisen, ebensowohl um das russische Selbstgefühl nicht zu verletzen, als um ein Mittel sich zu reserviren, den Verhandlungen einen Hemmschuh anznlegen, wenn dieselben etwa gar zu rasch vorwärts gehen sollten. Der Fürst Repnin ward demnach mit verschiedenen freundschaftlichen Versicherungen hingchalten, die ihn zwar nicht befriedigten, ihm aber nicht jede Hoffnung auf einen endlichen Erfolg seiner Bemühungen benahmen. Als der Hofrath Gutschmid vom 19. bis 21. Januar in Leipzig anwesend war, machte er dort bei Verwandten die Bekanntschaft eines russischen Obersten und Lcgationsraths Nabakvff. Dieser bezeigte zwar eine große Begierde, von demjenigen näher unterrichtet zn sein, was in Hubertnsburg vorging, — da er jedoch merkte, daß seine vielfältigen Artigkeiten ihm dazu nicht verhelfen würden, begnügte er sich, eine Zusammenkunft Gut- schmids mit dem Fürsten Repnin zu veranlassen. Gutschmid berichtet darüber Folgendes: „Nach Tisch versäumte er keinen Augenblick, mir allein zu sagen, daß es dem Fürsten Repnin sehr angenehm sein werde, mich auf dem Fuße eines bloßen imrlienlier zu sehen, und da er das Vergnügen nicht haben könne, den Freiherrn von Fritsch, voll dessen Bekanntschaft ihn der Englische Gesandte öle. Nitoliel auf die vvrthcilhafteste Art pimovenirt hätte, selbst zu sehen, mir das zu sagen, was der Nation er schuldig zn Schreibe» des Grafe» Finckenstei» a» Hertzberg vom 6. Januar 1763. Russische Vermittlungsversuche. 179 lein glaubte.-Wir gingen darauf, ohne weiter Zeit zu verlieren, zu dem Fürsten, der mir mit vieler koütesse znvvrkam, sich sehr gut ausdrückte, aber sein Verlangen, zu wissen, wie weit es eigentlich in Hubertnsbnrg gekommen sei, und sein Mißvergnügen über die ihm entgangene Gelegenheit, bei der knoikiontiou den me ci irrten r vorzu stellen, entweder nicht verbergen konnte oder nicht verbergen wollte. Er sagte nach einigen gleichgültigen Complimenten grad heraus: der Hauptzweck seiner Mission sei gewesen, für das 8ou- In§6M6nt von Sachsen zu arbeiten, er habe solches der Intention seiner Louvoraine gemäß, die für das luterere Ihrer Majestät von Polen, en tont es > Es ist ein eigeuthümlicher Fall, daß einuudfiiufzig Jahre später wieder ein Fürst Repnin in Leipzig sich aufhalten mußte, — aber freilich in anderer Stellung und Machtvollkommenheit. 12' 180 Russische Vermittlungsversuche. fließen zu lassen: ero^62-irioi, Nonsisur, osnt-iuillö Uussss ruiroient öts äs dons iineiüeatönrs Auch Herr von Fritsch hatte eine Begegnung mit dem russischen Diplomaten, als er sich während der ersten Tage des Februars in Leipzig befand; der Eindruck, den er daraus empfing, war jedoch kein vortheilhaftcr. „Nachmittags, ehe ich den Fürsten Repnin besuchen konnte, kam derselbe zu mir und fing sofort an, mir sehr viel von der guten Gesinnung seines Hofes vor Sr. Königl. Majestät him Churfürstcn zu Sachsen (welches er oft wiederholte) zu sagen. Es wundre ihn auch, daß der Friede so geschwinde zu Stande gekommen, und man, besonders der Wiener Hof, sich entschließen mögen, nicht nur denen geschöpften Hoffnungen zu entsagen, sondern auch sogar eine Oonyuete anfzn- vpfern. Ich beantwortete diesen gleich bei dem Eingang gemachten Antrag, wie ich nicht zweifle, dem Herrn Fürsten werben noch die unfruchtbaren Anträge seines Hofes, um die Lvnonntiou von Sachsen zu bewürben, in unentfallenem Andenken schweben, er werde auch den Zustand hiesiger Lande und das Preußische seitherige Verfahren in denenselben samt der ganzen Lage der Sachen zwischen Engelland und Frankreich und im Römischen Reiche zu erwägen belieben, und nachdem sein so mächtiger Hof sich ganz aus dem Spiele gezogen, mir dabei zu sagen belieben, was man denn sich nach einer OnmpnKue, wenn selbige auch nur ciekeusivs bliebe, versprechen könne; daß aber die allein im Krieg befangene Kaiserin Königin gegen den durch des Reiches dlcmtrnlität auch vielleicht Oartinlität so sehr verstärkten König in Preußen »ttbnsiv zu naiven im Stande sehn könne, würde er wohl selbst kaum vermnthen, und eingestehen, daß nach einer fruchtlosen OrriuimZus das hiesige Schicksal ganz unheilbar seyn würde. Er fügte noch vieles von dem gegenwärtigen Misvergnügen des Englischen ') Bericht von Gutschinid vom 22. Januar 1763. Russische Vermittlungsversuche. )lilli8torii über den König von Preußen bcy, räumte aber sofort ein, daß dieses öliiiisterium so einen großen Abscheu als die ganze Ration vor einem Land-Kriege habe. Nach einem Geschwätz dieser Art von einer halben Stunde nahm endlich der Herr Fürst seinen Abschied und lies mich in einem Zweifel seiner beh diesem Besuch gehegten Absicht. Man ist aber zu gewohnt, von den Geschäften abgerusene LIinistros dem Handwerk mit Misvergnügcn über alles vorgehende entsagen zu sehen Dem Grafen Finckenstein war die Aussicht ans eine doch vielleicht mögliche Begünstigung der russischen Wünsche von Seiten des Königs gar nicht angenehm, und Hertzberg sah dieser Eventualität mit einiger Besorgniß entgegen, da er keinerlei Nutzen, sondern nur eine nnnöthige Verschleppung der Unterhandlungen daraus hervorgehen sah. Als gegen Ende des Monats Januar der Fürst Nepnin seine Vorstellungen und Anträge nochmals wieder- bvlte, batte der König nicht übel Lust, seinen Bevollmächtigten dahin zu instrniren, daß er die Hinzuziehung des russischen Gesandten zu den Konferenzen beantragen möge. Finckenstein setzte Hertzberg hievon in Kcnntniß, fügte jedoch gleichzeitig hinzu, er brauche darüber nicht zu erschrecken: „II uo s'aKit prrs aprö8 tont ü'aoorooltor In noKooiatioii ä In inockiation ou pour inioux ckire ä l'intorveiitiou cko In Uussio, mais cks kairo kort loAÖro- inont uns tontativo ponr cot okl'ot sionr oontontor In vauito Uu886, et cie pn8 in8i8ter pour peu cjne vou8 ienooutrie8 cle In ckiküoulte cke In pari cin ininistro -Lutriolrien Graf Finckenstein mochte jedoch für seine Person über diese Angelegenheit nicht so ruhig und sicher sein, wie er seinem Korrespondenten gegenüber sich den Anschein giebt, denn er unterließ nicht, zu derselben Zeit dem Könige wiederholte Vorstellungen gegen die ') Bericht von Fritsch vom 8. Februar 1763. Brief von Finckenstein an Hertzberg vom 26. Januar 1763. 182 SRufjîf&e 93ermittfung$uerfudje. rnfftfcbe (Ehtmifdmug ju niacbcu. „J’ai saisi cette occasion, fcbretbt er fcftou aut folgenbeit ïage au ^ertjberg, pour donner à connoître mes appréhensions au sujet de l’admission du Prince Repnin, et j’ai ajouté qu’il étoit à craindre que cela donne de violents soubçons à la Cour de Vienne comme si on cherchoit à amuser le tapis, et que je ne voyois pas d’ailleurs, comment cette admission pouvoit avoir lieu, puisque le Prince Repnin m’avoit avoué hier n’y être pas autorisé jusqu’à présent et n’avoir point de pleinpouvoir. Cette réflexion a frappé le Roi qui m’a demandé sur cela ce qu’il y aurait donc à faire; j’ai répondu que je 11e voyois d’autre moyen de se tirer d’affaires, puisqu’on en avoit déjà parlé au Ministre de Russie, que de lui demander de nouveau lorsqu’on serait à peu près d’accord, s’il avoit reçu les plein- pouvoirs en question, et de prendre occasion de la réponse négative qu’il donnerait vraisemblablement, pour lui faire sentir l’impossibilité de son admission 1 )." SMefc ÜBebenfen, ju ben eu Me SBcmerfungcu £mrt5bergô uod> flinpitraten, Imrantafjten ben .ftoitig, bout gctflern offeu auSpu fpredjen, metebe Scmanbtnifj cë mit biefer gefürdfleten 3 utertocntion babc, unb mie er biefclbe berfîanben miffeu moite. „ Quant à l’expédient, que Je me suis proposé pour admettre le Ministre de Russie, quand la signature des préliminaires se fera, vous observerez que mon intention n’est point du tout, de faire intervenir la médiation de la Russie, pendant que nous ne serons pas encore d’accord sur les Articles de la paix; tout au contraire, vous n’en ferez aucunement mention, qu’après que nous serons tout à fait d’accord sur tous les points qui constatent notre paix, de sorte qu’il ne reste plus rien, que de procéder à la signature. — — Je n’ai nullement intention, ) Svief ton gitncîetifktu an §cr^berg ooni 27. Sanuav 1763. Russische Vermittlungsversuche. 183 M6 66lki Alt In woinclis intlu6uo6 äAN8 les aMires 1116 M 68 , wrii8 ri8 1116 c1i8p6ll86r, A^l'68 cf1l'blll6 A taut lt68ii6 ci'rivoir rin moiii8 ) Brief des Königs an Hertzberg vom 28. Januar 1763. Ratification. Die Unterzeichnung der Friedensverträge hatte also am 15. Februar stattgcfunden, und es war auch bei dieser Veranlassung die Unentschlossenheit und Aengstlichkeit des österreichischen Bevollmächtigten in auffallender Weise an den Tag getreten. Doch sollte auch noch zwischen dem preußischen und dem sächsischen Bevollmächtigten bei dieser Schlußverhandlnng eine Differenz her- vortreten, welche zwar keine Verzögerung des wichtigen Actes nach sich zog, jedoch eine besondere schriftliche Declaration veranlaßt, welche einzig und allein den Zweck zu haben scheint, das Gewissen des sächsischen Bevollmächtigten zu salviren. In der dem Vertrage angehängten Evacnations-Convention war im Art. 6 vereinbart worden, daß von allem, was der preußischen Armee zu ihrem Gebrauche zugeführt wird, oder dieselbe wegschickt, weder Zoll noch Geleite oder Accise, noch Fähr- und Brückengeld gefordert werde. Hiezu hatte man preußischerseits noch in den letzten Tagen den Zusatz gefügt: „ungleichen, daß alle Pack- und alle Extra-Posten und abzuschickenden Couriers und Stafetten in Herrschaftlichen Angelegenheiten unweigerlich und unentgeltlich bis zur völligen Evacuation verabfolgt und Sächsischer Scits gleich den etwanigen Rückständen an die Sächsischen Postämter bezahlet werden müssen." Dieser Punkt war schon während der letzten Anwesenheit des Herrn von Fritsch in Leipzig zwischen ihm und Hertzberg zur Sprache gekommen, und hatte damals der Elftere es als sich von selbst verstehend hingestellt, daß mit dem Tage der Beendigung aller Kriegsleistungen, also dem 10. Februar, auch Ratification. 185 alle Lieferungen der Postanstalten aufhören müßten; das Obcr- postamt in Leipzig hatte eine Liquidation von mehr als vierzigtausend Thalern eingercicht, die dasselbe zu fordern hatte, und Fritsch diese dem Herrn von Hertzberg übergeben und die Bezahlung derselben von Preußen verlangt. Im letzten Augenblicke aber erhielt Hertzberg einen Brief des Königs, dessen Inhalt nicht den geringsten Zweifel darüber zuließ, daß von dieser Seite nicht die mindeste Nachgiebigkeit zu erwarten war. „ 8»r oo Mi roMrcko k'nrtielo 6 «io In bkvnountions- Oonvontioii, cko vous «kirnst ML,jo no pMorni pns rm 8ok pour krnis (ko olrovnnx, cko Pack- ou küxtrn - Posten, ui cko oourioi8, ostnkottos oto. ofno kos postos cko 8nxo out kouinios gULgn'np rosout, - VN, «fno uons uo uous 80 IV 0 U 8 cko tons 008 oouriors oto. MO sur ckos ntstckros, Mi rotz'nrckout ^ropro- luout In 8nxo, ot sur oo qu'ik knut nrrnutzor pour k'övnouor, ou sorto qu'ik knut ) Brief des Königs an Hertzberg vom 13. Februar 1763. 186 Ratification. desto minder in allen Stücken bestehen und beobachtet werden sollen; wobei Königl. Preußischer Seils annoch besonders bedungen, und Kvnigl. Polnischer Chnrfürstl. Sächsischer Seits zugestanden worden, daß dadurch insonderheit dem Ersten Separat- Artikel nicht derogirt und daraus gegen die darin versprochene Zahlung ein odseetniu oompoimntionis nicht hergenouunen, auch die Stellung der Postpferde nicht verhindert werden solle')." Am 16. Februar reisten die Herren von Collenbach lind von Fritsch nach Dresden, und am 17. kam der König von Preußen durch Hubertusburg, um sich nach Meißen zu begeben. Er stieg bei Herrn von Hertzberg ab und trank in dessen Zimmern Choco- lade. Bei seiner Ankunft fragte er, was denn die Unterzeichnung so lange verzögert habe? worauf Hertzberg ihm ausführlich alles erzählte, was vorgefallen. Dann äußerte er: es ist doch ein gutes Ding um den Frieden, den wir abgeschlossen haben, aber man muß sich das nicht merken lassen. Er bezeugte seine Verwunderung über die Schwierigkeiten, welche von den Sachsen in Betreff der Stellung der Postpserde gemacht worden, und glaubte, die Differenz sei beigelegt; und da Hertzberg ihm das Gegentheil erklärte, meinte er: nun, da wird sie eben Niemand bezahlen. Der König besah hierauf noch die Kapelle und den Schloßgarten, und bestieg dann wieder seinen Wagen mit dem Obersten Goltz, um seinen Weg nach Meißen sortzusetzen?). Am 19. Februar ward das königliche Hauptquartier nach Dahlen verlegt, einem Städtchen zwischen Leipzig und Oschatz, mit einem schönen Schlosse der Grafen von Bünan, und verblieb dort bis zum 13. März. Hertzberg machte einen kurzen Aufenthalt in Tvrgan, hatte jedoch noch mancherlei Schwierigkeiten zu beseitigen, welche aus der langsamen Räumung der Festung Glatz ') Declaration 6. ä. Schloß Hubertusburg, am 15. Februar 1763. 2) Privatnieberschrift Hertzbergs zu deu Acten. Ratification. 187 hervvrgingen und die Ungeduld des Königs rege machten. Man entschuldigte österrcichischerseits die Verzögerung mit dem Umstande, daß sich viel Belagernngsartillerie und eine ungeheure Masse von Munition in der Festung befänden, deren Transport viel Zeit in Anspruch nehme. Vielleicht um den Übeln Eindruck zu verwischen, den dies hervorgernfen haben mochte, schrieb der Graf Kaunitz an Herrn von Collenbacb: die Kaiserin-Königin wolle zeigen, daß sie billig denke und nicht an Kleinigkeiten hänge; sie werde deshalb die von ihr in Glatz erbauten neuen Befestignngswerke nicht wieder einreißcn lassen, obgleich ihr dies nach dem Wortlaut des Vertrags freistchc; der Bevollmächtigte möge dies dem Herrn von Hertzbcrg mittheilen, jedoch in einfacher, ungezwungener Weise, und ohne zu viel Gewicht darauf zu legen'). Da die Ratification des sächsischen Vertrags früher aus Warschau anlangte, als die österreichische ans Wien, so besorgte der König, Hertzberg möge sich dadurch veranlaßt sehen, den Austausch der Ratificationen getrennt vor sich gehen zu lassen, »nd beeilte sich, ihm dies zu untersagen. „6ur oo , oo c;ni soroit nir ^oto uul; mais il kaut ck'uno uöoossitö ab- solrro, tzuo I'oolrautzo cko8 Uatitioatious cko8 ckoux Ulöui- ziotoutiairos 86 kasso clau8 Io mömo tems ot ck'rru pas ö§al, et uou im« I'uu saus I'arrtro, aprös eoiiouckaut t^rro Vou8 auro» proaladlomout oxawino, 8i los ^etos cko ratiiroatiou ckos ckoux lilonizmloutiaiios sont en tzvuuo ot ckuo forme, cko sorto tzu'alors ') Bericht von Hertzberg vom 2. Mär; 1763. 188 Ratification. 