Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
102
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wenn sic einen so trefflichen Geist zn allgemein nützlicherThätigkeit anspornte. Bei dieser Hoffnung wurden ihreeigensüchtigeren Entwürfe, ihre politischen Pläne, und ihrTrachten nach Herrschaft über diejenigen, welche sic de-mnthigcn wollte, keineswegs vergessen; doch machten diese,um Constanzen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, denbei weitem geringeren Thcil ihrer Betrachtungen ans.Ihre Hoffnungen waren mcistenthcils hochherziger Art:„Ich schlug Dich ans," dachte sie, „als ich arm undabhängig war, — jetzt, da ich Rang und Neichthnm be-sitze, will ich sie freudig Deinen, Geheiß hingebcn!"

Allein Godolphin, als ob er dieser ihm so günstigenStimmung EvnstanzenS unkundig wäre, blieb bei seinerkalten Zurückhaltung , ja, seine vorherige Zerstreutheit,seine frühere Aufregung hatten sich zn fernhaltender undkühler Selbstbeherrschung herabgestimmt. Constanze undGodolphin sahen einander oft, doch vermied Letzterer jeg-liche Annäherung, obwohl Constanze sah, daß sic fort-während von seinem Blicke gesucht, und daß wenn er sie»»redete, der Ruhe seines Wesens durch ein Beben seinerStimme widersprochen ward. Bisweilen auch wurdendurch einen Blick oder eine Berührung Von ihr seineschlechtvcrhehlten Regungen vcrrathen — seine Lippenschienen dann im Begriff zu seyn, Constanzens und derVergangenheit Triumph einzngestehen; allein sic schlossensich wieder, wie vermittelst heftiger Anstrengung, und nichtselten ging Godolphin hastig fort, als scheute er sich, sei-ner Selbstbeherrschung länger zu vertrauen. Kurz, Con-