Print 
5 (1842)
Place and Date of Creation
Page
37
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

37

Viertes Kapitel.

Ich fühle dich mir nahe,

Die Einsamkeit belebt,

Wie über seinen WeltenDer Unsichtbare schwebt,Uhland.

Aus diesem Zustand beständiger Unruhe und Auf-regung mehr als anhaltender Thätigkeii wurde Glhndonherausgeriffcn durch einen Besuch, der den wohlthätig-sten Einstuß auf ihn zu äußern schien. Seine Schwester,verwaist mit ihm, hatte sich auf dem Lande bei ihrerTante aufgehalten. In den früheren Jahren der Hoffnungund Häuslichkeit hatte er dies Mädchen, viel jünger alser, mit aller Zärtlichkeit eines Bruders geliebt. Bei sei-ner Rückkehr nach England schien er ihr Daseyn ganz ver-gessen zu haben. Sie rief sich selbst sein Andenken zurückbei dem Tod ihrer Tante durch einen rührenden und me-lancholischen Brief; sie hatte jetzt keine Heimath alsbei ihm, keine Zuflucht als seine Zärtlichkeit; erweinte, als er ihn las und wartete ungeduldig auf Adela'SAnkunft.

Dieß Mädchen, etwa achtzehn Jahre alt, barg untereinem sanften und ruhigen Aeußern nicht Wenig von demromantischen Enthusiasmus, der im gleichen Alter ihrenBruder ausgezeichnet hatte. Aber ihr Enthusiasmus warvon viel reinerer Art und in gehörigen Grenzen gehalten,theils durch die Milde einer höchst weiblichen Natur,