Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

131

Las Geld; nimm was Du willst; aber enttäusche mich!Wer ist das Weib, das Dein Freund besucht? undliebt er sie?"

NicotS Augen funkelten, und seine Hände thaten sichauf und zu, und zu und aus, wie er die Geldstücke an-starrte. Doch mit Mühe dem Instinkt des Goldes wider-stehend, sagte er mit erheuchelter BitterkeitMeinstDu mich bestechen zu können? und wäre das auch,so kann es nicht mit Gold geschehen. Aber was ist cSauch, wenn er eine Nebenbuhlerin liebt? wenn er Dichverräth? was ist es, wenn er, Deiner Eifersucht über-drüssig, Dich bei seiner Flucht zurückzulaffen gedenkt?würde es Dich glücklicher machen, wenn Du das wüßtest?"

Ja," antwortete die Italienerin heftig;ja, denncs wäre ein Glück, ihn Haffen und mich rächen zu können!O, Du weißst nicht, wie süß der Haß denen ist, die wirk-lich geliebt haben!"

Aber willst Du mir schwören, wenn ich Dir daSGeheimniß offenbare, daß Du,m!ch nicht verrathen, daßDu nicht, wie die Weiber pflegen, in schwache Thränenund zärtliche Vorwürfe ausbrechen willst, wenn DeinVerräther zurückkommt? "

Thränen! Vorwürfe! Die Rache hüllt sich inLächeln!"

Du bist ein wackeres Geschöpf!" sagte Nicot bei-nahe bewundernd.Noch eine Bedingung! Dein Ge-liebter beabsichtigt, mit seiner neuen Geliebten zu fliehen.Dich Deinem Schicksal zu überlassen; wenn ich Dir dießbeweise, nnd Dir zur Rache an Deiner Rivalin helfe,willst Du mit mir fliehen? Ich liebe Dich! Ich will Dichhetrathen!"

Fillidens Augen sprühten Feuer; sie sah ihn mitunaussprechlicher Verachtung an nnd schwieg.

Nicot fühlte, daß er zu weit gegangen; nnd mit jener