168 60llLMK68 POIIIIOIlt 86 tllil'6 611 t6I11p8 6AMl 6t Point stu t0Üt 86pk116I116Ilt 168 11N8 80118 168 N1ltl68'). " Die für die Auswechslung anbcraumte Frist lief am 1. Marz ab, und da Abends vorher die Wiener Urkunden eingetroffen waren, ward an jenem Tage der feierliche Act Vollzogen, und zwar in der Weise, daß bei der Collativnirung der Vertrag zwischen Preußen und Sachsen, bei der Auswechslung der Vertrag zwischen Preußen und Oesterreich zuerst vorgenommen wurde. Dabei kam der Umstand zur Sprache, daß in der preußischen Ratification der Separatartikel die saeramentale Formel „timt pom- alloi18 11116 P0111 dl08 Ml'itioi'S, 6l1066886U18, Ltnt« 6t Lujots" fehlte. Herr von Hertzberg konnte nicht leugnen, daß dies ein Fehler sei, glaubte aber, daß man sich dieserhalb keine Sorge zu machen brauche, da solche Verpflichtungen bei einem Erblandes- berrn, wie der König von Preußen in allen seinen Staaten sei, ohnehin von selbst ans die Erben und Nachfolger übergingen 2). Für Herrn von Fritsch machte sich das wichtige Bedenken geltend, daß vom Tage der Auswechslung der Ratificationen die dreiwöchige Frist lief, binnen welcher die feindlichen Truppen das Land geräumt haben mußten; den Endtermin dieser Frist hinauszuschieben, erschien ihm zu nachtheilig für das Land, und er hielt es für seine Pflicht, wegen eines Formfehlers einen Aufschub der Auswechslung nicht zu verlangen. Auch fand er einen weitern Grund zu diesem Entschluß in der Beschaffenheit der Separatartikel. Der erste enthielt Stipulationen über die Bezahlung der Wechsel, durch welche Preußen nur Rechte, aber keine Pflichten erhielt; der 'zweite war nichts als eine erläuternde Erklärung Sachsens über die Bezahlung der Steuerschulden, welche gleichfalls nur Sachsen verpflichtete, während die preußische Verbindlichkeit, den dieserhalb zu treffenden Einrichtungen beizntreten, im Artikel 7 ') Brief des Königs an Hertzberg vom 28. Febrnar 1763. 2 ) Bericht von Fritsch vom 5. Marz 1763. Ratification. 189 des Hauptvertrags enthalten war; und der dritte Separatartikel war nur eine gegenseitige Verwahrung über die wahrend der Ne- gvciativnen gebrauchten Titel. ES ward daher ans die fehlende Formel kein Werth gelegt und der Austausch ohne weiteres vollzogen. Der König von Preußen blieb, wie oben erwähnt, bis zum 13. März in Dahlen, wo es ihm gut zu gefallen schienlieber diesen Aufenthalt liegen Berichte des dortigen SchloßverwalterS Renbig an die Gräfin Bunan vor; unter dem 26. Februar 1763 schreibt derselbe: „Seit der Zeit, daß der Friede mit den Herrn Preußen soll geschlossen scyn, sieht cs bey uns in Dablen nocb recht kriegerisch ans. Indem die Preußen von allen Orten her wie die Schwalben im Herbst sich bey uns versammelt; unser Hof, das Städtchen, die ganze Gegend ist dermaßen davon überschwemmt, wie ein Strom, der aus seinen Grenzen getreten. Ihro Majestät den König und den Cronprin; wird man sonderlich nicht gcwar; außer daß selbige bey schöner Witterung sich in den Garten sowohl Vor- als Nachmittags, und jeder vor sich ganz allein begeben, auch wann der König oder der Prinz ansreiten, weiter niemanden als 2 bis 3 Reitknechte bey sich haben, und wer sie nickt kennt, der sieht selbige kaum vor Offiziers an. Aber die Herrn Offiziere, sowohl die im Hause logiren, als auch die von den benachbarten Städten und Dörfern, können größern Allarm machen, weil selbige täglich Vormittags sich da cinfinden, des Mittags was die Herrn Stabs-Offiziere sind, mit dem König spcißen, die andern aber an einer Tafel vor sich, und das in den Saal auf dem Lorenzischen konirdel, täglich von etwa 30 eoaverck, und nach der Tafel geht es aus das killnrä und an die Spieltische, bis des Nachts um 12 und 1 Uhr, und der Cronprinz >) Der jetzige Besitzer von Dahlen, Herr Carl Sahrcr von Sahr, hat in den vom Könige bewohnten Zimmern eine Erinnerung an diese denkwürdige Zeit gestiftet 190 Ratification. haben auch eine Tafel vvr sich, und es soll dem König sehr wohl in Dahlen gefallen, das man von Dero Abreiße noch nichts gewisses erfahren kann, wiewohl einige sagen wollen, daß selbige den 7 oder 8 >lnrt. von hier aus würden nach der Schlcßigen gehen." Derselbe Berichterstatter schreibt unter dem 14. Marz: „Das über die dreh Wochen, von 19. Uslir. hier sich ausgehalten, Jhrv Majestät der König von Preußen, und uns viele Unruhe gemachet, so sind wir selben, mit Dero ganzen 8uits, endlich gestern früh um 8 Uhr, Gott sey davor gedankt, doch loß geworden, und nach Tvrgau gereißet; haben ein ziemliches Andenken hinter sich gelassen, die Zimmer und Möbeln sehr unscheinbar gemachet, theils bcpnahe gar ruiniret u. s. w." Nachdem der König noch eine Zusammenkunft mit dem Chnr- prinzen Friedrich Christian und dessen Gemahlin Maria Antonia in dem Schlosse Moritzburg gehabt hatte >), kehrte er nach Berlin zurück, zwar erfreut über den Frieden, der ihm gestattete, sich mit der Wiederherstellung der verwüsteten Provinzen zu beschäftigen, — aber innerlich nicht gehoben und befriedigt, denn kurz vor der Abreise von Dahlen schrieb er an den ihm besonders werthen Marquis d'Argens: „kour inoi, pnuvrs visillnrä, jo rotonrns ckans uns vills oü gs ns eonnois qus Iss murnills8, oü gs ns trouve xsr8ouns äs wss oouuLÜssniiees, ou un ouvrnAS ini- nien8L mlltttsnä, st ou gs laisssrni äun8 psu ins8 visux os änn8 UN Ä8Ü6 qui ne 861kl troubls, lli xnr In Alleres, lli MI- 168 SNli 1 lnitS 8 , lli PNI' In 8S6l6rntS886 ä68 Iionini68 " Wir aber erblicken in der Epoche, welche mit dem Hnbertns- bnrgcr Frieden abschließt und durch ihn ihre staatsrechtliche Garantie erhielt, einen der bedeutendsten von jenen Bausteinen, auf denen ein Jahrhundert später der Thron des neuen deutschen Kaisers aufgerichtet werden konnte. 0 K. von Weber, Maria Antonia, Churfiirstin zn Sachsen, Bd. 1. s. 135. 2) Oeuvres postiiuinss endant pour se prêter même sur ce point autant (pie faire se peut, sans perdre de vue l’important objet, de s’arranger de la façon la plus propre à assurer la durée de la paix: On propose de eeder en échange à Sa Maj. le Roi de Prusse la partie de la Principauté de Neiss, qui est de la domination de l’Impér. Reine. ad 7 raum Quoique I’Impér. Reine desire beaucoup l’arrangement de l’ordre de succession aux Margraviats de Bareutli et d’Anspacli, sur lequel Elle s’est ouvert vis à vis de Sa Maj. Pruss., pareequ’Elle le regarde comme un moyen propre à assurer de plus en plus le maintien de la tranquillité à venir, Elle ne Lui en a cependant fait la proposition, que pareeque cet ordre de succession y étoit déjà établi et qu’il ne s’agiroit que d’assurer l’execution de cette disposition le cas échéant, pour prévenir toutes difficultés possibles à cet égard dans les temps à venir. Afin que cela puisse se faire avec toute la decence imaginable et devenir un arrangement réciproque dicté par des vues majeures et qui ne pourront dans les tems presens et à venir etre envisagées que comme très louables et dignes de la façon de penser des Puissances Contractantes, l’Impératrice a commencé même par offrir la première l’arrangement auquel Elle tacheroit d’engager S. M. J’Empereur par rapport à la Toscane, et Elle se flatte par conséquent que S. M, Pruss ne voudra bien non seulement reconnoitre dans sa proposition la pureté de son intention, mais même faire encore des sérieuses reflexions sur l’utilité dont pourroit être l’execution de ce Projet. ad 8 ,lim L’Impér. Reine s’est déjà opposé ouvertement avant le commencement de la présente guerre, à l’interprétation qu’on a cru pouvoir donner aux stipulations du Traité de Breslau relatives au Commerce réciproque, et il seroit par conséquent contraire à la nature d’une paix juste SB eau li e u= 2)1 o r c o tin a t>. SDer §u6ert§f>urger griebe. 14 210 SBeilagcn. et honorable qu’Elle y consentit actuellement; Elle n’en est pas moins disposée cependant à donner les mains, dans son tems, à un Traité de Commerce, fondé sur une réciprocité parfaite et l’utilité des Sujets et Etats respectifs, mais on croit que ce n’est pas dans les Préliminaires que l’on peut discuter et arrêter les principes d’un pareil Traité, voulant de part et d’autre terminer promtement cet arrangement. ad 9 I,um L’Impér. Reine accepte avec la gratitude la plus sincère la déclaration que Lui fait Sa Maj. Pr ne au sujet de Sa voix en faveur de l’Archiduc Joseph pour l’Election à venir d’un Roi des Romains ou d’un Empereur. ad Sa Majesté n’est pas moins sensible à la promesse éventuelle que veut bien Lui faire Sa Maj. le Roi de Prusse de Sa voix pour le tems auquel l’Empereur et l’Empire seront requis d’accorder à celui des Archiducs puisnés qui épousera la Princesse de Medène, l’expectative à la succession féodale des Etats de Modène, et Elle se fera certainement un plaisir de lui donner réciproquement des preuves de Son amitié dans toutes les circonstances qui pourront lui en fournir l’occasion. ad ll m “ m Comme l’Article de la libre Navigation de l’Elbe paroit ne pas pouvoir s’ajuster dans les Préliminaires, on consent volontiers à renvoyer un arrangement sur ce sujet à d’autres tems. ad 12 mum L’Impér. Reine consent que les Préliminaires ainsi que les Traités de paix de Breslau et de Dresde servent de Base à la nouvelle pacification pour autant qu’il n’y aura pas été dérogé par les Préliminaires dont il s’agit de convenir, ainsi que le Traité définitif dont ils doivent être suivis. Il est entendu, que l’on renoncera de part et d’autre aux arrérages dés Contributions qui pourront se trouver dues au jour de la signature des Préliminaires, soit par les Etats respectifs des deux Puissances Contractantes, soit par ceux des Alliés et Amis de l’une et de l’autre des Parties. Le point qui regarde le maintien de la Religion Catholique en Silésie ainsi que les engagemens que Sa Maj. Prussienne a pris par les Traités antécédants au sujet de l’acquittement des dettes affectées sur cet Etat, est également entendu. Quant à l’Epoque des Evacuations et de la Cessation des hostilités on fixera le terme le plus court qu’il sera possible, bien entendu que tout l’Empire compris dans l’Amnestie generale sera compris aussi dans ce qui sera stipulé à cet égard, ainsi qu’au sujet des arrerages des Contributions. On est d’accord pareillement que la restitution des prisonniers et otages se fasse de part et d’autre gratuitement, purement et simplement. Et pour ce qui est des sujets respectifs qui ont pris service dans les Armées de l’une ou de l’autre des deux Puissances Contractantes, l’Impér. Reine n’aura pas de difficulté de faire rendre tous les sujets de Sa Majesté le Roi de Prusse, qui pourront se trouver dans ses Troupes, si ce Prince consent à faire rendre de même tous ceux des Etats quelconques de Sa Majesté qui pourront se trouver dans les siennes, et si pour constater le ®cilngcn. 211 fait, Sa Maj. Prussienne est disposée à donner les mains aux mesures necessaires dont il s’agiroit de convenir, pour que la recherche puisse être faite avec la plus grande exactitude, et exécutée de bonne foi. Quant à l’Article des Garanties, l’Impératrice Reine a proposé, dans la vue la plus pure le renouvellement de celles qui ont été stipulées dans le Traité de paix de Dresde, et leur extension, Elle a entendu par l'a la Hongrie, et Elle se flatte encore que Sa Majesté Prussienne voudra bien comprendre ce Royaume dans les siennes. Sa Majesté a jugé devoir s’expliquer avec franchise sur tout ce que ci dessus, pour accélérer autant qu’il peut être en Elle l’objet désirable d’une réconciliation sincère et durable entre les deux Cours. Elle espère que Sa Majesté Prussienne voudra bien Lui rendre la justice d’être persuadée de la pureté de Ses intentions, et Elle desire fort, que la réciprocité de ees sentiments qu’Elle se flatte de rencontrer dans la façon de penser de ce Prince, La mette dans le cas d’avoir la satisfaction de voir dans peu la paix et bonne harmonie solidement rétablies entre Elle et Lui. finlûge L. ^ïeujjifdie Shtplif ait Defteneic^ Le Roi a vu avec plaisir par le second Mémoire qui vient d’être communiqué à Son Plénipotentiaire, que les Sentimens de Sa Majesté l’Impératrice Reine repondent aux siens par rapport à la manière dont il convient de traiter dans le cours de la présente négociation. Sa Majesté s’étoit attendue, que Sa précédente réponse auroit été trouvée également satisfaisante pour le fond de l’affaire, du moins Elle est persuadée de ne s’être écartée en rien du principe convenu, que l’on veut faire une paix juste, honorable et durable. On n’auroit point de peine à faire voir a chaque Article de cette réponse, que les trois qualités susdites s’y trouvent appliquées aux circonstances de toutes les deux Parties, n’y ayant pas de principe d’une égalité plus parfaite, que celui qu’on a mis pour base de toute la Pacification, savoir : la restitution de tous les Etats, que les Puissances engagées dans cette guerre ont possédés avant la commencer. Cependant comme on veut également éviter d’entrer dans des discussions détaillées, qui pourroient mener trop loin, on se contentera d’observer: que le mot de cession et de perte dans le sens que le prend la Cour de Vienne dans le cas présent est synonyme et équivalent, pareeque celui qui cède une partie de ce qu’il a n’en conserve pas réellement la totalité. U 212 ©eitajjen. Pour en venir aux conditions proposées ad 1. on consent de nouveau de rétablir la paix en même tems avec le Roi de Pologne Electeur de Saxe, et l’on convient, que la restitution et l’évacuation des provinces occupées réciproquement doit être faite en même tems et à pas égaux, de sorte que ce premier point ne souffre aucune difficulté. ad 2, 3 et 4. On est d’accord que sur ces points la substance de l’article des préliminaires pourra être : que dans la paix rétablie et l’am- nestie générale convenue entre Sa Maj. l’Impératrice Reine et Sa Maj. le Roi de Prusse outre les Alliés des deux Cours, sera compris l’Empire. On ajoute cependant que le Roi désire de comprendre nommément dans le Traité de Paix à faire les Puissances et Princes, qui sont ses Alliés et Amis. ad 5. Le renouvellement de la Convention faite entre le Roi et l’Electeur Palatin, au sujet de la Succession de Juliers et de Bergues pourra avoir lieu, comme Sa Maj. l’Impératrice Reine le souhaite, dès qu’on s’en sera convenu sur l’article de Glatz, bien entendu cependant, que ce renouvellement se fasse sous les mêmes conditions, sous lesquelles la Convention a été conclue. ad 6. Ce n’est ni la valeur, ni l’importance de la Comté de Glatz, qui fait qu’on insiste sur cet article, mais ce sont des raisons tirées du local de Glatz, qui font qu’on ne sauroit s’en départir, sans quoi le Roi croiroit ne pouvoir acheter trop cher l’amitié de l’Impératrice Reine par la cession d’une province. La Cour de Vienne ne sauroit disconvenir, que la position du pais de Glatz lui donne toujours une entrée ouverte en Silésie à la première ouverture d’une guerre. C’est une brèche de la Silésie qui en affoiblit toute la défense et empêche d’y faire la guerre défensive avec succès. Bien loin d’un autre coté, que cette place puisse être préjudiciable à la Bohême, on en provoque au Maréchal Daun, qui conviendra que le poste de Politz est une forteresse formée par la nature, et qui empêche de ce coté là l’entrée en Bohême. Derrière celuilà se trouve le poste de Nachod et celui de Visocka, sans compter les défilés de Neustadt, Opot- shena, Vickstadt et Altstadt en Moravie. Ceci fait voir clairement que la possession de Glatz rend l’Impératrice Reine maitresse des principaux débouchés en Silésie, au lieu qu’elle ne fournit aucun de ces avantages au Roi de Prusse pour l’entrée dans la Bohême ou dans la Moravie, de sorte que cette possession peut être regardée comme une place défensive par rapport à la Prusse, et offensive par rapport à la Maison d’Autriche. Il résulte de cet exposé que la paix doit être beaucoup plus durable, si cette Comté se trouve entre les mains d’une Puissance qui ne peut s’en servir que pour se défendre, que si elle est à une autre Puissance qui peut s’en servir pour l’offensive, et le Roi insiste par conséquent de nouveau et de la manière la plus expresse sur la restitution de cette Province dont il ne sauroit être dédommagé, ni par une vente ni par un équivalent, et Sa. ®eildgcn. 