selbstsüchtigen, anspruchsvolle» Verwandten. Die zarte,edelmüthige und achtungsvolle Zärtlichkeit ihres Bruderswar ihr nicht minder neu als entzückend. Er sand Ver-gnügen an dem Glück, das er schuf; er entwöhnte sich all-mälig von anderer Gesellschaft; er empfand den süßenZauber der Häuslichkeit. Daher ist es nicht'übcrraschend,daß dieß junge Geschöpf, frei und unberührt von jederglühenderen Neigung, alle ihre dankbare Liebe auf diesengeliebten, schützenden Blutsverwandte» zusamnrenhänftc.Zhr Sinnen bei Tag, ihr Traum bei Nacht war, ihmseine Liebe zu vergelten. Sie war stolz auf seine Talente,nahm den innigsten Antheil an seiner Wohlfahrt; die ge-ringste Kleinigkeit, die für ihn von Interesse sehn konnte,steigerte sich in ihren Angen zur wichtigsten Angelegenheitdes Lebens. Kurz, all den lang aufgesparten Enthusias-mus, der ihr gefährliches und einziges Erbe war, über-trug sie auf diesen Einen Gegenstand ihrer heiligen Zärt-lichkeit , ihres reinen Ehrgeizes.
Aber in dem Verhältniß, wie Glyndon jene Auf-regungen mied, mit welchen er so lange seine Zeit auSzu-sülien, oder seine Gedanken zu zerstreue» gesucht hatte,wurde der Trübsinn seiner ruhigeren Stunden tiefer undbeständiger. Er scheute sich immer und ganz besonders,allein zu sey»; er konnte es nicht ertragen, daß seineneue Gesellschafterin ihm ans dem Auge kam; er ritt mitihr, ging mit ihr spazieren, und mit sichtbarem Wider-streben, welches beinahe an Grausen grenzte, begab ersich zur Ruhe zu einer Stunde, wo selbst die Fröhlichkeit