verlebte: für das Gefühl, daß ich das was Du verlangstDir gewähren könnte, vhne Deiner Unschuld ein Leid zn-znfügcn: jedoch —"
„So liebst Dn mich also! Du liebst mich!" rief Lu-cilla freudvoll und voll Verlangen seinen Worten keineandere Deutung als diese z» geben.
Godolphin ward von Entzücken hingerissen, und in-dem er das Mädchen in seine Arme schloß, bedeckte erihr Wangen und Lippen mit leidenschaftlichen und bren-nenden Küssen: dann wie durch einen unwiderstehlichenTrieb dazu angeregt, riß er sich los und entwich derStätte.
Zweiuuddrcißigstcs Kapitel.
Aller Tugend Schwäche entspringt nur ans den Gefühlen.
Es war am Abend vor Gvdolphins Abreise von Nom.Als er in sein Lluartier ging, bcmerlte er im Dunkel,und in geringer Entfernung eine in einen Mantel gehüllteGestalt, die ihn an Lucilla erinnerte. Che er dieselbe je-doch erkennen konnte, war sie verschwunden.
Als er in sein Zimmer trat, blickte er hastig aufdie Papiere, mit denen sein T isch bedeckt war. Er fandnicht was er suchte, und setzte sich mißvergnügt nnd schwcr-müthig. Er hatte Tags zuvor an Lucilla eine lange,freundliche, ja edle Ergießung seines Denkens und Em-pfindens geschrieben, ihr, der an Erfahrung so Einfachen,