213 Majesté demande en même tems que la forteresse et la Ville de Glatz soient restituées dans l’Etat, où elles ont été et avec l’Artillerie qui s’y est trouvée lorsqu’elles ont été prises. ad 7. Le Roi reconnoit toute la pureté des intentions, que Sa Majesté l’Impér. Reine peut avoir en réitérant la proposition d’un arrangement provisionnel à faire par rapport à la Succession aux Margraviats de Bareuth et d’Anspac, mais les raisons qu’on a déjà alléguées dans la réponse precedente, pour.ne pas pouvoir entrer dans cette proposition, paroissent encore si supérieures à Sa Majesté qu’Elle ne sauroit qu’y insister, d’autant plus que comme le cas ne pourra pas exister de Son vivant, Elle ne voudroit pas déroger à Ses Successeurs, et qu’il lui paroit d’ailleurs que c’est se presser trop, que de vouloir régler l’avenir, l’expérience ayant fait voir par une infinité d’exemples de ces sortes d’arrangements provisionnels, qu’ils n’ont pas réussi. ad 8. On peut démontrer par le devis des exportations, que la Silésie tire par ans des pays héréditaires de la Maison d’Autriche des marchandises pour la valeur de 1,800000 écus, et que les marchandises de la Silésie qui se débitent dans les dits pays héréditaires ne montent qu’à la valeur de 723000 écus, comme le prouve l’extrait ci-joint. Il résulte de là, que la balance du Commerce est toute en faveur des pays héréditaires et qu’ainsi ils se trouvent en effet les plus intéressés à convenir avec les Silésiens de certains points fixés qui pourront servir de base après la paix pour convenir entre ces Etats d’un traité de Commerce. Il s’agiroit donc de convenir sur les trois points suivants: 1. sur les péages d’exportation; 2. sur les droits de consommation; 3. sur les tarifs du transitus. Comme le premier Article n’a fourni en tems de paix aucun lieu de s’en plaindre, on pourroit convenir de continuer de même à l’avenir, en nommant pourtant les articles dont l’exportation ne pourra jamais être défendue de part et d’autre. Il n’en est pas de même du Second Article relatif aux droits de la consommation. La Cour de Vienne a poussé cet impôt jusqu’à 60 pour Cent. On propose que des deux parts on fixe cet impôt à 10 pour Cent, et qui seroit d’autant plus avantageux pour la dite Cour qu’elle gagne par l’augmentation du Débit un double avantage, celui de tirer plus d’argent de ses voisins, et celui du plus grand produit de ses péages et accises. On pourroit convenir également sur l’Article du transitus, ou passage de marchandises, savoir qu’en cas, que la Cour de Vienne accordât de régler cet impôt sur le pied qu’il étoit en 1739 et 1740, que Sa Majesté accordera ce meme droit aux Sujets Autrichiens dans toutes ses provinces d’Allemagne. Il eon- viendroit aussi de stipuler en général que les Sujets du Roi et de l’Impér. Reine jouiront réciproquement à l’égard du Commerce de toutes les libertés et avantages dont jouissent les nations amies et les plus favorisées dans les Etats de chacune des deux hautes Parties contractantes pour toutes sortes de denrées et marchandises, dont le commerce et le transport ne sont pas généralement défendus tant aux Sujets qu’aux Etrangers par les lois et 214 Seilagcit. ordonnances des Etats de leur domination. Comme ces principes sont fondés sur une réciprocité parfaite et sur l’utilité des Sujets et des Etats respectifs, et que par conséquent leur discussion ne pourra pas arrêter l’ouvrage de la paix, on espère que Sa Majesté l’Impératrice Reine ne balancera pas de les adopter pour écarter d’avance tout ce qui pourrait par la suite donner lieu à des nouvelles brouilleries et occasionner une guerre de plume des plaintes et de récriminations. ad 9 et 10. Dans la supposition qu’on conviendra de toutes les conditions de la paix, Sa Majesté réitère la promesse, qu’EUe a déjà faite, de donner à son tems Sa voix tant pour l’élection de l’Archiduc Joseph d’un Roi des Romains ou d’un Empereur, que pour l’expectative à accorder à un des Archiducs puis-nés à la Succession féodale des Etats de Modène. Sa Majesté l’Impératrice Reine s’étant désistée de la demande contenue dans l’article 11 e , il seroit superflu d’en faire mention de nouveau. Comme l’article 12 est conforme à ce qui a été établi dans les mémoires précédentes, on adopte tout ce qui est contenu dans cet article par rapport aux traités de paix de Breslau et de Dresde au maintien de la religion Catholique en Silésie, à l’acquittement des dettes affectées sur ce pays, 'a la cessation des hostilités et des contributions, ainsi qu’à l’égard de la rénonciation aux arrérages de ces Contributions, et de la restitution des prisonniers de guerre, et des autres sujets qui pourront se trouver parmi le3 troupes de l’une et de l’autre partie, et on ajoute seulement, qu’il faut en excepter les déserteurs, et que pour régler d’autant mieux tout ce qui regarde l’échange des prisonniers et la reddition des Sujets respectifs, il seroit bon que de part et d’autre on nomme des Generaux, qui pourront se communiquer les listes des soldats à rendre, et convenir sur l’endroit où l’échange doit se faire. On observera aussi, qu’en renonçant aux arrérages des Contributions, on n’entend pas renoncer aux lettres de change qui auront été données pour des Contributions imposées, parcequ’elles changent la nature du négoce et font déjà une espèce de paiement. Quant aux Garanties qu’on propose, le Roi ne sauroit étendre les siennes au delà de ce qui est statué dans le traité de paix de Drèsde, attendu que le nombre et l’étendue des Etats, que possède Sa Majesté l’Impératrice Reine mettroit une trop grande disproportion entre les garanties réciproques et les rendroient trop onéreuses pour le Roi. Sa Majesté croit avoir épuisé par cette réponse tout ce qu’on peut exiger d’Elle de juste et de raisonnable, et rendant à la pureté des intentions de Sa Maj. l’Impér. Reine la même justice que cette Princesse rend aux siennes, Elle espère, que Sa dite Majesté Impériale et Royale donnera présentement à Son Plénipotentiaire les instructions nécessaires pour travailler sur ces principes à la prompte conclusion d’une paix, qui puisse serrer U jamais les liens de l’amitié et de la bonne intelligence entre les deux Cours. Beilagen. 215 Beilage zur preußischen Duplik. Lxtraotus derjenigen Maaren, welche aus denen Oestreichischen Provinzen in das Kön. Preußische Antheil Schlesiens und der Grafschaft Glaz in 1 Jahr versandt und von beiden letzter» Provinzen äsbltirt worden, und wieviel dieselben in Geld betragen. 1 . Aus denen Oestreichischen Provinzen sind in das Kön. Preuß. Schlesien und die Grafschaft Glaz folgende Maaren gesandt und in beide letzten Provinzen eingegangen. Seidene Maaren. 8495 16 Biber und Cameel-Haar. Flachs, weiße und rohe Leinwand, Garn und andere leinene 1558 Maaren. Wolle, Tücher, Flanelle, Strümpfe, und andere wollene 961377 2 Maaren. 16418 6 Baumwolle und davon verfertigte Maaren. 40965 2 Leder und Rauch-Maaren. 75501 6 Pferde, Ochsen und ander Vieh. 11467 16 Talch, Honig und Meth. 9750 6 Metalle, Kupfer, Drath und Eisen. 184360 12 Wein, Wein-Essig und Branntwein. 252789 17 Bier, Getreide und Obst. Allerhand gemeine Maaren, so unter keine Uubrigne zu 71820 2 bringen. 92814 18 Apotheker- und b-latsrlal Maaren.- . . 136685 16 1864003 23 2 Dagegen sind aus dem Kön. Preuß. Schlesien und der Grafschaft Glaz in die Oestreichischen Provinzen folgende Maaren versandt: Seidene Maaren. 10193 12 Biber und Cameelhaar. 761 — Flachs, weiße und rohe Leinwand rc. 64833 10 Wollene Tücher, Flanelle rc. 203672 2 Baumwolle und davon gefertigte Maaren. 7189 — Pferde, Ochsen und ander Vieb. 51089 22 Leder und Rauch-Maaren. 54808 — Talch, Honig und Meth. 111787 12 Metalle, Kupfer, Drath und Eisen. 15986 0 Wein, Weinessig und Branntwein. 1327 12 Bier, Getreide und Obst. 41177 20 Allerhand proänota, so unter keine knbrigns rc. . . . 72155 22 Apotheker- und Material Maaren. 88019 — 723000 22 216 Keilagen. Laläneb. Mithin haben die Oestreich. Provinzen in das Kön. Prcuß. Schlesien mehr versandt und an Geld hinausbekommcn. 1141003 1 LxtlÄetus derjenigen Maaren, deren Rxxortation reeiprooe niemals verboten werden soll. Flachs, Leinen, Garn, Leinewänd, Knoppern, Weinstein, Potasche, Salpeter, Pan- und Brennholz, Schaf- und Baumwolle, Leinsamen. Beilage U. Erklärung des sächsischen Bevollmächtigten an den österreichischen Bevollmächtigten in Beziehung auf das österreichische krecis cle8 eoiiclitioiis err, betben be8 9îûtl)8 unb ber ftaufmanufebaft gît Seibîig, unterm 12‘en biefeê eingefanbte Memorial ©i<$ bortragen laffen, moriu gebadRer bRatly unb bie Kaufmann* ftbaft aïïexuntertlwnigft angefuc&et: bajj fie mit ïïufbringung ber in bref) bers geRbriebenen Terminen ju erlegeuben Summe bon ilîeunincibtbunbert £aufeub Sfjaler modReit berfebonet rnerbeu. ^pctbftgebocbte Seine SBnigticbe SDÎajcftat lafjen barauf b'ermit jnr Resolution ertbeilen: 2Bie §BdRibiefetben fitr biefeêmabt bem Dîatb unb ber ,fauf* mnnnfcbaft ju Seipjig in ibrem ©efndj nic^t ju deferiren febr Betuegenbe llrfadien biitten; Beilage». ääl Anbev aber die allergnädigste Versicherung geben: daß bey künftig erfolgendem Frieden Höchstdieselben für die Schadlosstellung der Stadt Leipzig allergnädigst besorgt sepn werden. Dresden den 13. blsrt. 1757. Aus Seiner Königl. Majestät allergnädigsten 8zieeisl-Befehl IV. ketrov. 8. Rxtraot Schreibens des Llouorals von RotLow. —-Einem Hochedlen blaZistrst kann ich unterdessen aus besondrer Achtung, die ich allezeit für die Stadt Leipzig gehabt habe, nicht verhehlen, wie ich in einer mündlichen Unterredung, womit S° Königl. Majestät mich heute begnadigt, einen nicht geringen Unwillen gegen gedachte Stadt wahrgenommen habe, und scheinet mir die Ursach davon zu sehn, daß selbige mit Erlegung des von ihr verlangten Vorschußes derer ^ Thlr. so lange verzögert. Dieses will ich jedoch nur sub ross gesagt haben, unterdeßen treibet mich oberwähnte Achtung für der Stadt dennoch an, ihr einen Rath zu geben; Da es hier nicht auf eine Lontridntlon oder Geschenk, sondern blos auf ein Darlehn ankommt, wo das Lapitsl gesichert ist und nur die Interessen gemindert sind; so hielte ich dafür, daß die Stadt Leipzig einen Lll'ort thäte, das von ihr geforderte Darlehn fördersamst abzutragen. Im Haupt-Quartier Groß-8sälit- den 8 tloveinbre 1756. 6 . Lxtraet Vortrags des Raths zu Leipzig an Jhro Königl. Majestät in Preußen, und Jhro Königl. Majestät darauf ertheilte Resolution, lVl. Oeo. 1756. Die Stadt Leipzig übergiebt in Abschlag des von ihr geforderten Vorschußes 100,000 Thlr., bittet aber zugleich allerunterthänigst rc.: s die allergnädigst versprochene Verzinßung s ästo der Auszahlung bis zur Wieder-Erlangung festzusetzen, worbey sie 4 xrocento bewilliget zu erhalten verhoffet, weil so wenig in den Königl. Preuß. als Lhurfürstl. Sächß. Landen ein niedrigeres Interesse üblich rc. Resolution: Ueber diesen Punkt will mich zur Sstisksotion der Stadt näher erklären, sobald die 8umms bezahlt. 222 Beilagen. v. Lxtraot des kro -leworiÄ der König!. Preußischen Chur-Branden- bnrgischen dowitial - Gesandtschaft zur Beantwortung derer vermeintlichen Beschwerden von der Chur-Sächsischen 6owitiaI- Gesandtschaft ä. ä. 23. ^ulii 1757. -Was die von der Stadt Leipzig geforderte und bezahlte Vorschuß- Gelder von 500,000 Thlr. betrift, so werden Se König!. Majestät nicht ermangeln, sich der deshalb gegebenen Versicherung zu erinnern. 11 . Die Ritterschaft betreffend. Da Se König!. Majestät in Preußen zu Fortsetzung der Kriegs-Operationen, und um die Lesterreichische ^rmöo zu verhindern, nicht in Chur-Sachßen einzudringen, viele und große Depenses machen mäßen, solche auch durch die ohnlängst bei Prag gelieferte Lamille vermehret worden, und nichts billiger ist, als daß die Chur-Sächßische Noblesse auch ihrer Seits solche mit übertragen helfe; So habe auf höchstgedachter Sr König!. Majestät in Preußen allerhöchsten Befehl ich denen Herren Oeputirten und Ständen der Chur-Sächß. Ritterschaft hierdurch bekannt machen wollen, wie Höchstdieselben von Ihnen Sechsmahlhundert Tausend Thlr. als ein Dou Lrutuit zwischen hier und den löten lluuü si. euer, ohnfehlbar erwarten, und solche nach Leipzig in die dortige Lon- tributions - Lasse gegen des dasigen Raths Interims-Quittungen abgeführet werden sollen. Se Majestät haben mir aber dabey zugleich zu äeclariren befohlen, wie Höchstderselben Intention gar nicht sey, daß die Unterthanen und Städte dabey oonourriren, sondern diese E Thlr. allein auf die Ritterhufen rexsrtiret werden sollen, wornach sich also die Herren Dexutirte und Stände der Chur- Sächß. Ritterschaft zu achten haben werden: Jedoch haben S° Königl. Majestät dabey sich zugleich allergnädigst erkläret, daß bey erfolgtem Frieden dieses alles wieder in die Richte gebracht werden solle. Im Lager vor Prag, den 20 lllax 1757. IV. Retrov. aScilOflCH. 