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Von Dresden bis Mennsdorf.
mit Herrn von Fritsch am 23. December nach Leipzig abzu-rcisen.
Dieses Reiseziel sollte aber nicht erreicht werden.
Als Fritsch seine, ihm nm eine Stunde voransgegangenenGefährten Abends in Stauchitz einholte, fand er Herrn von Collen-bach in der größten Aufregung 0. Derselbe zog ihn in ein ab-gelegenes Zimmer und begann ihm auf das ernsthafteste zu Gemüthzu führen, zu welchem, ihren beiderseitigen Höfen nachtheiligenSchritte er die Veranlassung gegeben; die ganze Negociativn,welche lediglich auf die strengste Geheimhaltung gebaut gewesen,könne dadurch vereitelt werden. Schon in Dresden habe er lin-glaubliches über seine Reise hören müssen; aber was ihm jetztans der Fahrt hieher begegnet, überschreite doch alles: mit seineneignen Ohren habe er auf der Meißner Fahre während der Elbe-lieberfahrt vernommen, daß in Gegenwart vieler preußischerSoldaten einer derselben gesagt: „Da kommen die Wiener, diegehen znm König." Es sei ihm daher unmöglich, nach Leipzig zugehen.
Fritsch redete dem Erregten mit vieler Geduld zu, wobei erdenselben freilich nicht mit der Bemerkung verschonte, daß derWiener Hof von dem ganzen Unglück Sachsens die Schuld trage,und daß seines Königs Standhaftigkeit, zu welcher er durchkeinerlei Tractate verpflichtet, wohl mehr Berücksichtigung verdiene,als ihm seither bezeiget worden. Mit Hin- und Wiedcrrede ver-ging der größte Theil der Nacht, und endlich verglich man sichdahin, daß man gemeinschaftlich nach Wermsdorf fuhr, wo Collcn-bach einstweilen blieb, während Fritsch seine Reise nach Leipzigfvrtsetzte. Als er hier am Nachmittage des 24. Decembers an-langte, ward er sogleich bei dem Könige vorgelassen, dem er einHandschreiben des Churprinzen überreichte und über Collenbachs
0 Bericht des Geheimen Raths von Fritsch vom 24. Dec. 1762.