Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
Seite
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Plötzlich, wie durch de» Parorismus ihrer Krank-heit erschöpft, verstummte Lucilla, und lag uuu so still undregungslos, daß selbst der Wundarzt, wenn er nicht denmatten Schlag des Pulses der Kranken gefühlt hätte, ge-glaubt haben würde, diese wäre bereits Besiegerin ihresletzten Kampfes worden. Die Erstarrung hielt einigeMinuten an, dann richtete Lucilla sich auf, während einefrische LebcnSröthe über ihre hohlen Wangen flog, legteihren Finger an ihre Lippen, lächelte dann und sprach mitleiser, aber klarer Stimme: „Horch! er kommt,"

Die Mohrin schlich zur Thür, öffnete sie nnd horchtehinaus; denn bis jetzt hatte sie noch keinen Hufschlag ver-nommen, Im nächsten Mvmcnre hörte sie ein Pferd her-ansprenge», dann halten, dann schnauben — Trittewurden auf der Treppe hörbar — Pcrcp Godolphin stürzteherein und an das Bett — die Dulderin lag in seinenArmen, Gesänstigt, wonnednrchzuckt, überwältigt ließLucilla diese Liebkosungen geschehen und sog das Schluch-zen der erstickten Stimme des Gekommenen in sich hinein.Noch immer, wie in glücklicheren Tagen, fühlte sie, wiedie Magie seiner Küsse in ihr Innerstes drang. EinMoment der Jugend, der Liebe und des Höffens fiel indiese trostlose, schauerliche Stunde, Schweigend und Wohlohne es zu wissen, vergoß Lucilla Thränen, wie sie sielange nicht hatte weinen können: Thränen, dnrch diegleichsam das Weh nnd die Last ihres Herzens hinweg-geschwemmt wurden.

Die Mohrin ging zum Wundärzte, legte ihre Hand