223 Ærilage P. Réponse Prussienne aux Demandes de Saxe. i. On adopte en plein l’Article 1 du projet de Traité de paix propose par la Cour Electorale de Saxe, mais il conviendra d’y ajouter encore : qu’il ne sera point demandé de dédommagement de part et d’autre sous quelque prétexte ou nom que ce puisse être, mais que toutes les prétensions réciproques, occasionnées par cette guerre, demeureront entièrement éteintes, anullées et anéanties. II. Les contributions et les prestations de guerre cesseront du jour, que les Ratifications du Traité de paix ou des Articles préliminaires, si le Traité en est précédé, seront échangées et dès ce jour l'a on ne demandera plus aucunes nouvelles Contributions ni Livraisons. Cet arrangement est conforme à l’usage généralement reçu en pareille occasion, et on sauroit d’autant moins adopter le terme proposé du 1 er Janvier 1763, que la Cour de Vienne lève encore actuellement des Contributions dans le Comté de Glatz, et que malgré les Préliminaires de Paix ratifiés et échangés entre la France et l’Angleterre on continue à exiger les Contributions les plus énormes des provinces au Roi situées sur le Bas-Rhin. On se reserve aussi, que conformement à ce qui se pratique toujours, toutes les lettres de change, Billets, engagements et promesses de paiement par écrit, qui à l’occasion des Contributions, Livraisons, ou prestations quelconques auront été donnés par les Sujets Saxons jusqu’au susdit terme de l’échange des Ratifications, au Roi ou à Ses Officiers et Employés militaires et civils, seront exactement et précisément acquittés malgré que la paix y survienne. III. Le Roi restituera et fera évacuer par Ses Troupes tous les Etats, Pays, Villes et Places de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, dans l’espace de trois semaines à compter du jour de l’échange du Traité de paix, à condition, que les troupes de Sa Majesté l’Impératrice Reine évacuent dans le même tems la partie de la Saxe qu’elles occupent, et que les Alliés et amis de Sa Majesté Polonaise restituent également à Sa Majesté tous Ses Etats et Provinces qu’Elle a possédées avant la présente guerre. Sa dite Majesté souhaiteroit de pouvoir soulager la Saxe par une évacuation plus prompte, mais quelque envie qu’Elle en ait, Elle ne sauroit entièrement évacuer ce pais, et en retirer Ses Troupes dans un tems plus court, 224 Seilageu, vû que présentement il n’y a point de Magazins établis pour leur subsistance dans Ses propres Provinces, et comme on ne sait pas jusqu’à présent, si la paix prendra consistance ou non, Sa Majesté ne sauroit encore faire dans Ses susdites Provinces les arrangemens nécessaires pour la dite subsistance de Ses Troupes. IV. Il seroit moralement (sic) impossible de rendre les Corps de Troupes qu’on redemande dans l’Article 4 du projet. Ceux qui ont composé ces Corps, sont ou tués ou morts de maladie, ou ils sont déjà effectivement rentrés dans le service de Sa Majesté Polonaise et forment à présent le Corps de Troupes commandé par Son Altesse Royale le Prince Xavier. Il faudroit savoir d’ailleurs, si Sa Majesté Polonaise a des sujets Prussiens à rendre; La même réponse a lieu à l’égard de l’Artillerie, des armes et des munitions de guerre qu’on redemande. Il n’en existe plus que peu ou rien, presque tout ayant été repris à Wittenberg, à Torgau ou autre part. D’ailleurs on pourroit reclamer au même titre l’Artillerie et les munitions, que lçs Ennemis du Roi ont enlevé de Ses places et forteresses en différentes occasions. Les étages et les autres personnes, qui ont été arrêtées à l’occasion de la présente guerre, seront mises en liberté. On rendra tous les papiers qui apartiennent aux Archives de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, ou aux autres bureaux du pais, et à l’avenir il n’en sera rien allégué ou inféré contre Sa Majesté le Roi de Pologne ni contre Ses Héritiers et Etats. V. Ce n’est pas du Roi que Sa Majesté le Roi de Pologne peut demander un dédommagement. Presque tous les Etats de Sa Majesté ont été ravagés et ruinés de fond en comble, et Ses ennemis en ont tiré les revenus pendant tout le cours de la guerre, de sorte qu’Eile auroit à demander une indemnisation preferablement à toute autre Puissance; mais Sa Majesté veut sacrifier Ses prétentions au bien de la paix, et Elle espère, que la Cour de Saxe fera autant de son coté et voudra ne plus faire mention de ce dédommagement, qui ne feroit que traîner à pure perte l’ouvrage salutaire de la paix. Si cependant il y avoit moyen de procurer à Sa Majesté Polonaise ou à Sa Maison quelques convenances comme il en est fait mention dans le premier mémoire de la Cour de Saxe exhibé au Plénipotentiaire de l’Impératrice Reine, Sa Majesté y contribuera volontiers et de bon coeur, pourvû que ce ne soit pas à Ses dépens. VI. L’avance dont il est question dans l’article 6 a été faite par la Ville de Leipzig pour les Etats de la Lusace, qui n’avoient alors fourni aucune autre contribution, de sorte que la ville de Leipzig n’aura qu’à s’arranger là dessus avec les dits Etats de la Lusace. $ei(agcn. 22 5 VII. Quant au commerce on demande qu’il soit rétabli sur le pied du Status quo qui a été observé avant le commencement de cette guerre. ' VIII. Pour faire voir combien le Roi souhaite de complaire a Sa Majesté le Roi de Pologne, et de contribuer à l’avancement de ses intérêts, Sa Majesté consent d’accéder et fera accéder Ses sujets Créanciers de la Steuer de Saxe aux arrangements qu’on veut prendre incessament par rapport aux intérêts à payer et à l’établissement d’un fond d’amortissement solide et durable, sans aucune préférence ; mais Sa dite Majesté suppose en même tems et reserve expressément, que Ses sujets Créanciers de la Steuer recevront non seulement leurs interets exactement, mais qu’ils seront aussi remboursés de leurs Capitaux dans un tems raisonnable et sans aucune défalcation. IX. On agréera volontiers les Garanties proposées dans cet article ; mais il faudra voir après la paix faite et conclue, lesquelles des Puissances nommées ici voudront se charger de la susdite Garantie. Æetlitge Q. ©adjfifdje Replie auf bte pratfjift^e Sfuttoort. ad i. C’est avec une satisfaction toute particulière, qu’on reconnait, que Sa Majesté le Roi de Prusse en adoptant en plein l’Article I du Projet de paix tel qu’il a été proposé de ce coté-ci, a bien voulu déclarer, qu’Elle est animée d’un désir égal de cimenter par le futur Traité de paix l’amitié sincère et le bon voisinage, qui sera le moyen le plus sûr d’avancer les interets réciproques. Ce qu’il a plû à Sa Majesté d’y joindre touchant les dédommagemens et autres prétensions y relatives, dépend de la façon dont on Ipourra convenir du contenu de l’Article V. On espère d’obtenir là dessus de la justice et de l’équité de Sa Majesté Prussienne une déclaration conforme aux bonnes dispositions de faire quelque chose pour la Saxe, que Sa Majesté a fait entrevoir dès le commencement de la présente négociation, ad II. Sa Majesté le Roi de Pologne a fait les instances les plus pressantes, pour obtenir des Cours qui pourroient être dans le cas d’avoir des restitutions à faire à Sa Majesté le Roi de Prusse, que le terme de la cessation entière de toute sorte de contributions et de prestations soit fixé au l or Janvier S3eautieu = 3Jîarconna>). $er jjubertS&urger griebe. 15 226 33ciliigcn. 1763. Si ces démarchés produisent l’effet désiré, Sa Majesté le Roi de Pologne s’attend de la part de Sa Majesté Prussienne à une réciprocité parfaite. En tout cas la justice et l’équité de Sa Majesté le Roi de Prusse ne Lui permettront pas de Se refuser à l’usage presque generalement reçu de faire cesser les hostilités et prestations de guerre dès le jour de la Signature du Traité de paix ou des Préliminaires si le Traité en est précédé; Et comme cette cessation generale est de nature de mettre egalement fin aux demandes ultérieures et à l’exaction des arrérages qui peuvent être dûs pour les Contributions et prestations antérieurement demandées, on se croit assuré, que Sa Majesté y voudra -acquiescer, d’autant plus qu’Elle a expressément déclaré dans Sa réponse aux Précis des conditions de paix de Sa Majesté l’Impératrice Reine de Hongrie et de Bohême, de vouloir pareillement renoncer aux arrérages des contributions. Pour acquitter les Contributions et autres prestations demandées à l’occasion de la présente guerre, les sujets de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe ont été assez souvent obligés et même contraints à donner des lettres de change et des promesses de payement aux sujets de Sa Majesté le Roi de Prusse, et il est de notoriété publique, qu’on s’est servi de ce moyen pour anticiper des payemens non échus, et pour s’assurer de ceux dont l’acquit paroissoit impossible. On attend donc de l’équité de Sa Majesté le Roi de Prusse qu’en renonçant generalement aux arrerages des Contributions et prestations Elle y voudra egalement comprendre ce qui est encore dû sur de telles lettres de change et promesses de payement, ad III. Comme le tems qui s’écoulera nécessairement entre la Signature du Traité ou des Préliminaires et l’échange des ratifications suffira pour faire des dispositions nécessaires à l’évacuation, on ne doute pas, que Sa Majesté le Roi de Prusse en conséquence de Son désir sincère de soulager la Saxe fera tellement mettre à profit le dit tems, que l’évacuation puisse être commencée le jour de l’échange des ratifications et finie en quinze jours au plus tard, et qu’en attendant l’Armée tirera les subsistances des Magazins déjà établis, ou les achettera argent comptant sans être à charge au pais, ad IV. Pour éviter toute contestation, on ne redemande des sujets de Sa Majesté le Roi de Pologne, faits prisonniers de guerre ou entrés en quelque façon que ce soit au service de Sa Majesté le Roi de Prusse, que ceux qui s’y trouvent encore actuellement. Pour ce qui regarde l’Artillerie et l’attirail de guerre, l’on insiste à la première demande puisque ce qui n’existe plus peut être remplacé par le même nombre, de même calibre, poids, et métal. Au reste on accepte la déclaration de Sa Majesté le Roi de Prusse touchant les otages et les autres personnes qui ont été arrêtées à l’occasion de la présente guerre, comme aussi celle qui a été donnée par rapport aux papiers qui appartiennent aux Archives de Sa Majesté le Roi de Pologne ou aux autres bureaux du pays. 99ei(agcn. 227 ad V. L’on ne sauroit se dispenser de représenter, que Sa Majesté Prussienne aïant pris la Saxe en dépôt, s’est engagée ipso facto d’en restituer non seulement les revends, mais aussi de bonnifier les dommages, qui en ont été les tristes suites. Pour l’amour de la paix Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe veut bien sacrifier au bien publie une partie du dédommagement, qu’Elle pourroit prétendre proportionné aux pertes qn’Elle a souffertes et qui montent à tant de millions. Elle ne peut cependant renoncer entièrement à toute indemnisation, quoiqu’Elle ne refusera pas de mettre en ligne de compte les convenances que Sa Majesté Prussienne voudra bien indiquer et proposer, ad VI. La promesse générale et illimitée de Sa Majesté le Roi de Prusse, d’avoir soin Elle même de l’indemnisation de la Ville de Leipzig, bel? fiinftig erfolgenbem gvteben, felbft für bie SdjabloêftdluHg ber Stobt Seibjig beforgt JU fefjlt, est si précieuse à cette pauvre ville, qui va succomber sous le poids des malheurs de la guerre, qu’on ne lui peut pas refuser la consolation , de rappeler constamment à Sa Majesté la dite promesse. Au reste on ignore totalement que l’avance demandée à la Ville de Leipzig au commencement de la guerre, ait eu le moindre rapport aux Contributions des Etats de la Lusaee, et il seroit absolument inutile de compter sur quelque arrangement qu’on pourroit faire avec les dits Etats, aussi énervés par les suites de cette longue guerre, qu’éloignés de reconnoitre des prétendues avances, faites sans leur aveu et consentement. On est donc obligé de se tenir de la part de la Ville de Leipzig, comme aussi par rapport à la demande du Corps de la Noblesse de Saxe, purement et simplement à la promesse de Sa Majesté le Roi de Prusse, et d’en solliciter l’accomplissement. ad VIL Il est absolument impossible de fixer un status quo, observé avant le commencement de la présente guerre dans les affaires de Commerce. En 1755 on convint de suspendre toutes nouvelles ordonnances d’imposition, de prohibition ou de repressailles, par lesquelles le commerce mutuel avoit été gêné et presque entièrement détruit, et de s’arranger au moyen d’une Commission à établir à Halle. Les Commissaires commencèrent leurs Conférences au mois de Décembre 1755 et se separerent au Mai 1756 sans avoir réussi. La rupture des Conférences remit tout sur le pied, sur lequel il se trouvoit avant leur ouverture, c. à d. le commerce mutuel fut de rechef interrompu par des impositions, prohibitions et repressailles, et même de l’autre coté on y ajouta de nouvelles entraves. La guerre y survint au mois d’Aout 1756, et rendit inutiles les dispositions, qu’on voulut faire, pour remedier aux suites fâcheuses de ces mésintelligences. Il est donc évident que l’epoque du commencement de la guerre n’offre aucun status quo, qui puisse convenir aux relations de commerce des Etats et Sujets 15 * 228 SSeilagen. de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, et de Sa Majesté le Roi de Prusse, et que pour s’assurer mutuellement d’un bon et utile voisinage, il faudra établir des Principes fondés sur l’équité et l’avantage réciproque ou les faire établir par des Commissaires éclairés et impartiaux. On est persuadé que Sa Majesté le Roi de Prusse reconnoitra l’équité et l’utilité des Principes qu’on a proposés de ce eoté-ei. Si cependant Sa Majesté trouve à propos de les faire ultérieurement examiner, ou pourroit, ■pour écarter de la présente négociation tout ce qui la feroit trainer en longueur, convenir de nommer incessament apres la paix de part et d’autre des Commissaires, qui apres avoir établi des Principes solides, parviendraient en peu de tems à redresser les abus, et à fixer un état de commerce convenable aux vrais avantages de deux Etats, dont les interets commerciaux sont de nature à ne pouvoir pas être séparés, ad VIII. On accepte que Sa Majesté le Roi de Prusse consent d’accéder et de faire accéder Ses Sujets Créanciers delaSteuer deSaxe, aux arrangemens qu’on veut prendre incessament par rapport aux intérêts à payer et à l’établissement d’un fond d’amortissement solide et durable sans aucune préférence. Pour écarter tout équivoque ou mal entendu, on déclare en même tems, qu’on ne pense pas à aucune défalcation des Capitaux dûs aux Créanciers de la S t e u e r ; mais que par rapport à la prestation des intérêts, qui une fois réglés suivant l’état actuel du pais, seront payés exactement, comme aussi par rapport à la fixation du tems du remboursement des Capitaux, il sera necessaire qu’en conséquence du principe reconnu de Sa Majesté le Roi de Prusse qu’aucune préférence n’y doit avoir lieu, on se concerte là-dessus avec tous les Créanciers à l’amiable, et que les Conditions qu’on leur pourra proposer, dépandront du répit et des avantages, que le pais obtiendra par le Traité à faire et surtout par le 2 me Article. Sa Majesté Prussienne sait Elle-même, qu’il a été d’une impossibilité absolue, que le païs chargé des Contributions et autres prestations de guerre aurait pu en même tems fournir aux interets de la Steuer. ad IX. La Déclaration de Sa Majesté le Roi de Prusse touchant les Garanties proposées dans l’Article IX, ne laisse rien à desirer, et comme il faudra voir après la paix faite et conclue, lesquelles des Puissances nommées voudront se charger de la dite Garantie, il conviendra d’ajouter au dit Article la clause : Que le Traité ne subsistera pas moins dans toute sa vigueur et dans tous ses points et Articles, quand même ces Garanties ne pourraient pas être obtenues. 