Druckschrift 
5 (1840)
Entstehung
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Händen. War Radclyffe ein Mann, der dies ohne Rüh-rung sehen konnte? konnte er es anhören, wie diese schö-nen Lippen Klagen über Mangel an Liebe aushanchten,ohne daß er dabei die Liebe gefühlt hätte, die in ihmloderte? Lange und geheim und entschlossen hatte er gegendie Leidenschaft gekämpft, die er für Constanze hegte, diedurch seinen steten Umgang mit ihr, so wie durch dasBewußtseyn genährt worden war, daß sic und eben sie nurdas Weib seines Herzens würde sehn können, lind jetztweinte dies vereinsamte, betrübte, vernachlässigte undstolze Weib über ihr Loos in seinem Beiseyn, und doch lager ihr noch nicht zu Füßen! Radclyffe sprach nicht, regtesich nicht, aber er athmetc schwer und sein Gesicht wartodtenblcich. Er bezwang sich. Alles in ihm gehorsamtedem Idol, das von ihm noch eher als Constanze ange-betet worden war; denn war Alles in ihn: auch Glnthund Flamme, so war es doch anch hochherzig und groß-müthig. Die Schärfe seines Verstandes gestattete ihmkeine eigensüchtigen Sophistereien, und lieber würde erseinen Hals auf den Block gelegt haben, als daß er auchnur ein Wort von jener Liebe ausgeathmet hätte, die,wie er wußte, in demselben Augenblick, in welchem er sielaut werden ließe, seiner und Constanzens unwürdig wer-den müßte.

Es entstand eine Pause. Lady Erpingham, beschämtund verwirrt über ihre eigene Schwäche, erholte sich lang-sam und schweigend. Radclyffe sprach endlich, und seine

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