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dessen Schwelle selbst Viola'S Fuß nicht schreiten durfte»— und nie bisher, in jener süßen Ruhe des Vertrauens,wie sie der befriedigten Liebe eigen ist, hatte ste je auchnur ein vorwitziges Gelüsten in sich gespürt, dem Verbotungehorsam zu sehn- das Gemach zog ste jetzt zu fich hin.Dort war vielleicht Etwas zu finden, was das Räthsellöste, was den Argwohn zerstreute oder bestätigte; dieserGedanke wurde immer lebhafter und mächtiger in ihr, ererfaßte fie wie mit äußerlichem, unwiderstehlichem Griffe;er schien ihre Glieder ohne ihren Willen zu beherrschen,zur Bewegung zu zwingen.
Und jetzt schwankst Du durch das Gemach, die Gängeentlang, o holde Gestalt! eine Schlafwandlerin und do^hwach! Der Mond bescheint Dich, wie Du dahin schwebst,an Fenster um Fenster vorbei, weißgekleideter wandelnderGeist! — Die Arme über die Brust gekreuzt, die Augenstarr und offen, mit durchschauerter, aber gefaßter undNichts fürchtender Seele. Mutter! Dein Kind ist es, dasDich führt. Die geisterhaften Augenblicke gehen vor Dirher. Du hörst immer noch das Picken der Uhr, wie ihrGrabgeläute hinter Dir. Weiter, schwebende Gestalt, Duhast die Thüre erreicht; kein Schloß schließt Dich aus,kein magischer Zauber treibt Dich zgrück, Tochter desStaubes! Du stehst allein mit der Nacht in dem Gemache,wo blaß und zahllos die Heere des unendlichen Raumesum den Seher fich versammelt haben!