33ci(ftgcn. 229 Beilntje E. $mt§ijcf;e Duplik an ©acf;feit. On s’était flatté, que la Réponse du Roi sur le premier projet d’un traité de paix, fourni par le Plénipotentiaire de Sa Majesté le Roi de Pologne, auroit été trouvée satisfaisante, mais comme le susdit Plénipotentiaire de Sa Majesté Polonoise vient de communiquer à celui du Roi un nouveau projet contenant des demandes ultérieures, on s’empresse d’y répondre et de s’expliquer sur les conditions de la paix à faire d’une manière qui fera voir, qu’on veut apporter toutes les facilités que les circonstances permettent, pour avancer un ouvrage si salutaire. Ad I. Le Roi est animé d’un désir égal à celui de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, de rétablir et de cimenter avec ce Monarque non seulement la paix, mais aussi l’ancienne amitié et le bon voisinage, et c’est en conséquence qu’Elle a adopté et adopte de nouveau l’Article I du Projet d’un Traité de paix, qui Lui a été communiqué par la Cour de Saxe; mais comme Sa Majesté ne demande point de dédommagement, malgré les pertes immenses qu’Elle a souffertes dans cette guerre, et qu’Elle est encore moins dans le cas d’en donner, on propose et insiste avant toutes cboses, que de part et d’autres on renonce à toute prétention de dédommagement. Cette stipulation est conforme à ce qui a été pratiqué dans le Traité de paix de Dresde, et elle est indispensablement nécessaire pour ôter le germe d’une nouvelle discension entre les deux Cours, ad II. La cessation des prestations de guerre ne peut être fixée à aucun terme antérieur à la signature des préliminaires de paix. Cela seroit contraire à l’usage général, et il ne pourroit qu’en résulter une infinité de Décomptes et de Contestations très - désagréables ; mais on consent, que toutes les hostilités et prestations de guerre cesseront dès le jour de la signature du Traité de paix, ou des préliminaires, si le Traité en est précédé, et on ne demandera point les Contributions et autres prestations de guerre qui pourront être arriérées ce jour là. On se reserve pourtant de nouveau, que toutes les lettres de change, billets, engagemens et promesses de paiement par écrit, qui à l’occasion des Contributions, Livraisons ou prestations de guerre quelconques, auront été donnés par les sujets Saxons jusqu’au susdit terme de la signature de la paix, ou des préliminaires, au Roi ou à ses officiers et employés militaires et civils, ou à d’autres sujets de Sa Majesté, seront exactement et précisément acquittés, comme l’usage et la bonne foi l’exigent également. 230 ffieitiigen. ad III. Le Roi est toujours sincèrement disposé de vouloir soulager la Saxe par une promte évacuation, mais comme on ne veut promettre que ce qu’on peut tenir, on aime mieux dire avec franchise ce qu’on croit possible de faire ou non. Dès que les préliminaires seront signés, Sa Majesté fera partir d’abord tous les régimens qui ont leurs quartiers en Westphalie, en Prusse, en Silésie et dans le pays de Magdebourg. Mais comme il n’y a point de magazins dans les Marches et en Pomeranie, on ne pourra faire marcher les Régiments destinés pour ces deux Provinces, que lorsque les rivières seront ouvertes, pour y transporter les Magazins, et on calculera la marche de ces Troupes selon le transport des Magazins, de sorte qu’elles puissent arriver le même jour dans les Etats de Sa Majesté. Moyennant cela on espère de pouvoir effectuer l’évacuation entière de la Saxe dans l’espace de trois semaines après l’échange des Ratifications, mais si elle trainoit quelques jours de plus, par des difficultés imprévues, cela ne pourra pas tirer à conséquence. Du jour de la signature des préliminaires, le Roi fera nourrir les Troupes de ses propres Magazins, qu’IÎIle a présentement à Lommatsch, Leipzig, Wittenberg et Torgau, et dont Elle Se reserve la libre disposition, sans que Sa Majesté Polonaise puisse y faire la moindre préhension. Dès que les susdits Régiments de Prusse, de Silésie, de Westphalie et de Magdebourg seront partis, Sa Majesté fera évacuer la Thuringe et le cercle des montagnes, afin que les Troupes de Sa Majesté Polonoise puissent j- prendre leurs quartiers, et Elle reserrera le reste de Ses troupes entre Leipzig et Wittenberg jusqu’à leur départ entier. Les Hôpitaux ne pourront pas non plus être transportés avant l’ouverture des rivières. La Saxe ne pourra se dispenser de fournir les SSoïfpcmn pour la marche des Troupes. Enfin il est toujours sousentendu que les Troupes Autrichiennes évacueront en même tems et d’un pas égal la partie de la Saxe qu’elles occupent, aussi bien que tous les Etats du Roi dont elles sont ou seront alors en possession, ad IV. On ne sauroit gueres rendre des gens qui ont pris volontairement service dans les troupes du Roi. L’on a aussi déjà allégué dans la réponse précédente les raisons pourquoi on ne peut remplacer l’Artillerie de Saxe, qui n’existe plus, mais on restituera à Sa Majesté Polonoise ce qui se trouve encore de Son Artillerie marqué à Ses armes en Saxe, ad V. L’on est surpris que la demande d’un dédommagement soit encore re- nouvellée dans cet Article, après tout ce que le Roi a fait déclarer là dessus en tant d’occasions et surtout dans la dernière réponse. Le motif tiré du dépôt de la Saxe, qu’on cherche à faire valoir ici, n’est pas d’un grand poids, et on ne comprend pas, comment on peut encore reclamer ce titre, après que Sa Majesté Polonoise a pris parti avec les ennemis de Sa Majesté et a fait agir Ses troupes contre Elle. On espère donc, que Sa Scitagen. 231 Majesté Polonoise renoncera à la fin entièrement à cette demande de dédommagement, et qu’Elle imitera l’Exemple du Roi et ceux du Duc de Bronsvie et du Landgrave de Hesse, qui ont tous sacrifié leurs pertes énormes au bien de la paix. Sa Majesté est cependant bien aise de renouveler ici l’assurance qu’Elle a déjà donnée, que s’il se présentoit quelque occasion de procurer des convenances à Sa Majesté le Roi de Pologne, Electeur de Saxe, ou à Sa Maison, sans que ce soit à Ses dépends, Elle y contribuera avec le plus grand zèle, et qu’Elle Se concertera pour cet effet avec Sa dite Majesté Polonoise et avec leurs amis communs. On observera pourtant, que ce n’est pas au Roi, mais plutôt à Sa Majesté Polonoise Elle même à indiquer et à proposer ces sortes de convenances, ad VI. Le Roi ne peut pas entrer dans une discussion, qui est entre la Ville de Leipzig et les Etats de la Lusaee. Sa Majesté ne s’est pas aussi engagée à indemniser la susdite Ville, et d’ailleurs toutes les prétensions contenues dans cet Article ne sauroient plus avoir lieu, après que les hostilités survenues entre les deux Rois ont entièrement changé la face des affaires, ad VII. Les conférences tenues en 1755 et 1756 pour le règlement du Commerce entre les deux Etats furent rompues par les Commissaires Saxons. Quoiqu’il en soit, le Roi consent, que d’abord après la paix conclue, on nomme une nouvelle Commission pour régler le susdit Commerce sur des Principes équitables et réciproquement utiles, ad VIII. On réitère la déclaration donnée dans la réponse précédente, par rapport aux billets de la Steuer, appartenants aux Sujets du Roi, mais on sou- haiteroit encore d’avoir des éclaircissemens ultérieurs sur les arrangements qu’on prendra en Saxe pour assurer le paiement des Capitaux et des intérêts, dûs aux Sujets de Sa Majesté, ad IX. Par rapport aux Garanties proposées dans cet Article, on entend qu’on n’en fera point d’article particulier dans le Traité de paix, mais qu’on les recherchera après la paix faite. D’ailleurs la paix doit être aussi stable et permanente que si toute l’Europe l’avoit garantie, ad X. L’on sait, qu’il a été stipulé dans le Traité de paix de Drèsde, que Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe cèderoit au Roi la ville et le péage de Fürstenberg, aussi bien que le village de Schidlo avec les deux rives de l’Oder contre un équivalent. Cette échange n’aïant pas encore eu lieu, on demande qu’elle soit à présent réglée définitivement pour suppléer par là à ce qui manque encore à cet égard à l’exécution du Traité de paix de Drèsde. 232 Beilagen. sä XI. On äesire enün, äe pourvoir pur nn urtiels purtienlisr, qu'il seru »ä- ministrs könne et prompte jnstiee u eeux äes snjets respectifs, qni uuront äes proees äuns Iss bltsts äe l'une ou äe I'uutre purtie, et qus, quunä il x eil uurs, qui uuront ekun^e ou vouäront encore ekun^er äe äoniieile, et Is trunslerer äe Is äominution äe l'une sous eells äs l'uutre äes liuutes purties eontruetuntes, on ne leur kern point äe äilüoultes et äe ekieunes u eet eZurä. Oetts stipulation seru neeessuire pour okvier uux xluintss frequentes qu'on re^oit sur ees äeux urtieles. On se üutte qus lu Oour äs Luxe rseonnuitru äuns eet urtiele uinsi que äuns les preesäens l'uttention que le Uoi upporte non seuleineut ü faciliter I'etablisseiuent äs In puix, inuis eneors ü prevenir äes ü present tout es qui pourroit lu troukler pur lu suite äes teins. Ücilage 8. Befehls-Schreiben des Churprinzen an den Geheimen Rath von Fritsch, ä. ei. Dresden, 29. Januar 1763. Mit äußerstem Befremden habe ich-ersehen, daß der von Oollenkuek, statt durch eventuale Erklärung seines Oltiinut! den Abschluß zu befördern, und etwa dadurch, wenn er damit bedingungsweise herfiirgegangen, diesseitigem Interesse annoch einigen Nutzen zu schaffen, nunmehr sich bcikommen lasset, sogar die schriftliche Ooinnruuicution eines diesseitigen ultiinuti zu verlangen, um sodann erst sich darüber erklären zu können; man weiß zu Wien vorlängst, worinnen diesseitige Oeinunäes bestehen. Man hat deren Mäßigung belobet und die Unterstützung versprochen. Der einzige Weg, dieses in der Thal und nicht Llvs in Worten zu leisten, war, wenn dem Kaiser!. Hofe gefällig gewesen wäre, diejenigen sueritiees die er zu Erlangung des Friedens zu machen ohnehin gesonnen ist, mit diesseitigen uvuntuges zu verbinden, und dem König von Preußen deutlich zu erkennen zu geben, daß er bey jenen nicht seinen Zweck erreichen werde, wenn er nicht in Ansehung dieser wenigstens leidliche Bedingungen einräumte. Statt dieses ganz natürlichen moä! hat sich der von Oollenkuek zeithero mit der Erklärung begnüget, daß er nicht eher schließen würde, bis man diesseits befriedigt sey, dabey aber immer, daß man die Umstände eonsiäerireu und den Abschluß nicht aufhalten möge, empfohlen. Diese Erklärung würde gut gewesen seyn, wenn der König von Preußen den Frieden suchte; so aber, da derselbe seine Vorthcile nur allzuwohl kennet, hat sie nichts anders hervorgcbracht, als daß derselbe durch Verdoppelung seiner Härte gegen hiesige Lande von dieser Seite die Annehmung aller nur ihm selbst beliebigen Beilagen. 233 Bedingungen zu erzwingen gesuchet hat, so daß dasjenige, was der von Lollen- baell bey zeitiger Herausgabe seines ultiinati zu besorgen vorgiebt, in der That jetzo schon bey dem entgegengesetzten Fall sich zuträget, und ohne Zweifel durch des von Lollendaeli Zurückhaltung diesseitige oonüitio üurior geworden ist. Wie denn auch vorauszuschen stehet, daß der König von Preußen nicht eher die Lvacuation von Sachsen bewilligen wird, bevor er der lLvaouation von Gla; versichert ist. Bey diesen Umständen ist es doppelt hart, wenn des Königs Majestät und Dero Lande, so ohnehin schon von diesem Kriege das beständige Opfer gewesen sind, nachdem solche am Ende bei der versprochenen ^.ssistoiiL gleichwohl der feindlichen Willkühr überlassen bleiben, in der Folge noch vielleicht dem Borwurfe bei gesammtem Reiche blos gestellct seyn sollen, daß um ihretwillen der Frieden verzögert oder gar vereitelt worden sey. Wie der Herr Geheime Rath überhaupt zu beständiger Oominnnieation mit dem von Oollendaoli angewiesen ist; also habe Ich auch kein Bedenken den Inhalt meiner Rosolntionos auf sämtliche Punkte der preußischen Duplio ihm allenfalls auch schriftlich mittheileu zu lassen, wobei jedoch zu gleicher Zeit der Herr Geheime Rath alles Obgebachte ihm gleichfalls schriftlich zu erkennen geben und ihm daneben äußern wird, wie das einzige, wodurch er noch bey des Königs Meines Herrn Vaters Majestät sich und seinem Hof ein moritum machen könne, dieses sey, wenn er die Sache zum Abschluß befördere, inmaßen man einmal alles, was der Feind nur wolle, sich gefallen lassen, oder die völlige Verwüstung hiesiger Lande mit ansehen müsse; dabei aber wenigstens durch möglichste Beschleunigung der Sache gegen das teutsche Reich und ganz Rnroxa der Verantwortung am länger» Unheil des Krieges Schuld zu seyn, sich entschütten wolle. -Uebrigens ermißt der Herr Geheime Rath von selbst, daß außer meinen obgcdachten Resolutionen ein sogenanntes blltiinatuin, als dergleichen nur Mächte, die zwischen Krieg und Frieden die Wahl haben, ertheilcn können, nicht einmal möglich sey, vielmehr bey denen immer beschwerlicher werdenden Lonjunoturen und gänzlich ermangelnder werkthätiger ^.ssistenr des Wiener Hofes zum Haupt-Grundsatz angenommen werden mäße, den Frieden so gut als er bewandten Umständen nach möglich, zu schließen, allemal aber den Abschluß nach allen Kräften zu befördern, als wozu ich den Herrn Geheimen Rath ausdrücklich antllorisire. Ich habe eben'deswegen auch demselben bereits Meine Absicht dahin zu erkennen gegeben, daß weiter keine Hauptschrift in Form einer anderweiten rexlio oder eines ultiinati aufgesetzt werden solle, immaßen dadurch nur noch mehr Zeit verlohren geht.