Druckschrift 
5 (1842)
Entstehung
Seite
38
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theils durch eine strenge und methodische Erziehung. Sieunterschied stch von ihm hauptsächlich durch eine Schüch-ternheit ihres Charakters, weit größer, als die sonst die-sem Alter gewöhnliche, die jedoch durch die ihr zur Ge-wohnheit gewordene Selbstbeherrschung nicht minder sorg-fältig verhehlt wurde, als diese Schüchternheit selbst dasromantische Wesen verhehlte, welches ich ihr znschrieb.

Adela war nicht schön; sie hatte eine Farbe und Ge-stalt, welche eine zarte Gesundheit verriechen; und einezu feine Organisation derLterven machte sic empfänglichfür jeden Eindruck, der mittelst der Mitleidenschaft mitdem Gemüib einen Einfluß ans die Gesundheit des Kör-pers üben konnte, Aber da sic nie klagte, und die aus-nehmende, milde Heiterkeit ihres Wesens eine Glcichmü-thigkeit zu verraihen schien, welche bei dem großen Hau-fen für Gleichgültigkeit hätte gelten können, hatte sie ihreLeiden so lange unbeachtet ertragen, bis es keine Anstren-gung mehr für sie war, sie zu verhehlen. Obgleich, wiegesagt, nicht schön, war doch ihr Gesicht interessant undgefällig, und es war eine schmeichelnde Freundlichkeit,ein gewinnender Zauber in ihrem Lächeln, ihrem Be-nehmen, ihrer Beflissenheit zu erfreuen, zu trösten, zuberuhigen, welche sogleich zum Herzen sprach, und sieliebenswürdig machte weil sic so liebevoll war.

So war die Schwester, welche Glyndon so langevernachlässigt hatte, und die er jetzt so herzlich bewill-kommneie, Adela hatte manches Jahr verlebt als einOpfer der Launen, als Pflegerin der Krankheiten einer