Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
89
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Siebentes Kapitel.

DcS.ErdenlcbenS

Schweres Traumbild sinkt, und sinkt, und sinkt,Schiller, Das Ideal und das Leben.

Sie stand in dem Zimmer und sah sich um; keineSpuren und Zeichen, woran ein Inquisitor der älterenZeit den Jünger der schwarzen Kunst erkannt hätte,waren sichtbar. Kein Tiegel oder Kessel, keine in Metallgebundene Bücher und Gürtel mit Chiffern, keine Schädelund gekreuzte Tvdtenbeine. Nuhig strömte das volle Mond-licht in das einsame Gemach mit seinen nackten, weißenWänden. Einige wenige Büschel welker Krguter, einigeantike Gesäße von Bronze, nachlässig auf ein hölzernesGestell gesetzt, das war Alles, was der neugierige Blickin Verbindung bringen konnte mit den Beschäftigungen'des abwesenden Eigenthümers. Die Magie, wenn sievorhanden war, mußte in dem Inhaber'der Kunst selbstwohnen, und die Materialien waren für .andere Händenur Kräuter und Bronze. So ist es immer mit DeinenWerken und Wundern, o Genius! der Du die Sternesuchst! Worte selbst sind das gemeinsame Besitzthum allerMenschen; und doch aus Worten selbst thürmst Du, Bau-meister von Unsterblichkeiten, Tempel auf, welche die Py-ramiden überleben werden, und das Papyrusblatt selbstwird ein mit Thürmen prangendes Schinar, um welchesdie Fluth der Jahrhunderte vergebens brausen und tobenwird.