-Vielmehr ist zum Iraetat selbst nunmehro ohne Anstand das Urojsot zu entwerfen, und des von IlLrrbei'g Antrag gemäß ein Artikel nach dem andern durchzugehen und ins reine zu bringen; — — da denn gut seyn wird, wenn von Preußen die Unterzeichnung diesseitigen Mactats allenfalls auch mit oonüitioneller Beziehung auf den annoch zu schließenden Oesterreichischen zu erhalten wäre. 234 Beilagen. Geilage I. Speeial-Begehren zu Behuf der Katholischen Religion in Schlesien und Glatz. 1° Daß der König in Preußen die Catholische Religion in allen Rechten, Vorzügen, Freyheiten, freyen Religions-Rxereitio, in eben dem Stand erhalten solle, wie solche sich bey der Abtretung an das Hauß Brandenburg in anno 1742 befunden, 2°^ solle der Catholische» Gemeinde dieser Länder erlaubet seyn, einen veputirten an dem Königl. Hoff zu Berlin zu halten, durch welchen alle Klagen bey dem L-Nnisterio, und nach erforderndem Fall bey Sr Majt Selbsten können fürgetragen werden; Auch solle dieser Gemeinde »erstattet seyn, nicht allein erwehnten veputirten zu wählen, sondern auch, wenn selbiger seine Function nicht recht »errichtet, oder sonst die Gemeinde mit seiner Ausführung nicht zufrieden, ihn vexntiiten zurück zu berufen, und nach Gutfinden einen andern an die Stelle zu ernennen, 3° Wäre dieser Gemeinde der Zugang in Religions-Sachen an den Päbst- lichen Hoff zu gestatten. 4° solle dem Dohm-6opitul in Breslau die freye Wahl eines Bischöfen zugestanden werden, ohne daß sich der Preußische Hoff dahin einmischen könne; Wie dann alle Geistliche Pfründen und Lenetieio auf die nehmliche Art und Weise zu begeben wären, als es unter der Regierung des Hauses von Oesterreich üblich wäre, 5° Soll die Eintretung in den Geistlichen Orden Niemanden verwehret seyn, wie denn auch die Abtheilung deren Ordens-Rrovintnien aufzuheben wäre, 6" Wann zwey Persohnen zweyerley Religionen sich verehligen und diesfalls Streitigkeit entstünde, wäre solche bey dem Catholischen Oonsistorio zu entscheiden; die ^.pxellution aber Hierinnenfalls, wie in allen dergl. Geistlichen Sachen, hätte ihren Zug an die Rnnciotnr zu nehmen, 7" Kein Stifft noch Geistliche Oominunitoet wäre höher, als die Weltlichen, in Oontribntionoli anzulegen, 8" Das Räict von Lnno 1753, Worinnen in denen Königl, Preußischen Landen alle Vermächtniisse und Zuwendungen all pios eousos, wie auch die Errichtung fast aller neuen Rumlationen gäntzlich verbothen, die xia legato, und Vermächtnisse für Seelen Meffen bis 500 ^ verschränket worden, solle gäntzlich aufgehoben werden; Nicht weniger ^ 9" wären die lllestainento Rcelssiostieoruin blos bey dem Geistl. Vioariot zu xndlieiren, und die daraus entstehende Streitigkeiten daselbst zu entscheiden. 33eilagen. 235 Æetliuje U. iproteftuote beë fa$ftf<$en 33etooÜma<$ttgteu gegeit ben 2ht. 18 be$ Çriebenêtoevtragë jtotfcfyeu Defterreidj mtb ^reu§en. Le soussigné Plénipotentiaire de S. M. le Roi de Pologne Electeur de Saxe a remarqué que dans l’Article 18 du Traité de Paix conclu entre S. M. l’Impératrice Reine de Hongrie et de Boliéme et S. M. le Roi de Prusse, dont les Ratifications viennent d’être échangées, on a stipulé le renouvellement de la Convention faite en 1741 entre S. M. le Roi de Prusse et S. Alt. Electorale Palatine au sujet de la Succession de Juliers et de Bergues. Dès le commencement des Conférences tenues à Hubertusbourg, le Soussigné a demandé et insisté pour qu’on fasse abstraction entière d’un objet totalement étranger U la Négociation de Paix, et si manifestament contraire aux Droits incontestables du Roi, son Maître, et de la Maison de Saxe, fondés sur les expectatives et investitures de tant d’Empereurs, et accompagnés des promesses les plus solemnelles de la Maison d’Autriche, l’Empereur Maximilien aïant joint au droit primitif et principal la promesse subsidiaire et éventuelle, de satisfaire lui-même les Ducs de Saxe pour leurs Droits et Prétensions sur les Duchés de Juliers et de Bergues et leurs appartenances. Comme cependant malgré cette demande faite par écrit, et non obstant les protestations et instances constamment réitérées de vive voix durant le cours de la Négociation, S. M. l’Impératrice Reine de Hongrie et de Bohême a fait insister sur le dit renouvellement proposé par Son Plénipotentiaire, et qu’ainsi il est arrivé que la promesse de ce renouvellement a été stipulée dans le Traité conclu entre Sa dite Majesté l’Impératrice et S. M. le Roi de Prusse, pûrement et sans même réserver ni les Droits du Tiers, ni l’exercise du suprême pouvoir judiciaire du Chef de l’Empire; Le Soussigné Plénipotentiaire de S. M. le Roi de Pologne Electeur de Saxe, en conséquence des ordres exprès de Sa Cour, ne peut se dispenser de protester par le présent acte de la manière la plus forte et la plus solemnelle contre l’Article dix-huit du dit Traité, et contre tout ce qu’il contient de préjudiciable aux droits et intérêts du Roi Son Maître et de toute la Maison de Saxe; et comme des droits bien fondés en eux-mêmes ne peuvent pas être affaiblis par de tels arrangemens particuliers faits au préjudice d’un Tiers, il déclare que le Roi Son Maître pour Lui et pour toute la Maison de Saxe se tient constamment aux dits Droits légitimement acquis et due- ment conservés, se reservant de les faire valoir par tous les moïens convenables et conformes aux Lois et Constitutions de l’Empire. Fait au Château de Hubertsbourg, le 1 er mars 1763. Baron de Fritsch. 236 £8cÜngcn. IScilrt^e V. Defterreicfytfi^pmtjjtjc^er ^ïiebenêtractat. Au Nom de la Très Sainte Trinité, Père, Fils et Saint Esprit. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, et Sa Majesté le Roi de Prusse étant également animés du désir de mettre tin aux calamités de la guerre, laquelle à Leur grand regret se soutient depuis plusieurs années, et voulant à cette fin par une réconciliation promte et sincère rendre le repos et la tranquillité à Leurs Sujets et Etats respectifs, ainsi qu’à ceux de leurs Amis et Alliés, on a travaillé à un ouvrage aussi salutaire, dezqne Leurs dites Majestés ont été informées de la conformité de Leurs Intentions à cet égard, et on est convenu de faire tenir au Chateau de Hubertsburg des conférences de Paix par les Plénipotentiaires nommés de part et d’autre. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême a nommé et authorisé à traiter et conclure en Son Nom, le Sieur Henry Gabriel de Collenbaeh, Son Conseiller Aulique Actuel, et Trésorier de l’Ordre Militaire de Marie Térèse, et Sa Majesté le Roi de Prusse a nommé et authorisé de Son coté pour la même fin, le Sieur Ewald Frédéric de Hertzberg, Son Conseiller privé d’Ambassade, Et l’esprit de conciliation, qui a présidé à cette Négociation, lui aïant donné tout le succès désiré, les susdits Plénipotentiaires, après s’être duement communiqué et avoir échangé leurs Pleinpouvoirs, sont convenus des Articles suivants d’un Traité de Paix. Article I. Il y aura désormais une Paix inviolable et perpétuelle de même qu’une sincère union et parfaite amitié entre Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême d’une part, et Sa Majesté le Roi de Prusse de l’autre, et entre Leurs héritiers et Successeurs et tous leurs Etats et Sujets, de sorte, qu’à l’avenir les deux hautes Parties Contractantes ne commettront ni permettront qu’il se commette aucune hostilité secrètement ou publiquement, directement ou indirectement, et n’entreprendront quoique ce soit et sous quelque prétexte que ce puisse être, l’une au préjudice de l’autre ; Mais Elles apporteront plutôt la plus grande attention à maintenir entre Elles et Leurs Etats et Sujets une amitié et correspondance réciproque, et évitant tout ce qui pourroit altérer à l’avenir l’union heureusement rétablie, Elles s’attacheront à se procurer en toute occasion ce qui pourra contribuer à Leur gloire, intérêts et avantages mutuels. iBeihgeit. 237 Article 2. Il y aura de part et d’autre un oubli éternel et une amnistie générale de toutes les hostilités, pertes, dommages et torts commis pendant les derniers' troubles des deux cotés, de quelque nature qu’ils puissent être, de sorte, qu’il n’en sera jamais plus fait mention, ni demandé aucun dédommagement sous quelque prétexte ou nom que ce puisse être. Les Sujets de part et d’autre n’en seront jamais inquiétés, mais ils jouiront en plein de cette amnistie et de tous ses effets, malgré les avocatoires émanés et publiés. Toutes les confiscations seront entièrement levées, et les Biens confisqués ou séquestrés seront restitués à leurs propriétaires qui en étaient en possession avant ces derniers troubles. Article 3. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohème renonce tant pour Elle que pour Ses Héritiers et Successeurs, généralement à toutes les prétensions qu’EUe pourroit avoir ou former contre les Etats et Pais de Sa Majesté le Roi de Prusse, et sur tous ceux qui Lui ont été cédés par les Articles préliminaires de Breslau et le Traité de Paix de Berlin, comme aussi à toute indemnisation des pertes et dommages qu’Elle et Ses Etats et Sujets pourroient avoir soufferts dans la dernière guerre. Sa Majesté le Roi de Prusse renonce également pour Elle et Ses Héritiers et Successeurs généralement à toutes les prétensions qu’Elle pourroit avoir ou former contre les Etats et Pais de Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, comme aussi à toute indemnisation des pertes et dommages qu’Elle et Ses Sujets pourroient avoir soufferts dans la dernière guerre. Article 4. Toutes les hostilités cesseront entièrement de part et d’autre dez le jour de la signature du présent Traité de Paix. A cet effet on dépéchera incessamment les ordres nécessaires aux armées et troupes des deux Hautes Parties Contractantes, en quelque lieu qu’elles se trouvent; Et au cas, que par cause d’ignorance de ce qui a été stipulé à cet égard il arrivait, qu’il se commit quelques hostilités après le jour de la signature du présent Traité, elles ne pourront être censées y porter aucun préjudice, et on se restituera fidellement en ce cas les hommes et effets, qui pourroient avoir été pris et enlevés. Article 5. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême retirera Ses Troupes de tous les pais et Etats de l’Allemagne qui ne sont pas de Sa domination dans l’espace de vingt un jours après l’échange des Ratifications du présent Traité, et dans le même terme Elle fera entièrement évacuer et restituer à Sa Majesté le Roi de Prusse le Comté de Glatz, et généralement tous les Etats, Pais, Villes, Places et Forteresses, que Sa Majesté Prussienne a possédées avant la présente guerre, en Silésie ou autre part, et qui ont été occupées par les Troupes de Sa Majesté l’Impéra- 238 SBcitiigcn. trice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, ou par celles de Ses Amis et Alliés pendant le cours de la présente guerre. Les Forteresses de Glatz, de Wesel et de Gueldres seront restituées à Sa Majesté Prussienne dans le même état par rapport aux fortifications où elles ont été, et avec l’artillerie qui s’y est trouvée lorsqu’elles ont été occupées. Sa Majesté le Roi de Prusse retirera dans le même espace de vingt un jours après l’échange des Ratifications du présent Traité Ses Troupes de tous les Pais et Etats de l’Allemagne, qui ne sont pas de Sa domination, et Elle évacuera et restituera de Son coté tous les Etats et Pais, Villes, Places et Forteresses de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, conformément au Traité de Paix qui a été conclu ce même jour entre Leurs Majestés les Rois de Prusse et de Pologne, de sorte que la restitution et l’évacuation des Provinces, Villes et Forteresses occupées réciproquement doit être faite en même tems et à pas égaux. Article 6. Les contributions et livraisons de quelque nature qu’elles soyent, ainsi que toutes demandes en recrues, pionniers, chariots, chevaux etc. et en général toutes les prestations de guerre cesseront du jour de la Signature du présent Traité. Et tout ce qui sera exigé, pris ou perçu depuis cette Epoque sera restitué sans délai et de bonne foi. On renoncera de part et d’autre à tous les arrérages de Contributions et prestations quelconques ; Les lettres de change ou autres promesses par écrit, qu’on a données de part et d’autre sur ces objets, seront déclarées milles et de nul effet, et seront restituées gratuitement à ceux qui les ont données. L’on rélacliera aussi sans rançon les otages pris ou donnés par rapport à ces mêmes objets, et tout ce qui dessus aura lieu immédiatement après l’échange des Ratifications du présent Traité. x\rticle 7. Tous les prisonniers de guerre seront rendus réciproquement et de bonne foi, sans rançon et sans égard à leur nombre ou à leur grade militaire, en païant toute fois préalablement les Dettes qu’ils auront contractées pendant leur captivité. L’on renoncera réciproquement à ce qui leur aura été fourni ou avancé pour leur Subsistance et entretien, et l’on en usera en tout de même à l’égard des malades et blessés d’abord après leur guérison. On nommera pour cet effet de part et d’autre des Généraux ou Commissaires qui procéderont d’abord après l’échange des Ratifications dans les endroits dont on conviendra à l’échange de tous les prisonniers de guerre. Tout ce qui est stipulé dans cet Article aura également lieu à l’égard des Etats de l’Empire, en conséquence de la stipulation générale exprimée à l’article dix-neuf. Cependant comme Sa Majesté le Roi de Prusse et les Etats de l’Empire ont eux mêmes fourni à l’entretien et à la subsistance de Leurs prisonniers de guerre respectifs, et qu’à cette fin des particuliers pourroient avoir fait des avances, les Hautes Parties Contractantes n’entendent Scitagcn. 239 point déroger par les stipulations ci dessus aux prétensions des dits particuliers à cet égard. Article 8. Comme l’on est d’accord de se rendre mutuellement les sujets de l’une des Hautes Parties Contractantes qui pourroient avoir été obligés d’entrer dans le service de l’autre, l’on s’entendra après la Paix aimablement sur les mesures nécessaires ît prendre pour exécuter cette stipulation avec l’exactitude et la réciprocité convenables. Article 9. