Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
90
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so

Aber hat in dieser Einsamkeit die Gegenwart dessen,der hier ihre Wunder beschworen hatte, nicht ihren eige-nen Zauber zurückgelaffen? Es schien so; denn wie Violain diesem Zimmer stand, fühlte sic, daß ein geheimniß-voller Wechsel in ihrem Innern vorging. Ihr Blut strömterasch, und mit einem Gefühl von Wonne für sie, durchihre Adern es war ihr, als fielen ihr Ketten von denGliedern, als rollte Wolke um Wolke vor ihren Blickenweg. All die verworrenen Gedanken,.wefche in ihrer hal-ben Betäubung sie bewegt, kamen zur Ruhe und koncen-trirtcn sich in der Einen lebhaften Sehnsucht, den Ab- >wesenden zu sehen, bei ihm zu sehn. Die Monaden, bwelche den Raum und den Aeiher erfüllen, schienen miteiner geistigen Anziehungskraft begabt, schienen einMedium zu werden, durch das ihr Geist von seiner Staub-hülle sich los machen, und mit dem Geist verkehren zukönnen schien, zu welchem ein unaussprechliches Verlan-gen ihn Hintrieb. Eine Schwäche kam über sie; sie schwanktenach dem Sitz , wo die Gefäße und Kräuter lagen, undwie sie sich niederbeugte, sah sie in einem der Gefäße einekleine Krhstallflasche. Durch einen unwillkührlichen, in-stinktartigen Trieb genöthigt, faßte ihre Hand das Fläsch-chen; sie öffnete es, und die flüchtige Essenz, die es ent-hielt, leuchtete auf, und verbreitete in dem ganzen Zim-mer einen durchdringenden köstlichen Wohlgeruch. Sieathmete den Wohlgeruch ein, sie wusch sich die Schläfemit der Flüssigkeit, und Plötzlich schien ihr Leben aus der