Druckschrift 
3 (1840)
Entstehung
Seite
75
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wenn aus dem odenilosen Herzen der Dinge ein Gebetoder eine Huldigung zum Allvater hinanfstiege. Beideblickten nun schweigend hieraus, und jedes von ihnenmogte wohl verschiedenen Gedanke» Raum geben. End-lich sprach Lucilla sanften Tones: „Sage mir, glaubstDu wirklich nicht an meines Paters Sahnngen? Sinddie Sterne völlig stumm? Ist keine Wahrheit in ihrenBewegungen? kein Gold in ihrem Glanze?"

„Liebe Lucilla , Pernnnst und Erfahrung sagen uns,daß die Astrologen einem wesenlosen Traume nachgehen."

„Vernunft? das mag sehn! Erfahrung — wie? triebDeines Vaters tödtliche Krankheit nicht in eben jener ZeitDich von uns, als mein Vater Deine Abreise und derenUrsache weissagte? Ich war damals noch ein Kind, dochwerde ich nimmer die Blässe Deiner Wangen vergessen, alsmein Vater seine Prophezeiung anssprach."

„Ich war damals fast auch noch ein Kind, Lucilla."

„Aber jene Weissagung ging in Erfüllung."

„Wahr: jedoch wie Vieles, was Vvlkman vorhcr-sagte, blieb unerfüllt? Die wahre Wissenschaft weiß nichtsvon Zufälligkeiten und Ungewißheiten."

Ohne dieses Einwnrfes zu achten, sagte Lucilla:„Und mein Vater prophezeite jederzeit, daß Dein Ge-schick und das meinige mit einander verwoben wären."

„Und diese Prophezeiung bestimmte Dich vielleichtzu der Thatsachc. Du würdest mich wohl nie geliebt ha-ben, Lucilla, wenn Deine Gedanken nicht durch die Weissa-gung auf mich gelenkt worden wären."

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