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême fera fidellement restituer à Sa Majesté le Roi de Prusse tous les Papiers, Lettres, Documents et Archives qui se sont trouvés dans les Pais, Terres, Villes et places de Sa Majesté Prussienne, qu’on Lui restitue par le présent Traité de Paix. Article 10. Il sera libre aux habitans du Comté et de la Ville de Glatz, qui voudront transférer leur domicile ailleurs, de pouvoir le faire pendant l’espace de deux ans, sans païer aucun Droit. Article 11. Sa Majesté le Roi de Prusse confirmera et maintiendra la Collation de toutes les Prébendes et Bénéfices Ecclésiastiques, qui a été faite pendant la dernière guerre in turno Clivensi au Nom de Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, ainsi que la Nomination qu’Elle a faite aux Places de Drossard, qui sont devenues vacantes pendant cette guerre dans les pais de Clèves et de Gueldres. Article 12. Les Articles préliminaires de la Paix de Breslau du 11 de Juin 1742 et le Traité définitif de la même Paix signé à Berlin le 23 de Juillet de la même année, le Recès des Limites de l’année 1742 et le Traité de Paix de Drèsde du 25 Décembre 1745 pour autant qu’il n’y est pas dérogé par le présent Traité, seront renouvellés et confirmés. Article 13. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, et Sa Majesté le Roi de Prusse s’engagent mutuellement, de favoriser réciproquement, autant qu’il est possible, le Commerce entre Leurs Etats, Pais et sujets respectifs, et de ne point souffrir qu’on y mette des entraves ou chicanes, mais Elles tacheront plutôt de l’encourager et de l’avancer de part et d’autre fidèlement, pour le plus grand bien de Leurs Etats réciproques. Elles Se proposent de faire travailler pour cet effet à un Traité de commerce aussitôt que faire se pourra ; Mais en attendant et jusqu’à ce qu’on ait pû convenir sur cet objet, une- chacune d’Elles arrangera dans ses Etats selon sa volonté tout ce qui a du rapport au commerce. 240 SBcilagen. Article 14. Sa Majesté le Roi de Prusse conservera la Religion Catholique en Silésie dans l’état où elle était au tems des Préliminaires de Breslau, et du Traité de Paix de Berlin, ainsi qu’un chacun des habitans de ce païs dans les possessions, libertés et Privilèges qui lui appartiennent légitimement, sans déroger toutes fois à la liberté entière de Conscience, de la Religion Protestante et aux Droits du Souverain. Article 15. Les deux Hautes Parties Contractantes renouvellent les engagemens qu’Elles ont pris dans l’Article 9 et dans l’Article séparé du Traité de Berlin du 28 Juillet 1742 relativement au paiement des Dettes hypothéquées sur la Silésie. Article 16. Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême et Sa Majesté le Roi de Prusse se garantissent mutuellement de la manière la plus forte Leurs Etats, savoir : Sa Majesté l’Impératrice Reine tous les Etats de Sa Majesté Prussienne, sans exception, et Sa Majesté le Roi de Prusse tous les Etats que Sa Majesté l’Impératrice Reine de Hongrie et de Bohême possède_ en Allemagne. Article 17. Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe doit être compris dans cette Paix sur le pied du Traité de Paix que Sa dite Majesté a conclu ce même jour avec Sa Majesté le Roi de Prusse. Article 18. Sa Majesté le Roi de Prusse renouvellera la Convention faite en 1741 entre Elle et l’Electeur Palatin au sujet de la Succession de Juliers et de Bergue, sous les mêmes conditions, sous lesquelles elle a été conclue. ^ Article 19. Tout l’Empire est compris dans les stipulations des Articles deux, quatre, cinq, six et sept, et moyennant cela tous ses Princes et Etats jouiront en plein de l’effet des dites stipulations, et ce qui est arrêté et convenu entre Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême et Sa Majesté le Roi de Prusse, aura également et réciproquement lieu entre Leurs dites Majestés et tous les Princes et Etats de l’Empire. La Paix de Westphalie et toutes les autres Constitutions de l’Empire sont aussi confirmées par le présent Traité de Paix. Article 20. Les deux Hautes Parties Contractantes sont convenues de comprendre dans le présent Traité de Paix Leurs Alliés et Amis, et Elles Se reservent de Les nommer dans un Acte séparé qui aura la même force que s’il étoit inséré mot à mot dans ce Traité, et il sera également ratifié par les deux Hautes Parties Contractantes. îOeilagen. 241 Article 21. L’échange des Ratifications du présent Traité de Paix se fera à Huberts- bourg dans quinze jours à compter du jour de la Signature, ou plutôt si faire se pourra. En foi de quoi Nous soussignés Plénipotentiaires de Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, et de Sa Majesté le Roi de Prusse en vertu de Nos Pleinpouvoirs, qui ont été échangés de part et d’autre, avons signé le présent Traité de Paix, et y avons fait apposer les cachets de Nos armes. Fait au Chateau de Hubertsbourg ce Quinze Février de l’année mil sept cent soixante Trois. Article séparé 1. Sa Majesté le Roi de Prusse Electeur de Brandenbourg voulant donner à Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême une preuve de Son amitié et du plaisir, qu’il se fait de se prêter à ce qui peut Lui être agréable; Lui promet Sa voix en faveur de S. A. R. l’archiduc Joseph pour l’Election à venir d’un Roi des Romains ou d’un Empereur. Le présent Article séparé Premier aura la même force que s’il étoit mot a mot inséré dans le Traité de Paix et il sera également ratifié des deux Hautes Parties Contractantes. En foi de quoi les soussignés Plénipotentiaires de Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême, et de Sa Majesté le Roi de Prusse ont signé ce présent Article et y ont apposé le cachet de Leurs armes. Fait au Chateau de Hubertsbourg, le Quinze Février l’an mil sept cent soixante trois. Article séparé 2. Sa Majesté l’Empereur et Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et de Bohême aïant arrêté au moyen d’une Convention avec le Ser me Duc de Modène, le Mariage de l’un des Archiducs puis-nés avec la Princesse de Modène sa petite fille, et Se proposant de demander dans son tems à l’Empereur et à l’Empire l’Expectative à la Succession des Etats de Modène en faveur de celui des Archiducs qui épousera cette Princesse ; Sa Majesté le Roi de Prusse, qui se fait un plaisir de complaire à Leurs Majestés Impériales dans tout ce qui peut dépendre de Lui, Leur promet dez à présent Sa Voix pour le cas en question; Et Leurs dites Majestés assurent en échange Sa Majesté Prussienne de Leur gratitude et et de l’envie sincère qu’Elles ont de Lui donner réciproquement des preuves de Leur amitié dans toutes les circonstances qui pourront Leur en fournir l’occasion. Le présent Article séparé second aura la même force que s’il étoit mot à mot inséré dans le Traité de Paix, et il sera également ratifié des deux Hautes Parties Contractantes. En foi de quoi les soussignés Pléni- SBeatt 1 i e u=SBl a v c o n a a ç. SCer ÇubertS&urger griebe. 16 242 SScitagcn. potentiaires de Sa Majesté l’Impératrice Reine Apostolique de Hongrie et. de Bohême et de Sa Majesté le Roi de Prusse ont signé ce présent Article, et y ont apposé le cachet de Leurs armes. Fait au Chateau de Hubertsbourg le Quinze Février l’an mil sept cent soixante trois. Æcilage W. '^renf;tfd;=fadjftfdjer grriebenStoertrag. Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe et Sa Majesté le Roi de Prusse, animés du désir réciproque de mettre fin aux calamités de la guerre, et de rétablir l’union et la bonne intelligence entre Eux, et le bon voisinage entre Leurs états respectifs, aïant réfléchi sur les moïens les plus propres pour parvenir à un but si salutaire, et Son Altesse Roïale le Prince Roïal de Pologne et Electoral Héréditaire de Saxe S’étant emploie à concerter une Assemblée de Plénipotentiaires, qui fût suivie d’une Négociation, pour l’avancement de laquelle et pour écarter les retardemens, que l’éloignement auroit pû faire naître, Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, Lui a confié le soin d’y ménager Ses intérêts, on est convenu de faire tenir au Chateau de Hubertsbourg des Conférences de paix. En conséquence de quoi Leurs Majestés ont nommé et autorisé des Plénipotentiaires, savoir: Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, le Sieur Thomas Baron de Fritseli, Son Conseiller privé, et Sa Majesté le Roi de Prusse, le Sieur Ewald Frédéric de Hertzberg, Son Conseiller privé d’Ambassade, lesquels après s’etre duëment communiqué et avoir échangé leurs Pleinpouvoirs en bonne forme ont arreté, conclu et signé les Articles snivans d’un Traité de Paix. Art. I. Il y aura une paix solide, une amitié sincère et un bon voisinage entre Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, et Sa Majesté le Roi de Prusse, et Leurs Heritiers, Etats, Pars et Sujets: en conséquence de quoi il y aura une Amnestie generale et un Oubli éternel de tout ce qui est arrivé entre les Hautes Parties Contractantes à l’occasion de la présenté guerre, de quelque nature que cela puisse avoir été, et il ne sera point demandé de dedommagement de part et d’autre, sous quelque prétexte ou nom que ce puisse être, mais toutes les prétensions réciproques, occasionnées par cette guerre, demeureront entièrement éteintes, annullées et anéanties. 33ei(agen. 243 Les Hautes Parties Contractantes et Leurs Heritiers cultiveront à l'avenir entre Elles une bonne harmonie et parfaite intelligence en tachant d’avancer Leurs interets réciproques, et d’écarter tout ce qui Leur pourroit préjudicier ou y donner la moindre atteinte. Sa Majesté le Roi de Prusse promet en particulier, que dans les occasions qui se présenteront de pouvoir procurer des convenances à Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe ou à Sa Maison, sans que ce soit aux dépens de Sa dite Majesté Prussienne, Elle y contribuera avec le plus grand zélé et Se concertera à cet effet avec Sa Majesté Polonoise et avec Leurs Amis communs. Art. II. Toutes les hostilités cesseront entièrement à compter du onze de Février inclusivement, et depuis le meme jour Sa Majesté Prussienne fera cesser entièrement et pleinement toutes Contributions ordinaires et extraordinaires, toutes livraisons des provisions de bouche, fourages, chevaux et autre bétail ou autres effets, toutes demandes de recrües, valets, travailleurs et voitures, et généralement toutes sortes de prestations de quelque nature et dénomination qu’elles puissent être, et sous quelque titre ou prétexte qu’elles pourroient être demandées et exigées, comme aussi toute coupe de bois et autres endommagemens dans tout l’Electorat de Saxe et toutes ses parties- et dépendances, y compris la Haute et Basse Lusace. Si les ordres que Sa Majesté le Roi de Prusse a donné là dessus ne fussent pas arrivés le dit jour en tous les endroits occupés par les Trouppes de Sa Majesté Prussienne, et que par cette raison ou sous d’autre prétexté il dut arriver qu’on eut pris ou exigé encore quelque argent ou quelque autre prestation, de quelque nature ou prix qu’elle pourroit être, des caisses ou des sujets de Sa Majesté Polonoise, ou qu’on eut causé d’autres dommages, Sa Majesté Prussienne fera restituer sans delai tout ce qui auroit été pris ou exigé, et bonifier tout dommage et perte. En conséquence de cette cessation generale de toute sorte de prestations, Sa Majesté Prussienne renonce également à tous les arrérages des contributions, livraisons et autres prestations antérieurement demandées et exigées, et déclaré, que toutes les prétensions y relatives seront et démeureront entièrement éteintes, annullées et anéanties, de sorte qu’il n’en sera jamais plus fait mention. Art. III. Sa Majesté le Roi de Prusse promet de commencer les dispositions necessaires pour une prompte évacuation de la Saxe, dés que le présent Traité sera signé, et d’effectuer et achever l’évacuation et la restitution de tous les Etats et Païs, Villes, Places et Forts de Sa Majesté Polonoise, et généralement de toutes parties et dépendances des dits Etats, que Sa Majesté Polonoise a possédées avant la présenté guerre, dans l’espace de trois semaines à compter du jour de l'échangé des ratifications, bien entendu que les Trouppes de Sa Majesté l’Imperatrice Reine d’Hongrie et de Bohême évacuent toute la Saxe dans le même espace de tems. 16 a 44 ïïcilnjtti. Dés le onze de Février Sa Majesté le Roi de Prusse fera nourir Ses Trouppes de Ses propres Magazins, sans qu’elles soient à charge au pais, et on procédera incessamment au reglement des routes que les dites Trouppes prendront en quittant les états de Sa Majesté le Roi de Pologne, dans lesquelles elles seront conduites et logées par des Commissaires nommés par Sa Majesté Polonoise, qui auront pareillement soin des Vorspann dont les Trouppes auront besoin pour leurs marches, et qui leur seront fournis gratuitement à condition que ces Vorspann ne soient pas obligés de passer les frontières de Saxe que jusqu’au premier gite. Art. IV. Sa Majesté le Roi de Prusse renverra sans rançon et sans délai tous les Generaux, Officiers et Soldats de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, qui sont encore prisonniers de guerre, et les autres Sujets de Sa dite Majesté Polonoise qui ne voudront pas rester dans le service et dans les états de Sa Majesté Prussienne, bien entendu, que chacun d’eux paie préalablement les dettes qu’il aura contractées. Sa dite Majesté le Roi de Prusse rendra aussi toute l’Artillerie appartenante à Sa Majesté le Roi de Pologne qui se trouve encore en Saxe et qui est marquée aux armes de Sa dite Majesté Polonoise. • En particulier les Villes de Leipzig, Torgau et Wittenberg seront restituées par rapport aux fortifications dans le même état, ou elles sont à présent, et avec l’Artillerie qui s’y trouve marquée aux armes de Sa Majesté Polonoise. Sa Majesté Prussienne mettra aussi en liberté les otages et autres personnes qui ont été arretées à l’occasion de la présenté guerre, et fera rendre tous les papiers qui appartiennent aux archives de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, ou aux autres bureaux du pais, et à l’avenir il n’en sera rien allégué ou inféré contre Sa Majesté le Roi de Pologne, ni contre Ses Heritiers et Etats. Art. V. Le Traité de paix conclu à Dresde le 25. Décembre 1745. est expressément renouvellé et confirmé dans la meilleure forme et dans toute sa teneur autant que le présent Traité n’y dérogé pas, et que les obligations y contenues sont de nature à pouvoir encore avoir lieu. Art. VI. Pour redresser réciproquement tous les abus, qui se sont glissés dans le Commerce au préjudice des pais, états et sujets respectifs des Hautes Parties Contractantes, il est convenu, que d’abord après la paix concilie on nommera de part et d’autre des Commissaires qui régleront les affaires de Commerce sur des principes équitables et réciproquement utiles. Il sera aussi réciproquement administré bonne et prompte justice à ceux des sujets respectifs qui auront des procès et des prétensions liquides dans les états de l’une ou de l’autre Partie, et quand il y en aura qui auront changé ou voudront encore changer de domicile, et le transférer de ’-Beilagcu. 