Russische BerimttlimMersilche.
Während der Zeit, da der König von Prenßcn sein Haupt-quartier in Leipzig nusgeschlagen hatte, hielt sich daselbst der FürstRcpnin als russischer Gesandter aus. Demselben tonnte cs un-möglich ganz verborgen bleiben, daß etwas im Werk sei, welchesaus eine Veränderung des damaligen politischen Zustandes hin-zielc; die mehrtägige Anwesenheit des Geheimenraths von Fritsch,dessen wiederholte Konferenzen mit dem Könige, die plötzliche An-kunft des GeheimenrathS von Hertzberg, der ebenso unerwartetschnell wieder verschwand als er gekommen, — alles das mußtein Leipzig bemerkt werden, und an den verschiedensten Auslegungenund Kommentaren feblte es sicher nicht. Der König, welcher seitdem Regierungsantritt der Kaiserin Katharina II. stets aufS sorg-fältigste bemüht gewesen war, alles zu vermeiden, was nur imgeringsten den Anschein einer Vernachlässigung des russischen Hofesgewinnen konnte, hielt es daher für erforderlich und nützlich, dasGehcimniß der Friedensuntcrhandlnngen nach dieser Seite hinanfzugeben. Der Graf Finckenstcin erhielt am 1. Januar 1763den Auftrag, dem Fürsten Repnin in allgemeinen Zügen von demdermaligcn Stande der Dinge Mittheilnng zu machen. Letzterernahm diese Eröffnungen mit unverhohlener Gcnngthunng entgegenund kam schon am folgenden Tage zu dem preußischen Minister,um diesem anznzeigen, daß sein Bericht an die Kaiserin bereits