Von Dresden bis Wermsdorf.
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seines Berichts über die zweite Verhandlung mit dem König vonPreußen dringend gebeten, ihn in Berücksichtigung seiner dreiund-sechzig Jahre von der Fortführung dieses Geschäfts zu dispensiren;doch gelang es dem Churprinzcn, den von lebendigster Vaterlands-liebe und von unermüdlichem Diensteifer durchdrungenen Mann,der in diesem Augenblicke kaum zu ersetzen war, zur weitern Fort-führung des von ihm begonnenen Werks zu bestimmen. In einerunter Vorsitz des Churprinzen stattfindendeu Cvnferenz ward inseiner Gegenwart das Schreiben des Königs aus Warschau vom16. December als Grundlage der ihm zu ertheilenden Instructionbesprochen und ihm aufgegeben,- unverzüglich in der Begleitungdes HofrathS von Collcnbach nach Leipzig abzureisen.
Dies war aber nicht so schnell und so leicht zu bewerkstelligen,wie man glaubte: der österreichische Bevollmächtigte erklärte, er-hübe die Instruction erhalten, nach Dresden zu reisen, und trageBedenken, ohne ausdrücklichen Befehl seines Hofes nach Leipzigzu gehen. Die Vorstellungen, daß es gerathen sei, von der Leb-haftigkeit und der Ungeduld, die der König von Preußen zu er-kennen gegeben, möglichsten Vvrtheil zu ziehen, — daß diesermündlich erklärt habe, er sei bereit, einen Ambassadeur nach Wienzu senden, — daß die Abwicklung der Sache selbst weit geschwin-der und leichter in der Nähe des Königs von statten gehen werde,— alles dies machte auf den streng geschulten Beamten der Hof-und Staatskanzlei keinen Eindruck. Es bedurfte der persönlichenVermittlung des Churprinzen und namentlich der ChnrprinzessinMaria Antonia, um Herrn von Collenbach zur Nachgiebigkeit zubewegen; und erst nachdem der Churprinz es über sich genommen,das Verhalten des Bevollmächtigten seinem Hofe gegenüber zurechtfertigen *), und nachdem die Chnrprinzessin einen eigenhändigenBrief au die Kaiserin dieserhalb geschrieben, willigte-er darein,
>) Schreiben des Chnrprinzen an Graf Flemming vom 21. Dec. 1762.