245 la domination de l’une sous celle de l’autre des Hautes Parties Contractantes, on ne leur fera point de difficulté à cet égard. Art. VII. Sa Majesté le Roi de Prusse consent d’acceder et fera accéder Ses sujets créanciers de la Steuer de Saxe aux arrangemens qu’on prendra incessamment par rapport aux intérêts à païer, et pour l’établissement d’un fond d’amortissement solide et durable sans aucune préférence. Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe assure et promet d’un autre coté, que conformement aux dits arrangemens tous les sujets de Sa Majesté Prussienne qui ont, ou auront des capitaux dans la Steuer de Saxe, recevront leurs intérêts exactement, et que les capitaux leur seront aussi remboursés en entier, sans la moindre réduction ni diminution, et dans un espace de tems raisonnable. Art. VIII. L’échange de la ville et du péage de Furstenberg et du village de Schidlo contre un équivalent an Land und Leuten, stipulé dans l’article VIL de la paix de Dresde, aiant rencontré beaucoup de difficultés dans l’execution, on est ultérieurement convenu, que pour le faciliter, la ville de Furstenberg avec ses dépendances, situées en deçà de l’Oder, ne sera pas comprise dans ce troc et restera à Sa Majesté Polonoise, mais que d’un autre coté Sa dite Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe eedera à Sa Majesté Prussienne non seulement le péage de l’Oder, qu’Elle a perçu jusqu’ici à Furstenberg, et le village de Schidlo avec ses appartenances au delà de l’Oder, mais aussi generalement tout ce qu’Elle a possédé jusqu’ici des bords et rives de l’Oder, tant du coté de la Lusace que de celui de la Marche, de sorte que la rivière de l’Oder fasse la limite territoriale, et que la supériorité des deux rives et bords de l’Oder et de tout ce qui est au delà de l’Oder du coté de la Marche apartienne désormais en entier et exclusivement à Sa Majesté le Roi de Prusse, Ses Successeurs et Heritiers à perpétuité. Il est aussi convenu, que l’equivalent à donner à Sa Majesté Polonoise ne pourra être évalué qu’à proportion du revenu réel, qu’Elle a tiré jusqu’ici des possessions, qu’Elle eedera à Sa Majesté Prussienne, en conséquence de quoi Sa Majesté Polonoise Se contentera d’un équivalent an Land und Leuten, dont le revenû réel seroit égal au revenu réel des possessions, qu’Elle eedera à Sa Majesté Prussienne. Au reste dans tous les autres points relatifs à cet échange, l’Article VII. de la paix de Dresde sera exactement observé et exécuté. Art. IX. Sa Majesté le Roi de Prusse accorde à Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe le libre passage en tout tems par la Silesie en Pologne, et renouvelle en particulier ce qui a été stipulé là dessus dans l’Article X. du Traité de paix conclu à Dresde en 1745. 246 ffieifiigen. Art. X. Les Hautes Parties Contractantes Se garantissent réciproquement l’observation et l’execution du présent Traité de Paix, et tacheront d’en obtenir la Garantie des Puissances, avec les quelles Elles sont en amitié. Art. XI. Le présent Traité de Paix sera ratifié de part et d’autre, et les Ratifications seront expédiées en bonne et due forme, et échangées dans l’espace de quinze jours, ou plutôt si faire se peüt, à compter du jour de la Signature. En foi de quoi les soussignés Plénipotentiaires de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe et de Sa Majesté le Roi de Prusse, en vertu de leurs Pleinpouvoirs, ont signé le présent Traité de Paix, et y ont fait apposer les cachets de leurs armes. Fait au Chateau de Ilubertsbourg, le quinze Février Mil-Sept-Cent Soixante Trois. (L. S.) Thomas Baron de Fritsch. (L. S.) Ewald Frédéric de Hertzberg. Article séparé I. On est convenu, que dans les arrérages ou autres prestations arriérées, qui-devront cesser du Onze de Février 1763., ne sera pas compris ce qui est encore dû sur les lettres de change et autres engagemens par écrit, énoncés dans la Spécification ci-jointe, que Sa Majesté le Roi de Prusse Se reserve expressément, et que Sa Majesté le Roi de Pologne promet de faire acquiter exactement, et selon la teneur des dites lettres de change et autres engagemens par écrit donnés là dessus, sans le moindre rabais ou défalcation, et dans les monnoïes y promises. Art. séparé II. Pour ne laisser aucun doute sur la nature et la solidité des arrange- mens à prendre sur les affaires de la Steuer, dont il a été fait mention dans l’Article VII. du Traité de Paix, Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe déclaré, qu’Elle prendra des arrangemens, pour qu’aucun des créanciers de la Steuer ne perde la moindre partie de son capital; Qu’il est impossible de leur païer les intérêts arriéres, après que tous les revenus du païs ont été notoirement absorbés par les calamités de la guerre ; Que la même raison doit valoir pour l’année présente après toutes les charges, aux quelles le pais a déjà été obligé de fournir: Mais que pour le futur Sa Majesté prendra incessamment avec les Etats de la Saxe assemblés en Diète les arrangemens necessaires pour établir un fond prélevable sur les revends les plus clairs du païs, lequel sera l mo ) principalement emploié pour païer exactement les intérêts, qui ne pourront pas être fixés au dessous de Trois pour Cent, tout comme ils ne pourront pas passer les dits Trois pour Cent; &eilagen. 247 2 do ) Que le reste fera le fond d’amortissement pour l’acquit successif des capitaux, qui augmentera à proportion de l’acquit des capitaux et de la diminution des intérêts, et dont la distribution se fera annuellement par le sort, sans aucune preference pour qui, ou à quel titre que ce soit; 3 lio ) Que l’administration du dit fond total destiné au paiement des intérêts et au remboursement des capitaux sera fixée en la susmentionnée Diète prochaine des Etats de Saxe, de façon que pléniere sûreté s’y trouve, Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe promettant de donner là dessus toutes les assurances convenables. Art. séparé III. Il a été convenu et arreté, que les Titres emploïés ou omis de part et d’autre à l’occasion de la présente Négociation dans les Pleinpouvoirs et autres Actes ou par tout ailleurs, ne pourront être cités ou tirés à conséquence, et qu’il ne pourra jamais en résulter aucun préjudice pour aucune des Parties intéressées. Les presens trois Articles séparés auront la même force que s’ils étoient mot à mot insérés dans le Traité principal, et ils seront également ratifiés des deux Hautes Parties Contractantes. En foi de quoi le_s soussignés Plénipotentiaires de Sa Majesté le Roi de Pologne Electeur de Saxe, et de Sa Majesté le Roi de Prusse ont signé ces presens Articles séparés et y ont fait apposer les cachets de leurs armes. Fait au Cliateau de Hubertsbourg le quinze Février Mil-Sept-Cent Soixante Trois. (L. S.) Thomas Baron de Fritsch. (L. S.) Ewald Frédéric de Hertzberg. Specificatio i)cret in hem (Erfteu Articulo separato reservirteu 2Bcd)fettu'iefc unb Engagemens. I. fieipgiger Ereiê an Soljaun Evnft Gozkowsky 1) Obligation d. d. 31. Jan. 1763. . 2) Obligation d. d. 2. Febr. 1763. . 3) Obligation Boit 2. Febr. 1763. II. jJtatlj itnb ©tabt Seipgtg an Gozkowsky 1) Obligation d. d. 18. April. 1761. . 2) detto, d. d. Mich. SDÎeffe 1761. . 3) 9îeft Cltlf dite Oblig. d. d. 25. Febr. 1762 4) Obligation d. d. 23. Decembr. 1762. in Dueatett. tu SD'îiinlje.. III. Eamntev^Collegium an Sljriftopb Goslar auê bem ÇoltjîContract Bout 4. Decembr. 1762. 9itl)lf. 400,000. s * 86,418. * j 24,000. î » 80,000. î - 894. - S 259,300. ; î 350,000. S 700,000. S 40,000. 248 Beilagen. IV. Wegen des unterm 22. Oeebr. 1762. geschlossenen Holtz-Oontrsots durch Vier unterm 26. -Inn. 1763. von George Christian Städter an Carl Imveaux ausgestellte Wechselbriefe, 1) .Inbii. Messe 1763/zahlbar. . . Rthlr. 21,317. 2) Inbil. Messe 1763. zahlbar... - - 21,347. 3) Margg. Messe 1763. zahlbar . . - - 21,347. 4) Neujahr-Messe 1764. zahlbar . . - - 21,347. V. Thüringische Stände an Oosiar, mit Vorbehalt der §. 2. der Annotation bedungenen Abrechnung Ouxitnl.- - 228,328. Internen.- - 23,118. VI. Stände des Stifsts Naumburg-Zeitz, an I-e- venux, laut Obligation . 0. 1. vebr. a. c. halb auf llollau. und halb auf lilicllacl. zahlbar. XI. Die Herrschafften Forst und Pförthen eine Verschreibung an den Vcusral-LIajor von Möllendorf 0. cl. 5. vcbr. a. c. in der Nicllacl-Messe zahlbar.- - 12,000. - - Cammer-Rath Heineken einen Wechsel ä. . . - - 10,000. - - XII. Es ist auch der zwischen dem vcncral->lajor von viuclcn und dem Cammer- Lommissario Lorentz wegen derer Vorccllain-Bestellungen unterm 7.vcbr. a. c. geschlossene Vergleich unter denen zu erfüllenden Verschreibungen mit begriffen. Hierüber annoch: rV. Auf Verschreibungen des Grafen von volra äe ao. 1759. laut gegebener Berechnung . Rthlr. 37,786. 13. 5. L. Wechselbrief von Johann Christian Renner vom 3. Lcxtbr. 1759. von dem von Dieskau an die Preuß. Haupt - LbaZa/iu - Lasse in- llossiret unterm 31. llau. 1763.- - 1,000. - - Uromas b'rlll. von vritscll. vrvalä vrieclericll von HertLberg. Da in dem zwischen Seiner Königlichen Majestät in Pohlen und Seiner Königlichen Majestät in Preußen unterm heutigen Dato getroffenen Friedens- Schluß fest gesetzet worden, daß von dem Eilsten b'ebruar. inclusive an gerechnet, alle Kriegs-Vraestationes in Sachsen csssiren, und die Chnrsächsischcn Lande in Zeit von Drey Wochen, nach geschehener Auswechselung derer Uati- twationen, von denen Königlich Preußischen Droupxen evacuiret werden sollen, beydes aber, wegen der dabey vorkommenden Umstände einige Erläuterungen bedarf, so haben die Unterzeichnete beyde Gevollmächtigte folgende Neben- Louvention verabredet und geschlossen. 250 Beilagen. 1 . Werden Seine Königliche Majestät in Preußen von dein Sechzehendcn Ilebr. a. ourr. an, Dero sämtliche Niouppen aus dem Erzgel'ürgischen und Thüringischen Creise zurück ziehen, und gedachte Creise den Zwanzigsten Februar, völlig er-rouiren lassen. Die Stadt Leipzig soll den Ersten Llartü geraumer werden, und Seine Königliche Majestät in Preußen werden hiernächst alles mögliche thun, daß Sie die sämtliche Chnrsächsische Lande in der in dem Friedens-lr-mtat festgesetzten Zeit von Drey Wochen, nach ausgewechselten liatiücntionen, von Dero Nronppxn ovoouiren lassen; wenn aber solches wieder Vermuthen, wegen noch nicht offener Schiffart, in solcher Zeit nicht völlig geschehen könnte, und ein Theil der Königlich Preußischen Nrouppcn eine Zeit von Acht bis höchstens Zehn Tagen noch länger in Sachsen stehen bleiben müßte; so soll dieses Königlich Pohlnischer und Churfürstlich Sächsischer Seits nicht als eine Oontravontion des Friedens angesehen werden, sondern es soll Seiner Königlichen Majestät in Preußen frey stehen, solche Nrouppen, die jedoch über Zwantzig Lstoillons nicht ansmachen werden, zwischen der Elbe und Mulda, und in den nächsten Gegenden von Torgau und Wittenberg, jen- seit der Elbe, auf so lauge stehen zu lassen. 2 . Verbleiben sämtliche in Sachsen gegenwärtig befindliche LloAsüine zu Seiner Königlichen Majestät in Preußen Disposition, um theils die ^rinöo, so lange solche sich noch in Sachsen befindet, daraus zu verpflegen, theils auch die Vorräthe, nach dem es die Umstände erfordern, transportiren zu lassen. Wenn hiernächst auch die ^rmeo aus Sachsen weg moroliiret, so verbleiben die übrigen NLAoüin- Bestände zu Torgan, Pretsch und Wittenberg demohngeachtet zu Seiner Königlichen Majestät in Preußen Disposition, und stehet Deroselben frey, solche wegschaffen oder versilbern zu lassen, welches so bald als möglich geschehen wird; wie denn auch die nöthigen ülnZEi-Bediente bis dahin darbey stehen bleiben. 3 . Behalten Seine Königliche Majestät in Preußen sich vor, daß die ohn- umgänglich erforderliche Fuhren, um so wohl innerhalb derer Chursächsischen Lande, und weitestens bis zum ersten Nacht-Lager über der Gräntze, der ^.rmoe die Ilournge aus denen LInZn-inen anzufahren, als auch allenfalls die L-Ingnmn- Bestände bis Torgau, Pretsch oder Wittenberg zu transportiren, ingleichen zum Holtz-Anfahren, die Krancken-Fuhrcn, und alle zum Llru-oll bis in das erste Nacht-Lager über die Gräntze, ohnumgänglich erforderliche Vorspann und Orckoniianü-Pferde, bis zur §. 1. bestimmten güntzlichen Lvaonntion, vom Lande, ohnweigerlich und ohnentgeldlich, gestellet werden, welches alles mit denen Königlich-Pohlnischer und Churfürstlich-Sächsischer Seits abznordnenden Creis- und Unroll-Lommissorien zu i'CAuIiren. 4 . Wenn die Königlich- Preußischen Nrouppen Sachsen ovLouiren, so bleiben die Lazarethe zu Torgau und Wittenberg so lange, bis bey offenwerdender Schiffart die Krancken, und alles, was zum Lazareth gehöret, transportiret Beilagen. 251 und weggeschaffet werden können, und behalten so lange frehes Obdach, Licht und Feuerung. Seiner Königlichen Majestät in Preußen stehet auch srcy, bcy denen Imimretken und Magazinen überhaupt ein vetneüoinont von Drcyhundert Mann von Dero ll?ro»iipen zu lassen. Der Transport derer Imn.-rretlie ge- schiehet auf Jhro Königlichen Majestät in Preußen alleinige Kosten. 5 . Der ^i'inöe, samt allein, was dazu gehöret, nebst virootorinl- und Loin- missnrints-Proviant-Bcckereh- und Fuhrwesens-Bedienten, wird, so lange selbige vorbestimintermasscn noch in Sachsen bleiben, freyer Quartier-Stand, als Obdach, Feuer und Licht, und auf dem Llaroli, Lager und Streu-Stroh ohnent- geldlich gestattet. 6 . Behalten Seine Königliche Majestät in Preußen sich vor, daß von allem, was bis zu denen lberminio evaouationis der rLrinee zu ihrem Gebrauch zu- geflihret wird, oder dieselbe wegschicket, weder Zoll noch Geleite, oder Looiso, noch Fchr- und Briickenvnlü ^rellerio üe blerwberg. Inhalt Seite Einleitung. 1 Erste Eröffnungen. 6 Von Dresden bis Wermsdorf.28 Hubertusburg.46 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Oesterreich.. . 60 Schriftenwechsel zwischen Preußen und Sachsen.85 Schlußverhandlungen.12t. Russische Vermittlungsversuche.175 Ratification.184 Beilagen.193 Druck von Otto Wigand in Leipzig.